Blaue Barke

Blaue Barke 2014

In diesem Jahr regten gleich mehrere Themen (zur Auswahl) dazu an, Fantasie und Schreibkompetenz bei der Bearbeitung unter Beweis zu stellen.

Für die Jahrgangsstufen 5 - 9:
• Die neueste Geschichte von Karla Kolumna
• Lockvogel
• Ein Tag ohne Handy!

Für die Jahrgangsstufen 9 - 12:
• Visavis
• Bildhauer der Sehnsucht
• Barfuß

Über 80 Texte gingen bis zum Abgabetermin ein, anschließend lasen die Jurymitglieder Georg Luft, Rolf Künstler, Peter Ringeisen, Hendrik Rosenboem, Monika Weber und Monika Wagner die Arbeiten und bewerteten vor allem Idee, Originalität und sprachliche Ausdrucksfähigkeit.

Bei der Lesung und Preisverleihung am 24. Juni 2014 in A 35 dankten Schulleiterin OStD’ i.K. Renate Gammel und die Fachbetreuer Rolf Künstler und Monika Weber allen beteiligten Schülerinnen für ihr Engagement und überreichten an die Gewinner Urkunden und Preise, gestiftet von der Stefan-Hirblinger-Stiftung.



Blaue Barke 2014: Sophie Hallek, G 7c

Zweite Plätze:
Anna Donhauser, R 7c
Emily Panzer, R 5b
Anne Winter, G 8a

Dritte Plätze:
Luisa Deichl & Selina Scheuerer, R 5b
Laura Brugger, G 6c
Sibylle Krestel, G 5b
Sophie-Marie Gottschalk, G 7c
Emily Allwang, R 8b
Anna-Katharina Kersting, G 10c

Rolf Künstler


Prämierte Texte

Lockvogel

Kinderlachen verstummte, Lichter gingen aus und Menschen legten sich schlafen, denn die Dunkelheit schlich schon über den Himmel und zog eine unangenehme Stille mit sich. Doch nicht jeder schien zu schlafen. An einer baufälligen Bushaltestelle saß eine junge Frau, die Hände wie zum Beten im Schoß vergraben und den Blick starr gerade aus. Sie trug nur ein blaues T-Shirt, eine enge schwarze Jeans und ihre Füße steckten in schwarzen Sportschuhen. Ihre goldenen Haare leuchteten im Schein der Straßenlaternen und umgaben sie wie einen Heiligenschein.
Die Finsternis wurde plötzlich durch ein helles Leuchten erfüllt, als ein schwarzer Audi um die Ecke bog und an der Haltestellen zum Stehen kam. Die Frau schaute auf, als ein Mann mittleren Alters mit braunen Haaren und einem weißem Hemd das Fenster runter kurbelte und sie besorgt anblickte. „Wissen Sie nicht, dass um diese Zeit keine Busse mehr fahren?“, fragte der Mann mit seiner angenehmen, tiefen Stimme. „Ich hab alle verpasst und weiß nicht, wie ich nach Hause kommen soll“, meinte die junge Frau nur und blickte den Mann mit ihren hellblauen Augen an. „Nun muss ich wohl bis zum Morgen warten“, fügte die Frau hinzu und wendete ihren Blick mit einem Seufzen von ihm ab.
„Ich, ähm, könnte Sie vielleicht mitnehmen?“, fragte er zögerlich. „Oh danke, so netten Leuten begegnet man immer seltener! Ich muss zum Försterwald. Ich wohne nebenan“, erklärte die Frau dankbar. Der Mann nickte und deutete ihr einzusteigen.
Die Frau öffnete die Beifahrertür und stieg vorsichtig in das Auto ein. Überall im Wagen lagen zerstreut leere Bier- und Whiskyflaschen, Zigarettenschachteln und Essensreste, ein abstoßender Geruch hing in der Luft. Als die Frau sich anschnallte und der Wagen an Geschwindigkeit zunahm, sagte der Mann: „Ich heiße übrigens Edgar Mais. Vielleicht wollen Sie mir ja Ihren Namen verraten?“ – „Mein Name ist Hannah Möller“, antwortete Hannah mit einem kurzen Lächeln. „Mögen Sie Musik? Ich hab hier noch eine Elvis-CD rumliegen“, meinte Edgar, wartete auf eine Antwort, und als sie nickte, legte er die CD ein. Elvis Kopf verschwand im CD-Player und spielte sogleich „Jailhouse Rock“. Eine Zeitlang war es still, doch als der „King of Rock ’n’ Roll“ mit dem nächsten Lied begann, meldete sich Edgar zu Wort: „Was hat Sie eigentlich so spät ins Dorf getrieben?“ „Ich war im Kino in einer Spätvorstellung“, antwortete Hannah. „Aber konnte Sie denn niemand abholen?“ meinte Edgar stirnrunzelnd, „So ganz allein im Dunkeln ist doch manchmal schon gefährlich, nicht wahr?“ „Ich bin doch nicht mehr zehn, sondern neunzehn. Ich kann schon selbst auf mich aufpassen. Meine Eltern sind verreist, deswegen können sie mich nicht abholen“, entgegnete Hannah.
„Verstehe“, murmelte Edgar. „Haben Sie ein Kind?“ wollte Hannah neugierig wissen, denn sie sah ein Bild von einem kleinen Jungen, das an seinem Schlüsselbund hing. „Ja, ja. Ich habe einen kleinen Sohn und eine tolle Frau, die ich aber leider sehr selten sehe. Wissen Sie, ich bin in meinem Beruf sehr eingespannt und bin deshalb oft auf Geschäftsreisen“, sagte Edgar seufzend und blieb an einer roten Ampel stehen. Er griff gleich nach einer vollen Bierflasche, öffnete sie mit einem Feuerzug und trank gierig daraus. Als er den Blick Hannahs auf sich spürte, legte er die Flasche hastig weg. Sie schaute ihn an und sagte dann: „Ich weiß, dass Sie Probleme haben.“ „Was?“, stotterte Edgar. „Meinen Sie, wenn Sie trinken, verschwinden all Ihre Probleme? Ich glaube nicht. Sie haben gewusst, dass er Sie finden wird“, erzählte Hannah weiter. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf Edgars Stirn und seine Hände wurden schwitzig. Er fühlte sich ertappt.
„Sie arbeiten für ihn?“, fragte er mit zitternder Stimme. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah Hannah ihn an: „Glauben Sie ernsthaft, ich würde freiwillig für ihn arbeiten? Meine Familie hatte finanzielle Probleme, deswegen bin ich zu ihm gegangen, aber ich konnte ihm das geliehene Geld nicht zurückzahlen, deshalb erpresst er mich, damit ich seinen Lockvogel spiele. Er hat meine Eltern und er wird sie töten, wenn ich nicht das mache, was er will!“
Am Ende des Satzes ging ihre Stimme gefährlich in die Höhe, doch Edgar murmelte nur unverständliche Worte, die sich wie „Tut mir leid für Sie“ anhörten. „Wenn ich doch nur noch einen Monat hätte, würde ich ihm das zurückgeben können“, erklärte Edgar und wischte seine verschwitzten Hände am Lenkrad ab. „Sie haben aber keinen Monat mehr. Sie werden zum Wald fahren. Dort wartet er auf uns.“
Im selben Moment wechselte die Ampel auf Grün und sie fuhren schweigend weiter. Nur Elvis trällerte noch fröhlich vor sich hin, doch als sie am dunklen Wald ankamen, verstummte auch er. Edgar parkte am holprigen Waldrand; als Hannah ihn aufforderte auszusteigen, verließ er nur zögerlich den Audi. Die Bäume rückten immer dichter aneinander, als sie die ersten paar Meter Wald hinter sich ließen. „Wo gehen wir eigentlich hin?“, fragte Edgar, der Hannah bis jetzt stumm folgte und sich duckte, da ein knorriger Ast nach ihm griff. „Wir sind gleich da“, meinte Hannah mit dem Rücken zu ihm gewandt. Sie gingen mal rechts, mal links, mal wieder gerade aus, bis sie endlich eine kleine, vermoderte Holzhütte erblickten. Ein schwaches Licht, das in der Hütte entzündet wurde, warf Schatten von vier schemenhaften Gestalten an die brüchigen Wände.
Edgar und Hannah betraten die überwucherte Veranda, die bei jedem Schritt laut knarzte, sodass die Personen in der Hütte mitbekamen, dass sie hier sind. Hannah würde am liebsten weglaufen, ganz weit weg, aber sie konnte nicht. Wenn sie es täte, würde er ihre Eltern umbringen. Sie spürte Edgars unregelmäßigen Herzschlag, als sie sich an ihm vorbeidrängte und in die Hütte marschierte. Sofort packten zwei große, in schwarz gekleidete Männer Edgar, sodass er nicht wegzulaufen konnte. Hannah wurde von niemandem gepackt, obwohl sie es war, die weglaufen wollte, doch er wusste, dass sie nicht abhauen wird. „Na sieh mal einer an. Da hast du wohl die Falsche in dein Auto gelassen, Edgar“, beteuerte ein großer Mann mit italienischem Akzent, der aus dem Schatten der Tür trat. Er trug einen schwarzen Anzug, schwarze Lackschuhe und einen roten Ohrring, der an seinem linken Ohr baumelte. „Ricardo“, sagte Edgar abstoßend. „Oh, du erinnerst dich an meinen Namen? Es war ja lange her, dass du mich das letzte Mal gesehen hast. Und ich mein Geld. Wie lange nochmal? Ah ja, neun Monate“, schnauzte der Italiener ihn wütend an. „Fabio!“, rief Ricardo sogleich und ein Mann, der in der Ecke stand, trat mit einem schwarzen Koffer hervor. Er legte ihn vorsichtig auf einen kleinen Holztisch, der einen Meter neben Hannah stand, und öffnete ihn bedacht. Hannah wusste was im Koffer war, sie wusste was jetzt kommen wird, denn sie hatte das alles selbst einmal durchgespielt und bei dem Gedanken alles nochmal zu sehen wurde ihr übel. Fabio holte einen silbernen Revolver aus dem Koffer und reichte ihn Ricardo. Edgar schluckte, als die Revolvermündung an seine Schläfe gedrückt wurde. „Wo ist mein Geld!“, zischte Ricardo ihn an und packte ihn am Hals. „Ich habe es noch nicht“, gurgelte Edgar, doch Ricardo legte schon seinen Finger an den Abzug und – „Nein! Stopp!“, schrie Hannah, die nicht zulassen konnte, dass Edgar erschossen wird. Doch bevor sie irgendetwas unternehmen konnte, sah sie eine riesige Faust auf sich zudonnern.
Hannah wachte in einem bequemen, weichen Bett auf und glaubte fast zu Hause in ihrem eigenen zu liegen, doch dann erinnerte sie sich. Sie erinnerte sich an Edgar, an die Hütte, an den Revolver und an den Schlag mitten ins Gesicht, aber weiter nicht. Was ist danach passiert? Ihr schwirrten tausend Fragen im Kopf herum, doch die einzige, die sie jetzt beantworten konnte, war die, wo sie eigentlich ist. Als sie ihre Augen öffnete, sah sie zuerst nur weißes Licht und verschwommene Gestalten, die im Raum umherschwirrten, aber nach kurzer Zeit erkannte sie, dass sie in einem Krankenhaus liegen musste, da überall Krankenschwestern herumtigerten und Schläuche zu piepsenden Geräten führten. Niemand hatte gemerkt, dass sie aufgewacht war, da alle mit dem Rücken zu ihr standen, doch als sie den roten Ohrring an einem Mann sah, der sich mit einer Krankenschwester unterhielt, verlor sie wieder das Bewusstsein.

Sophie Hallek (G 7c)



Auch ohne Smartphone ist das Leben wunderbar!

Vor ein paar Jahren noch war’s die Revolution,
ein mitnehmbares Telefon!
Heut aber ist es nicht mehr wegzudenken.
In der Schule liegts schon regelmäßig unter Bänken.

Verzichten mag in unserer Zeit niemand mehr darauf
denn lange schon bestimmt es unseren Tagesablauf.
Ob zum Email checken oder Shoppen -
dieses Wundergerät ist kaum mehr zu toppen!

Würd ein Mensch das überhaupt noch überleben,
einen Tag lang nicht an seinem Smartphone zu kleben?
Nicht immerzu über Facebook, WhatsApp und Co. online zu sein,
macht einige Leute ganz schön klein.

Viele Menschen verlässt ohne Handy der Mut.
Sie sollten doch wissen,
wie gut ein Tag ohne das Smartphone tut!
So ist man nämlich nicht allzeit zu erreichen
und kann einfach mal sorglos durch die Gegend streifen.

Ohne Unterbrechung lässt man endlich seine Gedanken fließen
und kann so den Tag auf seine Weise genießen.
Ja, es ist kaum zu glauben, aber wahr -
auch ohne Smartphone ist das Leben wunderbar!

Emily Allwang (R 8b)



Barfuß

Sie zog ihre Schuhe aus, es war warm, nichts sprach dagegen.

Barfuß laufen ist gesund, heißt es ja immer.

Sooft sie kann und das Wetter es zulässt, geht sie ohne Schuhe und ohne Socken über die Erde.

Ihre Füße haben schon Bekanntschaft mit vielen Untergründen gemacht: Stein, Kies, Gras, Pflastersteine, Sand...

Sie geht ein paar Schritte über das Gras, bis sie schließlich den Sand erreicht.

Der Strand ist verlassen und leer, sie ist alleine.

Alleine mit ihren Gefühlen und Eindrücken.

Das Wasser rauscht und sie lauscht den Möwen, die über sie hinweg fliegen.

Ein warmer Wind geht hier.

Sie trägt ihre Schuhe in der Hand.

Der Sand ist fein und trocken.

Ein paar Steinchen haben sich hier verirrt, die ihre Füße immer wieder pieksen.

Sie geht dem Wasser entgegen, sie nähert sich dem nassen Sand.

Eine Weile betrachtet sie nur die Wellen des Meeres, während das Meerwasser in immer wiederkehrendem Rhythmus ihre Füße mit Wasser umspült.

Im Gegensatz zum Sand ist das Wasser kalt.

Sie findet eine Muschel, vom Meer angespült.

Sie geht entlang des Ufers bis zu einem Strandkorb.

Die Sonne trocknet ihre Füße auf dem Weg dorthin.

Ihre Füße sind sandverkrustet.

Als sie die Weite des Meeres und die Leere des Strandes beobachtet, sieht sie die von ihr hinterlassenen Fußspuren.

Fußspuren im nassen Sand.

Anna-Katharina Kersting (G 10c)



Zugfahren mit Oma Husenhuber

Mein Name ist Gerda, Gerda Husenhuber, 70 Jahre, ich lutsch meine Tabletten, ich löse sie nicht auf.

Ich fahre jeden Freitag mit dem Zug nach Nürnberg zum Arzt. Das ist ein Kreuz sage ich Ihnen, neben mir sitzt immer ein Rotzlöffel mit fettigen Haaren, der wahrscheinlich nicht einmal Geld für warmes Wasser hat, mit einem Handy in der Hand, das so groß ist wie früher die Fernseher, spielt irgendein bescheuertes Spiel, bei dem er mit Vögeln Holzkonstruktionen zu Fall bringen muss, er flippt aus, wenn er das Level nicht schafft, hat mich schon mal angebrüllt, als ich einmal zu ihm sagte, er solle mal leiser ausflippen, da bin ich aber fuchtig geworden, gesagt habe ich, er soll sich erst mal waschen, bevor er mich anstreitet, da war er dann aber still.

Links neben mir sitzt ein junger Mann mit Stöpseln in den Ohren und die Lautstärke aufgedreht, dass das mein Arzt in Nürnberg hören muss ....umz... um...um...zzzz..... Früher sangen wir noch selbst! Ich fragte ihn einmal, ob er nicht Lust hätte seine Musik leiser zu machen, hat mich nicht mal wahrgenommen, völlige lgnoranz seinerseits. Unhöflich sage ich nur, völlig unhöflich.

Schräg gegenüber sitzt ein Mann, so ein Schnösel, muss ich schon sagen. Mit Anzug und Krawatte und Gel in den Haaren, dass Guttenberg neidisch werden würde wenn er das sehe. Jedes mal telefoniert er mit einer anderen: Chantal ich hab keine andere... Nein, Taylor, ich treff mich heut’ Abend mit niemanden... bin nur sehr müde Jennifer... Einmal, als er gerade mit irgendeiner Chantal telefonierte, fragte ich mitten in sein Gespräch hinein, ob das die nette Dame von letzter Woche sei. Anscheinend nicht, da die beiden in ein heftiges Wortgefecht verfielen. Seit diesem Zeitpunkt sitzt der junge Mann zwei Reihen weiter hinten und begutachtet mich mit einem Blick, wie ihn Mike Tyson nicht besser draufhat.

Hätten die für einen Tag kein Handy mehr, wären die total aufgeschmissen: Keine laute Musik und keine Spiele mehr, keiner weiß ohne Facebook, ob der noch mit der zusammen ist! Sie müssten in Telefonzellen gehen, um zu telefonieren und die gibt’s fast nicht mehr, vielleicht in Mondheim, doch die Leben, wenn ich es dezent sagen darf, noch im letzten Jahrhundert ... naja ... ist ein anderes Thema. Diese Handys regen mich so auf, einfach unhöflich, laut und nervig ... Die Menschen verblöden immer mehr und das liegt nicht an der Schule, sondern an den Handys und Fernsehern, also eher gesagt am Fernsehprogramm... ich werde zu ausschweifend...
Entschuldigen Sie, mein neues Handy klingelt, bestimmt mein Enkel, der mir die neuesten Lieder von Florian Silbereisen auf mein Handy speichern muss.

Anne Winter (G 8a)



Die neueste Geschichte von Karla Kolumna

An einem sonnigen Freitag fuhr Karla Kolumna durch Neustadt. Sie war auf der Suchen nach einer spannenden Story für das Titelblatt ihrer Zeitung.
Karla beschloss zum Haus der Blocksberg zu fahren. Als sie dort ankam, sah sie Florian, Bibi und ihre Eltern, wie sie sich aufgeregt unterhielten.
„Hallo, Bibi. Was ist denn passiert?“, rief Karla. „Vom Bürgermeister wurde ein altes Bild gestohlen“, sagte sie. Bibi erzählte, was sie erfahren hatte und Karla schrieb es stichpunktartig für ihre Story auf. Als sie nun alles gehört hatte, meinte Karla zu ihr: „Ich werde gleich einmal zum Bürgermeister fahren und dort nachfragen, was geschehen ist.“

Als Karla am Rathaus ankam, sah sie schon den Streifenwagen der Polizei davor stehen. Sie wollte gerade ins Haus gehen, als ihr die zwei Beamten entgegen kamen. „Sehr seltsam dieser Vorfall“, meinte einer von ihnen. „Ja, da hast du recht. Sehr seltsam“, erwiderte der andere. Und schon waren sie verschwunden. Karla ging kopfschüttelnd nach oben zum Zimmer des Bürgermeisters. Der Sekretär Paul Pichler ließ Karla herein.
„Hallo, Frau Kolumna“, schluchzte der Bürgermeister ihr entgegen. Sie begrüßte ihn ebenfalls. „Ich habe gehört, dass ein altes Bild von Ihnen verschwunden ist“, sagte Karla. „Allerdings, es war das Bild von meinem Ur-Ur-Urgroßvater, der ebenfalls Bürgermeister war“, erzählte er traurig. Klara tröstete ihn und fragte, ob sie sich den Ort des Geschehens anschauen dürfte.
Während sie sich auf den Weg zu dem Zimmer machten, erzählte der Bürgermeister, was geschehen war. „Wir hatten gestern Besuch von Gästen aus Japan. Ich machte eine Führung durchs Rathaus und zeigte ihnen diese Bildergalerie. Vor diesem Bild standen wir einige Zeit und ich erzählte ihnen einige lustige Geschichten über meine Vorfahren. Danach haben wir etwas getrunken und eine Kleinigkeit gegessen.“
Karla Kolumna machte sich dabei Notizen. Im Zimmer angekommen, zeigte der Bürgermeister auf den leeren Fleck an der Wand. Traurig fuhr er fort: „Hier hing das Bild. Nachdem alle gegangen waren, ging ich auch heim. Es war nur noch mein Sekretär da, der die Türen zuschloss, und dieser sagte, das Bild noch gesehen zu haben.“
Der Sekretär, der gerade hinzu kam, ergänzte „Ja, als ich die Türen zusperrte, war es noch da und als ich heute Früh aufsperrte, war es weg. Sofort rief ich den Bürgermeister an und die Polizei.“
„Eine interessante und seltsame Geschichte“, dachte sich Karla Kolumna. Sie musste daran denken, was die zwei Polizisten sagten, als sie das Rathaus verließen. Ja, es war schon sehr seltsam.
Sie überlegte, was sie machen könnten. Da meinte der Bürgermeister: „Die Polizei nahm alles zu Protokoll und sagte ihre Hilfe zum Auflösen des Falls zu, aber sie müssten noch einige Dinge holen und sind gegangen.“
„Ja“, sagte Karla, „ich habe sie beim Eintreffen gesehen. Mir ist etwas eingefallen, wir könnten Bibi holen und sie fragen, ob sie das Bild wieder herzaubern kann.“
Der Bürgermeister war von dieser Idee begeistert und sofort ließ er Bibi anrufen. Bibi und ihr Freund Florian sind natürlich sofort gekommen, um zu helfen. Sie war ganz begeistert, wieder einen Fall zu lösen.
„Bibi, hoffentlich kannst du uns helfen“, sagte er erfreut. Der Bürgermeister zeigte ihnen den Platz, wo das Bild hing. Bibi sprach ihren Zauberspruch:

„Flieg herein, eins, zwei, drei
Bild, wo kannst du nur sein?
Hex hex!“

Sie warteten alle gespannt, es war mucksmäuschenstill, keiner traute sich zu atmen oder etwas zu sagen. Nur das Schlagen der Standuhr war zu hören. Aber es passierte nichts, die Wand blieb leer.
Seltsam, dachte sich Bibi, das Bild musste noch im Rathaus sein, da ihr Zauberspruch nur für Dinge außerhalb des Hauses funktionierte.
Bibi und Flori sahen sich die Stelle genauer an. Die Farbe an der Wand war etwas heller als die andere, und es waren einige kleine Farbspritzer am Fußboden zu sehen. Diese waren so klein, dass man es fast nicht merkte.
„Schaut“, rief Bibi, „da ist weiße Farbe auf dem Boden und die Wand riecht, als sei sie neu gestrichen worden.“
Alle sahen gespannt darauf. „Oh ja, jetzt sehe ich es auch“, sagten Karla Kolumna und der Bürgermeister gleichzeitig.
In diesem Augenblick ging die Türe auf und es kamen zwei Maler mit einem mit einer Plane verdeckten Bild herein. Der Bürgermeister fragte sie, was sie hier wollten. Diese erwiderten: „Wir möchten die Farbspritzer am Fußboden entfernen und das abgenommene Bild wieder an die Wand hängen.“
Auf einmal fiel es dem Bürgermeister wieder ein: Er hatte für heute die Maler bestellt, denn die Wand war sehr verschmutzt und sie sollte gestrichen werden. Durch die Putzfrauen wurden sie in der Früh hineingelassen. Alle sahen sich an und fingen an zu lachen. „Obwohl es kein Diebstahl war, wird es trotzdem eine spannende und lustige Story“, meinte Karla Kolumna.

Nach diesem besonderen Vorfall gingen alle erleichtert nach Hause, Karla Kolumna fuhr sofort in ihr Büro und schrieb den Bericht für die Titelseite ihrer Nachmittagsausgabe:

„Aufregung im Rathaus
Das Bild des Bürgermeisters war verschwunden, weil er den Termin der Maler vergessen hatte. Doch dann tauchte das Bild wieder auf und alles war gut. …“

Der Bürgermeister las den Bericht und musste über sich selber lachen.

Emily Panzer (R 5b)

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