Realschulabschluss

Realschulabschlussgottesdienst
19.07 2013, 08:30 Uhr
Schulkirche

Thema: „Ich bin das Omega und das Alpha“

Eingangslied: Meine Zeit steht in deinen Händen

Liturgische Begrüßung

Liebe Absolventinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zu unserem Abschlussgottesdienst möchte ich Sie alle ganz herzlich begrüßen. „Omega und Alpha, eine Umkehrung der gewohnten biblischen Reihenfolge: Ende der Schulzeit und Beginn eines neuen Lebensabschnitts, dafür danken wir heute, dazu bitten wir um Gottes Begleitung und Segen. Hören zunächst einige Gedanken zur Sammlung und Vorbereitung:

Einstiegsgedanke: „Nie mehr“ von Cro (R10a)

Jeden Tag Eintrag, Nachsitzen freitags
Gibt mir 30 Seiten und begibt sich auf die Heimfahrt.
Vielen Dank für diese wunderschöne Zeit!
Nein, ich wird´ sie nie vergessen,
doch so langsam bin ich reif
und ich schnappe meinen Beutel und verlasse das Gebäude
mit nem dicken fetten Smile und singe nur dabei:
Nie mehr komm ich wieder zurück, nie mehr.

Das Lied soll zu Beginn des Gottesdienstes vorgespielt werden. Im Anschluss daran knüpfen die Schülerinnen anhand von Plakaten zunächst an dieses Gefühl der Erleichterung an, ihre Schulzeit hinter sich gebracht zu haben. Sie verabschieden sich von einigen Dingen. Dann aber soll auch die Situation zur Sprache kommen, dass man sich in der Schule aufgehoben fühlte und ein mulmiges Gefühl har, was den Neuanfang betrifft, der auf jede Absolventin nun wartet.


Rollenspiel zur Gefühlslage der Absolventinnen

Mit dem heutigen Tag verlassen wir die Johanna-Decker-Realschule. Das ist ein schöner und wichtiger Moment in unserem Leben. Mit gemischten Gefühlen schauen wir dabei zurück auf unsere Schulzeit und zugleich nach vorne auf das, was uns in der Zukunft erwartet:

Erleichterung
Ich bin erleichtert, dass ich die Abschlussprüfungen gut gemeistert habe und nun erst mal der ganze Druck vorbei ist.

Dankbarkeit
Ich bin dankbar dafür, dass ich in meiner Schulzeit viele Freundinnen gefunden habe, viele wichtige Erfahrungen machen durfte und sich die Lehrer um unser Wohlergehen bemüht haben.

Geborgenheit
Wenn ich an die 6 Jahre Realschulzeit zurückdenke, verspüre ich auch ein Gefühl der Geborgenheit, da ich mich an der Johanna-Decker-Schule immer wohl gefühlt habe.

Wehmut
Natürlich packt mich schlussendlich auch eine gewisse Wehmut. Ich werde den Schulalltag, meine Freunde und die ganze Klasse vermissen!

Vorfreude
Doch zugleich freue ich mich auf das Neue, es wird spannend, neue Erfahrungen kommen auf mich zu. Jetzt packt mich doch die Vorfreude.

Freiheit
Mit dem Abschluss habe ich auch ein Stück Selbstständigkeit erlangt. Ich fühle mich freier, weil ich bald mein eigenes Geld verdienen werde und dadurch nicht mehr so abhängig von meinen Eltern bin.

Unsicherheit
Trotz aller Freude fühle ich mich auch ein bisschen unsicher, da ich nicht weiß, was alles auf mich zukommen wird.

Vertrauen
Was auch immer uns erwartet - letztlich vertraue ich darauf, dass die Zukunft gut werden wird. Mit Gottes Hilfe werde ich meinen Weg finden.


Kyrie-Rufe:

Herr, wir durften deine Kraft in den vergangenen sechs Jahren erfahren und haben doch Angst vor dem Neubeginn.
Herr erbarme dich.

Herr, während unserer Schulzeit durften wir wertvollen Menschen begegnen, stehen aber jetzt vor der Herausforderung, neue Menschen in unser Leben zu lassen.
Christus erbarme dich.

In den letzten Jahren haben wir viele Erkenntnisse und Eindrücke gewonnen, die uns auf unserem weiteren Lebensweg helfen können.
Herr erbarme dich.

Vergebungsbitte

Tagesgebet
Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir an Gutem und Wertvollem empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir jetzt auseinander gehen, Vergangenes hinter uns lassen und uns neu orientieren.
Darum bitten wir...


Lesung aus der Geheimen Offenbarung des Johannes
(Apk 21, 1 – 7)

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.
Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr. Er sagte zu mir: Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt. Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Wort des lebendigen Gottes

Zwischengesang: Ins Wasser fällt ein Stein

Evangelium:
(Mt 7, 13 – 14)

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg ist schmal, und nur wenige finden ihn.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Absolventinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Die beiden biblischen Lesungen, die für den heutigen Gottesdienst ausgesucht wurden, sprechen Motive und Symbole an, die uns diesen Tag ein wenig einordnen: Ich bin das Alpha und das Omega, Anfang und Ende, der Weg und das Tor. Alle diese Motive haben mit Weg und Bewegung zu tun.
Nun ist das Ende der Schulzeit, der Abschied von der (hoffentlich) lieb gewonnenen Schulumgebung ein „bewegender“ Augenblick. In weiser Voraussicht, dass die Schulzeit eine wesentliche Etappe, aber eben nur eine Etappe ihres Lebens ist, haben Sie den Spannungsbogen, den uns die Lesung vorgibt umgekehrt: Omega und Alpha, das heißt, nach dem Abschluss nun ein neuer Beginn, ein neuer Lebensabschnitt. Doch auch die biblische Anordnung bleibt natürlich gültig. Sie hat das Große Ganze im Blick, den Spannungsbogen der ganzen Schöpfung, in der auch Ihr Leben ein wesentliches Element ist. Sie können also nicht sagen, auf mich kommt es nicht an, nein, im großen Spannungsbogen des Alpha und des Omega ist auch ihr Leben ein wesentlicher Baustein, ohne den etwas fehlen würde, eben Sie mit Ihrer unverwechselbaren Persönlichkeit, die sich formt, wenn Sie immer wieder vom Erreichten (vom Omega) weitergehen zu einem neuen Alpha.
Wir könnten den heutigen Tag auch mit dem Symbolen des Tores und des Weges beschreiben, die das Evangelium anspricht. Wie oft sind Sie durch die Schulpforte gegangen und wie viele Wege sind sie allein in Ihrer Schulzeit gegangen, schon allein durch unser weitläufiges Schulgebäude! Doch das Evangelium macht eine beachtliche Differenzierung: Es spricht nicht einfach vom Tor und vom Weg, sondern vom engen und breiten Tor und vom schmalen und breiten Weg, es redet von Wegen zum Verderben und zum Leben. Das Motiv von den beiden Wegen (und Toren) ist alt und weit verbreitet, auch Jesus hat es aufgegriffen, nicht um zu drohen oder Druck zu erzeugen, sondern um zu helfen.
Im Grunde geht es um die Grundfrage: Was ist gut? Was ist böse? Von Albert Schweitzer habe ich den Satz gelernt: Gut ist, was Leben fördert, böse ist, was Leben zerstört. Wenn wir das Wort „böse“ wörtlich nehmen, bedeutet es „Das Aufgeblähte“, das, was sicher größer macht als es ist. Ist es nicht die große Gefahr unserer Zeit, dass sich der Mensch in allen Bereichen größer macht als er ist, dass er längst das gute, gesunde Maß überschritten hat und „maßlos“ geworden ist, in einer unstillbaren Gier nach immer mehr, immer weiter und immer höher. Die Folgen für die Natur, für unsere Gesellschaft treten inzwischen deutlich zu Tage. Aber immer noch scheuen sich Politiker, aber auch einzelnen Menschen, den breiten Weg des Verderbens zu verlassen und umzusteuern. Immer wieder gehen sie durch das breite Tor.
Liebe Absolventinnen, wer im Sinne des oben gesagten immer wieder vom Omega zum Alpha, von einem Ende zu einem neuen Anfang geht und so echte, lebendige Persönlichkeit und nicht nur konsumorientierte Mitläuferin sein will, der sollte sich im Übergang zu einem neuen Lebensabschnitt mit dem „engen Tor“ und dem „schmalen Weg“ beschäftigen. Dieser Weg ist der Weg des gesunden Maßes, der Sorge um künftige Generationen, der Sorge für die Mitwelt, denn gut ist ja, was Leben fördert. Dann ist es auch der Weg des Verzichts, der eben anstrengender sein kann als die schnelle Befriedigung. Alle ernstzunehmenden Philosophen und Religionsstifter haben das gute mittlere Maß, das Extreme und Übertreibungen vermeidet, in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen gestellt. Beste Beispiele hierfür sind Jesus v. Nazareth, aber auch die Lehre des Buddhismus, die vom edlen achtfachen Pfad redet, der zur Erleuchtung, zu Heil und Leben führt.
Wenn Sie jetzt in ein neues „Alpha“ hinein- oder besser hinausgehen, nehmen Sie die Worte Jesu aus dem Evangelium mit in Ihr Reisegepäck. Dann bin ich sicher, dass Sie sich auf den Weg des Lebens begeben. Das wünsche ich Ihnen von Herzen. Amen

(kurze Stille)

Fürbitten:

Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit kommen wir mit unseren Bitten und Fürbitten zu dir:

1. Für uns Absolventinnen: Wir bitten Dich um einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt!


2. Für uns Absolventinnen: Wir bitten Dich, dass unsere Schulfreundschaften trotz der neuen Aufgaben weiterhin erhalten bleiben.


3. Für unsere Eltern: Schenke ihnen weiterhin Gesundheit und Geduld, uns auf unserem weiteren Lebensweg zu begleiten.


4. Für unsere Lehrerinnen und Lehrer: Gib ihnen die Stärke, die Schülerinnen gut auf ihrem Weg zum Abschluss zu begleiten.


5. Für alle Menschen: Gib ihnen die Möglichkeit, wie wir eine gute Schulbildung zu erhalten, so dass sie ihre Perspektiven umsetzen können.

Gütiger Gott, du hörst uns, wenn wir zu dir rufen und dich bitten. Sei uns nahe, wenn wir jetzt den Absprung wagen und aus einander gehen, darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Gabenbereitung: Wenn das Brot, das wir teilen


Gabengebet:
Gütiger Gott, in dieser Feier danken wir Dir für die zurückliegende Schulzeit und bitten dich: Stärke uns durch deine Gaben, damit aus dem Ende unserer Schulzeit der gute Anfang eines neuen Lebensabschnitts wird.
Darum bitten wir durch....

Sanktus: Heilig rufen Himmel…

Vater unser (gebetet)

Friedenslied: Gib uns Frieden jeden Tag

Kommunion (instrumentale Begleitung)

Nach der Kommunion: Meditationstext

An einem tristen Nachmittag im Juli saß ein Mädchen auf einer Parkbank. Es starrte zu Boden und dicke Tränen liefen über ihr Gesicht und fielen auf den grauen Asphalt. Ein alter Mann setzte sich zu ihr und reichte ihr ein Taschentuch. „Warum sitzt du hier und weinst, mein Kind?“ Das Mädchen schnäuzte, schaute in seine großen, braunen warmen Augen und fing erst zaghaft, doch dann immer vertrauter an zu erzählen: „Nun ja, in einer Woche habe ich Abschlussfeier und meine Schulzeit ist vorbei. Dann beginnt ein neuer Abschnitt in meinem Leben, ich werde meine Schulfreundinnen nicht mehr so häufig sehen und es macht mir Angst, dass es jetzt an der Zeit ist, auf eigenen Beinen zu stehen und dass ich das nicht schaffe. Wissen Sie, ich fühle mich plötzlich so allein und ich weiß nicht, ob ich wirklich schon bereit bin für mein zukünftiges Leben.“ Verständnisvoll nickt der alte Mann und nach einigen Minuten des Schweigens sagt er schließlich: „Ich kann deine Bedenken verstehen, man hat immer Angst vor Veränderungen, doch man muss auch einmal etwas Neues wagen, neue Chancen ergreifen und Altes in guter Erinnerung bewahren. Doch auf neuen Wegen stehen dir Menschen bei, die dir helfen, selbstständig zu werden. Du bist nie allein.“ Lange sah sie den alten Mann an, sie wurde das Gefühl nicht los, ihn zu kennen. Seine Augen leuchteten und mit warmherzigem Lächeln sprach er. „Ich werde auch immer bei dir sein, jeden Tag, jede Stunde, immer wenn du mich brauchst, bin ich da. Ich werde dich nie allein lassen, denn ich bin der Herr, der dich von Anfang bis Ende beschützt.“ Plötzlich schien durch die tief hängenden Wolken die Sonne. Das Mädchen blickte zum Himmel und dann wieder zu dem alten Mann. Dieser allerdings war nicht mehr da. Nur in ihrer Erinnerung sah sie ihn, genauso wie sie die vergangene Zeit in ihrer Erinnerung sah und lächelnd ging sie ihres Weges.


Danklied: Sing mit mir ein Halleluja


Schlussgebet
Guter Gott, wir haben dir in dieser Feier gedankt. Unsere Zukunft geben wir in deine Hände. Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir nun in einen neuen, uns noch unbekannten Lebensabschnitt gehen.
Darum bitten wir...


Schlusslied: Good news

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