Realschulabschluss

Realschulabschlussgottesdienst
18.07 2014, 08:30 Uhr
Schulkirche

Thema: „Lebenskompass: Zeige mir den richtigen Weg“

Eingangslied: Meine Zeit steht in deinen Händen

Liturgische Begrüßung

Liebe Absolventinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zu unserem Abschlussgottesdienst möchte ich Sie alle ganz herzlich begrüßen. Heute steht ihr an einem wichtigen Punkt eures Lebensweges und so war es nahe liegend, das Thema „Lebenkopass – Zeig mir den richtigen Weg“ zu wählen. In einem Rollenspiel wollen uns nun einige Absolventinnen dieses Thema und auch eure Gefühlslage heute näher bringen.

Rollenspiel:

Requisiten: Schild FOS, Bushaltestelle, Umzugskarton, Kompass

Ziellose (seufzt):
„Jetzt ist es so weit, die Schule ist vorbei. Jahre lang habe ich auf diesen Tag hingefiebert, und jetzt? Ganz allein, jeder geht wo anders hin. Und ich? Ich stehe hier nur planlos rum. Bin ich die einzige, der es so geht?“

FOS (rennt hin):
„Hey, sorry, ich muss ganz schnell zur FOS. Weißt du, wo`s lang geht? Hier lang? Oder doch die andere Richtung?“

Ziellose:
„Na klar. Komm, ich begleite dich.“

Ziellose und FOS: Smalltalk

Ziellose (geht allein weiter):
„Na toll …jetzt bin ich wieder allein…“

Vorstellungsgespräch (sitzt an der Bushaltestelle; sehr nervös):
„O nein, mein Bus kommt nicht.

Zu Zielloser:
„Kennst du dich mit den Busverbindungen hier aus? Das gibt ja einen super Eindruck, wenn ich schon beim Vorstellungsgespräch zu spät komme.“
Ziellose:
„Welche Linie musst du denn fahren? Oder wann soll dein Bus kommen?“

Vorstellungsgespräch:
„5 vor halb fährt er normal.“

Ziellose:
„Warte mal… hier steht… 5 nach halb kommt er erst. Du hast dich verlesen. Also, keine Panik auf der Titanic. Das schaffst du schon noch.“

Vorstellungsgespräch
„Gott sei Dank! Ohne dich wäre ich echt aufgeschmissen. Vielen Dank!“

Ziellose:
„Kein Problem. Viel Glück! Ich muss leider weiter. Tschüss.“ (geht weiter  trifft auf 2. Kompass)

2. Kompass (mit Karton in der Hand; fällt etwas runter):
„Entschuldigung, kannst du mir das aufheben?“

Ziellose: „Na klar. (hebt es auf.) Du ziehst um, oder?“

2. Kompass:
„Ja, ich fange hier eine Ausbildung an. Und was machst du?“

Ziellose:
„Ich? ..Na ja,… ich…ich weiß nicht.“

2. Kompass:
„Du weißt nicht, was du machen willst? Das tut mir leid. Aber ich weiß, wie es dir geht. Ich wusste bis vor kurzem auch nicht genau, was ich machen soll. Aber keine Angst, du wirst auch bald wissen, was dir am besten gefällt. Weißt du was, ich habe eine Idee: (im Karton kramen): Ich müsste doch hier irgendwo einen … A ja hier ist er ja: Bitteschön, ein Kompass. (gibt Zielloser den Kompass) der soll dich auf den rechten Weg bringen. Ich schenke ihn dir. Ich brauche ihn nicht mehr, ich habe meinen Weg schon gefunden. Ich hoffe, er hilft dir auch so gut wie mir. Aber jetzt muss ich weiter. Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder. Viel Glück!“

Kyrierufe

Jessica Hierl
Wir Menschen verirren uns manchmal in einem Gewirr von falschen Entscheidungen und orientieren uns an falschen Werten.
Kyrie Kyrie eleison. (Taizé)

Teresa Schmidl
Herr, einige Menschen streichen ziellos und unglücklich durchs Leben und können keinen Sinn darin finden.

Franziska Wagner
Manchmal wollen wir Menschen nicht zugeben, dass wir Hilfe benötigen, um ans Ziel zu gelangen.

Vergebungsbitte

Tagesgebet
Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir an Gutem und Wertvollem empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir jetzt auseinander gehen, Vergangenes hinter uns lassen und uns neu orientieren.
Darum bitten wir...

Lesung

Lesung aus dem Buch der Psalmen

Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. Mein Gott, auf dich vertraue ich. Lass mich nicht scheitern, lass meine Feinde nicht triumphieren.
Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden; zuschanden wird, wer dir schnöde die Treue bricht.
Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade! Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heils. Auf dich hoffe ich allezeit.
Denk an dein Erbarmen, Herr und an die Taten deiner Huld, denn sie bestehen seit Ewigkeit.
(Ps 25, 1 – 6)
Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung: Gib mir die richtigen Worte

Evangelium: Joh 14,1 – 13

Jesus sagte zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren! Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, umeinen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater, das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Absolventinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Das Evangelium, das wir eben gehört haben, zumindest der erste Teil davon, ist häufig bei Beerdigungsgottesdiensten zu hören. Keine Angst, ich habe jetzt nicht die falsche Predigt mitgebracht, da ich glaube, dass Sie, liebe Absolventinnen, mit der Auswahl dieses nicht leichten Textes, den Kern besser getroffen haben. Natürlich lassen die „Wohnungen“, die Jesus bereiten will oder „dass er uns zu sich holen will“, an ein Leben nach dem Tod denken, doch wie alle Textstellen des Neuen Testaments sind sie zunächst geschrieben für die Jünger Jesu in ihrer jeweiligen Lebenssituation und spiegeln zwischen den Zeilen auch gewisse Probleme und Fragen wider:
Für die Zeit der ersten Christen höre ich heraus, dass die Bedeutung Jesu hier eindringlich betont wird: Wir mich sieht, sieht den Vater, er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Der Text rückt die Einzigartigkeit und Bedeutung Jesu für die Christen in Erinnerung. War sie nicht allen klar? So könnte man nachfragen.
Oder: Der Text spricht von Glaube und Werken. Es ist ein alter Streit, was nun wichtiger ist: Glaube und Werke. Diese Spannung wird in der Reformationszeit dann zu einem großen Zerwürfnis führen: Fromme Werke zum Heil oder der Glaube, der allein genügt, wie es Martin Luther sagen wird.
Was kann uns der Text heute in dieser ihrer Abschiedsstunde von unserer Realschule sagen. Der Text redet davon, dass Jesus Weg, Wahrheit und Leben ist. Sie sprechen im Thema auch vom „Lebenskompass“. Es ist sicher eine Ihrer großen Lebensfragen: Wie geht es weiter in der Ausbildung, im Studium? Wie wird mein Weg verlaufen? Sie werden vielleicht auch sagen: Ich muss meinen Weg gehen, was soll da „Jesus als der Weg“ bedeuten? Taucht wieder der alte Widerspruch zwischen Selbst- und Fremdbestimmung auf?
Ich möchte nochmals auf den Gedanken zurückkommen: Wer mich sieht, sieht den Vater. Jesus zeigt in seinem Auftreten, in seinem Leben, Handeln und in seinen Worten den „Vater“. Der Vater, das ist die göttliche Quelle, der Lebensgrund, Urgrund, der Schöpfer. Das Wesen dieses göttlichen Urgrundes zeigt sich also in der Persönlichkeit Jesu. Jesus wurde auf seinem Lebensweg Anwalt des Lebens. Wohin er kam, blühte Leben auf, darin zeigt sich sein Lebenskompass. Frauen und Kinder blühten auf, die gekrümmte Frau, die Sünderin, auch manche Männer wie Zachäus oder Levi. Bei vielen hat es auch nicht geklappt: bei den Pharisäern, den Hohenpriestern.
Doch Johannes sagt das nicht nur von Jesus, sondern appelliert auch an die Christen damals. Glaubt an diesen Jesus und seinen Weg, das will heißen: Zeigt auch ihr in eurem Leben den göttlichen Urgrund! Werdet auch ihr zu Menschen, durch die man den Vater erkennen kann. Werdet immer mehr das, was ihr schon seid: Ebenbilder Gottes!
Das heißt, wo ihr hingeht auf eurem Weg, soll Leben aufblühen. Es wird immer wichtiger, dass wir als Boten des Schöpfers die Schöpfung und ihre Ressourcen achten, dass wir eine Gesellschaft von Menschen aufbauen, die nicht nur Ansprüche und Rechte, sondern auch Achtsamkeit und Pflichten kennen. Wohin ich gehe, da soll Leben aufblühen – ich denke, das ist ein guter Kompass für ihren weiteren Weg. Amen

Fürbitten:

Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit kommen wir mit unseren Bitten und Fürbitten zu dir:

1. Heute ist unser letzter gemeinsamer Tag an dieser Schule. Schon bald wird jede von uns einen anderen Lebensweg einschlagen. Herr, hilf uns, damit wir unsere alten Freunde nicht vergessen und die gemeinsame Zukunft in guter Erinnerung bleibt. (Franzi)

2. Zahlreiche Menschen haben uns in den letzten Jahren auf unserem schulischen Weg begleitet und uns somit auf den Weg in die Zukunft vorbereitet, vor allem unsere Lehrer und Eltern. Herr, wir danken für ihre Unterstützung und bitten dich: Beschütze sie. (Laura)

3. In unserem neuen Lebensabschnitt wird nicht immer alles glatt laufen, neue Anforderungen und Schwierigkeiten werden uns begegnen. Herr, hilf uns, diesen neuen Lebensabschnitt gut zu meistern, kluge Entscheidungen zu treffen und nicht an Problemen zu zerbrechen. (Marlene)

4. Einige von uns haben Angst vor der Zukunft, vielleicht fehlt ihnen auch noch eine berufliche Perspektive. Sie fühlen sich orientierungslos und wissen nicht, wie es weitergehen soll. Herr, hilf ihnen, die Angst zu bewältigen, Mut zu fassen und stehe ihnen in dieser Zeit besonders bei. (Annalena)

5. Die Abschlussprüfung ist geschafft, heute bekommen wir unsere Zeugnisse. Herr, stehe allen bei, die diesen Weg noch vor sich haben und hilf ihnen. (Lisa)

Gütiger Gott, du hörst uns, wenn wir zu dir rufen und dich bitten. Sei uns nahe, wenn wir jetzt neue Wege wagen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Gabenbereitung: Wenn das Brot, das wir teilen

Gabengebet:
Gütiger Gott, in dieser Feier danken wir Dir für die zurückliegende Schulzeit und bitten dich: Stärke uns durch deine Gaben, damit aus dem Ende unserer Schulzeit der gute Anfang eines neuen Lebensabschnitts wird. Darum bitten wir durch....

Sanktus: Heilig, heilig, hosanna in der Höhe

Vater unser (gebetet)

Friedenslied: Wo Menschen sich vergessen

Kommunion (instrumentale Begleitung)

Nach der Kommunion: Meditationstext

Gestern hatte ich einen Traum. Wir standen am Anfang eines langen Weges, und ich wollte dir einen Rucksack packen, der dich für das Leben rüsten sollte. Ich dachte mir: „Eine Portion Durchhaltevermögen wäre sicher gut, damit du nicht gleich aufgibst, wenn der Weg steinig wird und steil ansteigt.“
Außerdem packte ich die Zielstrebigkeit dazu, damit du zügig vorankommen würdest. Zu guter Letzt legte ich auch noch einen Kompass bei, um dich ohne Umwege ans Ziel gelangen zu lassen. Zufrieden betrachtete ich den gefüllten Rucksack. – Und dann stellte ich mir vor, wie junge Leute heute sind: Es muss schnell vorwärts gehen, Herausforderungen werden gesucht. Da ist oft wenig Zeit zum Stehen bleiben und Staunen. Grenzen werden ausgetestet, Neues wird gewagt, Ziele werden verwirklicht. Und dann betrachtete ich den Rucksack und mir fiel auf, dass ich lauter Eigenschaften hineingepackt hatte, die wichtig und wertvoll sind. Und ich merkte: In meinen Rucksack packe ich die Geduld dazu, damit ich nicht gleich unruhig werde und meine, überall mithalten zu müssen.

Danklied: O happy day

Schlussgebet
Guter Gott, wir haben dir in dieser Feier gedankt. Unsere Zukunft geben wir in deine Hände. Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir nun in einen neuen, uns noch unbekannten Lebensabschnitt gehen. Darum bitten wir...

Segen

Schlusslied: Möge die Straße uns zusammenführen

aktuelle Termine:

22.11.2017

Buß- und Bettag

unterrichtsfrei...

07.12.2017

Elternsprechtag 1

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

11.12.2017

Elternsprechtag 2

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

22.12.2017

letzter Schultag vor den Weihnachtsferien

Gottesdienst in St. Martin
für alle Klassen...

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