Abitur

Abiturgottesdienst am 01.05.2011
15:30 Uhr, Schulkirche
(unten: Abiturgottesdienst des G8)

„Bücher“

Eingang: Verteilen der Bücher mit Bild an alle Abiturientinnen

Eingangslied: Denn du bist da (Chor)

Begrüßung

Liebe Abiturientinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Schneller als sonst kommt in diesem Schuljahr der Abiturgottesdienst, der erste von zweien. Schnell, schnell, so konnte man sicher auch über dieses Schuljahr, vor allem die letzten Wochen sagen. Jetzt wollen wir ein wenig anhalten, uns Zeit nehmen für diesen Gottesdienst heute am „Weißen Sonntag“.
Auf dem Einlegeblatt des Liedblatts ist eine Karikatur abgebildet. Zu ihr hören wir nun einen Text:

Gedanken zur Karikatur/Fragen der Abiturientinnen

1. Sprecher
Was mache ich hier? Woher kommen diese lauten Geräusche? Und wie seltsam es hier riecht! Also, in meinem Ei war es viele wärmer und gemütlicher als hier.
So etwas Ähnliches scheint sich das Kücken in dieser Bildergeschichte zu denken, die ihr auf der ersten Seite eurer Bücher sehen könnt, die wir euch am Eingang verteilt haben.
Zunächst schaut das Kücken noch neugierig aus dem Ei, doch in seine Neugierde mischen sich von Bild zu Bild auch immer mehr Skepsis, Misstrauen und Furcht – die Furcht vor einer ihm unbekannten, fremden Welt jenseits der schützenden Eierschale. Nur zu verständlich ist da die Reaktion des Kückens: Es flüchtet sich zurück ins Ei, zurück in sein vertrautes Leben, wo es sich gut eingerichtet hatte, wo es warm und geschützt war – kurz, wo es ihm eigentlich an nichts fehlte.
Gut, ein bisschen langweilig war ihm schon manchmal und schließlich wurde das Ei zu eng, die Nahrung knapp und die Sehnsucht nach etwas anderem, nach neuen Erfahrungen immer größer, so dass das Kücken seine ganze Kraft aufwandte und mühevoll die Eierschale durchbrach.
Und jetzt also dieser Schock und diese Ernüchterung! Es scheint so, als habe das Kückenplötzlich Angst vor der eigenen Furchtlosigkeit bekommen, so dass es den Versuch eines Rückziehers in seinen alten Lebensabschnitt macht – eine nur zu verständliche Reaktion, aber auch eine sinnlose: Die Eierschale ist entzweigebrochen und im Ei kann das Kücken nun nicht mehr überleben. Früher oder später wird es sich aus dem Ei heraustrauen müssen und die ersten Schritte in sein neues Leben wagen müssen, sei es auch nur, um auf Nahrungssuche zu gehen.

2. Sprecher
Wenn unsere Schulzeit gleich mit der Vergabe der Abiturzeugnisse offiziell beendet sein wird, haben auch wir einen neuen Lebensabschnitt vor uns. Auch uns ist bei aller Vorfreude doch auch ein wenig mulmig zumute, auch wir können nicht zurück in Ei, obwohl wir manchmal – wie das Kücken – den Wunsch danach verspüren. Auch für uns ist dieser Aufbruch sicherlich in einem gewissen Sinn „überlebenswichtig“ und notwendig: Denn wollen wir wirklich bis ans Ende unserer tage die Schulbank drücken? Kaum auszudenken, wenn die Schulzeit keine Lebensphase wie jede andere wäre, sondern ewig dauern würde! Wenn sich uns nicht nach jedem Lebensabschnitt immer auch etwas Neues auftun würde, liefen wir womöglich Gefahr, vom Altbekannten gelangweilt und eingeengt zu werden, bis wir schließlich an dieser Enge und Routine ersticken.
Ich frage mich, was das Kücken wohl im nächsten Bild dieses Comics machen würde, nachdem die Rückkehr ins Ei nicht so recht hat klappen wollen. Es wäre gezwungen, sich einer neuen Umwelt zu stellen und diese als die seinige zu akzeptieren. Wird es weiterhin ängstlich umherschauen? Oder wird es sich nach und nach trauen, das Ei ganz zu verlassen und mit positiven Erwartungen und Hoffnung ins neue Leben zu starten? Und wir? Was werden wir tun? Wie möchten wir handeln? Wie können wir dieser Aufbruchssituation begegnen?

1. Sprecher
Auch wenn ich froh bin, die Schule hinter mir zu haben, habe ich manchmal Angst, sie zu verlassen? Was kommt danach?

2. Sprecher
Habe ich mich richtig entschieden? Hätte ich mich vielleicht doch lieber um einen Ausbildungsplatz bemühen sollen statt zu studieren? Welchen Beruf möchte am Ende tatsächlich ausüben?

1. Sprecher
Werde ich es schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen oder überfordert mich diese ungewohnte Freiheit?

2. Sprecher
Manche meiner Freunde werde ich nur noch selten sehen. Kann ich trotzdem den Kontakt zu ihnen halten? Werde ich schnell neue Freunde finden?

1. Sprecher
Werde ich es vielleicht irgendwann bereuen, kein Jahr im Ausland verbracht zu haben?

2. Sprecher
In welcher Gegend möchte ich leben? Was ist, wenn ich mich in der neuen Stadt überhaupt nicht wohl fühle und keinen Anschluss finde? Wenn ich allein bleibe?


HIB:
Wir tragen diese Fragen, Zweifel und Ängste vor Gott und bitten um sein Erbamen:

Kyrie – Rufe mit Zwischenversen (Chor)

Gloria: Gloria, Ehre sei Gott…

Tagesgebet

Gütiger und Leben spendender Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir an Gutem und Wertvollem empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe uns nahe, wenn wir nun die gewohnte Schulumgebung verlassen und auseinander gehen. Sei unser Halt in den vielen Herausforderungen, die auf uns warten.
Darum bitten wir...


Lesung aus der Apostelgeschichte: Apg 2, 42 - 47

Die Gläubigen hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.
Alle wurden von Furcht ergriffen, denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte.
Tag für Tag verharrten sie einmütig
im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

Wort des lebendigen Gottes

Lied: Jesus Christ, you are my life (Chor und Volk)

Evangelium: Joh 20, 19 – 31

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den hl. Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen. Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen.
Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus


Predigt

Liebe Abiturientinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Als Sie die 8. Jahrgangsstufe besuchten, hat mir die damalige Klasse G8c ein Bild geschenkt, das ich seitdem im Aktenordner meiner Unterrichtsaufzeichnungen mit mir trage. Es zeigt ein Osterei, auf das im Stil einer ostkirchlichen Ikone Maria und das Jesuskind gemalt sind.
Warum komme ich auf dieses Geschenk von damals zu sprechen? Zunächst einmal geht es um Ostern. Heute, an Ihrem Verabschiedungstag aus der Schule, feiern wir den zweiten Sonntag nach Ostern, den Weißen Sonntag. Deshalb habe ich auch die beiden Lesungstexte dieses Sonntags genommen. Ostern ist ja das ursprünglichste Fest der Kirche, es ist ihr Ursprung und Anfang und es ist ein Übergang, vom Tod zum Leben, von einem Ende zu einem neuen Anfang.
Es ist im Grunde auch Ihre Situation heute: Die Schule geht zu Ende, Sie stehen auf, brechen auf zu etwas Neuem. Dieser Übergang ging in der jungen Kirche nicht glatt über die Bühne. Hinter all den Texten, die wir jetzt in der österlichen Zeit hören, sind auch die Schwierigkeiten und Probleme herauszuhören, mit denen die ersten Jünger zu kämpfen hatten.
Wir kennen die Ängste der Jünger nach der Kreuzigung Jesu, im Evangelium haben wir eben von den verschlossenen Türen, ev. Herzen, gehört. Auch für die ersten Jünger war es nicht leicht, das Neue zu wagen. Was ist notwendig, damit der Übergang in das Neue gelingt?
Mit eindringlichen Worten beschwört der Evangelist Lukas den sozialen Zusammenhalt der jungen Gemeinde in der Lesung. Nur so, dies ist seine feste Überzeugung, wird der Übergang und das Neue gelingen. Auch Sie können keine Einzelkämpfer sein. Nur im Verbund mit anderen kann das Leben, der immer wieder geforderte Übergang, gelingen. Suchen Sie sich immer gute „Netzwerke“, verlässliche Freunde und Partner. Seien Sie selbst Teil eines solidarischen Netzwerkes im Kleinen wie im Großen der Weltgesellschaft. In seinem Evangelium und auch in der Apostelgeschichte fordert Lukas die junge Gemeinde auf, hier Akzente zu setzen: Intelligente Lösungen kommen nicht aus einem egoistischen Herzen, das nur das Seine sucht und sich nicht um soziale Zusammenhänge kümmert. War es nicht so: Je mehr sich die Kirche im Lauf ihrer Geschichte mit Macht und Geld verbündete, desto mehr verlor sie den Rückhalt unter den einfachen Menschen, wo sie sozial handelte, da gestaltete sie Gesellschaft mit. Auch Sie sind „junge Gemeinde“ und wo auch immer es Sie hin verschlägt, denken sie an die Lesung aus der Apostelgeschichte.

Damit der Übergang in das Neue gelingt, dafür hält auch das Evangelium des heutigen Tages eine wichtige Botschaft bereit: Dieser Thomas, der gerne als der „ungläubige“ hingestellt wird, ist sicher auch der „nicht Leichtgläubige“. Für mich ist er auch der Typ, der kritisch hinschaut, der seinen Verstand einschaltet im Sinne des Apostels Paulus: Prüfet alles, das Gute behaltet.
Auch wir müssen sehr kritisch hinschauen, den Finger hineinlegen in das, was da alles auf uns zukommt. Die materielle Fülle, das weite Angebot der Ideologien und Programme, der Pluralismus, der sich in sich selbst verzettelt, all dies macht die Orientierung nicht leicht. Wenn andere sagen: Wir haben den Herrn gesehen, will heißen, wir haben nun das Richtige entdeckt, kann für sie bedeuten: Erst einmal genau hinschauen und prüfen, was andere sagen. Kritisch und wach, nicht eingelullt und oberflächlich das Leben gestalten, das ist die Botschaft, die mir Thomas aus dem Evangelium mitgibt. Er gibt sie auch Ihnen mit, damit der Übergang von heute hinein in einen neuen Lebensabschnitt gelingen kann. Das wünsche ich Ihnen von Herzen. Amen



Fürbitten:

Herr, wir sind am Ende unserer Schulzeit angelangt und stehen nun mit unseren Bitten für einen neuen Lebensabschnitt vor dir:

Wir bitten für unsere Mitschülerin Lisa – Marie Benner: Herr, gib ihr Kraft, wieder gesund zu werden und ihre alte Lebensfreude zurück zu gewinnen. Spende auch ihrer Familie und ihren Freunden Hoffnung auf eine baldige Genesung und Trost in dieser schweren Zeit!

Wir bitten für unsere gesamte Kollegstufe, die in den letzten Jahren zu einer richtigen Gemeinschaft zusammen gewachsen ist. Herr, hilf jeder von uns, ihre Träume zu verwirklichen und ihre Ziele zu erreichen!


Wir bitten für unsere Eltern, die uns während unserer gesamten Schulzeit immer zur Seite standen und oft aufmunternde Worte gespendet haben. Herr, gib ihnen auch in Zukunft die Stärke, uns auf unserem weiteren Lebensweg zu begleiten!

Wir bitten für unsere Lehrerinnen und Lehrer. Herr, schenke ihnen auch weiterhin den Willen und die Ausdauer, stets auf´s Neue für ihre Schülerinnen da zu sein und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen!

Wir bitten für unsere Schule, die für unsere Ausbildung einen soliden Grundstein gelegt hat. Herr, lass auch nachfolgende Schülerinnen diesen Weg gehen und schenke der Schulleitung Kraft, auch weiterhin ihre Ziele umzusetzen.


Allmächtiger Gott, erhöre unsere Bitten, die wir in dieser Stunde des Abschieds an Dich richten. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen



Lied zur Gabenbereitung: Gottheit tief verborgen (Chor)



Gabengebet

Herr, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir uns unsere Schulzeit vor dich. Wir bitten dich: Wandle alles, was wir in den zurückliegenden Jahren erfahren durften zum Guten und schenke uns Hoffnung und Zuversicht für die weiteren Schritte auf unserem Weg.
Darum bitten wir durch....


Sanktus: Du bist heilig, du bringst Heil

Agnus Dei: Dona nobis pacem

Kommunion: Chor/Instrumental


Nach der Kommunion: Text:


Ihr habt zu Beginn des Gottesdienstes am Eingang kleine Bücher bekommen. Wir hoffen, dass ihr dieses Buch nicht irgendwann in eine Ecke legt und es vergesst. Denn es soll euch ein Begleiter werden bei allen Aufbrüchen, die nun folgen.
Mit unserer Entlassfeier beginnt für uns alle ein neuer Weg; wir brechen auf in einen neuen Lebensabschnitt.
Die Seiten des Buches sind noch leer und von heute an können sie beschrieben werden; nach und nach werden die Seiten gefüllt. Es wird nicht immer ganz einfach sein, Worte für die leeren Seiten des Buches zu finden. Außerdem ist es ein Buch ohne Linien und wir müssen diese Linien selbst bestimmen; wir müssen genauso auch den Rand selber finden und uns die Schriftgröße wie die Farbe der Schrift aussuchen.
Man schreibt sein Buch aber nicht allein. Ihr dürft wählen, wer in euer Buch schreibt – vielleicht gibt es auch jemanden, der euch bittet, etwas eintragen zu dürfen.
Nicht nur eure Freunde und Bekannten können euch hier etwas eintragen, sondern auch eure Familien und Partner, auch eure Lehrer. Dieses Buch soll nicht einfach mit pauschalen Sätzen gefüllt werden, ganz im Gegenteil. Mögen die Worte wohl überlegt sein. Das Büchlein soll auch noch gar nicht vollständig gefüllt werden! Lasst ruhig noch Seiten frei – für die Einträge der Menschen, die euch auf eurem Weg wichtig werden.

Bei unserer Entlassfeier in der Schule findet ihr gleich Stifte. Nehmt euch die Zeit, selbst Worte und Wünsche für andere zu finden und auch diejenigen anzusprechen, deren Wünsche ihr gern auf eine eurer leeren Seiten geschrieben hättet.
Es ist sicherlich schön, nach ein paar Wochen, Monaten oder sogar Jahren noch einmal in das Buch zu schauen und zu sehen, wer unsere Seiten für unseren Lebensweg beschrieben hat. Vielleicht ist dieses Buch nach Jahren ja auch ein Anlass, seine alten Bekannten und Freunde mal wieder zu kontaktieren und zu hören, was aus uns so geworden ist. Mögen sich die Seiten eures Buches füllen und möge euer Aufbruch ein glücklicher sein.


Lied: Irische Segenswünsche


Schlussgebet

Allmächtiger Gott, in diesem Gottesdienst haben wir für die zurückliegenden Schuljahre gedankt. Erfülle uns für die Zukunft mit deinem Geist, damit wir Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Darum…

Segen und Dank

Schlusslied: The lord bless you and keep you (Chor)

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Abiturgottesdienst am 01.07.2011
08:30 Uhr, Schulkirche


Hinhören


Eingangslied: Komm herein und nimm dir Zeit für dich (alle)


Liebe Abiturientinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Heute ist ein besonderer Tag in ihrem Leben, eine wesentliche Zäsur. Welche Fragen gehen uns durch den Kopf? Welche Bilder tauchen vor uns auf? Vielleicht auch jenes, das nun gezeigt wird und Grundlage eines kurzen Eingansdialogs ist:


Einstieg: Ein Bild wird gezeigt

1: Wenn ich das Bild so sehe: das könnte ich sein!

2: Stimmt, jetzt haben wir zwar das Abi geschafft. Aber trotzdem habe ich noch überhaupt keine Ahnung, was ich tun soll.

1: Berufliche Zukunft, eine Wohnung suchen, der ganze Ernst des Lebens halt! Wie sollen wir das alles überhaupt schaffen?

3: Was jammert ihr denn so rum? Ihr seid doch nicht die einzigen, denen es so geht. Zusammen schaffen wir das schon irgendwie.

2: Da hast du auch wieder Recht. Außerdem gibt es immer jemanden, der für uns da ist.




Wir bitten nun um das Erbarmen Gottes, der uns während der Schulzeit begleitet und getragen hat:




Kyrie: (Antwortruf gesungen)

Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Freundschaften geknüpft. Uns verbinden sehr viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse und wir konnten uns stets auf einander verlassen.

Herr, erbarme dich.

Herr, auch du hast uns immer begleitet und wirst uns auch auf unserem weitern Lebensweg begleiten.

Christus, erbarme dich.

Herr, du lässt uns Freiraum, um unsere Träume zu leben und unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten.

Herr, erbarme dich.


Gloria: Laudato si (alle)


Tagesgebet
Gütiger und Leben spendender Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe uns nahe, wenn wir jetzt auseinander gehen. Sei unser Halt in den vielen Herausforderungen, die auf uns warten und gib uns Mut und Kraft, die Gesellschaft, positiv mitzugestalten. Darum bitten wir...


Lesung: Salomos Bitte um Weisheit (1 Kön 3,2-15)

In Gibeon erschien der Herr dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll. Salomo antwortete: Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, große Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese große Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem Thron sitzt. So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als König verhalten soll. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: Einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren? Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht. Aber auch das, was du nicht erbeten hast, will ich dir geben: Reichtum und Ehre, so dass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Königen dir gleicht. Wenn du auf meinen Wegen gehst, meine Gesetze und Gebote befolgst wie dein Vater David, dann schenke ich dir ein langes Leben. Da erwachte Salomo und merkte, dass es ein Traum war. Als er nach Jerusalem kam, trat er vor die Bundeslade des Herrn, brachte Brand- und Heilsopfer dar und gab ein Festmahl für alle seine Diener.


Zwischengesang: I´ve got a feeling (Chor)


Evangelium: Mt 14,22-33

Gleich darauf forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen, denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst und sie schrieen vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiel, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist
Gottes Sohn.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus


Predigt

Liebe Abiturientinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Heute am 01. Juli wird in der Kirche das sog. „Herz – Jesu – Fest“ gefeiert. Es trifft immer auf den Freitag in der Woche nach Fronleichnam und wiederholt im Grunde die Inhalte des Karfreitags. In einem Kirchenlied aus dem 19. Jahrhundert heißt es dazu: „ O Herz, aus dessen Wunde, einst Wasser floss und Blut; wie strömt im Neuen Bunde aus dir die Gnadenflut.“ In einer zugeben etwas altertümlichen Sprechweise drückt dieses Lied, drückt das ganze Herz – Jesu – Fest, die Persönlichkeit Jesu aus, denn „Herz“ war für den Menschen in biblischer Zeit die Mitte der Persönlichkeit. Und auch heute ist es noch so: Wenn wir sagen: Dieser Mensch hat kein Herz, dann fehlen ihm wesentliche Zugänge zum Mitmenschen, dann stimmt mit seiner Persönlichkeit etwas nicht.
Der Gedanke vom Herzen als Mitte der Persönlichkeit, die ja immer mehr wachsen und reifen soll, ist natürlich auch für Sie, liebe Abiturientinnen von großer Bedeutung. Als Lesungstext für Ihren Abiturgottesdienst haben sie die Bitte Salomos um ein weises Herz ausgewählt, zugegeben einer der stärksten Texte im Alten Testament, die man ohne Abstriche auf uns übertragen kann. Der junge König steht vor gewaltigen Aufgaben und Herausforderungen – auch das kann man ohne Abstriche auf uns übertragen – und bittet nun überraschend als erstes um ein „hörendes Herz“, um das Gute vom Bösen zu unterscheiden. Ist es nicht eine wunderbare Umschreibung für das, was wir bis heute „Gewissen“ nennen, der innere Kompass, der uns leitet, wenn wir in der Stille immer wieder in uns hineinhören?
Wann haben Sie, liebe Abiturientinnen, in letzter Zeit die Stille aufgesucht, den Lärm hinter sich gelassen und sich die Frage gestellt: Herr, was willst du von mir, wozu hast du mich in diese Welt gesandt? Wie bei Salomo kann es nicht zunächst um Reichtum, langes Leben usw. gehen. Wer dies als primäres Ziel ansteuert, wird sich automatisch verbiegen, den inneren Kompass mehr und mehr ausschalten und wenn er dann Reichtum erreicht hat, meist so verbogen sein, dass er nichts Sinnvolles damit anstellt, sondern es über ihn wie im Evangelium nur heißen kann: „Du Narr!“ Beispiele bietet unsere Welt und unsere Gesellschaft leider genug. Menschen waren noch nie materiell so gut ausgestattet, aber auch noch nie so inhaltsleer und seelenlos. Es fehlt die innere Mitte, das hörende Herz, der innere Kompass, das Gute vom Bösen zu unterscheiden. Erinnern Sie sich noch an die zehnte Jahrgangsstufe, als wir über das Thema „Gewissen“ sprachen und Albert Schweitzer zitierten: „Gut ist, was Leben fördert, böse ist, was Leben zerstört.“ Wir brauchen uns nur umzuschauen, wie in allen möglichen Facetten Leben heute zerstört, ausgebeutet und erniedrigt wird, um vordergründiger Macht und des Reichtums wegen.
Wenn Sie jetzt vor wichtigen Weichenstellungen am Ende ihrer Schulzeit stehen, dann lege ich Ihnen, liebe Abiturientinnen, aber auch uns allen, das hörende Herz des Königs Salomo „ans Herz“.
Im Grunde geht es ja auch in der geheimnisvollen Erzählung im Evangelium um nichts anderes: Jesus kommt aus der Stille, beherzt, als echte Persönlichkeit auf die unsicheren Jünger zu. Das alles sind Bilder von Seelenwelten. Für alle ist die See, das heißt die Welt, oft rau, Bedingungen können wir nicht verändern, das Leben hier ist eben oft so, aber es kommt auf unsere innere Haltung an, beherzt, eben „mit Herz“ die Sache anzugehen, mit Vertrauen, oder in Angst mit allzu bangem Herzen ein Spielball der Wellen zu sein, schwankend durchs Leben getrieben zu werden und nicht in Souveränität Leben mitzugestalten, damit sich die Wellen legen.
Ich wünsche Ihnen von Herzen ein hörendes Herz. Nehmen sie Maß am Herzen Jesu, an seiner Persönlichkeit, wie er Leben gemeistert hat, wie er geradlinig, ohne Verbiegungen durch das Leben gegangen ist und uns so den Reichtum der Gestaltungsmöglichkeiten mit auf unseren Lebensweg gegeben hat. In diesem Sinne darf ich enden mit einem Herz – Jesu Lied: „Herz Jesu, Trost der ganzen Welt, mach unser Herz zu deinem. Nimm unsere Herzen ungezählt und mache sie zu einem. Lass uns den Hass, das bittere Leid fortlieben aus der dunklen Zeit. Lass uns dein Reich erscheinen!“ Amen




Fürbitten:

Herr, wir sind am Ende unserer Schulzeit angelangt und stehen nun mit unseren Bitten für einen neuen Lebensabschnitt vor dir:

Nicht jeder hat schon eine Vorstellung, wie er seine Zukunft gestalten will. Hilf ihnen, aus den zahlreichen Möglichkeiten den richtigen Weg zu finden.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Im Laufe der Zeit haben wir einige Schülerinnen aus den Augen verloren und auch in Zukunft gehen wir unsere Wege nicht immer gemeinsam. Hilf, dass wir ihnen gegenüber nicht gleichgültig werden und bei Problemen trotzdem immer für sie da sind.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Für alle, die noch zur Schule gehen: Gib ihnen Durchhaltevermögen, wenn der Leistungsdruck zu hoch wird, damit die Schule ein Ort ist, an dem man sich wohl fühlen kann.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Unsere Lehrer haben uns acht Jahre bis zum Abitur unterstützt. Gib ihnen weiterhin die Gelassenheit und Ruhe, die Schüler zu unterrichten und für sie da zu sein.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Viele Kinder dieser einen Welt haben nicht die Möglichkeit eine Schule zu besuchen und dadurch ihre Zukunftsträume zu verwirklichen. Lass uns diese Kinder nicht vergessen und dankbar sein, für die Chancen, die wir haben.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Für das Kultusministerium: Gib den Verantwortlichen der Bildungspolitik genügend Weitsicht und Verständnis für Schüler, Eltern und Lehrer, damit diese ihre Aufgabe gut erfüllen können.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Allmächtiger Gott, erhöre unsere Bitten, die wir in dieser Stunde des Abschieds an Dich richten. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen


Lied zur Gabenbereitung: Nimm o Herr die Gaben (alle)


Gabengebet:
Herr, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir uns unsere Schulzeit vor dich.
Wandle mit diesen Gaben immer wieder unsere Herzen und mache uns zu lebendigen Persönlichkeiten, die am Reich deines Sohnes mitbauen. Darum bitten wir durch....

Hochgebet

Sanctus: Du bist heilig (Chor)

Hochgebet

Friedenslied: Schenk uns deinen Frieden (Chor)


Kommunion

Lied zur Kommunion: Ave Maria (Chor)


Text nach Kommunion:
Manche von euch kennen es vielleicht noch aus dem Kunstunterricht: man sitzt vor dem leeren Blatt Papier und weiß einfach nicht, wie man anfangen soll. Kein Strich scheint ins Bild zu passen.
So geht es uns auch manchmal mit unserem Leben. Wir wagen es nicht, unsere Lebenslinien aufs Papier zu bringen und sie somit zu besiegeln. Doch warum haben wir so viel Angst, uns festzulegen? Eigentlich hat uns Gott ja schon den Stift in die Hand gegeben, damit wir unser Leben nach den eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Ein Patzer lässt sich in der Realität zwar nur schwer ausradieren, aber machen nicht gerade auch unsere Fehler das Gesamtbild aus? Und können wir nicht darauf vertrauen, dass Gott uns annimmt, egal wie krumm die eigenen Lebenslinien sind?
Mit diesem Wissen, dass Gott bei uns ist, nehmen wir den Stift in die Hand und zeichnen unser Leben!
Als Zeichen für eure eigene Kreativität erhält jede Abiturientin beim Hinausgehen einen Bleistift, um diese Aufforderung in die Tat umzusetzen!


Schlussgebet
Allmächtiger Gott, in diesem Gottesdienst haben wir für die zurückliegenden Schuljahre gedankt. Erfülle uns für die Zukunft mit deinem Geist, damit wir Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Segen

Schlusslied: Irische Segenswünsche (alle)

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