Abitur

Abiturgottesdienst am 26.06.2015
08:30 Uhr, Schulkirche

„Freiheit“

Eingangslied:

Liebe Abiturientinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Der Abiturgottesdienst bildet stets einen besonderen Höhepunkt im Ablauf eines Schuljahres. In diesem Gottesdienst wollen Sie sich besonders mit dem Gedanken der Freiheit beschäftigen. Paulus sagt: Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. In diesem Geist sind wir jetzt zur Eucharistie versammelt und hören zunächst einen Text zum Thema „Freiheit“:

Freiheit:

Freiheit bedeutet sein wie ich bin, Freiheit heißt auch mal Fehler zu machen.
Freiheit heißt zögere nicht, sondern lauf.
Wenn du weißt was du willst, dann tu es, wenn nicht dann tust du es auch.
Freiheit bedeutet frei sprechen, frei machen, frei bleiben.

Freiheit heißt auch zu enttäuschen, sich selbst zu erfüllen.
Für Freiheit muss man auch mal Entscheidungen treffen.
Freiheit heißt hin und wieder sich die Freiheit zu nehmen die Meinung zu wechseln.
Freiheit heißt, es macht manchmal auch Sinn, dass meine Freiheit da enden muss, wo die Freiheit eines Anderen beginnt.
Aber Freiheit darf niemals heißen: entsagen von unseren Rechten.
Nach ihr zu leben, zu streben und frei über sie zu sprechen.

Freiheit, scheint grenzenlos für uns,
Trotzdem wissen viele Menschen nicht, wie sich das wirklich anfühlt – frei zu sein.
Freiheit ist das Recht, sie ist das, was jeder verdient
niemand sollte um sie bitten müssen.
Manchmal opfert man einen Teil von ihr um andere zu haben
und manchmal muss man sich trennen um mehr Freiheit zu erfahren

Abi looking for freedom. – Unser Motto in diesem Jahr.
Denn Freedom, das bedeutet nicht nur – Frieden, Freiheit.
wie wir es gerade gehört haben, heißt es auch Entscheidungen treffen. Tolerant sein gegenüber anderen. Neue Wege in die Zukunft gehen, mutig sein.
Offen sein für alles, was uns erwartet.

Kyrie: (Antwortruf gesungen)

Herr, im festen Vertrauen auf Dich finden wir die wahre Freiheit, sich von gesellschaftlichen Zwängen zu lösen und Mensch zu sein: zu leben und zu lieben…

Herr, erbarme dich (s. Liedzettel)

Christus, du nimmst uns unsere alltäglichen Ängste: Sei es das Versagen im Beruf, den Verlust von Familie und Freunden oder sei es die Angst vor der vor uns liegenden Freiheit.

Christus, erbarme dich (s. Liedzettel)

Herr, dein Frieden ist ein unermessliches Gut, das wir allzu oft verkennen; doch Du siehst das Gute in uns

Herr, erbarme dich (s. Liedzettel)

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er nehme von uns Sünde und Schuld und führe uns auf den Weg des neuen Lebens. Amen

Gloria:

Tagesgebet

Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen, um Dir zu danken für alles, was wir empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe uns nahe, wenn wir jetzt auseinander gehen. Sei unser Halt in den vielen Herausforderungen, die auf uns warten und gib uns Mut und Kraft, die Gesellschaft in Freiheit mitzugestalten! Darum bitten wir...

Lesung aus dem ersten Petrusbrief:

Eure Ältesten ermahne ich, da ich ein Ältester bin wie Sie und ein Zeuge der Leiden Christi und auch an der Herrlichkeit teilhaben soll, die sich offenbaren wird: Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will; auch nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung; seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde! Wenn dann der oberste Hirt erscheint, werdet ihr den nie verwelkenden Kranz der Herrlichkeit empfangen.
Sodann ihr Jüngern: Ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber begegnet einander in Demut! Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade. Beugt euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist. Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch. Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leiste ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens! Wisst, dass eure Brüder in der ganzen Welt die gleichen Lasten ertragen müssen! Der Gott aller Gnade aber, der euch in der Gemeinschaft mit Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird euch, die ihr kurze Zeit leiden müsst, wieder aufrichten, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen. Sein ist die Macht in Ewigkeit. (Amen)
(1 Petr 5,1-11)

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung:

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motto und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondert sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, wird dein ganzer Körper Licht sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!
Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben oder er wird zu den einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Linien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras zu prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wieviel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um das Reich und um seine Gerechtigkeit gehen, dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also niocht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.
(Mt 6,19-34)

Predigt:

Liebe Abiturientinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Eine Ansprache an Täuflinge und den sicher herausforderndsten Teil des Neuen Testaments habe Sie sich, liebe Abiturientinnen, als Texte für den Abiturgottesdienst ausgesucht. Aber warum nach den vielen Gleichnistexten und Heilungen aus den vergangenen acht Jahren im Religionsunterricht nicht nochmals „in die Vollen“ gehen?
Wie gesagt, den ersten Petrusbrief halten viele Ausleger für eine frühchristliche Taufansprache. Die Taufe ist ja nach unserem christlichen Verständnis der große Akt der Befreiung: Zur Freiheit hat euch Christus befreit. Der antike Mensch fühlte sich ja umgeben von Dämonen, von finsteren Mächten, die seine Freiheit zerstörten. Der Abschnitt, den wir gehört haben (es ist bereits der Schluss des Briefes) ruft die Adressaten noch einmal auf, sich trotz vieler Widerstände nicht einschüchtern zu lassen: Auch wenn der „Teufel“ wie ein brüllender Löwe umhergeht und alles zu verschlingen droht, lasst auch nicht von Neuem das Joch der Knechtschaft auflegen und euch die Freiheit rauben.
Trotzdem, die Analyse des Briefes ist richtig! Der Mensch, auch der Getaufte, hat sich wieder in die Unfreiheit begeben. Der „Teufel“ ging wie ein „brüllender Löwe“ in der Kirchengeschichte umher. Viele Kirchenvertreter wurden in ihrer Macht und Gier „von ihm verschlungen“, fielen in die Unfreiheit zurück. Wenn wir heute die konkrete Situation in vielen Ländern der Erde bedenken und die Flüchtlingsströme sehen, muss bedacht werden, dass christliche Seefahrer und Kolonialherren in ihrer Gier nach Macht und Reichtum die Grundlage für die heutige Situation legten. So waren die einen unfrei, weil sie versklavt wurden und die anderen, weil sie in ihrer unermesslichen Gier nach materiellen Schätzen gefangen waren. Oder noch ein anderes Beispiel aus unserem Alltag: Viele fühlen sich unfrei, wenn sie kein „Netz“ haben. Ich verbinde mit Netz eher Unfreiheit, gefangen sein. Befragen wir dazu einen Fisch! Am Ende des Gottesdienstes werden wir dazu noch einen Text hören.
Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Man könnte die Situation einfach ignorieren und so tun, als ginge einen das alles nichts an. Hauptsache, bei mir läuft alles glatt. Aber, liebe Abiturientinnen, eine solche Reaktion wäre mir bei intellektuell wachen jungen Frauen, zu wenig. Das wäre nach 12 Schuljahren mit dem Abitur in der Hand zu dürftig.
Besser wäre es, auf die Botschaft des Mannes aus Nazareth zu schauen. Wir haben eben einen Abschnitt aus der Bergpredigt gehört, die ich gerne als die „magna carta“ der Freiheit bezeichne. Sein Aufruf zu Einfachheit und Gelassenheit führt uns weg von der Gier alles in Besitz nehmen zu wollen. Zentral wäre es, unsere Verbindung zur Schöpfung neu zu entdecken, ähnlich wie es Friedrich Nietzsche für den „neuen Menschen“ gesagt hat: Die Natur feiert ihr Versöhnungsfest mit ihrem verlorenen Sohne, dem Menschen.
Oder sind nicht die Heilungen Jesu Befreiungsgeschichten? Wenn er den Mann mit der „verdorrten Hand“ heilt, dann will er ihm seine Handlungsfähigkeit wieder geben und ihm sagen: Handle, gestalte die Welt mit deinen Fähigkeiten!
Ja, zur Freiheit hat uns Christus befreit. So wollen wir, wie es Paulus sagt, die Freiheit dazu gebrauchen, „einander in Liebe zu dienen“. Dazu braucht es viel Kreativität und Phantasie, aber ich gehe jetzt einmal davon aus, dass Sie, die solch aussagekräftigen Texte für einen Abiturgottesdienst ausgesucht haben, auch die Energie besitzen, diese Welt mitzugestalten, wenn Sie jetzt mit dem Abitur zwar uns „abgehen“ (abire), aber eben nicht dieser Welt abgehen. Amen

Fürbitten:

Herr, wir haben ein wichtiges Ziel erreicht, wir sind am Ende unserer Schulzeit angelangt. Am Beginn eines neuen Lebensabschnitts stehen wir nun mit unseren Bitten vor dir:

1. Wie bitten für uns Abiturientinnen: Wir sind dankbar für unsere Schulzeit, für alles, was wir erleben durften und vor allem für das bestandene Abitur. Erwartungsvoll, aber auch ein wenig unsicher, blicken wir auf den Lebensweg, der vor uns liegt. Lass unser Herz ohne Furcht sein und nimm uns die Angst vor der Ungewissheit.

2. Herr, wir bitten dich, dass die Freundschaften, die in den vergangenen Jahren gewachsen sind und uns in unserem Schulalltag begleitet haben, trotz weiter Entfernungen und unterschiedlicher Zukunftsplanungen nicht abreißen.

3. Wir bedanken uns auch bei den Lehrerinnen und Lehrern und all denjenigen, die uns in den letzten Jahren engagiert auf das Abitur vorbereitet haben. Hilfen ihnen, auch in Zukunft mit Freude ihrer Arbeit nachzugehen.

4. Für die Schülerinnen an unserer Schule: Schenke ihnen Kraft für die täglichen Herausforderungen und lass sie über ihrem Schulalltag nicht vergessen, dass du ihnen nahe bist.

5. Wir bitten für unsere Eltern: Wir sind dankbar für alles, was sie für uns getan haben, für ihre Liebe, ihr Engagement, ihre Unterstützung und Geduld. Lass diesen Tag, diesen Neubeginn, ein Moment sein, auf den sie sich voll Vertrauen einlassen können.

6. Wir bitten dich, sei in besonderer Weise bei den Völkern, die um ihre Freiheit und um Zugang zu Bildung kämpfen. Lass ihre Mühen nicht umsonst sein.

7. Heute denken wir auch an alle, die uns auf unserem Weg begleitet haben und schon verstorben sind. Besonders denken wir an unseren ehemaligen Lehrer Herrn Thaler, der uns mit seiner besonderen Art geprägt hat. Schenke ihm und allen Verstorbenen das ewige Leben!


Allmächtiger Gott, du bist immer bei uns, um uns zu beschützen, wohin wir auch gehen auf unserem Weg in die Freiheit. Erhöre unsere Bitten durch Christus, unseren Herrn. Amen

Lied zur Gabenbereitung:

Gabengebet:

Herr, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir uns unsere Schulzeit vor dich. Lass reiche Frucht bringen, was in den vergangenen Jahren ausgesät wurde. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Hochgebet

Sanctus

Hochgebet

Friedenslied

Kommunion: Lied/Instrumental

Text nach Kommunion

In Psalm 124 heißt es: Unsere Seele ist wie ein Vogel dem Netze des Vogelfängers, das Netz ist zerrissen und wir sind frei.
Das Bild des Vogels, der aus den Netzen geflüchtet ist, sagt mir etwas. Manchmal fühle ich mich in meinem eigenen Leben gefangen. Fliegen zu können, das ist ein alter Menschheitstraum, der unsere Sehnsucht nach Freiheit deutlich zeigt. Heute leben wir in einer Gesellschaft, die uns durch Gesetze, Regeln und gesellschaftliche Erwartungen einengt.
Ich will frei sein und selbst jeden Tag Entscheidungen für mich treffen. Will ich einen Freund haben oder nicht, welchen Beruf will ich mal ausüben? – Ich bin nicht sicher, ob ich mich für den richtigen Weg entscheide.
Wer die Wahl hat, hat die Qual und wenn ich jede Entscheidung selbst treffen möchte, muss ich auch die Konsequenzen tragen.
Im Psalm heißt es ja: Unsere Seel ist wie ein Vogel im Netz des Vogelfängers…
Vogelfänger: das ist meine Angst, die Angst davor zu versagen, die Erwartungen von anderen nicht zu erfüllen. Ich möchte frei sein wie ein Vogel, aber ich enge mich ein, ich selbst verhindere so die Entfaltung, verhindere das Fliegen. Ich klammere mich an Dinge, von denen ich doch weiß, dass ich sie einmal loslassen muss. Kein anderer Mensch kann mich einsperren außer ich selbst.
Manchmal muss ich mein Leben kritisch prüfen: Warum sperre ich mich selbst ein? Ich muss mir klar werden, was für mich das Wichtigste ist. Passen mein Denken und was ich fühle, mein Glauben und meine Überzeugungen zu dem Leben, das ich führe?
Gott hat uns die Entscheidung für oder gegen ihn freigestellt. Manche denken, er will uns durch seine Gebote einengen. Gott hat uns die Gebote gegeben, damit es uns gut geht.
Herr, ich möchte mein Leben selbst in die Hand nehmen, um frei zu werden.

Kurze Stille

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, in diesem Gottesdienst haben wir für die zurückliegenden Schuljahre gedankt. Erfülle uns für die Zukunft mit deinem Geist, damit wir Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Dank für die Vorbereitung

Segen

Schlusslied

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