Schuljahresanfang

Gottesdienst zum Beginn des Schuljahres 2009/2010
Dienstag, 15.09. 2009, 08.00, St. Martin

"Eine neue Aufführung beginnt"

Einzug: Hymn

Begrüßung und Einführung

Wir beginnen das neue Schuljahr im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes.

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Eine neue Aufführung beginnt! Ein Anstoß, sich im neuen Schuljahr konstruktiv aufzuführen, könnte in dem folgenden Rollenspiel liegen:

Rollenspiel zum Thema

Erzähler:
15.09.2009 07:45 Uhr DJDS
Der Vorhang für ein neues Schuljahr öffnet sich.

Kind 1: Oh Mann, jetzt sind 6 Wochen Ferien schon wieder rum, hab noch gar keinen Bock auf Schule!

Kind 2: Ja, ich hab auch noch keine Lust, immer wieder dasselbe Theater.

Kind 3: Jetzt geht auch das ganze stressige Lernen wieder los.

Ausländisches Kind:
Mein Gott, hört doch mal auf zu jammern. Ihr wisst gar nicht, wie gut ihr es habt. Kinder in El Salvador, wo ich herkomme, bekommen nur dann einen Ausbildungsplatz, wenn sie von bestimmten Organisationen unterstützt werden.

Kind 2: Echt, so schlimm ist das bei euch?

Ausländisches Kind:
Ja schon. Außerdem müssen viele Kinder betteln, weil sie keine Schule besucht haben und deshalb auch keine Ausbildung haben.

Kind 1:
Kaum zu glauben. Dann geht’s uns ja eigentlich doch ganz gut hier.

Ausländisches Kind:
Die meisten Kinder aus meinem Land wären froh, wenn sie so einen Neuanfang bekommen würden wie ihr hier!

Überleitung zu den Kyrierufen

Am Beginn des neuen Schuljahres überprüfen wir unsere Einstellung und bitten Gott um sein Erbarmen:


Wir tragen im Schulalltag oft eine Maske und zeigen nicht unser wahres Gesicht, weil wir Angst haben, nicht akzeptiert zu werden.

Wir wollen immer nur selbst im Rampenlicht stehen und achten nicht auf die Gefühle anderer.

Häufig ist unsere Rolle zur Gewohnheit geworden und wir verlieren den Blick für das Wesentliche und für Neues.

Gloria: Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt

Tagesgebet

Gütiger und barmherziger Gott, wir stehen am Beginn einer neuen gemeinsamen Wegstrecke. Steh uns bei mit deinem Hl. Geist, damit gelingt, was wir jetzt beginnen.
Darum bitten wir ...

Lesung aus dem Buch Kohelet (Koh 1,4 - 11)

Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde steht in Ewigkeit. Die Sonne, die aufging und wieder unterging, atemlos jagt sie zurück an den Ort, wo sie wieder aufgeht.
Er weht nach Süden, dreht nach Norden, dreht, dreht, weht, der Wind. Weil er sich immerzu dreht, kehrt er zurück, der Wind.
Alle Flüsse fließen ins Meer, das Meer wird nicht voll.
Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, kehren sie zurück, um wieder zu entspringen.
Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll.
Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: Sieh dir das an, das ist etwas Neues – aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind.

Wort des lebendigen Gottes

Zwischengesang: Lass unser Lied ...

Aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 13, 1 - 9)

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus!

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Vielleicht befällt trotz allem Anfangselan manchen das Gefühl des alten Skeptikers Kohelet aus Jerusalem, der nichts Neues unter der Sonne zu entdecken glaubte. Und in der Tat, nach der Neusortierung in den Klassen, nach dem ersten Anfangstrubel, ist es dann nicht immer wieder das Gleiche, die scheinbar ewige Wiederkehr, Schulstunden, Noten, Leistungsdruck, Versagensängste? Hat also Kohelet recht?
Ja, er hat recht, nicht nur in der Schule, im ganzen Leben gibt es Rhythmen, die sich immer wieder wiederholen. Und bei näherer Betrachtung sind es gar nicht so unwichtige Dinge.
Auch der Eingangsdialog geht in diese Richtung. Doch das Kind aus El Salvador macht etwas Wesentliches klar: So sehr manches nach Wiederholung, nach Wiederkehr des Gleichen aussieht, so sehr liegt doch in dieser Wiederkehr eine Chance, es anders, besser als beim letzten Mal zu machen.
Und genau hier setzt das Evangelium an. Die Gleichnisse Jesu wollen uns in ihrem Optimismus helfen, diese Chance neu zu ergreifen und Leben neu zu gestalten. Wie oft hat sich Jesus wohl mit der skeptischen Anfrage seiner Umgebung herumschlagen müssen: Das mit deinem Reich Gottes wird doch sowieso nichts! Da erzählt er ihnen seine Gleichnisse, von der Aussaat und vom Wachsen: Klar sagt er, geht manches, vielleicht sogar vieles im Leben daneben, da ist nicht alles so toll und cool wie es aussieht. Und doch, sein Vertrauen ist unzerstörbar: es geht sicher etwas auf, dreißigfach, sechzigfach und hundertfach.
Das heißt für das neue Schuljahr: Vieles, was an Worten ausgesät wird, wird weggetragen, kommt gar nicht richtig an; gut gemeinte Ratschläge verflüchtigen sich. Es ist wie bei den Vögeln des Himmels, die den Samen wegfressen.
Wie viele Ablenkungen gibt es, die den Lerneifer ersticken wie die Dornen oder ihn erlahmen lassen, so dass er buchstäblich verdorrt?
Und trotzdem: der Optimismus Jesu darf auch uns am Beginn des neuen Schuljahres erfassen: Bewusst oder unbewusst kommt vieles an in unseren Herzen, formt unsere Persönlichkeit, so dass wir anders, verändert am Ende des Schuljahres sind. Dabei geht es gar nicht nur um die Lerninhalte. Es geht auch um soziale Kompetenzen in und für eine Gesellschaft, die dringend auf echte Menschen angewiesen ist, nicht auf Egoisten, auf Konsumenten oder auf solche, die dauernd auf der Suche nach dem nächsten Event sind, wie uns die Ereignisse in München – Solln wieder dramatisch vor Augen geführt haben.
So ist das neue Schuljahr nicht die ewige Wiederkehr des Gleichen, sondern eine vom Optimismus Jesu getragene neue Chance, wenn es nun heißt: Eine neue Aufführung beginnt! Amen

Fürbitten

Gütiger Gott, am Beginn des neuen Schuljahres kommen wir mit unseren Bitten zu Dir:

1. Herr, wir bitten dich um genügend Kraft, das vor uns liegende Schuljahr erfolgreich zu bestehen.

2. Auch in diesem Schuljahr wird es Rückschläge geben. Schenke uns Gelassenheit, aber auch die nötige Energie, um Probleme zu meistern und nicht nachtragend zu sein.

3. Oft sitzen wir da und wissen weder ein noch aus. Gib allen Schülerinnen und Lehrern Kreativität und großen Tatendrang.

4. Unausgesprochene Probleme schaffen ein gedrücktes Klassenklima. Hilf Schülerinnen und Lehrern auf einander zuzugehen und unterstütze die Zusammenarbeit.

5. Schenke allen Klassen die nötige Toleranz, um alle Schülerinnen in die Klassengemeinschaft zu integrieren.

6. Mache uns aufmerksam für die Probleme unserer Mitschülerinnen und schenke uns die notwendige Kraft zur Hilfeleistung.

Gütiger Gott, erhöre unsere Bitten, wenn es nun heißt
„Eine neue Aufführung beginnt“ durch Christus, unseren Herrn. Amen

Gabenbereitung: Wenn das Brot, das wir teilen ...

Gabengebet:

Gütiger Gott, ein neues Schuljahr ist wie eine neue Aussaat. Wie Brot und Wein die Frucht der Aussaat und des Pflanzens sind, so lass dieses Schuljahr Frucht bringen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Sanctus: Heilig rufen Himmel

Friedensgruß: Da berühren sich Himmel und Erde

während der Kommunion: Instrumental/O happy day

Meditationstext (Sabina Ruckwied)

Das Leben ist wie ein Theaterstück - das musste ich feststellen als ich vor einem Jahr auf eine andere Schule wechselte.
Neue Klasse, neue Situation, neue Klassenkameraden - alles anders!
Schon seit sechs Wochen fürchtete ich mich vor diesem einen Tag nach den Ferien.
Als ich die Neue Klasse betrat, richteten sich alle Blicke auf mich. Und ich fühlte mich fremd und allein. Ich ging durch die Reihen, vorbei an den Blicken, die mich musterten. Ganz hinten war noch ein Platz frei. Was denken die anderen von mir? Was erwarten sie? Und werden sie mich akzeptieren so wie ich bin? Links sah ich eine Gruppe von Mädchen – schicke Klamotten, und ihr Gesprächsthema Nummer eins: Jungs. Daneben die Machos der Klasse, die sich in der Umgebung der Mädchen sichtlich wohl fühlten. Alles war so anders wie letztes Jahr in meiner alten Klasse - ein seltsames Gefühl erfasste mich. Angst, Verzweiflung, Einsamkeit. Kein Lächeln, kein freundlicher Blick, kein nettes Wort. Es wäre alles, was ich wollte. Was könnte ich tun, damit ich dazugehöre? Diese Frage verfolgte mich den ganzen Tag.

Am nächsten Tag sollte alles anders werden. Ich kramte meine Chucks ganz hinten aus dem Schrank hervor, dazu die G-Star Hose, die ich noch nie mochte. Zum ersten Mal schminkte ich mich für die Schule - ich wollte so sein wie die anderen. Einfach nur dazu gehören! Auch wenn ich mich dafür verändern musste!
Jetzt bin ich eine von ihnen. Nicht mehr die Fremde vom Schuljahresanfang!
Seitdem frage ich mich oft, ob das richtig war. Hätten die anderen mich auch so akzeptiert, wie ich vorher war und wie ich wirklich bin? Ich habe mir eine Maske aufgesetzt, um wie die anderen zu sein - nur um angenommen zu werden. Vielleicht auch nur wegen einem Platz in ihrer Mitte. Vorher war ich meist ein Mädchen, das zu allen freundlich war, ihren Eltern gehorchte und gute Noten hatte. Jetzt bin ich anders - und das alles nur, um dazu zu gehören!
In welche Rolle bin ich geschlüpft? Gibt es für unser Leben ein Drehbuch? Und wenn ja, wer ist der Autor? Wer führt Regie? Welche Rolle spiele ich in dem Theater, das sich mein Leben nennt?

Schlussgebet

Lebensfreundlicher Gott, am Beginn des Schuljahres hast du uns an deinen Tisch geladen und gestärkt. Segne unseren gemeinsamen neuen Lebensabschnitt und begleite ihn mit deiner Güte.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Segen

Schlusslied: Put your hand

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