Realschulabschluss

Realschulabschlussgottesdienst
22.07. 2016, 08:30 Uhr, St. Martin

„Ende gut – alles offen“

Eingangslied:

Liturgische Begrüßung

Liebe Absolventinnen, liebe Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zu unserem Abschlussgottesdienst möchte ich Sie alle ganz herzlich begrüßen. Heute steht ihr an einem wichtigen Punkt eures Lebensweges, am Ende eurer Realschulzeit. Ende gut – alles gut? Nach den bestandenen Abschlussprüfungen sicher ja, aber das Leben geht weiter. Deshalb heißt es heute: Ende gut – alles offen. Mit dem guten Ende an der Realschule geht ihr nun in eine offene Zukunft. Hören wir dazu einen Text:

Hinführung:

Seit vielen Jahren kennen wir uns und haben gemeinsam einiges erlebt. Wir haben zusammen im Unterricht gesessen und die Pausen herbeigesehnt, uns über vieles aufgeregt und beschwert. Wir haben Misserfolge erlebt, Leistungsdruck ausgehalten, uns überfordert gefühlt und Angst gehabt zu versagen. Manchmal gab es Streit, Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten, doch oft haben wir einfach nur zusammen gelacht.
Dann folgte der Stress vor den Abschlussprüfungen, die Prüfungsangst, die Anstrengungen. All diese Sorgen und Ängste wurden vor wenigen Tagen unwichtig, denn wir haben unseren Schulabschluss bestanden und schließlich die Erleichterung gemeinsam gefeiert.
Die Freude über den Erfolg, auf den wir sechs Jahre hingearbeitet haben, ist groß. Endlich!
Ende gut, alles gut!
Ende gut – alles gut?
Niemand kann uns vorhersagen, wie es weitergeht. Die Schule hat unser Leben für lange Zeit bestimmt und alle miteinander verbunden. Unsere Wege werden sich trennen. Manche haben sich damit schon abgefunden, haben innerlich Abschied genommen. Abschied von Schule, Freunden, Vertrautem und nun brechen wir zu Neuem auf. Viele Wege liegen vor uns und unser persönlicher Weg wird durch unser zukünftiges Handeln gestaltet. Einige werden zunächst in einer Sackgasse landen, andere müssen zuerst scheinbare unüberwindbare Hindernisse bezwingen, um auf ihrem Weg zu bestehen und manche werden sicher mehrfach ihre Richtung wechseln, bevor sie sich für die Richtige entscheiden. Alte Verbindungen werden abreißen. Werden die neuen stabiler sein und unsere Wege sicher an ein Ziel führen? Müssen wir alleine gehen oder werden uns andere bei unseren Entscheidungen helfen? Bin ich glücklich mit meinem Leben? Viele Fragen drängen sich auf und beschäftigen unsere Gedanken.
Mit unserem Abschluss ist noch nicht alles bewältigt und somit auch nicht alles gut!

Ende gut – alles offen!

Kyrie-Rufe:

Herr, wir Schülerinnen der 10. Klassen feiern heute mit unseren Familienmitgliedern und Lehrern diesen Gottesdienst, um dankbar auf unsere Zeit an der Realschule zurückzublicken, aber auch in die noch offene Zukunft zu schauen.

Ab heute beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Wir Menschen neigen oft dazu, neue Wege als gefährliche Hindernisse zu sehen und Veränderungen von vorn herein skeptisch gegenüber zu stehen.

Herr, wir haben jetzt zehn Schuljahre hinter uns und wissen alle, dass das, was wir in dieser Zeit gelernt haben, aber auch was wir an negativen Erfahrungen sammeln mussten, uns auf unserem Lebensweg begleiten wird.

Tagesgebet

Gütiger Gott, am Ende unserer Schulzeit sind wir zusammengekommen um Dir zu danken für alles, was wir an Gutem und Wertvollem empfangen durften.
Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir jetzt nach einem guten Abschluss in eine offene Zukunft auseinander gehen, damit aus einem „Ende gut – alles offen“ ein „Ende gut – alles gut“ wird.
Darum bitten wir...

Lesung aus der geheimen Offenbarung:

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.
(Apk 21,1 – 3)

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung:

Evangelium:

In jener Zeit sprach Jesus: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. Nur noch kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt? Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.
Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.
Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.
(Joh 14,15 – 31)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Absolventinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Ende gut – alles offen! Sie haben sich für Ihren Abschlussgottesdienst ein sehr realistisches Motto ausgesucht. Denn oft ist zu hören: Ende gut – alles gut. Nun ist ja nach dem erfolgreichen Abschluss zunächst einmal alles gut.
Aber das Leben besteht eben nicht nur aus dem Abschnitt an der Schule, sondern aus vielen weiteren Abschnitten und Schritten, die zunächst offen sind. So beschreiten Sie in Ihrem Leben immer wieder ein Ende, das hoffentlich gut ist, um erneut in die Weite zu gehen, in eine „offenes Land mit vielen neuen Möglichkeiten, Chancen und Risiken. Also: Ende gut – alles offen – ein durchaus realistisches Motto.
Dieses Motto erinnert uns aber auch an etwas sehr Grundsätzliches am Menschen. Nicht nur Lebensabschnitte sind offen, auch der Mensch wird immer wieder als „offenes Wesen“ bezeichnet, oder um es mit dem Philosophen Friedrich Nietzsche zu sagen: „als das nicht festgestellte Tier“. Das offene Wesen Mensch muss demnach immer erst neu „befüllt“ werden. Das ist eine immer wieder neu zu leistende Aufgabe und geht nicht automatisch, so etwa wie bei einer Onlineüberweisung, bei der es häufig heißt: „Wird automatisch befüllt“.
Für diese Aufgabe stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, manche sehr kurzfristige, rauschartige wie an der Schnapsbar einer „Kirwa“, bei der die Erfüllung aber nicht lange anhält und in einem sehr langen ernüchternden „Kater“ ausläuft, der einen schnell in die Realität zurückholt. Das ist offensichtlich nicht die richte Erfüllung für das offene Wesen Mensch.
Vor falschen Erfüllungen hat schon vor Jahren der amerikanische Medienkritiker Neil Postman in seinem Buch „Wir amüsieren uns zu Tode“ gewarnt. Er meint, es ist nicht schlimm, wenn Menschen lachen anstatt nachzudenken. Schlimm wird es erst, wenn Menschen nicht mehr wissen, worüber sie eigentlich lachen und warum sie aufgehört haben, nachzudenken.
Auch die Ereignisse der letzten Wochen habe uns „Erfüllungen“ vor Augen geführt, die uns erschreckten: Frankreich, Belgien…Hasspredigten, Ideologien haben Menschen erfüllt, sind auf Menschen getroffen, die durch ihre Lebensgeschichte dafür offen waren. Auch das sind Realitäten des offenen Menschen, denen wir uns zunehmend stellen müssen.
Was wollen in diesem Zusammenhang die Texte der Bibel, die wir eben gehört haben? Den Weg zu echter Erfüllung aufzeigen? Sind Worte wie „Gott wird euch erfüllen, eure Fülle sein, nicht wieder die frommen Sprüche, die wir nicht mehr hören können? Ja in der Tat, viel zu viele fromme Sprüche wurden in den vergangenen Jahren losgelassen, die die Menschen heue einfach nicht mehr hören können.
Wenn Jesus uns den Beistand, den Hl. Geist verheißt, dann meint er damit, dass wir auch heute – wie er damals – vom lebendigen Gott erfüllt werden, vom Gott des Lebens, der sich im Leben der Menschen auswirkt wie es Jesus selbst vorgelebt hat. Nicht etwas Fremdes, Aufgesetztes erfüllt uns da, nein, im Gegenteil, in uns werden unsere wahren und guten Kräfte und Energien freigesetzt, die mit einem Wort von Albert Schweizer so umschrieben werden können: Gut ist, was Leben fördert, böse ist, was Leben zerstört. Jenseits von jeder Maßlosigkeit leitet uns dieses Wort zu echter Erfüllung: sich nicht anfüllen lassen, sondern die innere Fülle des Hl. Geistes, die guten Fähigkeiten, hineintragen in die Gesellschaft.
In diesem Zusammenhang noch ein Wort zur heutigen Tagesheiligen, zur hl. Maria von Magdala: Auch sie stand an einem Endpunkt, nichts war mehr gut, sie hatte Jesus, ihre Beziehungsperson verloren. Doch statt in Trauer zu versinken, hat sie sich neu von ihm erfüllen lassen, in einer neuen Beziehung, die sie zur Verkünderin, zur „Apostolin der Apostel“, zur Botin eines neuen Lebens machte. Sie sie ließ sich erfüllen von Versöhnung mit der der Vergangenheit und neuer Liebe und Begeisterung für die Zukunft.
Dies wünsche ich Ihnen, liebe Absolventinnen, auch für den heutigen Tag und für die neuen Lebensabschnitte, die nun offen vor Ihnen liegen. Amen

(Stille)

Fürbitten:

Heute schauen wir zurück auf sechs Jahre Realschule. Da gab es gute und schöne Wegstrecken, aber auch holprige und steile Passagen. Und immer warst du mit uns auf dem Weg. Hilf uns auch weiter auf unserem noch offenen und unbekannten Weg.

  1. Herr, wir wollen dich bitten, dass eine gute Zukunft vor uns liegt, und dass wir in unseren neuen Schulen und in den Ausbildungsbetrieben freundlich aufgenommen werden.


  2. Herr, stell uns Menschen zur Seite, die uns stärken und uns Kraft und Mut geben. Lass und füreinander Stütze und Freude sein.


  3. Herr, leite unsere Gedanken, dass wir in wichtigen Lebenssituationen die richtigen Entscheidungen treffen und in rechter Weise unsere Fähigkeiten nutzen können.


  4. Herr, wir bitten nicht zuletzt für unsere Eltern, Geschwister, Lehrerinnen und Lehrer und Freunde, schenke ihnen auch weiterhin die Kraft und Freude, uns auf unserem Lebensweg zu unterstützen und zu ermutigen.


Gabenbereitung

Sanktus

Agnus Dei

Kommunion: Instrumental/Gesang

Meditationstext nach der Kommunion:
Quelle: „Die Stadt der Wüste“: A. de Saint Exupery (gekürzte Fassung)

Herr, lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lass mich immer wieder herausfinden aus dem täglichen Trott, aus dem ermüdenden Einerlei und Vielerlei, aus Angst und Langeweile. Zu mir selbst möchte ich finden. Hilf mir dazu!
Bewahre mich vor der kindischen Angst, ich könnte das Leben versäumen und leben, ohne das Leben zu erleben. Es kommt ja nicht darauf an, dass ich erfolgreich, sondern dass ich gesegnet bin.
Gib mir nicht, was ich wünsche, sondern was ich brauche. Das weißt du allein. Lass mich erkennen, dass Träume nicht weiterhelfen, weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.
Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, wodurch wir wachsen und reifen, um unser Leben zu meistern.
Halte mich fest, wenn ich versucht bin, bitter oder verbittert zu werden. Schicke mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, die Wahrheit in Liebe zu sagen. Gib mir die tägliche Wachsamkeit für Leib und Seele, eine Geste der Barmherzigkeit, ein gutes Wort, ein freundliches Echo und wenigstens hin und wieder das Erlebnis, dass man noch gebraucht wird.
Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen. Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschäft des Lebens gewachsen bin. Ich möchte trösten, aber bewahre mich vor der Gefahr, dass ich andere nur vertröste. Ich möchte das nötige Stehvermögen haben, um Haltlosen Kraft zu bieten.
Herr, gib mir die Kunst der kleinen Schritte für heute zu lernen.

In der Hektik und Schnelllebigkeit unserer Zeit sind wir Menschen häufig zu sehr mit uns selbst und unserer Lebensgestaltung beschäftigt, sodass wir Gefahr laufen, den Blick für Freundschaften und Mitmenschen zu verlieren.

Manchmal zweifeln wir Menschen daran, unsere Zukunft aktiv und selbstbewusst mitgestalten und Lebensträume tatsächlich verwirklichen zu können und ordnen deshalb neue Chancen nur als Hindernisse ein.

Lied

Schlussgebet

Guter Gott, wir haben dir in dieser Feier gedankt. Unsere Zukunft geben wir in deine Hände. Wir bitten dich: Bleibe bei uns, wenn wir nun in einen neuen, uns noch unbekannten Lebensabschnitt gehen, damit auch gut wird, was heute noch offen ist. Darum bitten wir...

Dankesworte

Segen

Schlusslied

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