Realschulabschluss

Realschulabschlussgottesdienst

24.07.2009, 08.30 Uhr, Schulkirche

"Am Ende eines Weges - neue Türen öffnen sich"

Liebe Absolventinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zum Thema dieses Abschlussgottesdienstes wollen wir mit einer kleinen "Türszene" beginnen: Am Ende eines Weges - neue Türen öffnen sich:


Ulli (geht durch die Tür): Juhu, endlich haben wir es geschafft und halten unser Abschlusszeugnis in der Hand!
Viola: Ich freu mich so!
Katrin: Super gemacht, Mädels! Wo bleiben denn die anderen?
Anja: Hey, die Tür klemmt, was ist denn da los?
Ulli: Wir helfen dir!
Anja: Dankeschön!
Nadine und Lena gehen zusammen durch die Tür:
Lena: Ich bin gespannt, was die Zukunft uns bringt.
Nadine: Ja, ich auch. Hey, seid ihr auch alle da?
Franzi: Buh, endlich kein Schulstress mehr.
Paula: Kommt, lasst uns alle feiern!
Lena J.: Hää, wieso geht die Tür nicht auf?
Franzi: Komm schon, du schaffst es!
Anja: Jetzt sind wir endlich alle zusammen, aber nun müssen wir uns auch schon wieder trennen…
Ulli: Hey, Mädels, seid nicht traurig, unser Klassentreffen kommt doch bald



Lied: Somebody´s knocking…


Überleitung zum Kyrie:


Neue Türen bedeuten neue unbekannte Schritte. Bitten wir Gott, der uns Zukunft und Hoffnung verheißt, um sein Erbarmen:


Kyrie:


Manchmal sind wir so mit Erledigungen des Alltags beschäftigt, dass wir gar nicht erkennen, wenn uns neue Türen geöffnet werden.


Oft neigen wir dazu, die Schuld für eigene Misserfolge bei anderen zu suchen und uns die Tür zu versperren. Dann sind wir unfähig, eigene Lösungsansätze zu suchen.


Im Lauf der Jahre sind uns viele Missgeschicke unterlaufen. Manchmal übersehen wir, dass sie uns nicht zur Last, sondern zur Hilfe werden können.





Tagesgebet


Gütiger und Leben spendender Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir an Gutem und Wertvollem empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir jetzt auseinander gehen und gib uns alles, was wir brauchen, wenn wir jetzt durch neue Türen gehen.
Darum bitten wir...



Lesung aus dem Buch Kohelet


Das Licht der Sonne sehen zu können, bedeutet Glück und Freude. Genieße froh jeden Tag, der dir gegeben ist. Auch wenn du noch viele vor dir hast - denk daran, dass die Nacht, die ihnen folgt, noch länger ist.
Freu dich, junger Mensch! Sei glücklich, so lange du jung bist. Tu, was dir Spaß macht, wozu deine Augen dich locken! Aber vergiss nicht, dass Gott für alles von dir Rechenschaft fordern wird. Halte dir den Ärger von der Seele und die Krankheit vom Leib. Jugend und dunkles Haar sind so vergänglich.
Denk an deinen Schöpfer, so lange du noch jung bist, ehe die schlechten Tage kommen und die Jahre, die dir nicht gefallen werden.
Genieße dein Leben, bevor des zu Ende geht, wie eine silberne Schnur zerreißt oder eine goldene Schale zerbricht, wie ein Krug an der Schwelle in Scherben geht oder das Schöpfrad zerbrochen in den Brunnen stürzt. Dann kehrt der Leib zur Erde zurück, aus der er entstanden ist und der Lebensgeist geht zu Gott, der ihn gegeben hat.

Wort des lebendigen Gottes!



Antwortgesang: Meine Zeit steht in deinen Händen…


Evangelium: Joh 14,1-14


In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jünger: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir ho-len, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wis-sen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater, das genügt uns. Jesus antwor-tete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen, zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr ihn in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus



Predigt:


Liebe Absolventinnen, liebe Schwestern und Brüder!
Von Walter Wellenstein gibt es ein Bild, das eine Wendeltreppe zeigt, die nach oben (also zum Himmel) geht und in einer alten, halb ausgehängten verfallenen Tür endet, hinter der die Leere gähnt. Das Bild ist düster. Es entstand in den Nachkriegjahren und spiegelt die ganze Hoffnungslosigkeit wider. Hinter der Tür das Nichts.
Erinnern sie sich noch, als sie zum ersten Mal durch die Türe unserer Schule gegangen sind, als sich die Tür der Dr.-Johanna-Decker-Realschule geöffnet hat? Hinter
dieser Tür war nicht das Nichts, sondern viel neues und ungewohntes Leben, das sie sicher längst lieb gewonnen haben, das ihnen vertraut wurde. Und ohne es vielleicht bewusst wahrzunehmen, haben sie damals schon das Thema des Gottesdienstes erlebt: Am Ende eines Weges (Grundschulzeit) - neue Türen öffnen sich.
Es ist ein Gesetz des Lebens: Am Ende eines Weges - neue Türen öffnen sich! Wer stehen bleibt, wer nicht neue Türen öffnet, hat das Leben schon aufgegeben. Deshalb spielt in unserem Glauben, in den Texten der hl. Schrift das Thema "Weg", auch das Thema "Tür" eine ganz wesentliche Rolle:
Schon in der fünften Jahrgangsstufe haben Sie es beim Thema "Abraham" gehört: Zieh weg, mach dich auf den Weg, bleib nicht stehen, geh weiter in das Land der Verheißung! Die Sklaven in Ägypten machen sich unter der Führung des Moses auf den Weg in die Freiheit. Jesus greift dieses Thema auf und die Jünger er-innern sich: Er ist der Weg, sein Wort, seine Persönlichkeit, sein Wesen sind "Weg - Weisung". Gerade für die frühen Christen war er in der Brüchigkeit der römischen Gesellschaft ein "neuer Weg" zu mehr Leben.
Jesus greift aber auch das andere Bild auf: Er bezeichnet sich als die Tür. Für die ersten Christen öffnete sich ein neuer Raum. In großer Bedrängnis im römischen Reich entdeckten sie einen neuen Zugang zum Leben, eine neue Tür. Und auch hier gab es einen wichtigen Erinnerungspunkt: Schon einmal war es eine Tür zum Leben, die die Vorfahren rettete: die Tür, bestrichen mit dem Blut des Lammes, die Freiheit und Rettung verhieß.
Nun stehen sie am Beginn eines neuen Weges. Öffnen sich neue Türen? Zunächst liebe Schülerinnen: Mir wäre es recht, wenn manche Türen ein für alle mal zugeschlagen würden. Ja, es gibt Türen, die ein für alle mal zugemacht werden müssen, weil sie zu Nichts führen. Das eingangs zitierte Bild soll Warnung sein: die Tür zu ungebremstem Wachstum, die Tür zur Verschwendung der Ressourcen, die Tür zur reinen Spaßgesellschaft, die Tür zur Ausbeutung der Schöpfung und viele andere Türen, die zu nichts führen.
Welche müssen sich dringend öffnen? Wer hat den Mut, sie zu öffnen, da sie oft klemmen? Die Tür zur Verantwortung, die Tür zur Solidarität, die Tür zu einem menschlichen Miteinander, die Tür zu einem sorgsamen und achtsamen Umgang mit der Mitwelt. Dies zeigt sich besonders dann, wenn Mitmenschen ihnen die Tür ihres Herzens öffnen und dann, wenn Sie fähig sind, auch die Tür ihres Herzens weit aufzumachen für die Menschen in ihrer Umgebung.
Und deshalb: Vernachlässigen sie die Kirchentür nicht, auch wenn sie oft alt, knorrig und unzugänglich erscheint. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Botschaft Jesu und die Feier seines Gedächtnisses in der Eucharistie die Herzen so formen, dass sie wirklich zukunftstauglich sind.
So sind die Bilder und Worte der Bibel nicht weit hergeholt, sondern passen auch in unser heutiges Leben, gerade jetzt, wo Wege enden und sich neue Türen öffnen, hinter denen dann nicht das "Nichts", sondern neues Leben steht. Amen



Fürbitten:


Herr, in dieser Stunde des Abschieds kommen wir mit unseren Bitten zu dir:

Wir bitten dich, gib den Eltern den Mut. Ihre Kinder loszulassen, damit sie eigene Erfahrungen machen können, im Vertrauen darauf, dass du auf ihrem Weg bei ihnen bist.

Wir bitten dich, lass uns nicht vergessen, dass es andere Kinder in der Welt gibt, die nicht in die Schule gehen dürfen und hilf uns, unsere Bildung als Geschenk anzusehen.

Wir bitten dich: Hilf uns, die richtigen Entscheidungen auf unserem Lebensweg zu treffen.

Wir bitten dich um Kraft und Unterstützung in neuen, unbekannten Situationen, in denen wir uns alleine fühlen.

Wir bitten dich, lass uns unsere Klassenkameradinnen nicht aus den Augen verlieren.

Für uns, unsere Mitschülerinnen und unsere Lehrer: Schenke uns allen erholsame und frohe Ferien.


Guter Gott, erhöre unsere Bitten, jetzt, wo sich neue Türen öffnen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen



Gabenbereitung: Brot, das die Hoffnung nährt


Gabengebet:


Gütiger Gott, in dieser Feier danken wir Dir für die zurückliegen-de Schulzeit und bitten dich: Stärke uns auf unserem Weg, damit sich neue Türen öffnen und Gutes entsteht auf dem Fundament, das in den letzten Jahren gelegt wurde.
Darum bitten wir durch....



Meditationstext (nach der Kommunion)


Gott, ich suche eine Hand, die mir den richtigen Weg deutet, die mich an Hindernissen vorbei führt und mir die schönen Seiten des Lebens zeigt.

Ich suche eine Hand, die mich hält und ermutigt, die mich beru-higt und schützt.

Ich taste nach einer Hand, die mich begleitet und führt, die mich heilt und rettet

Ich brauche eine Hand, die stark ist und mich trägt, die mich er-greift, mich nicht loslässt.

Ich brauche eine Hand, die mit mir ist in meinen Entscheidun-gen, befreiend und stärkend.

Ich möchte eine Hand, die es gut mit mir meint, die sich zärtlich um mich legt.

Ich sehne mich nach einer Hand, der ich mich restlos anvertrau-en kann, die treu ist, die mich liebt.

Ich brauche eine Hand, die mir hilft, die richtigen Türen zu öff-nen.

Ich suche eine Hand, in die ich meine Hände und auch mein Herz hineinlegen kann, eine Hand, in der ich geborgen bin.



Schlussgebet


Guter Gott, wir haben dir in dieser Feier gedankt. Unsere Zukunft geben wir in deine Hände. Wir vertrauen darauf, dass Du bei uns bleibst, wenn wir durch neue Türen in neue Lebensabschnitte gehen. Schenke uns Leben in Fülle.
Darum bitten wir...



Schlusslied: O happy day

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