Ostern

Vorösterlicher Gottesdienst
Freitag, 15.04.2011
Basilika St. Martin, Amberg

„Neue Wege“

Eingangslied: Menschen auf dem Weg…

Liturgische Begrüßung

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wieder stehen wir vor den österlichen Tagen. Die kommende Woche ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu, das so unfassbar bleibt, kann man sicher mit dem Thema „Neue Wege“ angehen. Jesus, der selbst der Weg ist, eröffnet in seiner Auferstehung auch uns heute neue Wege, neue Lebensmöglichkeiten:

Einführungstext: Auf dem Weg G/R 5 – 7

Wir sind auf dem Weg zu dir, mein Gott, zu den Spuren deiner Liebe in dieser Welt, in deiner Schöpfung.
Wir sind auf dem Weg zu dir, mein Gott, zu den Stärken, Schwächen und Talenten, die du uns geschenkt hast.
Wir sind auf dem Weg, zu dir, mein Gott, zu den Mitmenschen, zu echter Begegnung, die nicht im Oberflächlichen endet.
Wir sind auf dem Weg zu dir, mein Gott, zu einer Gemeinschaft, die daran arbeitet, dass deine Schöpfung erhalten bleibt.
Wir sind auf dem Weg, zu dir, mein Gott, zu einem Sinn im Leben, zu deinem Ruf, den ich in mir hören kann und der mich auffordert, neue Wege zu finden.

Einführungstext: G/R 8 – 12

Gott, wir sehnen uns danach,
dass du Recht schaffst in unserer Welt,
deren Ungerechtigkeit zum Himmel schreit.
Wir fühlen uns oft so ohnmächtig
gegenüber all dem Furchtbaren,
von dem wir hören.
Gott, wir ersehnen deine Gerechtigkeit.
Du lässt dich nicht täuschen
durch die schönen Fassaden,
hinter denen wir uns so oft verbergen.
Du lässt dich nicht beschwichtigen
von der gängigen Ausrede,
wir könnten schließlich nichts machen.
Du weißt, was wir anderen Menschen schuldig bleiben,
und wie viel Böses auch von uns ausgeht.
Barmherziger Gott, hilf uns,
entschieden und tapfer zu werden
im Tun deines Willens.

Kurze Stille

Kyrie – Rufe:

Herr Jesus Christus, du bereitest neue Wege.

Herr Jesus Christus, du rufst uns auf, neue Wege zu finden.

Herr Jesus Christus, du bist bei uns auf unserer Suche.

Dann Lied: In Ängsten die einen

Tagesgebet:

Gott, himmlischer Vater, dein Sohn Jesus Christus ist der Weg, auf dem wir gehen. Er hat sich getraut, seinen Lebensweg konsequent bis zum Kreuz zu gehen. Gib uns die Kraft, neue Weg zu gehen, damit wir aus den Sackgassen unserer Gesellschaft herausfinden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater:

Schwestern und Brüder!

Lasst euch vom Geist leiten, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen. Denn das Begehren des Fleisches richtet sich gegen den Geist, das Begehren des Geistes aber gegen das Fleisch; beide stehen sich als Feinde gegenüber, so dass ihr nicht imstande seid, das zu tun, was ihr wollt. Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz.
Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben.
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung:

Evangelium: Mk 6, 6b – 13

Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte. Er rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf dem Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen

Neue Wege, das Thema unseres Gottesdienstes vor den Osterferien, hören wir in diesen Tagen und Wochen sehr häufig. Immer wenn Katastrophen geschehen wie zuletzt in Japan mit Erdbeben, Tsunami und atomarer Verstrahlung, fährt uns der Schreck in die Glieder. Dann geht es hektisch um neue Wege: In der Energieversorgung, im Umweltschutz, im Lebensstil. Wie viel davon ist nachhaltig? Eines kann man dem Menschen leider nicht nachsagen: Dass er sehr konsequent und langfristig denkt und handelt. Menschen ticken doch sehr „ephemer“, d. h. nur auf den nächsten Tag angelegt, also sehr kurzfristig. So lange das Handeln des Menschen überschaubare Folgen meist nur für einen kleines Kreis hervorbrachte, mochte das noch hingehen, doch heute ist kurzfristiges Denken, ein Denken nur bis zur nächsten Wegbiegung, fahrlässig, ja tödlich.
Nicht um sonst haben die großen Lehrer der Menschen – und zu ihnen zähle ich zu allererst auch Jesus von Nazareth – zur Umkehr aufgerufen. Und es war die erste Anweisung Jesu an seine Jünger: die Menschen zur Umkehr aufzurufen. Warum? Jesus wusste und spürte anscheinend, dass die menschlichen Wege sich allzu oft als Sackgassen erweisen. Die Menschen verzetteln sich in Parteiungen, Streit, sie diskutieren ellenlang über Konzepte und erstellen hunderte von Seiten geduldigen Papiers. Es sind dann die so genannten Experten und Realisten, die uns weiß machen wollen, es ginge nicht anders. Martin Luther King sagte: „Den sog. gangbaren Weg gehen wir nun schon allzu lange. Er hat uns nur in tiefere Verwirrung und größeres Chaos gestürzt. Überall sehen wir die Trümmer…“
Es ist höchste Zeit, umzukehren und neue Wege zu gehen. Die Fastenzeit, die nun schon fast wieder hinter uns liegt, hält uns ja gerade an, umzukehren, nachzudenken: Wo kann ich mein Leben so einrichten, planen und gestalten, dass es nicht auf Kosten der Umwelt, der Ressourcen und der Mitmenschen geht. Wo kann ich solidarisch sein in der einen Welt? Europa hat im Lauf der Jahrhunderte den Ländern des Südens so viel genommen, es wäre an der Zeit, zurückzugeben und statt Almosen zu verteilen echt zu teilen.
Jesus hat diesen Weg schon vorgezeichnet im Einsatz für die Menschen bis zum letzten Schritt, dem Tod am Kreuz. An Ostern bekennen wir: Dieser Weg war kein Scheitern, kein Ende, an dem sich wieder die kurzfristig Denkenden, die auf ihre Macht pochenden durchgesetzt haben. Nein, dieser Weg Jesu hat sich an Ostern ausgebreitet in die Herzen seiner Jünger zu allen Zeiten. An den Früchten des Geistes, die Paulus aufzählt, ist er erkennbar: Langmut und Treue statt kurzfristiger Hysterie, Selbstbeherrschung statt Verschwendung, Solidarität statt Egoismus. Amen.

Fürbitten:

Gütiger Gott, dein Sohn ruft uns zur Umkehr und zu neuen Wegen auf. Deshalb kommen wir vor dem Osterfest mit unseren Bitten zu dir:

Neue Wege gehen hießt überzugehen vom Tod zum Leben:
Wir bitten für alle Christen in der Welt, dass sie aus der Feier des Osterfestes Kraft zur Umkehr schöpfen und so beitragen zu einer lebenswerten Welt.

Neue Wege gehen heißt überzugehen von der Überheblichkeit zur Demut:
Herr, lass uns Menschen angesichts von Naturkatastrophen erkennen, dass wir trotz aller technischer Errungenschaften nicht Herren der Schöpfung sind und es keine absoluten Sicherheiten geben kann.

Neue Wege gehen heißt überzugehen vom Egoismus zur Solidarität:
Wir bitten für alle Menschen, für die wir in dieser Fastenzeit Geld gespendet haben, dass dieses Zeichen der Solidarität ankommt und ihr Leben bereichert.

Neue Wege gehen heißt überzugehen von der Unterdrückung zur Gleichberechtigung:
Für alle Mädchen und Frauen, für die Gleichberechtigung noch keine Realität ist. Gib allen die Kraft, sich gegen Ungerechtigkeit und Benachteiligung zu wehren und schenke ihnen in Ländern wie El Salvador Zukunft und Hoffnung durch eine gute Schulbildung.

Neue Wege gehen heißt überzugehen vom Streit zur Versöhnung:
Für alle, die mutlos sind, weil sie Probleme in der Schule, Streit mit Eltern oder Freunden haben und an sich selbst zweifeln. Stärke ihre Zuversicht und ihr Selbstvertrauen.

Herr Jesus Christus, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir danken dir für deine große Liebe und preisen dich mit dem Vater und dem Heiligen Geist, jetzt in dieser Stunde und in Ewigkeit. Amen.

Gabenbereitung: Kann denn das Brot

Gabengebet:

Gott, dein Sohn hat Brot und Wein zu Zeichen seiner grenzenlosen Hingabe zu uns Menschen gemacht. Stärke uns durch diese Gaben auf unserem Weg, die Welt in deinem Geist zu verändern und zu erneuern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Hochgebet:

Sanktus: Heilig, ja heilig ist der Herr

Vater unser

Friedenslied: Kammerchor

Kommunion: Instrumental

Meditationstext nach der Kommunion: Oscar A. Romero
Der folgende Text stammt von Oscar Romero, Erzbischof von San Salvador, der wegen seines mutigen Eintretens für soziale Gerechtigkeit am 24. März 1980 ermordet wurde:
(für den Gottesdienst gekürzt)

Es hilft dann und wann zurückzutreten
und die Dinge aus der Entfernung zu betrachten.
Wir vollbringen in unserer Lebenszeit lediglich einen winzigen Bruchteil jenes großartigen Unternehmens, das Gottes Werk ist.
Nichts, was wir tun, ist vollkommen.
Das ist eine andere Weise zu sagen, dass das Reich Gottes über uns hinausgeht.
Kein Vortrag sagt alles, was gesagt werden könnte.
Kein Gebet drückt vollständig unseren Glauben aus.
Kein Programm führt die Sendung der Kirche zu Ende.
Das ist unsere Situation.
Wir bringen das Saatgut in die Erde,
das eines Tages aufbrechen und wachsen wird.
Wir begießen die Keime, die schon gepflanzt sind in der Gewissheit, dass sie eine weitere Verheißung in sich bergen.
Wir können nicht alles tun.
Es ist ein befreiendes Gefühl, wenn uns dies zu Bewusstsein kommt.
Es macht uns fähig, etwas zu tun und es sehr gut zu tun.
Es mag unvollkommen sein, aber es ist ein Beginn, ein Schritt auf dem Weg,
eine Gelegenheit für Gottes Gnade, ins Spiel zu kommen und den Rest zu tun.
Wir mögen nie das Endergebnis zu sehen bekommen, doch das ist der Unterschied zwischen Baumeister und Arbeiter.
Wir sind Arbeiter, keine Baumeister.
Wir sind Diener, keine Erlöser.
Wir sind Propheten einer Zukunft, die uns nicht allein gehört.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, vor den österlichen Tagen bitten wir dich: Wecke uns auf zum Leben, damit wir uns zutrauen, diese Welt mit unserem Einsatz zu verwandeln, so wie sie dein Sohn verwandelt hat durch sein Leben, durch sein Sterben und durch seine Auferstehung.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen

Ferienwünsche, Ostergrüße und Dank

Schlusslied: Den Weg wollen wir gehen
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Ergebnisse der Fastenaktion 2011

Gesamtergebnis: € 3.700,00

Zusammensetzung:
Klassenkollekte: € 2.000,00
Pausenverkauf: € 1.700,00

Zuwendungen:
Nach der Wahl in den Klassen und einer entsprechenden Verteilung der Gelder aus dem Pausenverkauf entfielen auf:

Projekt 1: € 500,00
(Bildungsprojekt in Ignacio Ellacuria/El Salvador)

Projekt 2: € 1.400,00
(je € 700,00 für Siyabonga und Go ahead)

Projekt 3: € 1.200,00
(je € 600,00 für Misereor und Brot für die Welt)

Projekt 4: € 600,00
(Notruf für Mädchen und Frauen des SkF Amberg)

Vielen Dank allen Spendern und den unermüdlichen Helferinnen und Helfern beim Pausenverkauf!

aktuelle Termine:

22.11.2017

Buß- und Bettag

unterrichtsfrei...

07.12.2017

Elternsprechtag 1

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

11.12.2017

Elternsprechtag 2

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

22.12.2017

letzter Schultag vor den Weihnachtsferien

Gottesdienst in St. Martin
für alle Klassen...

Konzeption und Realisierung KIS GmbH & Co. KG