Realschulabschluss

Realschulabschlussgottesdienst
23.07.2010, 08.30 Uhr, Schulkirche

"Labyrinth - seinen Weg finden"

Liebe Absolventinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Labyrinth - seinen Weg finden, schauen wir am Beginn des Gottesdienstes auf ein kleines Anspiel zu diesem Thema des Abschlussgottesdienstes:


Person 1: (fuchtelt mit einem Stadtplan wild herum)
Oh Mann, wo ist nur diese doofe Straße?! In fünf Minuten muss ich dort sein! Dieser blöde Stadtplan hilft mir auch nicht weiter.

Person 2: (kommt zufällig vorbei):
Hallo, kann ich dir vielleicht helfen?

Person 1:
Oh hallo. Ja, das wäre sehr nett. Ich muss in fünf Minuten bei einem wichtigen Termin in der Goethestraße sein. Kannst Du mir bitte den kürzesten Weg dorthin zeigen?

Person 2:
Ja klar! Du gehst einfach die Straße entlang, bei dem großen Kaufhaus musst du links abbiegen und dann gehst du ungefähr noch 100 Meter und du stehst in der Goethestraße. Wo musst du denn hin?

Person 1:
Ich habe ein Vorstellungsgespräch bei der Fa. Klopp und will auf keinen Fall zu spät kommen.

Person 2:
Oh ja, natürlich! Die Firma Klopp ist am Ende der Straße. Viel Glück! Tschüss!

Person 1:
Danke für deine Hilfe, tschüss!

Umwege, Irrwege, der Weg unseres Lebens ist auf keinem Stadtplan verzeichnet, und doch müssen wir lernen, ihn zu gehen. Bitten wir um das Erbarmen Jesu Christi, der sich selbst als "der Weg, die Wahrheit und das Leben" bezeichnet hat:


Kyrie:

Christus, du unser Wegbegleiter, so mancher Stolperstein musste im Lauf der Schulzeit überwunden werden und wartet auch in der Berufswelt auf uns.

Gebetsruf: Herr, erbarme dich unser…

Immer wieder stehen Menschen vor Herausforderungen und unter Stress und Leistungsdruck.


Christus, du guter Hirte, oft fehlt es uns an Vertrauen in deine Nähe und Begleitung.



Vergebungsbitte



Gloria





Tagesgebet
Gütiger und Leben spendender Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir an Gutem und Wertvollem empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir jetzt auseinander gehen und gib uns alles, was wir brauchen, wenn wir jetzt durch das Labyrinth unseres Lebens gehen.
Darum bitten wir...


Lesung aus dem Buch Ezechiel

Du aber, Menschensohn, ich gebe dich dem Haus Israel als Wächter; wenn du ein Wort aus meinem Mund hörst, musst du sie vor mir warnen. Wenn ich zu einem, der sich schuldig gemacht hat, sage: Du musst sterben! , und wenn du nicht redest und den Schuldigen nicht warnst, um ihn von seinem Weg abzubringen, dann wird der Schuldige seiner Sünden wegen sterben. Von dir aber fordere ich Rechenschaft für sein Blut. Wenn du aber den Schuldigen vor seinem Weg gewarnt hast, damit er umkehrt, und wenn er dennoch auf seinem Weg nicht umkehrt, dann wird er seiner Sünden wegen sterben; du aber hast dein leben gerettet.
Wort des lebendigen Gottes!

Antwortgesang:

Aus dem Evangelium nach Lukas:

In jener Zeit betete Jesus einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat: Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, ein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldet. Und führe uns nicht in Versuchung.
Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote, denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten! , wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.
Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt:

Liebe Absolventinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Vor etlichen Jahren hatten die Religionslehrer unserer Schule einen Gastreferenten eingeladen, der uns ausführlich mit dem Symbol des Labyrinths vertraut gemacht hat. Er hat uns damals auch ein "kleines Labyrinth" geschenkt, das ich euch heute zum Beginn der Predigt zeigen möchte. Dieses Labyrinth hatte in den vergangenen Jahren ein eher vergessenes Dasein im Oratorium gefristet, aber durch Euer Thema "Labyrinth - seinen Weg finden" ist es mir wieder neu ins Bewusstsein getreten.
Was ist die Bedeutung des Labyrinths? Es ist ja in der Tat ein altes Symbol, das weit in die Geschichte der Menschheit, in alte Mythen und Erzählungen zurückreicht und sich noch heute am Boden gotischer Kirchen, wie z. B. in der Kathedrale von Chartres in Frankreich findet.
Ein Labyrinth ist kein Irrgarten, der uns - wie der Name sagt - in die Irre führt, in Sackgassen, wo wir uns nach einigen Abzweigungen nicht mehr auskennen. Ein Labyrinth betritt man und wird zum Ziel geführt, allerdings nicht auf einem geraden Weg (den wir gerne immer hätten), sondern auf Umwegen, in eng angelegten Windungen, mit Kehren, um dann nach langem Weg endlich die Mitte, das Ziel erreicht zu haben.
So wird das Labyrinth zum Symbol des Lebensweges und nicht zufällig galt das Abgehen eines Labyrinths im Mittelalter als Ersatz für eine Wallfahrt, die ja auch Zeichen unseres Unterwegsseins, unserer irdischen Pilgerreise ist.
Auf diesem Weg durch euer Leben habt ihr, liebe Absolventinnen nun wieder eine solche Kehre im Labyrinth des Lebens erreicht. Ein neuer Abschnitt steht bevor. Was euch nach der Kehre erwartet, ist noch unklar. Nun ist man ja im Labyrinth des Lebens nicht allein. Schon bisher gingen viele Menschen mit: die Eltern und Angehörigen, in den vergangenen Jahren Mitschülerinnen und Lehrer. Und in all diesem Miteinander hat sich ereignet, was heute die etwas geheimnisvolle Lesung aus dem Buch Ezechiel zu sagen hat. Der Prophet wird zum Wächter für sein Volk, zum Warner, damit es nicht in die Irre läuft. Waren nicht auch die Eltern und Lehrer bisher in der Rolle des Ezechiel, euch zu warnen, wenn ihr in die Irre zu laufen drohtet? Und hätten sich Eltern und Lehrer nicht schuldig gemacht, wenn sie euch nicht gewarnt hätten? Die Aufgabe des Wächters ist kein Wellnessprogramm, nichts womit man sich anbiedern kann, es kann einen manchmal auch einsam und unbeliebt machen. Aber es ist eine notwendige Aufgabe, damit die Wendungen und Kehren im Labyrinth des Lebens gelingen.
Mit der Schulentlassung werdet ihr nun selbst ein wenig mehr in die Rolle des Lebenswächters hineinwachsen, Verantwortung übernehmen und Leben gestalten. Und die Wächteraufgaben für unsere Weltgesellschaft werden sicher nicht weniger und leichter. Wir brauchen heute Wächter für unser Klima, für unsere Umwelt, für soziale Verantwortung, für den Schutz der Menschenwürde am Anfang und Ende des Lebens, für Solidarität. So kann niemand Wächter sein, der sich nur mit sich selbst beschäftigt, auf ein wenig Spaß aus ist und ansonsten den Dingen ihren Lauf lässt. Denn als Christen sind wir überzeugt - wie es schon Ezechiel spürt - dass wir Rechenschaft ablegen müssen vor dem Gott des Lebens, der Barmherzigkeit und der Zukunft, der uns ja hindurchführen möchte durch das Labyrinth des Lebens, mit all seinen Windungen. Denn im Gegensatz zum Irrgarten, in dem wir uns verfangen, hat das Labyrinth eine Mitte, ein Ziel, zu dem wir gerufen sind, zu dem der Pilger im Mittelalter genauso unterwegs war wie wir: der lebendige Gott, in dessen Namen wir nun den neuen Lebensabschnitt beginnen. Amen


Fürbitten:

Herr, in dieser Stunde des Abschieds kommen wir mit unseren Bitten zu dir:

Herr, hilf uns, auch nach der Schule die richtigen Abzweigungen und Richtungen zu wählen, um unsere Ziele zu erreichen.

Herr, hilf uns, trotz mancher Orientierungsprobleme und Umwege unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Herr, lass gute Freundschaften aus der Schulzeit auch weiterhin Bestand haben!

Lass uns immer dankbar für unsere Schulzeit sein und gib auch anderen Kindern in der Welt gute und faire Bildungschancen!

Herr, gib uns die Kraft, die Menschen, die wir auf unserem Lebensweg treffen werden, zu akzeptieren so wie sie sind und eröffne ihnen die Chance, Teil unseres Lebens zu werden.

Lass uns auch in schwierigen Situationen nicht vergessen, dass du unser Wegbegleiter bist, auch wenn wir manchmal daran zweifeln.

Guter Gott, erhöre unsere Bitten, jetzt, wo sich neue Türen öffnen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen


Gabenbereitung:


Gabengebet:
Gütiger Gott, in dieser Feier danken wir Dir für die zurückliegende Schulzeit und bitten dich: Stärke uns, damit wir uns im Labyrinth des Lebens zurechtfinden und neue Wege als Chance erkennen.
Darum bitten wir durch....

Sanktus:

Friedenslied:

Kommunion:

Meditationstext (nach der Kommunion):


Labyrinthe gibt es an vielen Orten der Welt.
Sie bilden den Lebensweg der Menschen ab.
Dieser Weg ist nicht geradlinig.
 Er führt zu einem Ziel, zur Mitte 
und wieder zurück. 

Diese Wege kennen anfängliche Begeisterung,
die bis an die Mitte führt.
Doch dann geht es nicht mehr so weiter,
wie man es sich vorgestellt hat. 

Umkehren, sich neu orientieren ...
 Das sind oft dunkle Stellen im Leben.
Ein Labyrinth erschließt seinen Sinn im Nachgehen,
 im Nach-Zeichnen des Weges.
 Die Hoffnung, an ein Ziel zu gelangen,
 kann Mut machen, auch dort weiterzugehen,
wo man weit weg von der Mitte, vom Ziel ist. 

Leben braucht solche Hinwege, 
aber auch den Rückweg, immer wieder den Weg zur Mitte,
 zu sich selber, zu den eigenen Quellen,
 zurück ins eigene Leben.
Das Labyrinth ist eine Einladung,
den eigenen Lebensweg nachzugehen. 

Wohin möchte ich in meinem Leben gehen?
Welche Sackgassen, Irrwege, Mauern umgeben mich?
Was wünsche ich mir, um meine Wege gehen zu können?
Wo möchte ich einsteigen, außen oder in der Mitte?


Schlussgebet:

Guter Gott, wir haben dir in dieser Feier gedankt. Unsere Zukunft geben wir in deine Hände. Wir vertrauen darauf, dass Du bei uns bleibst, wenn wir im Labyrinth des Lebens nun in neue Lebensabschnitte gehen. Schenke uns Leben in Fülle.
Darum bitten wir...

Wunsch:
Für Euren Weg durch das Labyrinth des Lebens wünsche ich Euch von Herzen alles Gute. Dazu erbitten wir jetzt auch den Segen des lebendigen Gottes:

Segen

Schlusslied

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