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Projekt "Widerstand gegen die WAA Wackersdorf" [zurück zur Übersicht]

VorschauSo lange ist das 25-jährige Jubiläum der endgültigen Aufgabe der Pläne zur Errichtung einer atomaren Wiederaufarbeitungsanlage im nahen Wackersdorf nicht her – am 6. Juni 1989 waren die aufregenden Jahre vorbei, in denen die Bevölkerung sich gegen das Atomprojekt stemmte. Die 10. Klassen des DJD-Gymnasiums blickten zurück.

In einem fächerübergreifenden Projekt, angeregt von Oberstudiendirektor Günter Jehl und koordiniert von Oberstudienrat Gerhard Zitzler, erarbeiteten die drei zehnten Klassen des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums über mehrere Wochen hinweg Grundlagen zu diversen Aspekten des Themas „Widerstand gegen die WAA Wackersdorf“, die sie nun bei einer Präsentation vorstellten. Als Ehrengäste und Zeitzeugen waren außerdem anwesend der Schwandorfer Altlandrat Hans Schuierer und der Mitbegründer der Bürgerinitiative (BI) gegen die WAA, Wolfgang Nowak.

Eva Friedrich und Theresa Schleicher (beide G10a) moderierten das Programm. Verschiedene Gruppen von Schülerinnen präsentierten die Ergebnisse, die in den unterschiedlichen Fächern thematisiert worden waren. So ging es im Fach Physik um die physikalischen Grundlagen der Wiederaufarbeitung und der Atomkraft im Allgemeinen. Im Fach Deutsch wurden u. a. Zeitungsartikel aus den Jahren 1986 bis 1989 analysiert. Das Fach Musik nahm die musikalische Seite des WAA-Protests unter die Lupe, insbesondere die Lieder der „Biermösl Blosn“; hier war vor allem die Klasse G10b mit Studiendirektor Franz Hanauska aktiv.

Eine der Gruppen in Klasse G10a kam im Deutschunterricht bei Studienrat Hendrik Rosenboem auf die Idee, zu diesem Thema Interviews zu führen und in einem kurzen Film zu verarbeiten. So befragten die Schülerinnen Lehrerinnen und Lehrer, aber auch ihren Schulleiter Günter Jehl sowie Alt-OB Wolfgang Dandorfer zu ihren Erinnerungen an die Zeit der WAA-Planung. Außerdem kamen Passanten am Amberger Marktplatz zu Wort.

Die letztgenannte Gruppe führte ihr Interview-Projekt als Film vor; etliche andere Gruppen hatten in aufwendiger Arbeit informative Plakate erstellt, die auf Stellwänden präsentiert wurden (im Fach Deutsch bei Studienrätin Christine Maierhofer).

Auszüge aus seinem umfangreichen Bild-Archiv führte dann Wolfgang Nowak vor, der als Mitbegründer der BI Schwandorf von Anfang an gegen die WAA kämpfte. Seine dokumentarischen Aufnahmen riefen in beeindruckender Weise noch einmal vor Augen, in welch drastischer Weise in diesen Jahren der Wille der Bevölkerung ignoriert wurde und mit welch überzogenen Mitteln die Staatsgewalt versuchte, ein Vorhaben durchzusetzen, gegen das sich die dort lebenden Menschen mit großer Energie, Ausdauer und Kreativität wehrten.

Anschließend kam Altlandrat Hans Schuierer zu Wort, der zunächst die Arbeiten der Schülerinnen und ihrer Lehrkräfte würdigte und sich erfreut zeigte, dass sich auch heute noch junge Menschen für dieses Thema interessierten. Schuierer war damals zur Ikone des Widerstands gegen die WAA geworden, weil er sich weigerte, die Pläne für die Anlage zu unterschreiben. Der bayerische Landtag verabschiedete daraufhin ein Gesetz, das die Rechte der Landräte beschnitt. Auf die Frage der Schülerinnen, was ihn motiviert habe, so zu handeln und auch persönliche und dienstliche Nachteile in Kauf zu nehmen, fasste Schuierer zusammen: Einerseits sei er davon überzeugt gewesen, vor allem aufgrund von Gesprächen mit Experten, dass die Atomtechnik nicht zu hundert Prozent beherrschbar sei und daher der Betrieb einer Wiederaufarbeitungsanlage eine Gefahr für die Bevölkerung darstelle; und andererseits habe ihn der friedliche Zusammenhalt der Bewohner des Landkreises Schwandorf und die zahlreiche Unterstützung aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich motiviert, nicht nachzugeben.

Etliche weitere Fragen wurden noch gestellt und engagiert und detailliert beantwortet. Im Gedächtnis blieb unter anderem das Zitat Schuierers, das die Schülerinnen ausgewählt hatten: „Natur und Leben sind das kostbarste Gut, das wir Menschen haben. Wir dürfen und können sie nicht opfern für Macht oder sonstige Interessen. Wir haben eine Verpflichtung für künftige Generationen.“ Dieser Verpflichtung gerecht geworden zu sein, dafür dankten die Decker-Schülerinnen den beiden Protagonisten des WAA-Widerstands abschließend.

(djd-Bericht vom 25.07.2017/rip; Bilder: djd)

Mehr zum Thema:
25 Jahre Ende der Pläne zur Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (Bundeszentrale für politische Bildung)

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