Ostern

Vorösterlicher Gottesdienst
Freitag, 11.04.2014

„Mit Christus Brücken zum Leben bauen“

Einzug und Eingangslied:

Liturgische Begrüßung

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wieder stehen wir vor den österlichen Tagen. Die kommende Woche ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu, bleibt für uns unfassbar. Jedes Jahr vor den Osternferien versuchen wir mit einem bestimmten Thema, uns diesem Geheimnis zu nähern. Diesmal haben wir gewählt: „Mit Christus Brücken zum Leben bauen“. Ostern ist eben mehr als ein paar freie Tage, Osterhase und Osternest. Mit einem Text wollen wir uns nun ein wenig auf diesen Gottesdienst einstimmen:
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Texte für den Gottesdienst G/R 5 – 7:Text „Brückenbauer“

„Du hast einen schönen Beruf“,
sagte das Kind zum alten Brückenbauer,
„es muss schwer sein, Brücken zu bauen.“
„Wenn man es gelernt hat, ist es leicht“,
sagte der Brückenbauer,
„es ist leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen
Die anderen Brücken sind viel schwieriger“,
sagte er, „die baue ich in meinen Träumen.“

Dann sagte er:
„Ich möchte eine Brück bauen von einem Menschen zum anderen, eine Brücke von der Traurigkeit zur Freude.“

Das Kind hatte aufmerksam zugehört.
Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber,
dass der alte Brückenbauer traurig war.

Weil es ihn wieder froh machen wollte,
sagte das Kind:
„Ich schenke dir meine Brücke.“

Und das Kind malte für den Brückenbauer einen bunten Regenbogen.

Kyrie-Rufe:

Gott, unser Vater, du hast mit dem Zeichen des Regenbogens den Bund mit den Menschen geschlossen.

Herr Jesus Christus, du hast durch dein Leben, dein Sterben und deine Auferstehung eine Brücke zu den Menschen geschlagen.

Allmächtiger Gott, du zeigst, dass die Brücke der Versöhnung die Menschen wieder zusammen bringen kann.
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Texte für den Gottesdienst G/R 8 – 12: „Der fremde Freund“

In der Novelle „Der fremde Freund“ von Christoph Hein geht es um die Kommunikationsunfähigkeit und Kontaktlosigkeit der 40jährigen Ärztin Claudia:

Am Anfang der Novelle steht die junge Frau vor einer tiefen Schlucht, über die eine zerstörte Brücke führt, die nur noch aus zwei nebeneinander liegenden Balken besteht. Sie wird von einem Mann begleitet, dessen Gesicht verschwommen bleibt. Die beiden müssen auf die andere Seite des Abgrunds, da sie nicht mehr umkehren können. Sie betreten ängstlich die brüchige Brücke. Zu Beginn klammern sie sich an ein Brückengeländer, das jedoch nach einigen Metern endet und leer in die Luft ragt. Claudia möchte die Brücke alleine überqueren, obwohl sie nicht vorwärts kommt. Der unbekannte Begleiter hält sich ängstlich an seiner Begleiterin fest, er bohrt seine Fingernägel schmerzhaft in deren Hand. Zusammen gehen sie vorsichtig Schritt für Schritt weiter. Es gibt kein Zurück, sie müssen zur gegenüberliegenden Seite, die im Nebel verschwindet. Es bleibt offen, ob die beiden jemals die andere Seite der Schlucht erreichen werden.


Kyrierufe:

Viele Menschen haben es verlernt, miteinander zu reden, oder etwas gemeinsam zu unternehmen. Brücken werden abgebrochen und es ist schwer, sie wieder aufzubauen.


Der Wunsch nach immer mehr lässt uns oft vergessen, die Brücke des Teilens zu bauen zu denen, die hungern und zu wenig haben.


In den vergangenen Wochen haben wir gemerkt, wie schwer es ist, unsere Bequemlichkeit zu überwinden und gute Fastenvorsätze durchzuhalten.
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Tagesgebet:

Gott, himmlischer Vater, Jesus Christus ist deine Brücke zu uns Menschen, die Brücke vom Tod zum Leben, vom „alten“ zum „neuen“ Menschen.
Gib uns einen wachen Geist, damit wir unseren Lebensstil kritisch überprüfen und das suchen, was gut und wahrhaftig ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen



Lesung aus dem Buch Genesis

Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir uns euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde. Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch.
(Gen 9, 12 – 15a)

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung


Evangelium

Einige Griechen, die beim Paschafest anwesend waren, traten an Philippus heran und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.
Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen. Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen. Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zum mir ziehen.
(Joh 12, 20 – 32 in Auszügen)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus


Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es hat sich sicher schon herum gesprochen: „Mit Christus Brücken bauen“ – so lautet das Motto des 99. Katholikentags, an dem ja auch wir teilnehmen werden. Mit Christus Brücken bauen – was bedeutet das? Was hat das mit Ostern zu tun? Brücken bauen – das leuchtet uns noch ein, aber mit Christus?
Für die Menschen früherer Zeiten war die Brücke etwas ganz besonderes. Sie verband Menschen, verkürzte dadurch Wege, ermöglichte mehr Austausch, verringerte Gefahren und erhöhte damit die Lebensqualität. So wurde die Brücke auch zum religiösen Symbol. In der Religion der Germanen war die Regenbogenbrücke die Verbindung von der Welt zur Götterburg Walhall. Eben haben wir in der Lesung auch vom Regenbogen, von einer Brücke und Verbindung zwischen Gott und den Menschen gehört. In der Katastrophenstimmung der Sintflutgeschichte wird der Regenbogen zum Zeichen des Bundes, zum Zeichen einer Verbindung, eben zur Brücke. Brücken werden damit zum Zeichen des Heils, abgebrochene, zerstörte Brücken finden wir in Kriegen, sie sind Zeichen des Unheils.
Eine Brücke ganz besonderer Art wird im Evangelium angesprochen, obwohl das Wort Brücke selber gar nicht vorkommt. (Es ist eine Brücke so ähnlich wie im Text zu Beginn des Gottesdienstes). Auch hier verschwindet die gegenüberliegende Seite im Nebel, im Nebel des Todes. Es ist die Brücke zwischen Leben und Tod. Der einen Seite, dem Leben, wollen und können wir einen Sinn geben, aber der anderen Seite? Sie bleibt nebulös und sinnlos, macht uns traurig, wir verdrängen sie gern. Dass wir in der Eucharistie des Todes Jesu gedenken, fällt oft gar nicht auf. Aber Jesus hat der anderen Seite der Brücke, dem Tod einen Sinn abgerungen: Das Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, bringt reiche Frucht. Sein Tod ist nicht Schicksal und Ende, es ist Hingabe in Freiheit. Das ist seine „Herrlichkeit“, sein Gewicht (kabod) und seine Bedeutung.
Können wir daraus etwas lernen? Wenn diese Brücke steht, dann ergeben sich sicher auch vor dem Tod viele Brückenchancen: Eine Niederlage hat dann die Frucht das Neuanfangs in sich, ebenso ein Scheitern im Leben. Darf ich es mit aller Vorsicht sagen, um nicht leichtfertig und vorschnell zu wirken: Durch den Brückenschlag Jesu schimmert durch den Nebel des Todes das andere Ende der Brücke. So bekennen wir in jedem Gottesdienst diese Brücke: deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit!
So bekommt das Motto des Katholikentags doch einen Sinn: Mit Christus Brücken bauen! Und dann gibt es sicher für uns Christen immer wieder die Möglichkeit abgebrochene Brücken neu zu schlagen, einen neuen Versuch zu wagen, sich zu überwinden, einen Ruck zu geben, Stolz und Eitelkeit abzulegen, ein Stück weit nachgeben („sterben“), damit neue Brücken geschlagen werden können. Amen


Fürbitten:

Gütiger Gott, dein Sohn ruft uns zur Umkehr und zu neuen Wegen auf. Deshalb kommen wir vor dem Osterfest mit unseren Bitten zu dir:

  1. Mit unserer Fastenaktion unterstützen wir die Kinderhilfe Afghanistan, die Martin – Luther – High – School in Namibia, junge Frauen in El Salvador, das Hammer Forum und den Sozialdienst katholischer Frauen. Gib, dass die Lebensbedingungen der betroffenen Menschen durch unsere Spenden verbessert werden.

  2. Konflikte und Meinungsverschiedenheiten gehören zum menschlichen Zusammenleben. Gib uns die Einsicht und Klugheit, diese Konflikte in einem ehrlichen und fairen Gespräch zu lösen.

  3. Missverständnisse entstehen immer wieder, weil wir an einander vorbeireden. Verleihe Priestern und Lehrern die Gabe, eine Sprache zu finden, die jungen Menschen gerecht wird.

  4. Manche von uns haben ihr Selbstwertgefühl und die Lebensfreude verloren. Schenke uns die Fähigkeit, ihnen mit einem Lächeln und einem guten Wort die Lebensfreude wieder spüren zu lassen.

  5. Manchmal sind wir uns selber fremd und stehen neben uns. Hilf uns, unsere Fähigkeiten und Talente zu erkennen und wertzuschätzen.

Herr Jesus Christus, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir danken dir für deine große Liebe und preisen dich mit dem Vater und dem Heiligen Geist, jetzt in dieser Stunde und in Ewigkeit. Amen.

Gabenbereitung:

Gabengebet:

Gott, dein Sohn hat Brot und Wein zu Zeichen seiner grenzen-losen Hingabe zu uns Menschen gemacht. Stärke uns durch diese Gaben, damit wir die Welt in deinem Geist verändern und erneuern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Hochgebet:

Sanktus:

Vater unser


Friedenstext

Der da ganz vorne
der da mehr in der Mitte,
der da ganz hinten,

der da, die mich auslacht,
der da, die mich mobbt,
der da, die mich verachtet,

der da, die ich nie verstanden habe,
der da, die mich nie verstehen wollte,

der da, die ich nicht leiden kann,
der da, die es mir büßen soll,
der da, der ich es noch zeigen werde,

genau der da gebe ich die Hand
und wünsche ihr Frieden. (nach Martin Langner)

Friedensgruß und Friedenslied:

Kommunion: Instrumental

Text nach der Kommunion: „Die Brücke der Versöhnung“

Jeder hat die Erfahrung gemacht,
dass Freundschaften zerbrochen sind
Schuld zwischen den Menschen stand,
dass wörtlich alle Brücken eingerissen waren.

Der erste Schritt zur Versöhnung ist die Vergebung.
Die Hand zur Versöhnung reichen,
einen Schritt auf den anderen zugehen,
ihm ein freundliches Wort zusprechen.

Die Brücke der Versöhnung überbrückt tiefe Gräben,
sie bringt Menschen wieder zusammen.

Jesus selbst ist diesen Weg für uns gegangen.
Gott selbst hat durch die Menschwerdung seines Sohnes,
durch sein Leben und Sterben,
durch seine Auferstehung eine Brücke zu uns Menschen geschlagen.

Über diese Brücke können wir zu Gott finden.
Aber wir müssen es wollen.
Jesus nimmt uns bei der hand,
wir sind nicht allein.

Schlussgebet

Gütiger Gott, dein Sohn hat Brücken zwischen den Menschen gebaut und sie so zum Leben erweckt. Er selbst wurde zur Brücke vom Tod zum Leben.
Wir bitten dich: Gib uns den Mut und die Kraft, Brücken zu bauen vom Tod zum Leben, von der Hoffnungslosigkeit zur Hoffnung, von der Gleichgültigkeit zu echter Beziehung.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen

Schlusslied:

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