Abitur

Abiturgottesdienst am 27.06.2014
08:30 Uhr, Schulkirche

Eingangslied:

Liebe Abiturientinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Heute ist ein besonderer Tag in ihrem Leben, eine wesentliche Zäsur. Welche Fragen gehen uns, gehen Ihnen durch den Kopf? Welche Bilder tauchen auf? Heute blicken wir zurück auf acht Jahre ihres Lebensweges an dieser Schule und es ist sicher angebracht, dankbar zu bekennen, dass Sie diesen wesentlichen Lebensabschnitt nicht allein gegangen sind. Viele Menschen waren da für sie. Wenn wir aber jetzt diesen denkwürdigen und dankeswürdigen Tag mit einem Gottesdienst beginnen, bekennen wir: Letztlich getragen werden wir von ihm, den Jesus Christus den Gott des Lebens nennt, letztlich ist er, der alles in uns zusammenhält und fügt. Hören wir am Beginn nun einen Text zur Einstimmung:


Einstiegstext

Vor 12 Jahren standen wir an einem Punkt in unserem Leben, an dem etwas Altes zu Ende ging und etwas Neues begann. Voller Wünsche und Träume, aber auch Unsicherheit und Angst blickten wir auf die Schulzeit vor uns.
Heute sind wir in einer ähnlichen Situation:
Die Schule liegt hinter uns und bald halten wir unser lang ersehntes und hart erkämpftes Abiturzeugnis in den Händen.
Wenn wir zurückblicken, erinnern wir uns an viele schöne Momente in der Schule.
An Klassenfahrten und Ausflüge, an Freundschaften und gemeinsame Unternehmungen.
Wir haben Unmengen an Unterricht erlebt, oder über uns ergehen lassen, jedoch erinnern wir uns nur noch an wenige Schulstunden genau, eben an besonders langweilige oder auch witzige. Wenn wir zurückblicken, erinnern wir uns daran, dass wir versucht haben gute Leistungen zu bringen, auch wenn wir unter Stress und Leistungsdruck standen. Wir hatten Angst vor Klassenarbeiten und Prüfungen und durften uns trotzdem immer wieder über kleine und große Erfolge freuen.
Jetzt, wenn wir am Ende unserer Schulzeit stehen, beginnt unsere Reise in die weite Welt. Für die Meisten kommt hier die Frage auf, welchen Weg sie nehmen sollen und wo dieser enden wird. Oder anders gesagt: Was können wir in Zukunft erreichen und welche Türen stehen uns offen? Wir sind vorbereitet für einen neuen Abschnitt in unserem Leben und können ohne Angst den nächsten Schritt wagen.


Kyrie: (Antwortruf gesungen)

Herr Jesus Christus, du hast uns bisher begleitet. Jeden Schritt gingen wir mit dir.

Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, voll Vertrauen können wir unseren Weg durch das Leben gehen und jeden Tag als dein Geschenk dankbar annehmen

Christus, erbarme dich

Herr Jesus Christus, du bist für uns Wegweiser in die Zukunft. Du, „der da ist und der war und der da kommt.“

Herr, erbarme dich

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er nehme von uns Sünde und Schuld und führe uns auf den Weg des neuen Lebens. Amen

Gloria:

Tagesgebet

Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen, um Dir zu danken für alles, was wir empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe uns nahe, wenn wir jetzt auseinander gehen. Sei unser Halt in den vielen Herausforderun¬gen, die auf uns warten und gib uns Mut und Kraft, die Gesellschaft, positiv mitzugestalten. Darum bitten wir...


Lesung aus dem Buch der Psalmen:
(Gen 12,1-3)

Der Herr sprach zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte.

Wort des lebendigen Gottes


Zwischengesang:

Evangelium: Mt 13,1-9

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte:
Ein Sämann hing aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus




Predigt


Liebe Abiturientinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Sie werden sich jetzt nicht mehr speziell an den Religionsunterricht in der 5. Jahrgangsstufe erinnern, aber der Lesungstext ist in bereits am Beginn des Gymnasiums begegnet. Der Auftrag an Abram „Zieh weg“ war damals aktuell, als Sie aus der Grundschule wegzogen in die neue Schule und auch jetzt, wenn Sie sich aufmachen zu einem neuen Lebensabschnitt.
Manchmal wird in der 5. Jahrgangsstufe die Frage gestellt, ob diesen Abraham überhaupt gegeben habe. Am besten sagt man „ja“ als Lehrer, denn die Enttäuschung wäre groß, gehört es doch zu einem kindlichen Verständnis der Bibel, dass es alle Personen so gegeben haben müsse und alles genau so geschehen sei, wie es heute in den Texten dasteht.
Natürlich mögen die Erzählungen um Abram eine historische Figur erahnen lassen, aber in diesen biblischen Persönlichkeiten haben sich im Laufe der Jahrhunderte, beim Erzählen von Generation zu Generation das „Wissen“ und die Erfahrungen eines ganzen Volkes verdichtet.
Besonders eine Erfahrung sticht dabei immer wieder heraus: die Zerstörung Jerusalems im 6. Jahrhundert v. Chr. und die Verschleppung führender Kreise nach Babylon. Das kleine Judäa, widerspenstig gegen die Großmacht Babylon, war in die Mühlen der Großmächte gekommen. Einige Jahrzehnte später, als sich die politische Situation geändert hatte, durften die Verschleppten wieder nach Jerusalem zurückkehren. Aber die Stimmung war inzwischen geteilt, einige gingen zurück, andere hatten sich etabliert in Babylon und blieben. Die Textstelle aus der Lesung gehört in Partei der „Wegzieher“ und sie bemüht den alten Patriarchen, um die Menschen wieder zur Rückkehr in das ursprüngliche Stammland zu animieren. Für die andere Partei steht z. B. der Prophet Jeremia, der zum Bleiben ermuntert.
Warum erzähle ich Ihnen das heute? Sind nicht beide Gesichtspunkte für das Leben entscheiden: Wegziehen und Bleiben? Heute steht das Wegziehen im Vordergrund. Aber Sie haben auch schon das Bleiben erfahren an der Schule in den vergangenen acht Jahren. Wegziehen, neu anfangen, wird wichtig bleiben, denn Stillstand kennt das Leben nicht. Aber auch das Bleiben wird wichtig sein: einen Beruf ergreifen und in ihm bleiben (soweit es heute eben geht), ihn ausfüllen und seine Berufung finden, das wäre ideal. Einen Lebenspartner finden und bei ihm bleiben, Leben gemeinsam gestalten und zusammenbleiben in guten und bösen Tagen. Das „Bleiben“ hilft uns, dass das Leben nicht flüchtig und oberflächlich bleibt. Das Bleiben schaut in die Tiefe, ist gründlich, geht auf den Grund. In einer allzu aufgeregten und hysterischen Zeit bringt es Ruhe und Gelassenheit. Was im Aufbrechen ausgesät wurde, kann im Bleiben reifen und Frucht bringen.
So wird uns beides zum Segen, wie Abraham in der Lesung. Und so soll auch Ihr Lebensweg ein gesegneter Weg sein, über dem das Wort steht: „Der Herr sprach…“. Ich wünsche Ihnen am heutigen Abschieds- und Aufbruchstag, dass Sie die rechte Balance zwischen Aufbrechen und Bleiben finden und so zum Segen werden für Ihre Mitmenschen und für diese Erde. Amen.

(kurze Stille)


Fürbitten:

Herr, wir sind am Ende unserer Schulzeit angelangt und stehen nun mit unseren Bitten für einen neuen Lebensabschnitt vor dir:

1. Herr, wir haben ein wichtiges Ziel erreicht und bitten dich nun, da wir einen neuen Lebensabschnitt beginnen: Gib uns den Mut, aufzubrechen und neues zu wagen und begleite uns auf unserem Lebensweg.

2. Herr wir bitten dich, dass die Freundschaften, die in den vergangenen Jahren gewachsen sind, trotz weiter Entfernungen und unterschiedlicher Zukunftsplanungen nicht abreißen.

3. Herr, wir bedanken uns bei den Lehrerinnen und Lehrern, die uns auf das Abitur vorbereitet haben und bitten Dich, dass sie auch weiterhin mit Freude und Motivation ihrer Arbeit nachgehen.

4. Für die Schülerinnen an unserer Schule: Schenke ihnen Kraft für die täglichen Herausforderungen und lass sie über ihrem Alltag nicht vergessen, dass Du ihnen nahe bist!

5. Wir danken für unsere Eltern, die uns bisher begleitet haben und bitten dich, dass sie sich voll Vertrauen auf unseren Neuanfang einlassen können und uns weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

6. Wir bitten für Kinder und Jugendliche in der Einen Welt, dass auch sie einen Zugang zu Bildungsmöglichkeiten finden und so ihre Fähigkeiten entfalten können.

Allmächtiger Gott, du hast deinen Engeln befohlen uns zu beschützen, wohin wir auch gehen und uns auf deinen Händen zu tragen, damit wir nicht über Steine stolpern. Erhöre unsere Bitten durch Christus, unseren Herrn. Amen







Lied zur Gabenbereitung:

Gabengebet:
Herr, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir uns unsere Schulzeit vor dich. Lass reiche Frucht bringen, was in den vergangenen Jahren ausgesät wurde. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen



Hochgebet


Sanctus


Hochgebet


Friedenslied


Kommunion


Text nach Kommunion

Worte
vermitteln Lebensmut und Tatkraft.

Worte
zerstören Hoffnungen und Ideale

Worte haben Macht,
über uns und andere.

Heilende, heilsame Worte
sind Worte der Frohbotschaft.
Sie schenken Lebensmut,
erneuern unsere Kräfte,
helfen uns auf,
wenn wir gefallen sind;
führen uns aus dem Dunkel ins Licht.
Gottes Worte
kommen im Menschenwort
in unser Leben,
heilsam und heilend.


Schlussgebet

Allmächtiger Gott, in diesem Gottesdienst haben wir für die zurückliegenden Schuljahre gedankt. Erfülle uns für die Zukunft mit deinem Geist, damit wir Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Segen und Dank für die Vorbereitung!

Schlusslied

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