Comenius-Projekt 2011-2013: Spotlights for Tolerance (S4T)

Auftaktveranstaltung am 4. Okt. 2011

Aufmerksamkeit für Toleranz

Comenius-Projekt mit vier europäischen Ländern wird vom Decker-Gymnasium koordiniert

Amberg. Oberstudiendirektorin i. K. Renate Gammel begrüßte die Gäste der Auftaktveranstaltung zum Comenius-Projekt "Spotlights for Tolerance" (S4T), das das Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium auf den Weg gebracht hat. Sie verwies darauf, wie wichtig es für eine Schule ist, Europa nicht nur als Schulstoff in Geographie oder Sozialkunde zu behandeln, sondern auch erfahrbar zu machen und die Idee der europäischen Zusammengehörigkeit mit Leben zu füllen. Gerade die persönliche Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen diene dem Abbau von Vorurteilen.

Studiendirektor i. K. Peter Ringeisen informierte anschließend über die Rahmenbedingungen und die Ziele des Projekts. Die Europäische Kommission, in den beteiligten Ländern vertreten durch Nationale Agenturen, finanziert dieses zweijährige Projekt mit einer Summe von 22.000 Euro pro teilnehmender Schule, so dass die Kosten für die Reisen zu den Partnerschulen abgedeckt sind. Die Anliegen des Programms "Lebenslanges Lernen", zu dem das Comenius-Programm gehört, sind von dem am DJDG entworfenen Projekt in großer Breite erfüllt: Es fördert Kontakte zwischen europäischen Schulen, bei denen sich sowohl Schüler als auch Lehrer kennenlernen und austauschen; es unterstützt das Fremdsprachenlernen - Hauptsprache des Projekts ist Englisch, aber es werden auch grundlegende Redewendungen und Wörter in der Sprache der Partnerländer gelernt -; und die Möglichkeiten der Kommunikation über das Internet werden kreativ genutzt, indem die Schülerinnen ihre Erfahrungen in einem Blog veröffentlichen und vielfältige Dienste zur Vor- und Nachbereitung der Treffen ausschöpfen. Das Kernstück des Projekts ist die gemeinsame Arbeit an einem Theaterabend zum Thema "Toleranz".

Die 21 Schülerinnen der 9. und 10. Klassen, aus denen sich das Projekt-Team zusammensetzt, stellten dann die Partnerstädte vor, in die sie jeweils in Fünfergruppen, von zwei Lehrkräften begleitet, reisen werden: Das erste Treffen findet Mitte Oktober im polnischen Chojnice statt, einer Stadt etwa der Größe Ambergs, die ca. 120 km südwestlich von Danzig liegt. Im Frühjahr 2012 geht es nach Salihli in der Türkei, ca. 100 km östlich von Izmir. Dieser Ort, der in unmittelbarer Nähe einer antiken Ruinenstadt mit bemerkenswerter Geschichte liegt, hat 125.000 Einwohner und stellt einen modernen Kontrast zur ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Lydien dar, deren Nachfolger sie ist. Zu Beginn des nächsten Schuljahrs führt die Reise nach Sizilien. Sciacca ist wieder ein Ort, der etwa die Größe Ambergs hat, mit einem malerischen Hafen und ebenfalls geschichtlich interessanter Umgebung. Im Winter 2012 trifft man sich im rumänischen Sibiu (deutsch: Hermannstadt), mit 170.000 Einwohnern die größte der Partnerstädte. Sibiu war über hunderte von Jahren das kulturelle und politische Zentrum der Siebenbürger Sachsen. Im Jahre 2007 trug es den Titel einer Europäischen Kulturhauptstadt.

Im April 2013 schließlich wird Amberg zum Treffpunkt der fünf Projektschulen. Am Ende dieses Treffens wird auf der Bühne des Gerhardinger-Saals die Szenenfolge aufgeführt, die die Schülerinnen und Schüler zusammen erarbeitet und einstudiert haben - hauptsächlich in englischer Sprache, aber auch mit Passagen in den jeweiligen Landessprachen. Auf dieses europäische Ereignis freuen sich die Decker-Schülerinnen schon jetzt, wie Projektleiter Ringeisen anmerkte. Für diesen Termin sprach Bürgermeister Michael Czerny schon einmal eine Einladung ins Amberger Rathaus aus.

Mit einem Hinweis auf den Namenspatron des Projekts, den Pädagogen Johann Amos Comenius (1592-1670), hob Ringeisen hervor, dass das Projekt durch seine Beschäftigung mit Völkerverständigung, dem gegenseitigen Verstehen und Annehmen, auch der Einstellung dieses berühmten tschechischen Gelehrten gerecht wird, der vor über 340 Jahren schrieb: "Wir sind alle Bürger einer Welt, ja alle ein Blut. Einen Menschen hassen, weil er anderswo geboren ist, weil er eine andere Sprache spricht, weil er anders über die Dinge denkt, weil er mehr oder weniger als du versteht, welche Gedankenlosigkeit! Lassen wir ab davon! Denn wir sind alle Menschen, also alle unvollkommen." Die Präsentation, die die Information des Abends veranschaulichte, ist im Internet abrufbar unter 2.gp/S4T_auftakt

Dokumentation des Projekts im Blog:
comeniuss4t.blogspot.com



Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.
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This project has been funded with support from the European Commission.
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FOTOS:


Schulleiterin Renate Gammel, OStD' i. K.



Projektleiter Peter Ringeisen, StD i. K.



Schulleiterin R. Gammel, Ständige Stellvertreterin M. Wagner, Bürgermeister M. Czerny
(von links)




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