Ostern

Vorösterlicher Gottesdienst am Freitag, den 26.03.2010 in der Basilika St. Martin, Amberg

"Trau Dir was zu"

Eingangslied: Nobody knows

Liturgische Begrüßung

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wieder stehen wir vor den österlichen Tagen. Die kommende Woche ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu, das so unfassbar bleibt, kann man von verschiedenen Seiten her angehen, sicher auch durch die Aufforderung "Trau dir was zu". Lassen wir uns durch Gedanken am Anfang des Gottesdienstes ein wenig heranführen:

Einführungstext:

Immer wieder kommt es vor, dass wir und nicht entschließen können, eine Sache wirklich in Angriff zu nehmen. Wir verschieben unser Vorhaben auf unbestimmte Zeit, oftmals verläuft dann alles im Sand.
Wir trauen uns einfach nicht zu, eine Sache anzupacken und konsequent durchzuziehen. Immer wieder zweifeln wir, ob wir es schaffen. Die Angst zu versagen, lähmt uns.
Gerade Christen sollten es sich aber nicht zu einfach machen und sich bequem zurücklehnen. Gerade auch der Schulalltag bringt jeden Tag neue Herausforderungen:
Sich bewusst Schülerinnen zuwenden, die einen eigentlich nicht interessieren oder gar unsympathisch sind;
Sich einmischen, wenn man das Gefühl hat, dass jemand in der Klasse ständig ausgegrenzt wird.
Dafür gerade stehe, wenn man einen Fehler begangen hat, insbesondere wenn eine Schülerin verdächtigt wird ...
Man könnte noch beliebig viele Beispiele hinzufügen.
Wichtig ist zunächst die innere Bereitschaft, sich für eine gute Sache einsetzen zu wollen und dann aus einer gesunden Selbsteinschätzung heraus etwas zu bewirken. Im Mittelpunkt steht die Sache, nicht wie viel der einzelne leisten kann. So war es auch bei Jesus. Er traute sich viel zu. In seiner Nachfolge dürfen auch wir uns etwas zutrauen.
Kurze Stille

Kyrie-Rufe:

Herr, in der Welt gibt es viel zu tun. Doch gerne warten wir auf die anderen, die mehr Macht und Einfluss haben.

Herr, wir haben wir das Gefühl, dass unsere Kräfte zu schwach sind, wir trauen uns nichts zu und sagen: Auf mich kommt es nicht an!

Herr, so wie damals am Ölberg bist du auch heute von vielen Jüngern umgeben, die mutlos und ängstlich sind.

Tagesgebet:

Gott, himmlischer Vater, dein Sohn Jesus Christus hat sich getraut, seinen Lebensweg konsequent bis zum Kreuz zu gehen. Stärke auch unsere Bereitschaft zum Einsatz für andere Menschen und nimm von uns Mutlosigkeit und Angst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Lesung: Apg 10,23b-36 (in Auszügen):

Am folgenden Tag kamen Petrus und seine Begleiter nach Cäsarea. Kornelius erwartete sie schon und hatte seine Verwandten und seine nächsten Freunde zusammengerufen. Als nun Petrus ankam, ging ihm Kornelius entgegen und warf sich ehrfürchtig vor ihm nieder. Petrus aber richtete ihn auf und sagte: Steh auf! Ich bin auch nur ein Mensch. Im Haus fand er viele Menschen versammelt. Da sagte er zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem Juden nicht erlaubt ist, das Haus eines Nichtjuden zu betreten; mir aber hat Gott gezeigt, dass man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf. Darum bin ich auch ohne Widerspruch gekommen, als nach mir geschickt wurde. Nun frage ich: Warum hab ihr mich holen lassen?
Da sagte Kornelius: Vor vier Tagen war ich zum Gebet in meinem Haus; da stand plötzlich ein Mann in einem leuchtenden Gewand vor mir und sagte: Kornelius, dein Gebet wurde erhört und deine Almosen wurden vor Gott in Erinnerung gebracht. Schick jemand nach Joppe und lass Simon, der den Beinamen Petrus trägt, holen. Sofort habe ich nach dir geschickt und es ist gut, dass du gekommen bist. Jetzt sind wir alle hier vor Gott zugegen, um all das anzuhören, was dir vom Herrn aufgetragen worden ist.
Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Peson sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist. Er hat das Wort den Israeliten gesandt, indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus; dieser ist der Herr aller.

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung: Amazing grace

Evangelium: Mt 14,22-33

Gleich darauf forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen, denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst und sie schrieen vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiel, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen

Trau dir was zu - das Thema des Gottesdienstes vor den Osternferien ruft uns zunächst Jesus selbst zu. Wie oft hat er seinem Leben zu Menschen gesagt: Trau dir was zu - glaube nur, wie es im Evangelium oft heißt. Die Jünger standen den Worten und Ideen Jesu oft mit Ängstlichkeit und Zögern, mit Zweifeln und mit Angst gegenüber, zu phantastisch klangen manche Worte, zu außergewöhnlich waren seine Taten. Das Evangelium zeigt uns stellvertretend heute Petrus, ja er möchte schon, aber dann überkommen ihn doch die Zweifel, in denen seine guten Ansätze unterzugehen drohen. Doch Jesus lässt nicht locker. Zweifel und Angst sind keine guten Berater, helfen nicht, das Leben zu gestalten. Er nimmt ihn an der Hand, der Wind der Unruhe und Angst legt sich. Trau dir etwas zu - ich brauche dich, ich brauche euch, wird er im Boot vielleicht zu ihnen gesagt haben, ich brauche euch zum Aufbau einer anderen Welt, einer neuen Menschheit, ein wahrhaft Furcht einflößendes Unternehmen.
Dieses unauslöschliche Vertrauen in Gott, mit dem Jesus sich dies alles zutraut, wirkt auch über seinen Tod hinaus. Und wir können das Geheimnis der Auferstehung sicher auch von daher zu begreifen suchen: das Vertrauen Jesu ist auf die Jünger übergegangen, es wirkt in ihnen, plötzlich sehen wir den schwankenden Petrus in der Lesung als Jude mitten unter den sog. "Heiden". Mutig tut er Dinge, die er nach seinem Selbstverständnis gar nicht tun dürfte. In der Begegnung mit dem römischen Hauptmann Kornelius springt Petrus mutig über seinen Schatten und trägt die Worte Jesu weit hinaus in die damalige Welt.
Nun stehen wir vor Ostern, vor dem Fest der Auferstehung Jesu.

Dieses Vertrauen, dieser Aufruf "trau dir was zu", muss nun auch auf uns überspringen. Überall wo Menschen anpacken, sich etwas zutrauen, stehen sie auf und bauen mit an der neuen Welt des Auferstandenen.
Das geschieht dort, wo ich ein gesundes Selbstbewusstsein entwickle, mich nicht so leicht unterkriegen lasse und mich von Rückschlägen nicht entmutigen lasse.
Das kann in der Klasse geschehen, wo ich mir zutraue, auch mal den Mund aufzumachen, obwohl es bequemer wäre ihn zu halten. Das geschieht dort, wo wir erkennen, dass die Welt nicht uns alleine gehört und wir nicht allein verschwenden dürfen, was Gott allen Menschen geschenkt hat.
Das geschieht dort, wo ein ökologischer und sozial gerechter Lebensstil nicht immer nur von den anderen gefordert wird, sondern ich mir zutraue und es wage, auch selbst damit anzufangen, auch wenn es unbequem ist.

Für die Jahrgangsstufen 8 bis 13
Trau dir was zu - das sagt er sicher auch der Kirche in diesen Tagen: Trau dir zu, auch zu deinen Schwächen und Fehlern zu stehen, zuzugeben, dass du nicht immer zum Heil der Menschen gehandelt hast, zuzugeben, dass nicht immer nur die anderen Sündern und schlecht sind, dass jetzt Offenheit und Demut gefragt sind in dieser Zeit der Wahrheit und der Reinigung.

Der Auferstandene hat die Jünger ausgesandt und ihnen Großes zugetraut. Er sendet auch uns, wie den Petrus und die Jünger, weil er uns etwas zutraut. Diese Grundstimmung, aus der viel Gutes wachsen kann, wünsche ich euch zu Ostern. Amen

Kurze Stille

Nach der Predigt: Lied (Herr Robold)

Fürbitten:

Wir freuen uns auf zwei Wochen Ferien, in denen wir das Osterfest feiern können und Zeit für unsere Familie, Freunde und Hobbys haben. Doch es gibt auch viele Menschen, die wenig Grund zur Freude haben. Darum beten wir:

Für alle Menschen in Haiti, Chile und der Türkei, die durch verheerende Erdbeben kein Dach mehr über dem Kopf haben. Lass sie die Anteilnahme der ganzen Welt spüren und gib ihnen durch die Spendengelder Hoffnung auf einen Neuanfang.

Für alle Mädchen und Frauen, für die Gleichberechtigung noch keine Realität ist. Gib allen die Kraft, sich gegen Ungerechtigkeit und Benachteiligung zu wehren und schenke ihnen in Ländern wie El Salvador Zukunft und Hoffnung durch eine gute Schulbildung.

Für alle, die mutlos sind, weil sie Probleme in der Schule, Streit mit Eltern oder Freunden haben und an sich selbst zweifeln. Stärke ihre Zuversicht und ihr Selbstvertrauen.

Für alle, die keine Hoffnung auf Verbesserung ihrer Lage haben. Zeige ihnen, dass sie passiv ausharren und sich bedauern müssen. Wer an sich glaubt und sich etwas zutraut, kann viel erreichen.

Für alle, die glauben, dass ihr Verhalten sowieso keine Rolle spielt, weil kein Hahn danach kräht, was sie machen. Zeige ihnen, dass sie der Stein sein können, der kleine und große Veränderungen ins Rollen bringt.

Herr Jesus Christus, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Wir danken dir für deine große Liebe und preisen dich mit dem Vater und dem Heiligen Geist, jetzt in dieser Stunde und in Ewigkeit. Amen.

Gabenbereitung: Mitten in der Nacht

Gabengebet:

Gott, dein Sohn hat Brot und Wein zu Zeichen seiner grenzenlosen Hingabe zu uns Menschen gemacht. Stärke uns durch diese Gaben, dass wir uns etwas zutrauen und die Welt im Geiste deines auferstandenen Sohnes verändern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Sanktus: Heilig, ...

Vater unser

Friedenslied: Bewahre uns Gott

Kommunion

Text nach der Kommunion

Für den Gottesdienst der Unterstufe:

Einer unserer Freunde ging bei Sonnenuntergang an einem einsamen mexikanischen Strand entlang. Als er so entlang schlenderte, sah er in der Ferne einen anderen Mann. Als er näher kam, bemerkte er, dass der Einheimische sich fortwährend hinunterbeugte, etwas aufhob und ins Wasser warf. Wieder und wieder schleuderte er etwas hinaus in den Ozean.
Als unser Freund sich noch mehr näherte, sah er, dass der Mann Seesterne aufhob, die an den Strand gespült worden waren, und - einen nach dem anderen - warf er sie ins Wasser zurück.
Unser Freund war verblüfft. Er näherte sich dem Mann und sagte: "Guten Abend, mein Freund. Ich habe mich gefragt, was sie da tun."
"Ich werfe diese Seesterne zurück ins Meer. Sehen sie, es ist gerade Ebbe und alle diese Seesterne sind ans Ufer gespült worden. Wenn ich sie nicht ins Meer zurückwerfe, werde sie an Sauerstoffmangel sterben."
"Ich verstehe", erwiderte mein Freund, "aber es muss an diesem Strand tausende von Seesternen geben. Sie können unmöglich alle erwischen. Es gibt einfach zu viele. Und sind sie sich nicht klar, dass dies wahrscheinlich an Hunderten von Stränden überall an dieser Küste passiert? Sehen sie nicht, dass sie unmöglich etwas ändern können?"
Der Einheimische lächelte, beugte sich hinunter und hob noch einen weiteren Seestern auf, als er ihn ins Meer zurückwarf, erwiderte er: "Hab für den was geändert!"

Für den Gottesdienst der Mittel- und Oberstufe:

Zwei Samen lagen Seite an Seite in der fruchtbaren Frühlingserde. Der erste Samen sagte: "Ich will wachsen! Ich will meine Wurzeln tief in die Erde unter mir aussenden und meine Sprossen durch die Erdkruste über mir stoßen. Ich will meine zarten Knospen entfalten wie Banner, um die Ankunft des Frühlings zu verkünden. Ich will die Wärme der Sonne auf meinem Gesicht und den Segen des Morgentaus auf meinen Blütenblättern spüren." Und so wuchs er.
Der zweite Samen sagte: "Ich habe Angst. Wenn ich meine Wurzeln in den Boden unter mir aussende, weiß ich nicht, was mir im Dunkeln begegnet. Wenn ich mir meinen Weg durch die harte Erde über mir bahne, könnte ich meine empfindlichen Sprossen verletzen. Was ist, wenn ich meine Knospen sich öffnen lasse, und eine Schnecke versucht, sie zu fressen? Und wenn ich meine Blüten öffne, könnte ein kleines Kind mich aus dem Boden reißen. Nein, es ist viel besser für mich, zu warten, bis es sicher ist." Und so wartete er.
Eine Hofhenne, die im Boden des ersten Frühlings nach Futter umherscharrte, fand den wartenden Samen und fraß ihn prompt.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, vor den österlichen Tagen bitten wir dich: Wecke uns auf zum Leben, damit wir uns zutrauen, diese Welt zu verwandeln, so wie sie dein Sohn verwandelt hat durch sein Leben, durch sein Sterben und durch seine Auferstehung.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen

Ferienwünsche, Ostergrüße und Dank

Schlusslied: Du wirst den Tod in uns wandeln in Licht

Ergebnisse der Fastenaktion 2010

Gesamtergebnis: EUR 4.000,00

Zusammensetzung
Klassenkollekte: EUR 2.100,00
Pausenverkauf: EUR 1.640,00
Weitere Spenden: EUR 260,00

Zuwendungen:
Nach der Wahl in den Klassen und einer entsprechenden Verteilung der Gelder aus dem Pausenverkauf entfielen auf:

Projekt 1: EUR 750,00 (Bildungsprojekt in Ignacio Ellacuria/El Salvador)

Projekt 2: EUR 1.500,00 (Erdbebenhilfe über HaitiCare)

Projekt 3: EUR 750,00 (je EUR 375,00 für Misereor und Brot für die Welt)

Projekt 4: EUR 1.000,00 (Notruf für Mädchen und Frauen des SkF Amberg)

Vielen herzlichen Dank allen Spendern und den unermüdlichen Helferinnen und Helfern beim Pausenverkauf!!!!

aktuelle Termine:

22.11.2017

Buß- und Bettag

unterrichtsfrei...

07.12.2017

Elternsprechtag 1

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

11.12.2017

Elternsprechtag 2

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

22.12.2017

letzter Schultag vor den Weihnachtsferien

Gottesdienst in St. Martin
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