Realschulabschluss

Realschulabschlussgottesdienst
22.07.2011, 08:30 Uhr
St. Martin

„Baustelle Leben“

Eingangslied: Somebody´s knocking…

Liturgische Begrüßung

Liebe Absolventinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zu unserem Abschlussgottesdienst möchte ich Sie alle ganz herzlich begrüßen. „Baustelle Leben“ – ein sehr treffendes Thema, das unsere Absolventinnen für diesen Tag gewählt haben. Hören wir dazu ein kurzes Rollenspiel:


P4: Sind wir nicht alle Bauarbeiter, die ihren eigenen Lebensweg gestalten?

Drei Personen befinden sich in einer Sackgasse und stehen nun vor einer Mauer:

P1: Hey, da ist eine Mauer! Was machen wir denn jetzt?

P2: Ich weiß auch nicht, was wir machen sollen. Zurück können wir auch nicht mehr.

P3: Wir müssen uns nur trauen, die Mauer einzureißen!

P1: Bist du dir sicher?

P3: Augen zu und durch! (Mauer wird eingeschlagen)

P2: Aber ich nehme mir noch eine Erinnerung aus dem vergangenen Lebensabschnitt mit.

Kreisverkehr
P3: (Spielstraßenschild) Ich würde schon gerne später einmal eine Familie gründen.

P2: (Flugzeugschild) Ich möchte erst mal Karriere machen und die Welt entdecken.

P1: (Steinschlagschild) Ich habe Angst vor der Zukunft. Am liebsten würde ich zurückgehen, aber das geht leider nicht.

P3: Ach komm, du schaffst das schon! Mach dir keine Sorgen!

P2: Auch wenn’s eine wunderschöne Zeit war, müssen wir jetzt unsere eigenen Wege gehen!

Verabschiedung


Kyrie-Rufe:

Oft gleicht unser Leben einer Baustelle und wir sind nur damit beschäftigt uns selbst etwas aufzubauen, sodass wir unsere Mitmenschen aus dem Blick verlieren.

Herr erbarme dich.

Manchmal setzen wir Menschen die falschen Prioritäten und verschwenden unsere Zeit mit dem Bau von Nebengebäuden und schmückendem Beiwerk anstatt uns um tragende Mauern und Fundamente zu kümmern.

Herr erbarme dich.

Von Zeit zu Zeit fehlt uns Menschen der nötige Antrieb und die Energie an unserer Baustelle des Lebens weiterzubauen, und wir geben uns zu schnell mit unfertigen Projekten zufrieden.

Herr erbarme dich.

In manchen Zeiten sind wir Menschen versucht, uns auf schnelle und bequeme Lösungen zu verlassen, ohne die Verlässlichkeit oder Stabilität des Projekts zu prüfen. (Claudia Bayer)
Herr erbarme dich.

Vergebungsbitte


Tagesgebet
Gütiger und Leben spendender Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir an Gutem und Wertvollem empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir jetzt auseinander gehen und gib uns alles, was wir auf der Baustelle unseres Lebens brauchen.
Darum bitten wir...


Lesung aus dem Buch Genesis:

Zur Zeit, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte, gab es auf der Erde noch keine Feldsträucher und wuchsen noch keine Feldpflanzen; denn Gott, der Herr, hatte es auf der Erde noch nicht regnen lassen, und es gab noch keinen Menschen, der den Ackerboden bestellte; aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze Fläche des Ackerbodens.
Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus dem Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.
Dann legte Gott der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte. Gott, der Herr, lies aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen, verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von gut und böse.
Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.
(Gen 2,4b – 15 in Auszügen)

Wort des lebendigen Gottes


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:


In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!
Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.
(Mt 7,21 – 27)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus


Predigt

Liebe Absolventinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Kennen Sie Max Maulwurf? Er erscheint auf Plakaten und weist die Reisenden der deutschen Bahn auf Baustellen hin, die – wie es oft heißt – leider unvermeidlich sind. Oder auf vielen Hinweisschildern an Autobahnen: „Baustelle bis… wir bauen für sie!“ Baustellen – lästig und doch unumgänglich, weil hilfreich.
Baustellen begegnen uns im Leben immer wieder und so ist es nahe liegend, auch das ganze Leben als eine Baustelle zu bezeichnen, bei der immer wieder umgebaut, ausgebessert und erneuert wird.
Eine große Lebensbaustelle ist sicher die Schule. Als Sie vor sechs Jahren hier an die Schule kamen, wurde versucht, mit leichterem oder auch schwerem Gerät neue Wissensstraßen anzulegen, die Sümpfe der Unwissenheit trockenzulegen, manche Unebenheit zu glätten, Lücken aufzufüllen, usw. Baustellen sind kein Wellnessprogramm, vielleicht wird von daher die Schule nicht immer als angenehm empfunden, vielleicht sehnte man sich deshalb nach dem Wochenende, an dem die Baufahrzeuge ruhten und die „Baustelle Schule“ geschlossen blieb, bis es eben am Montag wieder losging. „Heute ist doch Montag“, so hörte ich öfter als Begründung, wenn die Baustelle Schule wieder in Gang kommen sollte und das Unterrichtsgespräch nur schleppend anlief.
Wenn Sie jetzt die Schule verlassen, dann gehen Sie in neue Baustellen, in die Berufsausbildung, in die Fachoberschule, wohin auch immer. So bleiben Sie auf der „Baustelle Leben“ und nehmen aus dem heutigen Abschlussgottesdienst die beiden Lesungstexte mit, die auch mit dem Thema „Baustelle leben“ zu tun haben.
Aus dem Buch Genesis haben wir eben die Textstelle zum Thema gehört. Die Schöpfungsberichte sagen uns ja Wesentliches über uns Menschen selbst: Gott töpfert den Menschen aus dem Ackerboden: Der Mensch als ein kunstvolles, aber auch zerbrechliches Tongefäß. Ein erster Auftrag an uns: In unserer Persönlichkeit immer weiter zu wachsen, durch Lebenserfahrung, durch die Mithilfe anderer Menschen zum Kunstwerk zu werden und wenn einmal etwas zu Bruch gegangen ist, nicht zu resignieren, sondern sich an die Reparatur zu machen. Und dann: Gott setzte den Menschen in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte. Den Garten Eden, unsere Erde, nicht zu zerstören durch blinde Ausbeutung nach dem Motto „Nach uns die Sintflut“, sondern sie immer wieder zu heilen. Das wird die große Baustelle dieses Jahrhunderts sein und ich bin mir nicht sicher, ob wir dafür schon die nötigen Werkzeuge haben.
Am Ende der berühmten Bergpredigt, dem Architekturprogramm einer neuen Welt, spricht Jesus auch von einer Baustelle. Wer seine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann (eine kluge Frau), der (die) sein (ihr) Lebenshaus auf einen Felsen gebaut hat. Dass Wassermassen heranfluten und Stürme am Haus rütteln, können wir nicht verhindern. Wir können aber das Lebenshaus entsprechend stabilisieren: Was verleiht dem Haus Stabilität? Aus der Fülle der Bergpredigt nur einige Beispiele: Versöhnung, Wahrhaftigkeit: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein, den Mitmenschen niemals abschreiben, das Gebet, ein einfacher Lebensstil, nicht über andere richten, und dann die goldene Regel: Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen. Baupläne für die große Baustelle Leben, auf der Sie nun auch nach ihrer Schulzeit erfolgreich weiterarbeiten sollen. Amen

(kurze Stille)

Fürbitten:

Achtung Vorrang!
Was hat in meinem Leben Vorrang? Ich selber mit meinen Wünschen und Problemchen, mit Geld, Mode und dem guten Ruf, oder meine Mitmenschen? Herr, gib uns die nötige Aufmerksamkeit, die wichtigen Dinge im Leben zu erkennen!

Geschwindigkeitsbegrenzung!
Manchmal sind wir etwas zu schnell mit unseren Urteilen über andere. Die Schublade ist rasch zugemacht. Herr, lass uns verstehen, dass es gut ist, wenn wir uns manchmal selber ausbremsen.

Baustelle!
O nein, schon wieder eine Baustelle! Staub, Lärm, Umleitungen. Das nervt. Oder? Vielleicht ist es ganz gut so, dass in unserer Welt Baustellen sind, es Veränderungen gibt und wir, wenn die Baustelle wieder weg ist, Neues sehen können. Herr, gib uns die Bereitschaft, uns auf Neues, vorher Unbekanntes, nie da Gewesenes einzulassen.

Fußgängerweg!
Zu Fuß unterwegs. Auf den eigenen Füßen stehen. Aber auch noch bei Mutti an der Hand. So sehen wir das Kind auf dem Verkehrszeichen. Auch
wir brauchen manchmal eine Hand, die uns hält, obwohl wir längst erwachsen sind. Herr, sende uns Menschen, die uns eine Stütze sind.

Schlechte Wegstrecke!
Es gibt Wege, die sind einfach holprig und voller Löcher. Das sind die Phasen des Lebens, die mit Problemen aufwarten. Wir können nicht jedes Schlagloch umfahren. Manchmal ruckt es gewaltig. Herr, verleihe uns Weitsicht, solche Hindernisse frühzeitig zu erkennen, damit wir uns auf den Ruck einstellen können.


Gabengebet:
Gütiger Gott, in dieser Feier danken wir Dir für die zurückliegende Schulzeit und bitten dich: Stärke uns durch deine Gaben damit der Weiterbau auf der „Baustelle Leben“ gelingt.
Darum bitten wir durch....



Nach der Kommunion

Meditationstext:
(Antoine de Saint Exupery: Herr, lehre mich die Kunst der kleinen Schritte)

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lass mich immer wieder herausfinden aus dem täglichen Trott, aus dem ermüdenden Einerlei und Vielerlei, aus Angst und Langeweile. Zu mir selbst möchte ich finden. Hilf mir dazu!

Bewahre mich vor der kindischen Angst, ich könnte das Leben versäumen und leben, ohne das Leben zu erleben. Es kommt ja nicht darauf an, dass ich erfolgreich, sondern dass ich gesegnet bin.
Gib mir nicht, was ich wünsche, sondern was ich brauche. Das weißt du allein. Lass mich erkennen, dass Träume nicht weiterhelfen, weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.
Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, wodurch wir wachsen und reifen, um unser Leben zu meistern.
Schenke mir eine Portion Misstrauen gegen mich selbst; keiner kann die Hand für sich ins Feuer legen. Erinnere mich in kritischen Minuten daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Ich möchte mich nicht beeinflussen lassen vom Gerede der Leute, alles sehen und vieles übersehen. Gib mir die Kraft dazu.
Halte mich fest, wenn ich versucht bin, bitter oder verbittert zu werden. Schicke mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, die Wahrheit in Liebe zu sagen. Gib mir die tägliche Wachsamkeit für Leib und Seele, eine Geste der Barmherzigkeit, ein gutes Wort, ein freundliches Echo und wenigstens hin und wieder das Erlebnis, dass man noch gebraucht wird.
Ich weiß, dass sich viele Probleme dadurch lösen, dass man etwas tut.
Gib, dass ich warten kann. Ich möchte dich immer aussprechen lassen. Das Wichtigste im Leben sagt man nicht sich selbst, es wird einem gesagt.
Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen. Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschäft des Lebens gewachsen bin. Ich möchte trösten, aber bewahre mich vor der Gefahr, dass ich andere nur vertröste. Ich möchte das nötige Stehvermögen haben, um Haltlosen Kraft zu bieten.
Herr, gib mir die Kraft, die Kunst der kleinen Schritte für heute zu lernen.
Quelle: „Die Stadt in der Wüste“

Schlussgebet
Guter Gott, wir haben dir in dieser Feier gedankt. Unsere Zukunft geben wir in deine Hände. Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir nun weiterbauen an unserem Leben und an unserer Gesellschaft.
Darum bitten wir...

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