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Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium
Projekttag der 11. Jahrgangsstufe
Schuljahr 2003/04
Auf den Spuren des Winterkönigs
Begeisterung und moderne Unterrichtsmethoden:
Wandeln auf den Spuren des Winterkönigs
Als Abschluss der Winterkönigausstellung 2003, die alle elften Klassen besucht hatten, wurde am 6. November ergänzend ein Projekttag für diese Jahrgangsstufe ausgerichtet.
Das Besondere daran war, dass alles ganz anders als im tagtäglichen Unterricht verlief: Zum einen war der gesamte Tag anders strukturiert, zum anderen wurden verschiedene Kurse zu bestimmten Themenbereichen angeboten, aus denen sich die Schülerinnen je nach Interesse zwei aussuchen konnten.
Warum wurde der Projekttag zur Winterkönigausstellung eigentlich initiiert?
Den wichtigsten Anstoß gab natürlich die Ausstellung im Stadtmuseum selbst sowie die Tatsache, dass Friedrich V., der Winterkönig, der letzte König der Oberen Pfalz war und in Amberg selbst oder im unmittelbaren Umland geboren wurde.
Weiterhin gab die Ausstellung aber auch Anregungen, sich darüber hinaus kundig zu machen. Durch die zeitliche Einordnung unmittelbar vor dem 30-jährigen Krieg bot es sich an, einen Kurs über die Glaubensauseinandersetzungen der Katholiken, Lutheraner und Calvinisten zu veranstalten (W. Silberhorn, J. Wecker). Dabei wurden die Biographie, das Lebensverständnis und die religiösen Grundgedanken Luthers angesprochen, indem man Liedtexte, aber auch den kürzlich in den Kinos angelaufenen Luther-Film mit einbezog.
Genauso gab es aber für die naturwissenschaftlich Interessierten einen Kurs "Chemie" (P. Pimpl, W. Thoma). Während die einen Zinn schmolzen und in Form gossen, bearbeiteten andere die erkalteten Figuren mit Feilen. Überall wurde fleißig geschmolzen, gehämmert und gefeilt - das Ergebnis waren zahlreiche Zinnfiguren. Der historische Zusammenhang lässt sich einfach finden, da zur Zeit des Winterkönigs die Alchemie blühte, denn jeder war auf der Suche nach Gold.
Ebenso fleißig betrachteten nebenan in Physik Schülerinnen Sternbilder, schmökerten in Büchern geschmökert und fanden heraus, in welchem Tierkreiszeichen sie geboren sind. Das anziehende Themengebiet "Astronomie/Astrologie" (R. Seel) fand nicht nur unter den Horoskop-Liebhaberinnen sehr viel Zuspruch.
Auch in der Musik war zur Zeit Friedrichs V. jede Menge geboten (F. Hanauska). Die Klänge und Komponisten dieser Epoche - des Barock - wurden in Gruppenarbeit erforscht und auf Plakaten präsentiert.
Im Kurs "Kunst" (V. Thomann) standen Portraits aus dem allgemeinen Barock und auch aus verschiedenen Epochen im Mittelpunkt. In einer Gesprächsrunde wurde interpretiert und es wurden Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgestellt. Am Ende durften sich die Teilnehmerinnen noch selbst zeichnerisch betätigen.
A propos betätigen: Neben dem Lesen und Besprechen barocker Literatur und Lyrik sowie der Erläuterung der beiden Motive "Carpe diem" (Nutze den Tag) und "memento mori" (Bedenke deine Sterblichkeit) verfassten die Schülerinnen des Kurses "Barockliteratur" (R. Künstler) ihr eigenes Gedicht entsprechend barocktypischer Vorgaben.
In den beiden Kursen "Wege" und "Stadtgeschichte" (E. Gräß, H. Huber) gingen die Teilnehmerinnen detailliert auf Amberg selbst ein.
In Stadtgeschichte stellte der Kursleiter vor allem die Pest, die Kultur und Sittengeschichte in Amberg heraus. In diesem Zusammenhang wurden auch Foltermethoden und Maßnahmen zur Diagnostizierung der Pest erklärt, die die Schülerinnen mit regem Interesse verfolgten.
Zu guter Letzt der Kurs "Wege": Besondere Betonung fand hier die Stellung Ambergs im Bezug auf die Winterkönigausstellung. In Gruppenarbeit erstellten die Elfklässlerinnen Schaubilder zur Stellung, Gesellschaft und Wirtschaft Ambergs im Mittelalter.
Die Möglichkeit, eigene Interessen bei der Kurswahl einzubringen, und der gesamte Rahmen des Projekttags kamen bei den Schülerinnen sehr gut an.
Der Höhepunkt war allerdings das im letzten Teil des Projekttags aufgeführte Menuett (S. Ringeisen), das vor allem die männlichen Zuschauer so sehr begeisterte, dass die Tänzerinnen noch einmal aus der Umkleide zur Zugabe geholt werden mussten. Danach wurde das Buffet eröffnet, das von echten Winterkönigbrezen über selbst gebackenen Barockkuchen, Friedrichsschnittchen und original 30-jähriger Kriegsnachspeise keine Wünsche offen ließ.
Dazu präsentierte das Aktionsteam - Anna, Ann-Kathrin (G 11c), Susi und Caro (G 11b) - den während des gesamten Studientags gedrehten Film.
Die Reaktionen waren ausnahmslos positiv. Gelobt wurden besonders die gelungene Organisation und die Möglichkeit, seine Interessenschwerpunkte selbst wählen zu können. Das Interesse war überraschend groß, da in der Jahrgangsstufe 11 kein Geschichtsunterricht erteilt wird.
Das Aktionsteam war begeistert von der Arbeit mit der Kamera und es befürwortet genau wie alle befragten Schülerinnen und Lehrer, dass der Unterricht durch solche spannenden und abwechslungsreichen Projekte aufgelockert wird.
Caro Weiß, G 11b
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