Der einsame Poet

Julia Hecht (G8b)

Im Winter sieht man ihn überall stehen. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und funkelnden Augen. Wie ein Träumer, der nachdenklich auf die vom Himmel fallenden Schneeflocken starrt. Man könnte meinen, er hat Block und Stift in der Hand und wartet auf eine Inspiration für ein neues Gedicht. Still schaut er dem Treiben und den weihnachtlichen Vorbereitungen der Menschen zu und erfreut sich an den fröhlichen Kindergesichtem. Doch die Erwachsenen sehen ihn nicht. Gestresst eilen sie an ihm vorüber, ohne die Ruhe, die er ausstrahlt, zu bemerken.

Doch niemals ist er deswegen frustriert, traurig oder gar böse. Nein, vielmehr scheint er wie ein Bote dazustehenden, der uns sagen will: "Menschen seid doch einmal ruhig, lasst eure Einkäufe stehen und nehmt euch einfach einmal Zeit die Schönheit der Natur und des Lebens wahrzunehmen."

Und trotzdem weiß niemand, was in seinem Kopf vorgeht. In seinem aus Schnee erbauten Kopf, in dem meistens eine Karottennase und ein Paar Kohleaugen stecken. In der Hand hält er einen Besen und als Hut dient ihm ein Topf.

Sein Leben ist kurz, aber dafür in der schönsten Zeit des Jahres. Der Winter ist das Reich des einsamen Poeten, des Schneemanns, der uns soviel erzählen kann, wenn wir ihn nur ein paar Minuten ansehen und über seine Träumerei schmunzeln können.