Ostern

Vorösterlicher Gottesdienst
Freitag, 22.03.2013
Basilika St. Martin, Amberg

„Siehe, ich mache alles neu“

Einzug und Eingangslied:

Liturgische Begrüßung

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wieder stehen wir vor den österlichen Tagen. Die kommende Woche ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu, das so unfassbar bleibt, kann man sicher sehr gut mit dem Wort aus der geheimen Offenbarung verbinden: Siehe, ich mache alles neu“. Diesen Wunsch tragen wir in uns, dass unser Leben durch Ostern ebenso neu wird wie sich jetzt draußen die Natur erneuert. Auch dort heißt es jetzt: Siehe, ich mache alles neu. Hören wir am Beginn des Gottesdienstes dazu einen einführenden Text:
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Stell es dir vor (Arthur Thömmes): im Gottesdienst G/R 8 - 12

Stell dir vor,
es gäbe keinen Neid, keinen Hass,
keine Gewalt und keinen Krieg.
Die Menschen lebten in Frieden und Eintracht,
miteinander und füreinander.

Stell dir vor,
es gäbe keine Gier, keine Armut,
keine Angst und keine Ungerechtigkeit.
Die Menschen würden aufeinander achten
und füreinander sorgen.

Stell dir vor,
es gäbe keine Verletzungen, kein Leid,
keine Beleidigungen und keine Demütigungen .
Die Menschen hätten das gegenseitige
Wohlergehen und Glück im Blick.

Stell dir vor,
die Menschen würden die Liebe
zur Grundlage ihres Denkens und Handelns machen.
Sie würden aufeinander zugehen
ohne Misstrauen und Vorsicht.

Du wirst vielleicht sagen,
dass ich ein Träumer sei und
die Menschen nicht kenne.
Aber stell es dir bitte nur einmal vor.

Fang damit an und du wirst die Welt verändern.
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Kyrie-Rufe

Viele Menschen haben es verlernt, miteinander zu reden, oder etwas gemeinsam zu unternehmen. Wir sind blind geworden für alle schönen Dinge, das Lächeln und die Not des anderen Menschen.


Der Wunsch nach immer köstlicheren Speisen lässt uns oft vergessen, sie zu teilen mit denen, die hungern oder zu wenig zu essen zu haben.


In den vergangenen Wochen haben wir gemerkt, wie schwer es ist, unsere Bequemlichkeit zu überwinden und gute Fastenvorsätze durchzuhalten.


Tagesgebet:

Gott, himmlischer Vater, im Leben und Wirken deinem Sohn Jesus Christus erkennen wir den neuen Menschen.
Gib uns einen wachen Geist, damit wir unseren Lebensstil kritisch überprüfen und das suchen, was gut und wahrhaftig ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen




Lesung aus der Offenbarung des Johannes (Off 21,1-6)

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr. Er sagte zu mir: Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung

Evangelium

Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen wie tot zu Boden. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt zu ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. ER geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt. Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus
Predigt:

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es ist doch jedes Jahr das gleiche. Wir gehen auf Ostern zu, von dem es heißt, es sei das höchste Fest der Christen, der Höhepunkt des Kirchenjahres. Wir können auch noch – wenn wir gefragt werden sollten, was denn da gefeiert wird – antworten: die Auferstehung/Auferweckung Jesu. Wenn aber gefragt wird, was das bedeutet, dann werden wir sehr schnell recht einsilbig. Jedes Jahr befällt uns ein dumpfes Gefühl: Wir wissen im Grunde nicht recht, was da gefeiert wird. Aber ihr braucht euch keine Sorgen machen, selbst Vertreter der Kirche tun sich oft schwer, sie haben vielleicht die besseren Formeln parat, aber Formeln sind noch keine Antworten.
Wir können uns mit dem Wort aus der Offenbarung (aus der Lesung) nähern: Seht, ich mache alles neu. Ich möchte es jetzt doch zuerst mit dem Text des Evangeliums versuchen. Es ist eine der klassischen Stellen, in denen ein leeres Grab gezeigt wird: Jesus ist nicht hier, er ist auferstanden, sagt der Engel, der gute Botschafter. Diese Texte, einige Jahrzehnte nach der Kreuzigung Jesu aufgeschrieben, sind voller Symbolik. Die Wächter stellen die alte Welt dar. Tote braucht man eigentlich nicht bewachen, vor ihnen keine Angst haben. Eigentlich wehrhaft und gut gerüstet, zittern sie vor Angst und fallen wie tot zu Boden. Die Frauen, wehrlos, hören die Botschaft: Habt keine Angst. Jesus findet ihr nicht an einem Grab. „Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber geh und verkünde das Reich Gottes, hatte Jesus schon zu Lebzeiten zu einem jungen Mann gesagt, der ihm folgen wollte. Hier deutet es sich schon an: der alte Mensch, die Wächter, der neue Mensch, die Frauen.
Und ein weiteres: der Engel verweist sie in ihre Heimat, nach Galiläa, dort wo sie herkommen, die meisten jedenfalls. Dort werden sie ihn sehen. Dort hatten sie ihn ja auch schon gesehen, erlebt, erkannt, wer er war. Sagt uns das nicht etwas ganz wichtiges, wie wir einen Schlüssel zu Ostern finden? Ostern, Auferstehung, so glaube ich, ereignet sich schon mitten im Leben Jesu, des Galiläers und ist nicht etwas, was zum Leben Jesu dazukam, so als das letzte Glied einer Kette von Lebensereignissen. Ostern – das war sozusagen schon überall drin: Jesus hat sich als neuer, auferstandener Mensch präsentiert, als er predigte, als er heilte, wie er das Abendmahl feierte, wie er sich gefangen nehmen ließ, wie er gekreuzigt wurde. Auferstehung hat nicht so sehr mit dem Wort „was“ zu tun, sondern mit dem „wie“. Dieser Lebensstil Jesu, dieses „wie“ ist ja dann auch der Hinweis auf einen Lebensquell in unserem Innern, diesen Quell, von dem Jesus immer als seinem „Vater“ spricht. Sein Körper zerfiel am Kreuz, der Lebensquell, der Vater nicht, zu dem er am Kreuz betete: Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist.
Dies ist auch für uns ein Hinweis auf Ostern. Galiläa ist für uns die Oberpfalz, unsere Heimat, hier ereignet sich für uns Leben. Denken wir an Ostern daran: Wie bei Jesus kommt es auf das „wie“ an: in meinen Worten und Taten, wie ich mit einer schwierigen Situation umgehe, wie ich anderen Schülerinnen begegne, ob ich mehr auf die Seite der angstvollen Wächter oder der Frauen gehöre, die voll Freude vom Grab wegliefen, um die neue Botschaft zu sagen. Amen
Fürbitten:

Gütiger Gott, dein Sohn ruft uns zur Umkehr und zu neuen Wegen auf. Deshalb kommen wir vor dem Osterfest mit unseren Bitten zu dir:

Die vorösterliche Zeit ist geschenkte Zeit zum Nachdenken und neu anzufangen. Bereite deine Kirche vor, für die Feier der Auferstehung.

Unsere Tage sind ausgefüllt durch Radio, Fernsehen und Computer. Hilf uns, dass wir die Ruhe suchen, damit wir auf das hören können, was wirklich in uns wohnt.

Oft hören wir in dieser Zeit: „Es hat doch alles keinen Sinn!“ Gib uns offene Augen und offene Herzen, dass wir Gutes und Gelungenes entdecken und schenke uns den Mut, das Schwierige Dir zu überlassen.

Worte sind wie Federn, die durch die Luft fliegen. Wir können sie nicht zurückholen. Mach uns bereit, sorgsam und vorsichtig mit unseren Worten über andere umzugehen.

In der Fastenzeit haben wir für junge Frauen in El Salvador, für Kinder in Afghanistan und Afrika und für die Amberger Tafel Geld gespendet. Gib den Menschen durch unsere Spende Zuversicht und Hoffnung!


Herr Jesus Christus, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir danken dir für deine große Liebe und preisen dich mit dem Vater und dem Heiligen Geist, jetzt in dieser Stunde und in Ewigkeit. Amen.



Gabenbereitung:

Gabengebet:

Gott, dein Sohn hat Brot und Wein zu Zeichen seiner grenzenlosen Hingabe zu uns Menschen gemacht. Stärke uns durch diese Gaben, damit wir die Welt in deinem Geist verändern und erneuern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Hochgebet:

Sanktus:

Vater unser

Friedenslied:

Kommunion: Instrumental


Text nach der Kommunion: Das perfekte Herz


Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz. Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: "Nun, dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie meines." Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an.
Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken - an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an: wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: "Du musst scherzen", sagte er, "dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen."
"Ja", sagte der alte Mann, deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?"

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.
Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen.
Sie umarmten sich und gingen weg, Seite an Seite.


Schlussgebet

Allmächtiger Gott, vor den österlichen Tagen bitten wir dich: Wecke uns auf zum Leben, damit wir uns zutrauen, diese Welt mit unserem Einsatz zu verwandeln, so wie sie dein Sohn verwandelt hat durch sein Leben, durch sein Sterben und durch seine Auferstehung.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen


Ferienwünsche, Ostergrüße und Dank


Schlusslied:

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