Comenius-Projekt 2011-2013: Spotlights for Tolerance (S4T)

Projektwoche 5: Deutschland (17.-23.03.2013)

Toleranz im Rampenlicht

Schülerinnen und Schüler aus fünf Teilnehmerländern lassen bei dem vom DJDG aus koordinierten Comenius-Projekt Theaterszenen zum Thema "Toleranz" entstehen

Amberg. Bei der feierlichen Eröffnung der Amberger Projektwoche zitierte Schulleiterin Renate Gammel den Namensgeber des EU-Programms, Johann Amos Comenius: "Lernen durch Tun, Denken vor dem Reden und Beispiele über Worte", so lautete ein Leitspruch dieses weitsichtigen Reformpädagogen aus dem 17. Jahrhundert. Dass dies auch auf den Inhalt des laufenden Projekts anzuwenden ist, betonte die Direktorin der Dr.-Johanna-Decker-Schulen in ihrer in englischer Sprache gehaltenen Rede, die sie an die rund 30 Gäste aus Italien, Polen, Rumänien und der Türkei richtete.

Die Veranstaltung hatte noch nicht angefangen, da waren die Gäste schon beeindruckt: Decker-Schülerinnen aus allen Jahrgangsstufen begrüßten sie mit Fähnchen der Europäischen Union. Gleich zu Beginn gab es eine musikalische Eröffnung durch den Schulchor unter der Leitung des Musiklehrers Franz Hanauska.

Schulleiterin Renate Gammel begrüßte die Gäste und äußerte die Hoffnung, dass sie sich in Amberg und in ihrer Schule bald wie zu Hause fühlen. Anschließend übergab sie das Wort an Peter Ringeisen, "den Kopf und Organisator dieses Projektes". Der Titel des vom Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium initiierten und seit 2011 koordinierten Projekts ist "Spotlights for Tolerance".

Prozess von Bedeutung

Dabei entstehen von den Teilnehmern entwickelte Schultheaterszenen, die am Donnerstagabend aufgeführt werden. Das Projekt, sagte Peter Ringeisen, sei hauptsächlich mit dem Schultheater verknüpft, integriere aber auch Inhalte der Fächer Englisch, Geographie, Geschichte, Sozialkunde und Religion, denn all dies spiele mit eine Rolle, wenn Angehörige unterschiedlicher Kulturen zusammentreffen, denen es darum geht, die gegenseitigen Unterschiede kennen und schätzen zu lernen, aber auch die Gemeinsamkeiten auszuloten.

Dabei sei nicht das Ergebnis, sondern der Prozess von großer Bedeutung. Im Lauf der gemeinsamen Arbeit sollten Vorurteile abgebaut und das Gefühl des Miteinanders gestärkt werden, um eine "europäische Gemeinschaft" erfahrbar zu machen.

Ringeisen betonte, man habe mit Winfried Steinl und Anne Schleicher zwei hervorragende Theaterpraktiker gewonnen, die es verstünden, die Jugendlichen zu begeistern und mit dem zusammen erarbeiteten Konzept vertraut zu machen. Drei Vormittage und einen ganzen Tag habe man nun Zeit, die Spielszenen für Donnerstagabend zu entwickeln und einzustudieren.

An den Nachmittagen sei Gelegenheit, die Besonderheiten der hiesigen Kultur zu erkunden, zunächst in Amberg, später in der Woche dann in Regensburg und in Nürnberg. Auch Begegnungen mit Bürgermeister und Landrat stünden auf dem Terminplan.

Für die Aufführung im Gerhardinger-Saal der Schule (21.03.2013, 19.30 Uhr) seien nicht nur DJD-Schülerinnen und deren Eltern eingeladen, sondern alle Interessierten seien willkommen.




(djd-Bericht, unter Verwendung von Details aus dem Artikel in der Amberger Zeitung vom 19.03.2013; Foto: Petra Hartl, Amberger Zeitung - mit freundlicher Genehmigung)


Viele neue Freundschaften

Großes Finale im zweijährigen Comenius-Projekt für Toleranz in der Dr.-Johanna-Decker-Schule

Amberg. Zum großen Finale der zweijährigen Initiative "Spotlights for Tolerance" trafen sich Schüler und Lehrkräfte aller fünf Partnerschulen des multilateralen Comenius-Projekts in Amberg. Angereist aus Polen, Rumänien, Italien und der Türkei begrüßten die Gastgeber in der Dr.-Johanna-Decker-Schule zahlreiche ausländische Gäste zur letzten Projektwoche zum Thema Toleranz und Vorurteile. Darunter war auch der türkische Vizekonsul aus Nürnberg, Mustafa Uludüz.

Die Europäische Union förderte die Aktion mit ca. 22 000 Euro pro teilnehmender Schule. Als vorbildlicher Projektkoordinator fungierte Peter Ringeisen vom Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium. Für dessen unermüdlichen Einsatz überreichten die Schüler ihm und seiner Frau Sigrid als Dankeschön ein kleines Geschenk.

"Comenius" heißt das Programm, weil es nach Johann Amos Comenius (1592-1670) benannt ist, einem tschechischen Gelehrten, der als Vater der modernen Pädagogik gilt. Das Programm "Lebenslanges Lernen" fördert Kontakte zwischen europäischen Schulen, bei denen sich sowohl Schüler als auch Lehrer kennenlernen und austauschen. Aber auch seine eigene Toleranzgrenze selbst zu testen und seine Vorurteile abzubauen gehörte zu den Zielen des Projekts. "Vorurteile führen oft in die Irre", unterstrich Ringeisen.

Hauptsprache Englisch

Im Mittelpunkt stand das gegenseitige Kennenlernen von jungen Europäern. Der europäische Mehrwert für alle war, offen gegenüber Kulturen und Menschen zu sein, die anders aussehen und eine andere Sprache sprechen. Toleranz im Sinne von Anerkennung und Wertschätzung des Anderen wurde ins Bewusstsein der Schüler und Lehrkräfte gerückt.

Da in jedem Land eine andere Sprache gesprochen wird, wurde als Hauptsprache Englisch festgelegt. Aber auch die Landessprachen kamen nicht zu kurz. Alle Beteiligten lernten grundlegende Wörter und Redewendungen in der Sprache des jeweiligen Partnerlandes kennen. Die Erstellung, Einübung und Aufführung von Theaterszenen zu den Themen Toleranz und Vorurteile, bildeten das Kernstück des Projekts. Die einstudierten Szenen verschmolzen bei den gegenseitigen Besuchen zu einem großen Ganzen.

In Amberg fanden die Schüler der verschiedenen Länder nach anfänglicher Skepsis und gegenseitigen Hänseleien heraus, dass sie sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Dennoch kamen sie zu der Erkenntnis, dass Frauen und Männer eben doch unterschiedlich sind. Im abschließenden Tanz mit Szenen eines "Harlem Shake" kam es aber trotzdem zur Symbiose aller Europäer. Zuvor gaben die Schüler nochmals einen kurzen zweisprachigen Rückblick über das, was bei den Theater-Workshops in den anderen Ländern einstudiert und aufgeführt wurde. Vom mit Vorurteilen behafteten Buchhändler in der Türkei der selbst zum Täter wurde, über einen vorverurteilten Haftentlassenen aus Rumänien bis hin zur Geburt eines Säuglings auf einem Schlachtfeld in Polen konnten die Szenen unterschiedlicher nicht sein.

Europa erfahrbarer

Am Ende dieser zwei Jahre wurden viele Kontakte geknüpft, viele neue Freundschaften entstanden, und viele noch begeisterte Europäer können den Herausforderungen der Globalisierung begegnen. Europa wurde für alle Beteiligten erfahrbarer gemacht und die Qualität der schulischen Bildung erneut gesteigert.

Die fünf Projektpartner wurden besucht: Chojnice, Polen (Oktober 2011), Salihli, Türkei (März 2012), Sibiu, Rumänien (Oktober 2012), Sciacca, Italien (November 2012) und Amberg (März 2013).



(Tobias Plößl in der Amberger Zeitung vom 23.03.2013; Reisedaten richtiggestellt; Bilder: djd)

Dokumentation des Projekts im Blog:
comeniuss4t.blogspot.com



Alle Schülerinnen und Lehrkräfte, die an der fünften Projektwoche von "Spotlights for Tolerance" teilnahmen - hier auf der Bühne der Dr.-Johanna-Decker-Schulen.



Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. - Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.
This project has been funded with support from the European Commission. - This publication reflects the views only of the author, and the Commission cannot be held responsible for any use which may be made of the information contained therein.

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