Schuljahresanfang

Gottesdienst zu Beginn des Schuljahres 2007/2008
Dienstag, 11.09. 2007, 08:00 Uhr

"Spuren"

Einzug: Kurzes Instrumentalstück
Liturgische Begrüßung:
Im Mittelgang der Martinskirche liegt ein "Weg" mit Fußabdrücken, Tüchern bis zum Altar, ein "Spurenpfad": Dazu folgende Deuteworte: Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen...

Ich möchte alle zu unserem Gottesdienst am Beginn des neuen Schuljahres ganz herzlich begrüßen. "Spuren", dieses Wort soll uns ein wenig durch den Gottesdienst begleiten. Ihr habt sicher schon den Pfad hier in der Kirche gesehen. Hören wir zu einzelnen Elementen aus dem Pfad Gedanken von Schülerinnen, die den Gottesdienst vorbereitet haben:

Buzelküh:
Wenn man auf diese Buzelküh tritt, kann man sich leicht verletzen. Deshalb muss man anderen Menschen vertrauen können, dass sie uns sicher durch schwere Wegabschnitte führen.

Laub:
Das Laub ist sehr leicht zerbrechlich, wie Freundschaften die nicht gepflegt werden. Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Freunde nicht vernachlässigen, sondern uns umeinander kümmern und füreinander da sind.

Moos:
Dieses Moos hat die Farbe grün, wie die Hoffnung. Wir hoffen, dass das kommende Schuljahr viele gute Erfahrungen mit sich bringt und wir aus unseren Fehlern und schlechten Erfahrungen lernen.

Steine:
Die Steine, die uns im neuen Schuljahr in den Weg gelegt werden, müssen nicht unbedingt schlecht sein. Gemeinsam können wir sie zu einem Weg zusammenfügen, der uns in eine sichere Zukunft führt.

Eingangslied: Wir haben Gottes Spuren festgestellt...

Sprecher 1 und 2:
1
Ich hatte einen Traum: ich stehe an einem Strand. Mein Blick schweift zurück und ich sehe Spuren, die die letzten Schuljahre und Ferien hinterlassen haben. Ich kann Umwege erkennen; dort, wo ich gestürzt bin, habe ich tiefe Eindrücke im Sand hinterlassen. Aber auch zielgerichtete Schritte sind zu sehen. Doch ich musste den Weg nicht alleine zurücklegen. Ich fand Unterstützung bei meiner Familie, meinen Freunden und in der Schule.

2
War Gott auch dabei?

1
Gott? Es sind viele Fußspuren im Sand. Er könnte schon dabei gewesen sein.

2
Schau doch mal genau hin! Wer war denn bei dir in deinen schweren Zeiten? Vielleicht war das ja Gott...?

1
Aber ich sehe gerade dann nur eine Fußspur!

2
Vielleicht war das ja Gott, der dich getragen hat?

Kyrie – Rufe
Auch wir brauchen jemand, der uns auf unserem Weg durch das Schuljahr unterstützt. Herr, erbarme dich... Auch wir werden Abschnitte auf unserem Weg erreichen, in denen wir beginnen zu zweifeln. Unser Weg wird von vielen verschiedenen Erfahrungen geprägt werden: Enttäuschung, Verzweiflung, aber auch Freundschaft und Vertrauen.

Vergebungsbitte:
Tagesgebet:
Lebendiger Gott, wir stehen am Beginn eines neuen Schuljahres und bitten dich: Öffne unsere Augen, damit wir die richtige Spur entdecken und „erspüren“, was für uns und unsere Mitschülerinnen wichtig ist. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Lesung aus dem Buch der Psalmen (Auszug aus Ps 85)
Erweise uns Herr, deine Huld, und gewähre uns dein Heil. Ich will hören, was Gott redet: Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, den Menschen mit redlichen Herzen. Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. Seine Herrlichkeit wohne in unserem Land. Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich. Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder: Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt seinen Ertrag. Gerechtigkeit geht vor ihm her, und Heil folgt der Spur seiner Schritte.

Evangelium (Joh 8,1 – 11)
Am frühen Morgen begab sich Jesus wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Worte gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete. Keiner, Herr! Da sagte Jesu zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus
Predigt:
Heute ist der 11. September. Vor sechs Jahren gab es „den“ 11. September. Dieses Datum ist für viele Generationen besetzt mit Angst und Schrecken. Die Terroranschläge haben tiefe Spuren hinterlassen, in den Familien der Opfer, aber auch in der ganzen Welt. Die Wunden sind nicht verheilt. Doch dieses Ereignis darf man nicht isoliert betrachten. Schon lange zuvor haben Kolonialpolitik, Imperialismus und die Arroganz einzelner Staaten tiefe Wunden und Spuren hinterlassen. Ja, Verhalten hinterlässt immer Spuren und die Auswirkungen sind zwar nicht immer so extrem, können es aber im Einzelfall sein, wenn das aufgestaute Gefühl von Minderwertigkeit sich entlädt in entfesselter Wut und Gewalt. Schlimme Spuren von Gewalt und Gegengewalt finden sich auf unserer Erde.

Es gibt aber, Gott sei dank, auch Menschen, deren Leben hinterlässt tiefe positive Spuren. Ein solcher Mensch war Jesus von Nazareth mit Sicherheit. Im heutigen Evangelium, das euch sicher nicht unbekannt ist, entgeht Jesus zunächst den moralischen Attacken seiner Gegner, indem er auf die Erde schreibt. Wir wissen nicht, was er da hinschreibt. Aber er hinterlässt seine Handschrift, seine Spur im Sand. Ja, in dieser Erzählung hinterlässt er in ganz markanter Weise seine Spur. Er führt die Pharisäer und Schriftgelehrten zur Selbsterkenntnis und die Frau in eine neuen Lebensabschnitt. Auch wenn viele versucht haben, diese Spuren im Namen der Doppelmoral und der Arroganz wieder auszulöschen, sie sind noch immer hineingeschrieben in den Sand, in den Boden dieser Erde als Vermächtnis für das Zusammenleben der Menschen.

Diese Spur begleitet auch uns durch dieses neue Schuljahr. Noch ist kein Schritt getan, noch sind keine neuen Spuren da. Das wird sich schon in den
nächsten Stunden ändern. Es liegt auch an uns, welche Spuren es sein werden. Ob es Schritte im Geist Jesu sind, werden wir sicher bald spüren. Bedeuten auch unsere Spuren, unser Verhalten für unsere Mitschülerinnen Leben und Heil? In der Lesung hat es geheißen: „Gerechtigkeit geht vor ihm her und Heil folgt der Spur seiner Schritte.“ Das wäre auch für jeden und jede von uns eine gute Startposition. Dann wird es sicher ein gutes Schuljahr sein. Amen

Fürbitten:
Gütiger Gott, am Beginn des neuen Schuljahrs kommen wir mit unseren Bitten zu dir:

Lass uns für das kommende Schuljahr die richtige Spur erkennen und ihr nachfolgen! Schenke uns Menschen, die Spuren in unserem Herzen hinterlassen. Lass uns auch für unsere Mitschülerinnen eine helfende Hand sein, um sie auf die richtige Spur zu lenken. Die schrecklichen Ereignisse am 11. September 2001 haben bei den Angehörigen der Opfer tiefe Spuren hinterlassen. Schenke ihnen immer wieder neue Kraft und neuen Lebensmut. Gütiger Gott, erhöre unsere Bitten am Beginn des gemeinsamen Weges durch dieses neue Schuljahr. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Gabenbereitung:
Gabengebet:
Gütiger Gott, in den Gaben von Brot und Wein ist uns dein Sohn nahe, der in der Welt tiefe Spuren hinterlassen hat. Hilf uns, dass wir seinem Wort und seiner Liebe nachspüren. Darum bitten wir...

Meditationstext (nach der Kommunion)
Spuren im Sand.

Füße haben ihren Abdruck hinterlassen,
dem Strand eine Prägung gegeben.
Sie zeigen einen zurückgelegten Weg,
manchmal vorwärts, manchmal zurück,
hier und da verweilend - auf der Stelle tretend,
auch sich im Kreis bewegend – nicht vorwärts kommend,
gerade und krumm.
Unser Schuljahr wird viele solche Abdrücke haben.
Sie zeigen dann unseren ganz persönlich
zurückgelegten Weg.
Und es wird nicht immer gleichmäßig verlaufen.
Wir werden auf der Stelle treten, nicht weiterkommen.
Wir werden Umwege machen müssen
und auch Rückschläge einstecken müssen.
Aber irgendwie werden wir uns vorwärts bewegen.
Doch jetzt gilt es, die ersten Schritte in das neue Schuljahr zu machen.
Und dabei hoffen wir, dass du Gott mit uns gehst.

Schlussgebet:
Allmächtiger Gott, mit deinem Segen wollen wir das neue Schuljahr beginnen. Stärke unseren guten Willen und vertreibe alles aus unseren Herzen, was uns auf der Suche nach dem wahren Leben hindert. Darum bitten wir...

aktuelle Termine:

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Buß- und Bettag

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22.12.2017

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Gottesdienst in St. Martin
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