Abitur

Abiturgottesdienst am 29.06.2012

„säen – ernten“

Liebe Abiturientinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Heute ist ein besonderer Tag in ihrem Leben, eine wesentliche Zäsur. Welche Fragen gehen uns, gehen Ihnen durch den Kopf? Welche Bilder tauchen auf? Unsere hl. Schrift, die Bibel hält viele Bilder für die einzelnen Stationen des Lebensweges bereit, auch das Bild von Aussaat und Ernte, das wie eine Überschrift über unserem heutigen Abiturgottesdienst steht. Heute blicken wir zurück auf acht Jahre ihres Lebensweges an dieser Schule und es ist sicher angebracht, dankbar zu bekennen, dass wir, dass Sie alle immer wieder auch getragen und begleitet wurden von Menschen, vom Gott des Lebens. Bitten wir ihn nun am Beginn um sein Erbarmen:


Kyrie: (Antwortruf gesungen)

Herr, Vieles wurde in den vergangenen Jahren ausgesät. Manchmal haben wir zu ungeduldig auf den schnellen Erfolg gehofft.

Herr, erbarme dich.

Wenn wir aussäen, fällt manches auf steinigen Boden und geht verloren.

Christus, erbarme dich.

Herr, du hast dein Wort geduldig ausgesät und vertraut, dass es Frucht bringt, dreißigfach oder sechzigfach.

Herr, erbarme dich.


Gloria: Jesus Christ…


Tagesgebet

Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen, um Dir zu danken für alles, was wir empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe uns nahe, wenn wir jetzt auseinander gehen. Sei unser Halt in den vielen Herausforderungen, die auf uns warten und gib uns Mut und Kraft, die Gesellschaft, positiv mitzugestalten. Darum bitten wir...


Lesung aus dem Buch Kohelet

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
Eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz;
Eine Zeit zum Steine werfen und eine Zeit zum Steine sammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.

Wort des lebendigen Gottes


Zwischengesang: Kleines Senfkorn Hoffnung


Evangelium: Mt 13,1 - 9

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus


Predigt

Liebe Abiturientinnen, liebe Schwestern und Brüder!

An jenem Tag verließ Jesus das Haus. Eine scheinbar unbedeutende Einleitungsnotiz zum Gleichnis vom Sämann gewinnt bei diesem Gottesdienst am heutigen Tag eine tiefe Bedeutung. Auch Sie, liebe Abiturientinnen, verlassen heute ein Haus, das Ihnen in den letzten Jahre immer vertrauter geworden ist. In Anlehnung an die Lesung könnten wir sagen: Es gibt eine Zeit zum Zusammenbleiben und eine Zeit zum Auseinandergehen.
Als Sie vor acht Jahren zusammenkamen, war es die Zeit der Aussaat, heute ist ein erster Erntetag mit der Überreichung des Abiturzeugnisses. Was sich im Rahmen ihrer Schulzeit ereignet hat, die positive Erfahrung, dass auf die Aussaat auch wirklich eine Ernte folgt, das wünsche ich, das wünschen wir ihnen für die Zukunft.
Für die Zukunft steht nun erneut die Zeit der Aussaat an. Was bringen wir für diese Aussaat mit? Sie dürfen alles mitnehmen, was sie in den vergange-nen Jahren an Erkenntnissen gesammelt haben, ebenso ihre charakterlichen Eigenschaften, aber auch ihre Träume, Visionen und Hoffnungen. Nun wird manches von dem, was sie aussäen – wie es im Evangelium heißt – auf den Weg fallen und von den Vögeln gefressen werden. Mancher Traum wird platzen, manche Vision aufgegeben werden. Ein anderer Teil wird auf felsigen Boden fallen, immer wieder beißt man im Leben auf Granit, man geht mit Schwung und Enthusiasmus an eine Aufgabe heran und merkt dann doch, dass es nichts wird. Oder es sind die Dornen, die sog. Realitäten, die alles zu ersticken drohen, was ich mir so in Gedanken aufgebaut, ausgemalt habe. Und doch, lassen wir uns in dieser Stunde auch von der Aussicht ermutigen: Ein Teil fällt auf fruchtbaren Boden und bringt Frucht.
Jesus, der uns dieses Bildwort schenkt, muss ein großer Optimist gewesen sein. Das spüren wir auch an anderen Stellen, z. B. wenn er vom Senfkorn spricht, das auch ganz klein anfängt. Immer wieder sind es die Bilder von der Aussaat, vom Wachsen und Reifen und dann von der Ernte. Und es ist ja wahr: Auch bei ihm, in seiner Verkündigung fielen viele gute Körner seiner Botschaft auf den Weg, auf felsigen Boden und in die Dornen. Das ist bis heute so: ja selbst in den Kirchen, die sich gerne als die Jünger Jesu bezeichnen, fällt die Botschaft Jesu oft auf den felsigen Grund eines steinernen Herzens und unter die Dornen der Arroganz und können so keine Frucht bringen. Ganz zu schweigen von der Gesellschaft, die die Samenkörner Jesu, seine Ideale von Frieden und sozialer Gerechtigkeit seit Jahrhunderten mit Füßen tritt unter den Dornen der Macht, der Lüge und des Scheins erstickt.
Doch es gibt auch die Zeichen der Ermutigung und Hoffnung. Heute feiern wir die Apostel Petrus und Paulus. Bei ihnen ging im Leben auch so manches daneben. Bei Petrus drohte sein ganzes Leben unter den Dornen der Verleugnung Jesu zu ersticken. Wie musste er sich nach der Kreuzigung Jesu fühlen. War alles vergeblich? Wir wissen heute, dass es weiterging, dass das, was Jesus aussäte, bei ihm letztendlich doch auf guten Boden fiel. Ebenso bei Paulus: Nach seiner Lebenswende hat er unermüdlich die Botschaft Jesu ausgesät, letztlich wusste er nicht, was davon aufgehen würde.
Diese beiden Apostel sind für uns, für sie Zeichen der Hoffnung, das Leben gerade in diesen Zeiten anzunehmen und auszusäen. Wir wissen, dass manches auf den Wegen dieser Welt auf der Strecke bleibt, dass manches in der Oberflächlichkeit verdorrt und gerade heute in unserer Turbogesellschaft vieles erstickt wird. Doch vertrauen sie darauf, dass ihre Saat aufgeht: im ökologischen Engagement, im Bereich des sozialen Miteinanders, im Bemühen, der Gesellschaft gegen alle Lüge, Verdummung und Schein ein menschliches Gesicht zu geben! Ich wünsche ihnen, dass sie hier eine gute Ernte einfahren, wenn sie jetzt hinausgehen und zu säen beginnen. Amen



Fürbitten:

Herr, wir sind am Ende unserer Schulzeit angelangt und stehen nun mit unseren Bitten für einen neuen Lebensabschnitt vor dir:

1. Hilf uns, stets die richtigen Entscheidungen auf unserem weiteren Lebensweg zu treffen.

2. Herr, wir bitten für alle, denen es noch nicht möglich ist, eine Schule zu besuchen und die genauso wie wir Sehnsucht nach einem sinnvollen Leben haben.

3. Herr, wir bitten dich um Verbundenheit über die Schulzeit hinaus, dass wir uns nicht ganz aus den Augen verlieren.

4. Wir bitten dich, schenke uns Gesundheit, Ausdauer und Stärke für die Herausforderungen auf unserem weiteren Lebensweg.

5. Wir bitten dich für unsere Lehrerinnen und Lehrer, dass sie weiterhin Freude an ihrem Beruf haben und für unsere Eltern, dass sie uns auch über die Schulzeit hinaus mit Rat und Tat unterstützen.
Allmächtiger Gott, erhöre unsere Bitten, die wir in dieser Stunde des Abschieds an Dich richten. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen


Lied zur Gabenbereitung:

Gabengebet:
Herr, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir uns unsere Schulzeit vor dich.
Wandle mit diesen Gaben unsere Herzen und mache uns zu lebendigen Persönlichkeiten, die mitarbeiten an einer Welt und Gesellschaft, wie du sie damals ausgesät hast. Darum bitten wir durch....


Hochgebet


Sanctus


Hochgebet


Friedenslied


Kommunion


Text nach Kommunion: „Mehr nicht“

Eine große Trockenheit war über das Land gekommen. Zuerst war das Gras braun und grau geworden. Dann starben die Büsche und kleineren Bäume. Kein Regen fiel, der Morgen erwachte ohne die Erfrischung des Taus. Die Tiere waren in großer Zahl verdurstet, denn nur wenige hatten noch die Kraft gehabt, aus dieser Wüste zu fliehen. Die Trockenheit dauerte an. Selbst die stärksten, ältesten Bäume, deren Wurzeln bis tief in die Erde reichten, verloren ihre Blätter. Alle Brunnen und Flüsse, die Quellen und Bäche waren vertrocknet.
Eine einzige Blume war am Leben geblieben, denn eine ganz kleine Quelle gab noch ein paar Tropfen Wasser. Doch die Quelle war am Verzweifeln: „Alles vertrocknet und verdurstet und stirbt. Ich kann doch daran nichts mehr ändern. Wozu soll ich noch sinnvoll sein, dass ich die paar Tropfen aus der Erde hole und auf den Boden fallen lasse.“
Ein alter, kräftiger Baum stand in der Nähe. Er hörte die Klage und sagte noch zu der Quelle, bevor auch er starb: „Niemand erwartet von dir, die ganze Wüste zum Grünen zu bringen. Deine Aufgabe ist es, einer Blume Leben zu geben. Mehr nicht.“
(Afrikanisches Märchen)


Schlussgebet

Allmächtiger Gott, in diesem Gottesdienst haben wir für die zu-rückliegenden Schuljahre gedankt. Erfülle uns für die Zukunft mit deinem Geist, damit wir Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Segen und Dank (für die Vorbereitung!)

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