Kapitelübersicht

Abkürzung: „JEA“ steht für „Johannes Elias Alder“

Kapitelüberschrift
Seite
Inhalt
Wer liebt, schläft nicht
9
Vorwort: Der auktoriale Erzähler gibt hier schon eine Zusammenfassung der gesamten Entwicklung: „Das ist die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, der zweiundzwanzigjährig sein Leben zu Tode brachte, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen“ (9)
Das letzte Kapitel
10
Ende des Bergdorfes, das durch die dritte Feuerkatastrophe 1892 völlig zerstört wird; aus Trotz bleibt als Einziger Cosmas Alder, bis er 1912 verhungert.
Die Ungeborenen
12
Die Beschreibung des Lebens von Johannes Elias Alder (JEA) sei „eine Anklage wider Gott“ (13), da das unermessliche Talent Alders in seiner Umwelt von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen sei.
Die Geburt
14
Unter denkbar betrüblichen Umständen kommt JEA 1803 zur Welt; die Hebamme ist in Gedanken bei ihren Heiratsplänen, der wortkarge Vater Seff arbeitet auf dem Feld, die Mutter quält sich in der hochsommerlichen Schwüle.
Ein Vater seinen Kindern
20
Kurat Elias Benzer unterhält angeblich mit mehreren Frauen aus dem Dorf sexuelle Beziehungen, und auch JEA ist offensichtlich sein Sohn; Exkurse: „Seelenzilli“, „Feuerpredigt“; gleichzeitig mit JEA wird sein Cousin Peter E. Alder getauft - die beiden Väter, Seff und Nulf Alder, sind Todfeinde.
Das Wunder seines Hörens
30
JEA, der zunächst eine „gläserne Stimme“ hat (31), erlebt fünfjährig in einer einzigen Nacht, wie sein Körper in erschreckender Weise die Pubertät völlig durchlebt - er hat von da an eine Bassstimme, gelb-leuchtende Augen und vor allem ein übernatürlich feines Gehör. So hört er in dieser Nacht an dem wasserverschliffenen Stein, zu dem er sich hingezogen fühlt, den Herzschlag des Fötus, der seine spätere Geliebte sein wird.
Die Gadenzeit
42
Wegen seines abnormen Äußeren wird JEA zwei Jahre lang im Gaden eingeschlossen; zu Peter, der regelmäßig vor sein Fenster kommt, entwickelt er eine liebevolle Zuneigung. Peters Schwester Elsbeth (JEA „seit Ewigkeit vorbestimmt“, 38) wird geboren.
Die Stimme, die Tiere und die Orgel
53
JEA erprobt die Möglichkeiten seiner Stimme, spricht dabei, ohne sich dessen bewusst zu sein, sogar mit den Tieren, imitiert Stimmen der Dorfbewohner (Streich: „Prophet Elias“), bringt sich nachts selbst das Orgelspiel bei, da der Organist, Lehrer Oskar Alder, sich aus Angst vor dem Talent des Jungen weigert, ihn zu unterrichten. - Nulf Alder hat seinem Sohn Peter aus nichtigem Anlass den Arm gebrochen; Peter plant das Verderben des Vaters (68).
Der Tag ist so freudenreich
71
Während der Christmette 1815 bricht ein Feuer (Erstes Feuer) aus, das das halbe Dorf vernichtet - Peter hat das Feuer im väterlichen Stall gelegt. JEA rettet Elsbeth aus dem brennenden Haus. Später wird er Zeuge, wie eine Meute unter Anleitung seines Vaters den Schnitzer Lamparter lebendig verbrennt.
Der Winter 1815
85
Wiederaufbau einiger Höfe; Exkurs: Senilität der Geistlichkeit; sowohl Seff Alder als auch Peter wissen, dass JEA ihre Schuld kennt, und beide vertrauen darauf, dass er sie nicht verrät. JEAs mongoloider Bruder Philipp wird geboren.
Elsbeth und der Frühling
92
JEA zerlegt, reinigt und repariert mit Peters Hilfe die Orgel, perfektioniert sein Spiel; im Frühling 1820 zieht ein Schauprediger durch Eschberg: „Wer schläft, liebt nicht!“ (103). - Spaziergang mit Elsbeth; Peter plant, die Freundschaft zwischen den beiden zu hintertreiben. - Als sich der Organist aus Kummer bewusstlos säuft und später erhängt, ergreift JEA seine Chance auf der Orgel.
Das Weib im Mondschein
119
JEA wird Dorflehrer, Peter bekommt den Hof überschrieben (21 Jahre). Peter, der seine sadistischen Neigungen immer hemmungsloser am Vieh auslässt (vgl. 73), zwingt JEA dazu, der Dorfhure Burga einen Streich zu spielen: Sie entkleidet sich (in der Annahme, sie tue es für ihren Geliebten Gottfried) und lässt sich sogar dazu treiben, sich die Haare abzuschneiden und sich nackt im Schlamm zu wälzen; Peters homosexuelle Orientierung wird offensichtlich (129, vgl. 96, 44).
Die Lichter der Hoffnung
131
Als JEA krank vor Liebeskummer vier Tage im Bett liegt, spricht sich sein Vater mit ihm aus und wird dadurch nach Jahren wieder froh; kurz darauf erleidet er einen Schlaganfall und bleibt gelähmt. - JEAs Fahrt mit Elsbeth auf dem Ochsenkarren; Peter teilt ihm mit, dass Elsbeth von Lukas Alder schwanger ist.
Gott fürchtet den Elias
142
In seiner Verzweiflung über die Hoffnungslosigkeit seiner Liebe sagt sich JEA nachts in der Eschberger Kirche von Gott los: „Ich bin gekommen, Dich zu verfluchen!!“ (144); als er bereits an Selbstmord denkt, hat er eine Halluzination, in der er ein verwundetes Kind zu sehen meint, von dem Wärme und Liebe ausgehen (Gott? vgl. 174); er erlangt die ursprüngliche Farbe seiner Pupillen wieder.
In der Fremde
149
JEA ist von der Sehnsucht nach Elsbeth erlöst - Peter wirft ihm daraufhin vor, er habe sie nie wirklich geliebt. Exkurse: „Modern waren die Zeiten geworden“ (155), Köhler Michel als Indianerhäuptling (156 ff). JEA wird „verrückt“: „krankhafte Vergangenheitssucht“ (160). - Domorganist Goller entdeckt sein Talent und lädt ihn zum Feldberger Orgelfest ein. Peter überredet ihn, die Einladung anzunehmen.
Das Orgelfest
168
JEA muss über das Lied „Kömm, o Tod, du Schlafes Bruder“ extemporieren; während seiner Improvisation, die seine Zuhörer hypnotisiert und in Begeisterung versetzt, lässt er sein ganzes Leben in Gedanken an sich vorbeiziehen - und verliebt sich dabei erneut in Elsbeth; er fasst beim Orgelspielen einen zunächst nicht genauer erläuterten „unglaublichen Entschluss“ (183). JEA wandert - nach der Ehrung als Sieger des Improvisationswettbewerbs - zum wasserverschliffenen Stein und verpflichtet Peter, ihm bei seinem Vorhaben zu helfen.
Kömm, o Tod, du Schlafes Bruder
188
In geistiger Umnachtung zwingt sich JEA mit Hilfe von Drogen und kalten Bädern im Bach, später indem er sich an einen Baum binden lässt, sieben Tage und Nächte wachzubleiben, in der Hoffnung, dass „dieses wache, neue Leben [...] ihm die Liebe Elsbeths einbringen“ werde (192). Peter fühlt sich durch seinen Schwur verpflichtet, seinen Freund bei diesem qualvollen Selbstmord zu unterstützen. Er stirbt schließlich am achten Tag an Atemlähmung „aufgrund des überdosierten Genusses der Tollkirsche“ (198).
Die Auslöschung
199
Peter begräbt seinen Freund; er ist von da an nicht mehr sadistisch, sondern mitfühlend, und Mensch und Tier finden allmählich Vertrauen zu ihm. Er stirbt sechzehn Jahre nach seinem Freund, mit 38, am „Sankt-Antonius-Feuer“, nachdem er die zweite Feuerkatastrophe in Eschberg überstanden hat, in der der gelähmte Seff Alder im Feuer umkommt. Die meisten Eschberger ziehen nach dem Zweiten Feuer weg. Dem Dritten Feuer (1892) fallen zwölf Menschen zum Opfer; der einzige Überlebende ist Cosmas Alder (vgl. S. 10 f.).
Frau Mutter, was meint Liebe?
203
Elsbeth unternimmt etwa neun Jahre nach JEAs Tod mit ihren sechs Kindern einen Ausflug, um ihnen den vom Regen angeschwollenen Bachlauf der Emmer zu zeigen. Als sie erstaunt feststellt, dass der wasserverschliffene Stein nicht mehr da ist, erzählt sie den Kindern von JEA, und endigt: „Vielleicht sei er nur deswegen von Eschberg weggegangen, weil er hier seine Liebe nicht habe finden können“ (204). Auf die Frage ihres Ältesten, Cosmas, was Liebe sei, wird sie verlegen.

© Peter Ringeisen, 1996