Realschulabschluss

Realschulabschlussgottesdienst
24.07 2015, 08:30 Uhr, Schulkirche

„Jedes Ende ist ein neuer Anfang – every end is a new beginning“

Eingangslied:

Liturgische Begrüßung

Liebe Absolventinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zu unserem Abschlussgottesdienst möchte ich Sie alle ganz herzlich begrüßen. Heute steht ihr an einem wichtigen Punkt eures Lebensweges, an einem Ende und an einem neuen Anfang: Jedes Ende ist ein neuer Anfang“ – so das Motto dieses Abschlussgottesdienstes. Hören wir am Beginn einen Text zur Besinnung:

Besinnungstext:

Jeder Abschied ist auch ein Anfang, dieser Gedanke steht über unserem heutigen Gottesdienst. Wir verlassen diese Schule, die lange die unsere war, um etwas Neues zu beginnen. „Was bleibt?“, das fragt Christa Wolf in einem ihrer Bücher. Und sie fügt hinzu: „Die Farbe der Erinnerung trügt.“ Was also wird als Erinnerung bleiben, wenn wir zurückdenken an unsere Schulzeit?
Antoine de Saint-Exupéry gibt uns Antwort, wenn er den Fuchs zum kleinen Prinzen sagen lässt:
„Wenn du mich zähmst, wird mein Leben wie durchsonnt sein. Ich werde den Klang deines Schrittes kennen, der sich von allen anderen unterscheidet. Die anderen Schritte jagten mich unter die Erde. Der deine wird mich wie Musik aus dem Bau locken. Und dann schau! Siehst du dort drüben die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für mich ist der Weizen zwecklos. Die Weizenfelder erinnern mich an nichts. Und das ist traurig. Aber du hast weizenblondes Haar. Oh, es wird wunderbar sein, wenn du mich einmal gezähmt hast! Das Gold der Weizenfelder wird mich an dich erinnern. Und ich werde das Rauschen des Windes im Getreide liebgewinnen.“ Und so zähmt der Prinz den Fuchs. Als aber die Stunde des Abschiedes kommt, weint dieser. Der Prinz stellt fest: So hast du also nichts gewonnen!“ Aber der Fuchs antwortet: „Ich habe die Farbe des Weizens gewonnen.“ Was bleibt? Neben all dem Erlernten werden wir Erinnerungen mitnehmen, die festhalten, was wir gewonnen haben, als wir gemeinsam diese Schule besuchten.

Kyrierufe:

Mit dem heutigen Tag haben wir einen wichtigen Lebensabschnitt zu Ende gebracht. Ein Abschied löst neben all der Erleichterung immer auch ein Gefühl der Trauer und der Furcht vor der noch ungewissen Zukunft aus.

Herr, manchmal verweilen wir Menschen in unseren gewohnten Strukturen und bleiben lieber auf dem bequemen Wegen, anstatt gewinnbringenden Veränderungen mutig und offen gegenüber zu stehen.

In der Hektik und Schnelllebigkeit unserer Zeit sind wir Menschen häufig zu sehr mit uns selbst und unserer Lebensgestaltung beschäftigt, sodass wir Gefahr laufen, den Blick für Freundschaften und Mitmenschen zu verlieren.

Manchmal zweifeln wir Menschen daran, unsere Zukunft aktiv und selbstbewusst mitgestalten und Lebensträume tatsächlich verwirklichen zu können und ordnen deshalb neue Chancen nur als Hindernisse ein.

Vergebungsbitte

Tagesgebet

Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir an Gutem und Wertvollem empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir jetzt auseinander gehen, Vergangenes hinter uns lassen und uns neu orientieren.
Darum bitten wir...

Lesung aus dem Buch der Psalmen

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen, er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht. Ich fürchte kein Unheil;
Denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
Du deckst mir den Tisch, vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher.
Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.
(Ps 23)

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung:

Evangelium:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zum Vater, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst Du? Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn wich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; Sünde: dass sie nicht an mich glauben, Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; Gericht, dass der Herrscher dieser Welt gerichtet wird. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen.
(Joh 16, 5 – 13a)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Absolventinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Dass man bei einem Gottesdienst anlässlich der Verabschiedung von Realschulabsolventinnen auf das Thema Ende und Anfang kommt, scheint wenig originell. Natürlich, heute endet die Zeit an der Dr.-Johanna-Decker-Realschule und ein neuer Anfang steht bevor, ein Anfang, in den ihr allerdings nicht unvorbereitet hineinstolpert. Durch Vorplanung, durch Bewerbungen, durch Vorbereitung fangt ihr in einigen Wochen neu an.
Es ist ein Gesetz unseres Lebens, zu beenden und neu anzufangen, nur so geht Leben, so wächst und reift es. Wer nicht neu anfängt, wer stehen bleibt, lebt eigentlich nicht. So ist es kaum verwunderlich, dass auch die Bibel, jenes große „Lebensbuch“, voll ist von Geschichten, die von Ende und Neuanfang erzählen.
Der Psalm 23, den wir in der Lesung gehört haben, gehört auf den ersten Blick nicht dazu. Er spricht eher von der Gesamtheit des Lebens: Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang. Wenn ein Mensch aber so beten kann, dann müssen die einzelnen Abschnitte gut gewesen sein. Wie war das mit den Abschnitten, die sie erlebten? Elternhaus, Grundschule und nun die letzten sechs Jahre an dieser Realschule? Fällt die Bilanz ähnlich positiv auf wie beim Beter des Psalms? Bei ehrlichem Nachdenken glaube ich schon, dass alle von Ihnen sagen können: Ja, ein Stückweit war die Schule bei allem Ringen um den rechten Weg, bei allen Details des Alltags, die nicht immer erfreulich waren, auch die grüne Aue, auf der wir lagern durften, wo unser Verlangen, zu Persönlichkeiten zu wachsen, gestillt wurde, wo wir manchmal auch durch das dunkle Tal gegangen sind und trotzdem den Eindruck hatten, dass Menschen um uns waren, die im Auftrag des lebendigen Gottes „Hirten“ für uns waren und uns begleiteten.
Mit Sicherheit hat auch Jesus diesen Psalm schon als Kind und Jugendlicher gekannt und gebetet und sein Gottesbild von daher geformt. Daher ist er in der Stunde „seines“ Abschieds so besorgt und verspricht seinen Jüngern den Beistand, den Begleiter und Tröster, den Aufrichter und Ermutiger, den Hl. Geist.
Der Textabschnitt aus dem Johannesevangelium ist nun eine der großen End- und Anfangsgeschichten. Es ist der Übergang, die große Krise der Jüngergemeinde nach dem Tod Jesu. Was Jesus hier sagt, sind im Grunde Gedanken seiner Jünger. Wie soll es nach diesem Ende des Kreuzestodes weitzergehen? Fliegt alles auseinander oder gibt es einen Neuanfang? Jedes Ende ist ein neuer Anfang. Dafür stehen auch diese Jünger, sie haben nicht das Ende „Ende sein lassen“, das Leben Jesu, seine Persönlichkeit, seine Worte und Taten waren „zu geistvoll“, zu mächtig, in ihnen steckte ein Anfang, der die Jünger neu bewegte, antrieb. Und sie waren überzeugt: Wir können diese Welt neu gestalten.
Für uns heute heißt das, mit unseren begrenzten Möglichkeiten geistvoll zu sorgen, dass diese Welt immer wieder einen neuen Anfang hat. Denn mit den Themen Bevölkerungsexplosion, Migration, Flüchtlinge, Klimawandel und knapper werdenden Ressourcen ist viel an Hl. Geist gefragt, der die Welt zunächst überführt und aufdeckt in ihrer Verlogenheit und Heuchelei. Und dann braucht es Menschen, die den Geist der Wahrheit in die Welt bringen, die sagen, was Sache ist, die sich nicht mit billigen Kompromissen um des lieben Friedens willen abspeisen lassen.
Heute seid ihr an der Reihe, diesen Geist der Wahrheit in die Welt zu tragen und es kommt auch auf euch an, ob diese Welt „grüne Aue“ bleibt, auf der es sich lagern lässt, oder ein Schlachtfeld der Unmäßigen, die diese Erde in eine finstere Schlucht verwandeln. Dieser Geist der Wahrheit ist schon in euch, ich wünsche euch, dass ihr ihn nun ein Stück weit hinaustragt in diese Welt, damit es ein guter neuer Anfang wird. Amen

Fürbitten:

Herr, wir bitten dich, lass uns die erfolgreichen vergangenen Jahre und die schönen Momente in guter Erinnerung behalten. Hilf uns dabei, unsere Schulfreunde auf unseren verschiedenen Lebenswegen nicht aus den Augen zu verlieren.
(Angela Sehr)

Wir haben die Abschlussprüfung nun hinter uns, jedoch werden weitere Prüfungen auf uns warten. Bitte hilf und diese auch zu überstehen. Unterstütze uns, unsere Ziele erreichen zu können und unsere Träume zu verwirklichen. Auch wenn wir öfter an eine größere Hürde stoßen oder zurückfallen, Herr bitte fange uns auf und verhilf uns auf unseren Pfad zurück.

Herr, wir möchten auch unseren Lehrern und Eltern danken, die uns während der vielen Jahre immer unterstützt haben. Lass sie auch in Zukunft die Kraft finden, für andere da zu sein.

Jeder Mensch hat eine Begabung, dennoch können Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene diese in Entwicklungsländern nicht fördern, da sie nicht so wie wir die Möglichkeit haben einen Schulabschluss und eine Ausbildung zu absolvieren. Herr hilf, dass auch Menschen in solchen Ländern diese Chance erhalten.

Herr, wir alle stehen vor einem neuen Lebensabschnitt, bei dem jeder seinen jeweils eigenen Weg geht. Hilf uns, die Zukunft gut zu meistern und stehe und stets bei schwierigen Entscheidungen und Aufgaben bei.

Gabenbereitung

Sanktus

Agnus Dei

Kommunion: Instrumental/Gesang

Meditationstext nach der Kommunion:

Abschied nehmen wir heute von dem, was für viele Jahre ein Teil unseres Lebens war. Und wir freuen uns auf das, was kommen mag.
Hermann Hesse fühlte das, was wir an diesem Tag empfinden, vor langer Zeit. Er schreibt:

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm´ Abschied und gesunde!

Lied

Schlussgebet
Guter Gott, wir haben dir in dieser Feier gedankt. Unsere Zukunft geben wir in deine Hände. Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir nun in einen neuen, uns noch unbekannten Lebensabschnitt gehen. Darum bitten wir...

Dankesworte

Segen

Schlusslied

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