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"Sindbad"-Musical als stimmungsvolles Jubiläums-Highlight [zurück zur Übersicht]vom 15.11.2014, 01:37 Uhr

VorschauEin weiteres Highlight in ihrem Jubiläumsjahr (Schulgründung vor 175 Jahren) präsentierten die Dr.-Johanna-Decker-Schulen einem begeisterten Publikum in zwei Aufführungen: „Sindbad - Das Musical.“

Gleich zu Beginn geht es hoch her: Orientalische Wächter mit einem stimmgewaltigen Hauptmann (Tia Stoll) jagen einen Dieb mitten durch die Zuschauer. Im Haus des alten Sindbad (Lisa-Maria Rösch) findet er Zuflucht, und der greise Seefahrer fühlt sich an seine eigene Jugend erinnert, aus der er nun erzählt.

Die Binnenhandlung enthält eine Reihe aufregender Ereignisse: Der junge Sindbad (Sonja Hummel) kauft bei einem Händler eine geheimnisvolle Karte, auf der ein Schatz verzeichnet ist, von dem sich Sindbad ein Leben in Reichtum verspricht. Das Schiff eines verbrecherischen Kapitäns (Marie Klier) soll ihn zum Versteck bringen. Doch das Schiff geht bei einem Sturm unter, die Besatzung, Kapitän und Sindbad werden an Land gespült, wo sie von Prinzessin Laila (Lisa Stoll) aufgespürt werden. Sindbad hat es eilig, zu dem Schatz zu kommen, und so kapert der Kapitän kurzerhand ein Schiff für die Weiterfahrt. Auf der abenteuerlichen Seereise, bei der die Seefahrer fast von den verführerischen Sirenen an eine Klippe gelockt werden und beinahe einem unwirschen Wal (Lisa-Maria Rösch in ihrer Zweitrolle) zum Opfer fallen, gibt sich der neue Matrose als verkleidete Laila zu erkennen, die sich mit aufs Schiff geschlichen hat, um einer von ihrem Vater, dem Sultan, arrangierten Ehe zu entgehen.

Die emanzipierte Sultanstochter widersteht dem Werben des machtgierigen Kapitäns, der am Ende auch den Schatz nicht bekommt, weil die Höhle über ihm und seiner Mannschaft einstürzt. Gerade noch davor bewahrt, ebenfalls unter den Trümmern begraben zu sein, entdecken Leila und Sindbad ihre Liebe zueinander, und damit endet auch die Binnengeschichte. Der Rahmen schließt sich, als der alte, kinderlose Sindbad den jungen Dieb adoptiert. Und somit hat das Musical ein ordentliches Happy End.

Die Inszenierung und Ausstattung des Musicals erzeugten von Anfang an eine Stimmung wie aus Tausendundeiner Nacht, zum einen durch das variable Bühnenbild (Veronika Thomann mit Klasse G7a), das einmal Meereswellen, einmal eine arabische Stadt herbeizauberte; zum anderen durch die von Sigrid Ringeisen passend und pfiffig entworfene Choreographie, nach der nicht nur die diebischen Matrosen oder das Liebespaar am Ende tanzten, sondern auch die eifrigen Marktleute.

Eine eindrucksvolle Leistung boten Chor und Orchester, die immer rhythmisch sicher und musikalisch geschickt agierten. Die Solistinnen Sonja Hummel, Lisa Stoll, Marie Klier und Lisa-Marie Rösch bewältigten ihre Partien mit Bravour, wobei vor allem die zweistimmigen Passagen der Lieder durch perfekte Intonation und engagierten, einfühlsamen Vortrag überzeugten. Mit zur Qualität des Klangs trugen Regina Fibich-Wiesneth (Stimmtraining) und Georg Luft (Tontechnik) bei.

Wunderbar gelungen auch die Verknüpfung von Spiel, Bewegung und den Liedern und der Musik aus der Feder von Franz Hanauska, der vom Keyboard aus das Orchester und damit die ganze Aufführung leitete. Die gekonnte Regie des Spielleiters Andreas Hilgart, der auch für den Text verantwortlich war, ließ keinerlei Langeweile aufkommen. Ein großes Lob aber vor allem auch den zahlreichen Akteurinnen auf und vor der Bühne! Sie zeigten Spielfreude und Bühnenpräsenz. Bis zuletzt schafften sie es, Spannung und Tempo zu halten.

Mit dem gemeinschaftlichen Schulprojekt "Sindbad - Das Musical" mit Schülerinnen und Lehrkräften aus DJD-Realschule und DJD-Gymnasium haben alle Beteiligten den Zuschauern ein Geschenk gemacht, an dem auch die Schulgründerin Maria Theresia Gerhardinger ihre helle Freude gehabt hätte, wie Schulleiterin Renate Gammel in ihrer Begrüßung hervorhob. Die Förderung der Kreativität und der musischen Talente war ihr ein großes Anliegen. Dass diese Seite des schulischen Lebens auch 175 Jahre nach der Schulgründung lebendig ist wie eh und je, das bewiesen die beiden Aufführungen aufs beste. Begeisterter Beifall belohnte die Aktiven für ihre Mühen.

(djd-Bericht vom 14.11.2014; Bilder: djd)

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