Abitur

Abiturgottesdienst am 25.06.2010

"Reisekoffer"

Begrüßung

Liebe Abiturientinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Heute ist ein besonderer Tag in ihrem Leben, eine Zäsur. Heute gilt es den Reisekoffer zu packen für die nächsten Lebensetappen. Welche Koffer könnten da gepackt werden? Schauen wir auf ein kurzes Anspiel zu Beginn des Gottesdienstes:


Einleitung zur Szene mit den verschiedenen Koffern:

Ihr kennt das sicher alle: Man will in den Urlaub fahren, kramt seinen Koffer hervor und steht jedes Jahr wieder vor der Frage: "Was soll ich mitnehmen?" Und obwohl man sich vorher tagelang darüber den Kopf zerbricht, packt man doch schließlich das Falsche ein. Um wie viel schwerer muss es da uns Abiturientinnen fallen, die Koffer für den neuen Lebensabschnitt zu packen?

Rucksack:

Ich möchte gerne frei nach dem Motto leben: "Mal sehen wo es mich hin verschlägt!" Amerika, Australien oder doch China, ich lass mich einfach überraschen. Die Zeit will ich jetzt nutzen, um zu entspannen, zu mir zu finden und neue Herausforderungen selbstständig zu bewältigen. Am liebsten im Hier und Jetzt leben und nicht an morgen denken müssen. Nach dem ganzen Abistress ist das genau das Richtige für mich!

Jet-Set-Koffer:

Oberste Priorität hat für mich meine Karriere. Ich will ohne Umwege direkt ins Arbeitsleben einsteigen und Geld verdienen. Dabei ist mir vor allem wichtig keine Zeit zu verlieren, unabhängig zu sein und mir meinen eigenen Luxus zu ermöglichen. Meine Kreativität, Flexibilität und mein Ehrgeiz sind mir hierbei eine große Hilfe. Kurzum ich bin die geborene Geschäftsfrau, deshalb lebe ich nach der Devise "Frauen an die Macht"!

Alter Reisekoffer:

Warum soll ich Karriere machen, oder durch die Welt reisen, wenn mir doch andere Dinge viel wichtiger sind. Heirat, Familie und unser eigenes Haus- das ist das, was ich will! Während ich mich der Kindererziehung und dem Haushalt widme, kümmert sich mein Mann um die finanzielle Absicherung. Wenn meine Kinder älter sind, kann ich ja immer noch in das Berufsleben einsteigen. Familie ist mein Ein und Alles.

Umhängetasche:

Nach dem Abi gibt es meiner Meinung nach nur einen richtigen Weg: das Studium. Mit der Wahl meiner Studienfachrichtung kann ich gezielt meine Talente fördern und all das tun, was mir schon immer viel Spaß gemacht hat. Außerdem ist das der erste Schritt in die Selbstständigkeit. Eine andere Stadt, eine eigene Wohnung und neue Freunde warten auf mich. Zwischen Partys und Freizeit darf man jedoch seine Ziele nicht aus den Augen verlieren. Denn entsprechend dem Lateinischen bedeutet studieren auch streben.



Kyrie-Rufe

Unsere Koffer sind nun gepackt. Wohin wird uns unsere Reise des Lebens führen?

Gesungener Ruf: Herr, erbarme dich

Mit dem Ende unserer Schulzeit können wir viel Ballast abwerfen und haben in unserem Koffer wieder Platz für neue Erfahrungen, die wir mit deiner Hilfe machen werden.

Vor uns liegt eine Zukunft, der wir mit Ungewissheit entgegenblicken. Dennoch vertrauen wir darauf, dass du uns leitest und uns die richtigen Wege zeigst.

Tagesgebet

Gütiger und Leben spendender Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir an Gutem und Wertvollem empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe uns nahe, wenn wir unsere Koffer packen und auseinander gehen. Sei unser Halt in den vielen Herausforderungen, die auf uns warten.
Darum bitten wir...


Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen gingen Petrus und Johannes um die neunte Stunde zum Gebet in den Tempel hinauf. Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels, das man die "Schöne Pforte" nennt; dort sollte er bei denen, die in den Tempel gehen, um Almosen betteln.
Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah, bat er sie um ein Almosen. Petrus und Johannes blickten ihn an und Petrus sagte: Sieh uns an! Da wandte er sich ihnen zu und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen.
Petrus aber sagte: Gold und Silber besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher!
Und er fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke; er sprang auf, konnte stehen und ging umher. Dann ging er mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Alle Leute sahen ihn umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn als den, der gewöhnlich an der „Schönen Pforte“ des Tempels saß und bettelte. Und sie waren voll Verwunderung und Staunen über das, was mit ihm geschehen war. (Apg 3,1-10)

Wort des lebendigen Gottes


Evangelium: Mt 14,22-33:

Gleich darauf forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen, denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst und sie schrieen vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiel, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus



Predigt

Liebe Abiturientinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Reisekoffer-so haben sie ihren Abiturgottesdienst überschrieben. Wer eine Reise tut, wer aufbricht, der packt seine "sieben Sachen" zusammen, der füllt seinen Reisekoffer mit dem, was für die Reise unentbehrlich ist. Dabei soll der Koffer nicht überladen werden mit unnötigem Ballast, aber es soll auch nichts Wichtiges fehlen. So gilt es klug abzuwägen, was für die Reise notwendig ist.
Was ist das überhaupt für eine Reise, die sie da antreten? Die üblichen Reisen sind ja zeitlich überschaubar: 14 Tage Türkei, 3 Wochen Ägypten,… Die Reise, von der wir heute reden, ist eine andere. Es geht um die Reise des Lebens und da ist der Inhalt des Reisekoffers von ganz entscheidender Bedeutung.
Schauen wir zunächst auf die vergangenen Jahre. Einen Großteil ihres Lebens haben sie an dieser Schule verbracht. Sie ist ihnen zur Heimat geworden, Was können sie in den Reisekoffer des Lebens packen? Ich hoffe, viele Erkenntnisse aus den zahllosen Unterrichtsstunden seit 2001, Freundschaften, die auch über die Schulzeit hinaus halten, wie mir immer wieder ehemalige Abiturientinnen erzählen. Die Erinnerung an die eine oder andere Lehrerpersönlichkeit, an der sie spürten: So kann Leben gehen, so kann es vielleicht gelingen.
Aber wir wollen als Christinnen und Christen heute beim Packen des Reisekoffers auch ein wenig nachschauen im Buch des Lebens, in der Bibel. Im Evangelium haben wir eben eine eigenartige Erzählung gehört: Der Gang Jesu auf dem Wasser. Nun müssen wir wissen: Die Evangelien, hier Matthäus, verkündigen Jesus als den Messias, aber sie tun dies bereits durch die Brille ihrer Zeit, ihrer Fragen und Probleme, also mit einem Abstand von etwas
50 Jahren nach dem Auftreten Jesu. Es war die Zeit, in der die ersten Christen ihren Reisekoffer packten, zunächst für eine Reise, von der die glaubten, dass sie gar nicht so lange dauern würde, dann aber doch für eine Reise von inzwischen 2000 Jahren. Was haben sie in diese Stelle gepackt, was wir wieder auspacken dürfen, um davon für unsere Reise zu profitieren?
Irgendwie geht es ihnen vielleicht bald wie den Jüngern. Sie steigen in ein Boot, fahren auf unbekannte Gewässer hinaus, neue "Gestalten" begegnen ihnen. "Habt Vertrauen", dieses Wort Jesu dürfen sie getrost in den Reisekoffer packen, nicht Naivität und Blauäugigkeit, einen Schuss kritische Distanz, aber doch die Gewissheit, dass trotz der unsicheren Wasser die Lebensreise gelingen kann.
Dieses Vertrauen, das sie in den Reisekoffer packen, befähigt sie, ähnlich wie Jesus, die Herausforderungen der Zeit anzupacken. Als Christen sind wir nicht Zaungäste, die auf Kosten der anderen Leben, sondern Menschen, die wissen, dass wir die Erde nur von unseren Kindern und Enkeln geliehen haben. Vertrauen ist die positive Grundhaltung, die Welt zu verändern, wie es Jesus ja auch getan hat und nicht zu sagen: Da kann ich eh nichts machen, auf mich kommt es nicht an.
Was können Sie aus dem Evangelium noch in den Reisekoffer packen? Dass eine Hand sie hält, wenn es einmal abwärts zu gehen droht wie bei Petrus. Dass es immer aufwärts geht, dass alles stets toll und "cool" ist, das glauben inzwischen immer weniger - und sie haben recht. Wichtig ist aber dabei eine Hand, die mich hält, die mich auffängt, die mich umschließt, wie es Jesus mit Petrus macht. Das werden Mitmenschen sein, die sie auffangen, die an ihrer Seite gehen. Und ich wünsche ihnen Mitmenschen, die es ganz ehrlich mit ihnen meinen. Und ich wünsche ihnen auch die bergende Hand Gottes in ihrem Reisekoffer, dass sie sie nicht als Einbildung abtun, als Hilfsgerüst für Schwache und zu kurz gekommene, sondern wissen, dass der Herr an ihrer Seite geht wie bei Petrus, nicht als Gespenst, als Einbildung, sondern als der Sohn des Gottes des Lebens, wie ihn uns das Evangelium heute verkündet. Amen




Fürbitten:

Herr, wir sind am Ende unserer Schulzeit angelangt und stehen nun mit unseren Bitten für einen neuen Lebensabschnitt vor dir:

Wir bitten für die Abiturientinnen, die ein wichtiges Ziel erreicht haben und für die nun ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Manche haben Angst vor der Zukunft und kommenden Entscheidungen. Gib ihnen den Mut, jetzt aufzubrechen und Veränderungen zu wagen.

Wir bitten dich, gib uns die Kraft, das zu erreichen, was wir uns für die Zukunft vorgenommen haben. Stehe uns bei, wenn jede von uns nun ihren eigenen Weg gehen wird und wir uns in unterschiedliche Richtungen entwickeln werden.

Wir bitten dich, dass der Kontakt zu unseren Freundinnen nicht abreißt und Freundschaften trotz weiter Entfernungen und unterschiedlicher Zukunftsvorstellungen bestehen bleiben.

Wir bedanken uns bei den Lehrerinnen und Lehrern, die uns auf das Abitur vorbereitet haben und bitten dich, dass sie auch weiterhin die Freude an ihrem Beruf nicht verlieren.



Wir bedanken und bei unseren Eltern, weil sie uns auf unserem bisherigen Lebensweg so tatkräftig unterstützt haben und bitten dich, Herr, dass wir auch in Zukunft auf ihre Hilfe bauen können.

Allmächtiger Gott, erhöre unsere Bitten, die wir in dieser Stunde des Abschieds an Dich richten. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen


Gabengebet

Herr, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir uns unsere Schulzeit vor dich. Wir bitten dich: Wandle alles, was wir in den zurückliegenden Jahren erfahren durften zum Guten.
Darum bitten wir durch...


Kommunion: Kammerchor


Nach der Kommunion:

Text: "Auf dem Weg"

Pilger sind wir, immer auf dem Weg.
Manchmal schleppen wir uns auf steinigen Strecken mühsam dahin.
Manchmal blüht alles um uns und in uns, und alles wird leicht.
Weggefährten können hinderlich oder hilfreich sein; Orientierung ermöglichen oder Verwirrung stiften.
Die Klarheit des Ziels bestimmt meinen Schritt.
Wer oder was erwartet mich?
Das wirft Licht oder Schatten auf meinen Weg.
Pilger sind wir – immer unterwegs.
Einer kennt den Weg.
Er ist der Weg und mein Weg-Geleit zum Ziel.
(kurze Stille)



Schlussgebet

Allmächtiger Gott, in diesem Gottesdienst haben wir für die zurückliegenden Schuljahre gedankt. Erfülle uns für die Zukunft mit deinem Geist, damit wir Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Darum...

Segen

Schlusslied: Irische Segenswünsche

aktuelle Termine:

22.11.2017

Buß- und Bettag

unterrichtsfrei...

07.12.2017

Elternsprechtag 1

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

11.12.2017

Elternsprechtag 2

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

22.12.2017

letzter Schultag vor den Weihnachtsferien

Gottesdienst in St. Martin
für alle Klassen...

Konzeption und Realisierung KIS GmbH & Co. KG