Abitur

Abiturgottesdienst am 28.06.2013
08:30 Uhr, Schulkirche

Eingangslied:

Liebe Abiturientinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Heute ist ein besonderer Tag in ihrem Leben, eine wesentliche Zäsur. Welche Fragen gehen uns, gehen Ihnen durch den Kopf? Welche Bilder tauchen auf? Heute blicken wir zurück auf acht Jahre ihres Lebensweges an dieser Schule und es ist sicher angebracht, dankbar zu bekennen, dass Sie diesen wesentlichen Lebensabschnitt nicht allein gegangen sind. Viele Menschen waren da für sie. Wenn wir aber jetzt diesen denkwürdigen und dankeswürdigen Tag mit einem Gottesdienst beginnen, bekennen wir: Letztlich getragen werden wir von ihm, den Jesus Christus den Gott des Lebens nennt, letztlich ist er, der alles in uns zusam-menhält und fügt. Hören wir am Beginn nun einen Text zur Einstimmung:


Wegweiser:
Ein junger Mann hatte das Herumsitzen satt und wollte sich auf den Weg machen. Er hatte davon gehört, dass in einem fernen Land das Glück höchstpersönlich zu finden sei. Ein alter Mann, der behauptete, aus diesem Land zu stammen, hatte ihm davon erzählt. „Es ist ganz leicht, dieses land zu finden“, hatte er gesagt, „benutze einfach die Kirchtürme als Wegweiser. Sie zeigen Dir, wo es lang geht.“
„Nun, wenn dies so einfach ist“, sagte der junge Mann, „dann will ich mich nicht länger mit Nichtstun aufhalten.“ Er machte sich auf den Weg und hielt dabei nach dem ersten Kirchturm Ausschau. Und tatsächlich, nach einer kurzen Strecke, sah er weit entfernt von sich einen Kirchturm hoch in der Landschaft aufragen. Ohne zu zögern, ging er diesem Kirchturm entgegen. Nach einigen Stunden hatte er das Dorf, in dem der Kirchturm stand, erreicht. Und als er diesen Kirchturm nur ein wenig bestieg, sah er bereits den Turm der Kirche aus dem Nachbarort. Von diesem aus zeigte sich wiederum der nächste Turm, und so ging seine Reise sehr zügig von ort zu Ort, immer den Kirchtürmen folgend, die wie riesige Wegweiser weithin sichtbar in der Landschaft standen.
Der junge Mann kam auf diese Weise in fremde Länder, die er zuvor noch nie gesehen hatte, die Kirchtürme hatten dort andere Formen und Gestalten, aber immer waren sie hoch aufgerichtet und von weitem zu sehen. Doch in das Land, in dem das Glück höchstpersönlich wohnen sollte, kam er nicht. Nach und nach bekam der junge Mann Zweifel, ob das wirklich der richtige Weg war, um das Glück zu finden.
Und wie der Zufall es wollte, gerade als er die die Reise aufgeben wollte, begegnete ihm wieder der alte Mann, der ihm zu dieser Suche Mut gemacht hatte. Der junge Mann klagte ihm sein Leid und die Vergeblichkeit seiner Reise, bei der ihm die Kirchtürme als Wegweiser dienten. Doch der alte Mann lächelte und sagte: „Du willst eine Reise unternehmen und weißt nicht einmal, wie man Wegweiser benutzt? Nun, du bist zwar von Kirchturm zu Kirchturm gegangen, aber du hast nicht den Weg benutzt, den dir die Türme gewiesen haben: Schau hin! Alle Wegweiser - Kirchtürme zeigen – nach oben!“


Kyrie: (Antwortruf gesungen)

Herr Jesus Christus, du hast uns bisher begleitet. Jeden Schritt gingen wir mit dir.

Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, voll Vertrauen können wir unseren Weg durch das Leben gehen und jeden Tag als dein Geschenk dankbar annehmen

Christus, erbarme dich

Herr Jesus Christus, du bist für uns Wegweiser in die Zukunft. Du, „der da ist und der war und der da kommt.“

Herr, erbarme dich

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er nehme von uns Sünde und Schuld und führe uns auf den Weg des neuen Lebens. Amen

Gloria:


Tagesgebet

Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen, um Dir zu danken für alles, was wir empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe uns nahe, wenn wir jetzt auseinander gehen. Sei unser Halt in den vielen Herausforderungen, die auf uns warten und gib uns Mut und Kraft, die Gesellschaft, positiv mitzugestalten. Darum bitten wir...


Lesung aus dem Buch der Psalmen:
(Ps 1,1 – 6)

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Wei-sung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.
Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken.
Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler; sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Wort des lebendigen Gottes


Zwischengesang:

Evangelium: Lk 2, 41 – 52

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand gefallen bei Gott und den Menschen.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus


Predigt

Liebe Abiturientinnen, liebe Schwestern und Brüder

Über die Kindheit und Jugend Jesu wissen wir nicht viel. Die sog. „Kindheitserzählungen“ aus dem Matthäus- und Lukasevangelium wollen nicht historische Tatsachen berichten, sondern die Bedeutung Jesu verkünden. Einzig die eben genannte Textstelle hört sich an wie eine echte Momentaufnahme aus dem Leben Jesu und seiner Familie.
Die strenggläubigen Eltern Jesu erfüllen Jahr für Jahr ihre religiösen Verpflichtungen, sie wallfahren zum Paschafest nach Jerusalem. Sie wollen das Hauptfest nicht irgendwo feiern, sondern im Zentrum, im Tempel, an dem zu dieser Zeit noch kräftig gebaut wurde.
Doch Jesus geht als Zwölfjähriger offenbar seine (ersten) eigenen Wege. Typisch für einen, der in die Pubertät kommt. Da können die Eltern schon mal gehörig stören. Man entdeckt seine eigene Welt, auch in der Religion. Da kommen die Experten im Tempel gerade recht. Man trifft sie ja schließlich nicht alle Tage. Eine solche Chance gilt es zu nützen. Da kann man die Eltern(und ihre Sorgen) schon mal vergessen. Denn Jesus hat viele Fragen. Ob er auch Antworten bekommen hat, die ihn zufrie-den stellten? Jedenfalls hat er weitergedacht, im weiteren Verlauf seines Lebens eine eigene Sicht entwickelt und diese dann konsequent verkündet.
Liebe Abiturientinnen, sie haben sich diese Textstelle für ihren Abschlussgottesdienst an unserer Schule ausgewählt. Vielleicht auch deshalb, weil er ein Stück ihres bisherigen Lebensweges spiegelt: Sie kamen auch in jungen Jahren, mit zehn, elf, an unsere Schule, wie damals der Tempel im Jerusalem eine Bildungsstätte, in der auch auf die religiöse Bildung Wert gelegt wurde. Ich hoffe, dass sie auch in den vergangenen Jahren die Chance – wie Jesus – genutzt haben, ihren Lehrern Fragen zu stellen. Und ich hoffe noch mehr, dass sie auch, besonders im Religionsunterricht, Antworten bekommen haben, mit denen sie etwas anfangen können. Ich für meinen Teil kann jedenfalls sagen, dass ich mich seit vielen Jahren gerade mit ihrem Jahrgang an viele sehr interessante Stunden erinnern kann und es mir ein wenig wie den Lehrern im Tempel von Jerusalem ging: Ich war immer wieder erstaunt über ihr Verständnis und ihre Antworten.
Nun geht es natürlich wie bei Jesus damals um die Zukunft. Jesus hat die Erfahrungen aus dem Tempel mitgenommen und ausgebaut. Nehmen auch sie die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem „Tempel“ der Schule mit in ihr Leben. Formen Sie daraus ihr eigenes Lebens- und Glaubenskonzept, das trägt und hilft.
Jesus hat sich im weiteren Verlauf seines Lebens sehr kritisch mit seiner Tradition auseinander gesetzt. Sicher auch mit dem Psalm, den wir in der Lesung gehört haben. In einer sehr moralischen Sichtweise spricht er von den Gerechten und den Frevlern. Jesus hat diese (vordergründig sehr eingängige) Sichtweise überwunden und durch den barmherzigen Vater ersetzt, der gerade den Schwachen und tragisch gescheiterten Menschen annimmt.
Wie bei Jesus geht es auch bei Ihnen, liebe Abiturientinnen, um diese Weiterentwicklung. Ordnen Sie die Menschen, die Ihnen begegnen, nicht nach vorgeprägten Mustern ein, sondern schauen Sie sie an mit den Augen, mit denen der dann erwachsen gereifte Jesus die Menschen angeschaut hat. Von ihm reden wir heute noch. Auf ihn beziehen wir uns heute noch, wenn es um die Gestaltung einer menschlichen Gesellschaft geht. Und denken Sie im Hinblick auch gelegentlich ein wenig dankbar an ihre Schulzeit: Denn die ersten Schritte dazu hat Jesus im Tempel, in seiner Schule gelernt. Amen

(kurze Stille)
Fürbitten:

Herr, wir sind am Ende unserer Schulzeit angelangt und stehen nun mit un-seren Bitten für einen neuen Lebensabschnitt vor dir:

1. Guter Gott, mit dem heutigen Tag haben wir ein wichtiges Ziel in unserem Leben erreicht. Nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Schenke uns den nötigen Mut, aufzubrechen und unseren Weg zu finden!

2. Für unsere Eltern, die uns bisher begleitet haben und denen wir dafür sehr dankbar sind, dass sie sich voll Vertrauen auf unseren Neuanfang einlassen können.

3. In den vergangenen Jahren haben sich Freundschaften entwickelt. Wir beten, dass sie ihre Tragfähigkeit auch in Zukunft erweisen.

4. Wir beten für unsere Lehrer, dass sie weiterhin mit Freude und Motivation ihrer Arbeit nachgehen.

5. Wir beten für die Schülerinnen, die in den kommenden Jahren das Abitur erfolgreich absolvieren wollen: Gib ihnen Kraft und Ausdauer.

Allmächtiger Gott, du hast deinen Engeln befohlen uns zu beschützen, wohin wir auch gehen und uns auf deinen Händen zu tragen, damit wir nicht über Steine stolpern. Erhöre unsere Bitten durch Christus, unseren Herrn. Amen


Lied zur Gabenbereitung:

Gabengebet:
Herr, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir uns unsere Schulzeit vor dich.
Wandle mit diesen Gaben unsere Herzen und mache uns zu lebendigen Persönlichkeiten, die mitarbeiten an einer Welt und Gesellschaft, wie du sie damals ausgesät hast. Darum bitten wir durch....


Hochgebet


Sanctus


Hochgebet


Friedenslied


Kommunion


Text nach Kommunion

Was uns glücklich macht

Vertrauen haben
in die Dinge, die da kommen,

Zuversicht haben
in die Zukunft, die wir nicht voraussehen können,

Hoffnung haben
auch in schweren Zeiten, damit wir nicht verloren gehen,

Liebe haben,
um ein erfülltes Leben zu führen,

Glauben haben,
dass bei all unseren Wegen Gott uns in seinen Händen hält.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, in diesem Gottesdienst haben wir für die zurückliegenden Schuljahre gedankt. Erfülle uns für die Zukunft mit deinem Geist, damit wir Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Segen und Dank (für die Vorbereitung!)

Schlusslied

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