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Toleranz zwischen Tee, Theater und Tempelruine [zurück zur Übersicht]

VorschauDie zweite Projektwoche des von der Europäischen Kommission finanzierten Comenius-Projekts “Spotlights for Tolerance (S4T)”, das vom Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium koordiniert wird, verbrachte das Team des DJDG in Salihli, einer 125.000 Einwohner zählenden türkischen Stadt, die 100 km östlich von Izmir liegt.


Die Decker-Schülerinnen Katharina Bäumler, Lucy Freller, Daniela Reichl, Marie Siegert und Sarina Wagner wurden von Projektkoordinator Peter Ringeisen und Oberstudienrätin i.K. Regina Graf begleitet. Den Theater-Workshop führte die türkische Lehrerin Emine Kilimci durch, die neben ihrem Unterrichtsfach Englisch als Schultheaterleiterin schon zahlreiche englischsprachige Theaterproduktionen auf die Bühne gebracht hat, die z. T. sogar landesweit Beachtung fanden.

Nach Improvisationsübungen und Überlegungen zum Thema “Vorurteile” wurden im Laufe der Woche zwei Szenen einstudiert, an deren Vorbereitung das türkische Team schon seit Monaten gearbeitet hatte. In einer Reihe von überraschenden Wendungen wird dort der Hauptperson (einem Buchhändler) - und dem Publikum - vor Augen geführt, wie leicht man sich durch Oberflächliches irreführen lassen kann und dass vieles anders ist, als es scheint.

Die Arbeitseinheiten zum Theaterworkshop fanden jeweils am Vormittag statt; am Nachmittag nutzten die türkischen Gastgeber die Gelegenheit, ihren Gästen zu zeigen, was die Ägäis-Region an kulturellen Kostbarkeiten zu bieten hat - und das war äußerst beeindruckend. Den Besuchern wurde klar, dass sie nur einen Ausschnitt aus dem reichen kulturellen Erbe dieser Gegend sehen konnten und dass es dort noch mehr zu entdecken gibt.

Die Ruinen des Artemis-Tempels und das rekonstruierte Gymnasion (Sportstätte) von Sardes, dessen Geschichte mehrere Jahrhunderte vor Christi Geburt beginnt und dessen Gemeinde eine der Adressen ist, an die die Geheime Offenbarung des Johannes in der Bibel gerichtet ist, eröffneten den Reigen der sowohl architektonisch als auch geschichtlich faszinierenden Bauten. Besonders hervorzuheben sind außerdem die Sultan-Moschee und die Muradiye-Moschee in Manisa sowie die Ruinenstadt Ephesus.

Was eines der Kernanliegen des Projekts - nämlich selbst Toleranz zu üben und Vorurteile abzubauen - mit am nachhaltigsten vorangebracht hat, war die herzliche und fürsorgliche Aufnahme der Teams der vier anderen Länder durch die türkischen Gastfamilien und die im Projekt involvierten Lehrkräfte. Die Decker-Schülerinnen betonten immer wieder, wie zuvorkommend und liebevoll sie von den Eltern ihrer Projektpartner umsorgt wurden, und die Stimmung unter den Jugendlichen war trotz mancher sprachlicher Hürden prächtig: Man brachte sich gegenseitig nützliche Redewendungen bei (türkisch-bayerisch), kramte im englischen Wortschatz, um auch Ausgefallenes in Worte zu fassen, und benutzte im Notfall Hände und Füße, um sich mitzuteilen.

Außer Theaterlehrerin Emine Kilimci ist in Planung und Durchführung des Projekts auf türkischer Seite Musiklehrer Ömer Ebeperi beteiligt, unterstützt von Schulleiter Hasan Kul und seiner Assistentin Harika Ersoy Fidan. Willkommen geheißen wurden die Teams des S4T-Projekts außerdem vom Bürgermeister von Salihli, Mustafa Ugur Okay, vom Bürgermeister von Adala, Ferayi Aslan, und vom Bürgermeister von Sardes, Ali Özdemir - die jeweils auch allen ein Mittagessen spendierten.

Der Abschied am Ende der Türkei-Woche fiel allen sehr schwer, und es wurde deutlich, dass hier Freundschaften entstanden sind, die sicher über das Ende des Projekts hinaus andauern werden. Die Scheinwerfer, die in dieser Woche auf die Toleranz gerichtet waren, haben die schätzens- und liebenswerten Seiten der türkischen Kultur in ein strahlendes Licht gesetzt.

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“S4T” ist ein vom Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium initiiertes Projekt, das mit den Mitteln des Schultheaters das Thema Toleranz ins Bewusstsein der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte rückt, und zwar Toleranz im Sinne von Anerkennung und Wertschätzung des Anderen. Dabei findet im Laufe von zwei Jahren (2011-2013) an den Schulen aller fünf Projektpartner jeweils eine Projektwoche statt, in der die Jugendlichen Szenen für die Schulbühne entwickeln, einüben und aufführen. Kommunikationssprache für die Teams aus Deutschland, Italien, Polen, Rumänien und der Türkei ist Englisch. Die erste Projektwoche fand im Oktober 2011 in Chojnice, Polen, statt, weitere Arbeitsphasen sind für Oktober 2012 (Rumänien) und November 2012 (Italien) terminiert; im März 2013 findet die abschließende Projektwoche in Amberg statt. Weitere Informationen über das Projekt sind im Projektblog zu finden: comeniuss4t.blogspot.com.

(DJD-Pressemeldung vom 4. April 2012)

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