Schuljahresanfang

Gottesdienst zum Beginn des Schuljahres 2010/2011
Dienstag, 14.09. 2010, 08.00 Uhr, St. Martin

"Manchmal braucht man einen Engel"

Einzug: He's got the whole world,…


Begrüßung und Einführung

Wir beginnen das neue Schuljahr im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes.

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wie hat es beim Gottesdienst am Ende des vergangenen Jahres geheißen: "Im Kreislauf der Zeit". Heute, am Beginn des neuen Schuljahres spüren wir: Wieder dreht sich die Spirale der Zeit, neue Möglichkeiten öffnen sich. Bitten wir Jesus, dass er uns im neuen Schuljahr Menschen an die Seite stellt, die uns bereichen und fördern, die wie Engel für uns sind, vielleicht so wie in der folgenden Szene:

Text: Es ist immer einer da

Ich stehe in einem Raum, es ist stickig, mir ist, als schnüre mir jemand die Kehle zu. Ich fühle mich nicht verstanden, nicht für voll genommen, allein gelassen!
In mir breitet sich die brennende Wut aus, so dass mein Körper sprichwörtlich bebt, die Hände sind zu Fäusten geformt, so stark, dass meine Knöchel weiß hervortreten.
Ich schau mich um - ein Spiegel - ich erkenne eine Gestalt, sie ist zornig und hasserfüllt … das Spiegelbild, bin ICH?!
Erschrocken taumle ich zurück an eine Wand, sacke dort zusammen und beginne zu weinen.
"Ich will nicht mehr, es ist alles zu viel! – Ich habe ja kaum mehr Zeit für mich!"
"Immer nur lernen, lernen, lernen und wozu das alles? Wenn es schlechte Noten gibt, bekommt man Strafen oder man hört sich stundenlange Standpauken von den Eltern an: "Für was haben wir dich eigentlich auf eine höhere Schule geschickt, meinst du wir haben einen Goldesel?"
Ich schüttle meinen Kopf, um alle unangenehmen Gedanken, die mich immer verfolgen und einschüchtern, loszuwerden, doch - es gelingt nicht.
Die Angst zu versagen, wieder die Beichtereien über schlechte Noten …
Mein Kopf, der vorher schlapp und mutlos hinunter hing, versteift sich nun, genauso wie mein gesamter Körper, der nun senkrecht steht.
Meine ganzen Befürchtungen, die Einschüchterungen, der Druck, alles wandelt sich um in Wut - in geballte Wut.
Mit aller Kraft stütze ich mich von der Wand ab und renne so schnell ich kann auf die mir weiter entfernte, gegenüberliegende Wand zu und schlage mit den Fäusten mit voller Wucht dagegen.
Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Ich sitze auf dem Teppich in meinem Zimmer. Was ist passiert? Was mach ich hier auf dem Boden?!
Einige Zeit später stürze ich mich zum Telefon und rufe meine beste Freundin an, der Schock über das ganze Geschehen steckt mir noch immer in der Kehle und obwohl ich erst "Hallo" sage, fange ich sofort zu weinen an, wobei ich so gut wie möglich die ganze Geschichte erzähle.

"Hei Süße, beruhig dich mal, wir schaffen das gemeinsam!"
"Sag mir doch dann einfach Bescheid, dann helf ich dir doch, du weißt doch, ich bin immer für dich da!"

Als sie mich wenig später beruhigt hat, lege ich den Hörer auf, atme tief ein, und wieder aus. Es ist wirklich so, jeder von uns allen hat seinen eigenen Engel, auch wenn er keine Flügel hat.

Überleitung zu den Kyrierufen

Herr, du stellst uns immer wieder einen Engel an die Seite, damit wir auch das Ziel dieses neuen Schuljahrs erreichen:

Ruf: Kumbayah …

Christus, der Alltagstrott wird uns viel abverlangen. Du wirst unser Trost sein.

Herr, dein Leben zeigt uns, wie wir es schaffen können, als Schulgemeinschaft gut durch das bevorstehende Jahr zu kommen.

Gloria: Heaven is a wonderful place 


Tagesgebet

Gütiger und barmherziger Gott, wir stehen am Beginn einer neuen gemeinsamen Wegstrecke. Steh uns bei mit deinem Hl. Geist, damit gelingt, was wir jetzt beginnen und stelle uns immer wieder einen Engel an die Seite.

Darum bitten wir…


Lesung aus dem Buch Genesis

In derselben Nacht stand Jakob auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des Jabbok. Er nahm sie und ließ sie den Fluss überqueren. Dann schaffte er alles hinüber, was ihm sonst noch gehörte. Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg. Als der Mann sah, dass er ihm nicht beikommen konnte, schlug er ihm aufs Hüftgelenk. Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm rang. Der Mann sagte, lass mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen. Jakob aber entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest. Jener fragte: Wie heißt du? Jakob, antwortete er. Da sprach der Mann: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel, d.h. "Gottesstreiter"; denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen. Nun fragte Jakob: Nenne mir doch deinen Namen! Jener entgegnete: Was fragst du mich nach meinem Namen? Dann segnete er ihn dort.

Wort des lebendigen Gottes


Halleluja: Sing to the Lord


Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus:

Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen zu Boden. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht, ich weiß ihr sucht Jesus den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stelle an, wo er lag. Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt. Sogleich
verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus!




Predigt:

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
In meiner Heimatpfarrkirche hatte ich als Kind und Jugendlicher meinen Platz häufig in der Nähe einer Darstellung des Erzengels Raphael, wie er den jungen Tobias auf seiner gefährlichen Reise begleitet, alles nachzulesen im Buch Tobit. Schon damals habe ich mir immer wieder gedacht: So einen Reisebegleiter zu haben auf der Lebensreise - das wäre gut und hilfreich. Und wer weiß, vielleicht stand schon unzählige Male ein Engel am Weg, ohne dass es groß aufgefallen ist. Engel - im Buch Tobit und wie wir eben gehört haben, an vielen anderen Stellen der Bibel, in der Lesung aus dem Buch Genesis und im Matthäusevangelium:
Engel, das bedeutet ja Botschafter oder Botschaft. Welche Botschaft haben diese Textstellen am Beginn des neuen Schuljahres?
Schauen wir zunächst auf die Lesung. Eine sehr geheimnisvolle Geschichte. Sie steht im komplizierten Gefüge des Streits und der Versöhnung der beiden Brüder Jakob und Esau. Jakob hatte ja Esau um den Segen des Vaters betrogen. Nun hing der Haussegen schief. Denn auf Betrug und List lässt sich kein Lebensgebäude aufbauen. Es braucht den Segen der Versöhnung, die oft in langen Kämpfen errungen werden muss.
Der Haussegen hängt auch während eines Schuljahres immer wieder mal schief. Wir kennen das. Schule als Lebensschule will uns dazu bringen, immer wieder um Frieden, Versöhnung und gute Lebenswege zu ringen, angestoßen durch einen Engel, einen guten Botschafter aus unserem Innern, aus unserem Herzen, der uns zur Versöhnung antreibt.
Engel sitzen auch im Grab Jesu und haben für die Frauen eine überraschende Botschaft: Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gräber gibt es überall dort, wo wir etwas begraben. Unsere Hoffnungen, unser Leben, unsere Beziehungen, unseren Schwung, unseren gesunden Ehrgeiz. Der Engel am Grab treibt uns an, gerade jetzt am Beginn aufzubrechen, wo wir dem Leben und dem Lebendigen begegnen: ganz im Augenblick zu leben und das was wichtig ist, zu tun, also am Montag nicht schon wieder vom nächsten Wochenende zu träumen, sondern jeden Tag mit seinen Möglichkeiten nutzen. Die Hoffnung nicht zu begraben, auch wenn es schwierig wird; aber auch für andere Menschen zum Botschafter, zum Engel zu werden, um die beste Lösung zu ringen, immer wieder - um im Bild der Bibel zu bleiben - nach Galiläa aufbrechen und den auferstandenen Christus zu finden, in der Mitschülerin, im Lehrer, in den Gottesdiensten, die wir gemeinsam feiern.
So wünsche ich uns allen immer wieder diesen Engel der Versöhnung und des Lebens an eurer Seite, mal in der Rolle des dankbaren Empfängers, mal in der Rolle des fantasievollen Gebers. Amen


(Kurze Stille)



Fürbitten

Gütiger Gott, am Beginn des neuen Schuljahres kommen wir auch mit unseren Bitten und Fürbitten zu dir:

Herr, lass uns begreifen, dass immer eine schützende Hand über uns wacht.
Wir bitten dich: Erhöre uns.

Herr, es gibt in unserem Alltag auch noch Engel ohne Flügel. Lass uns erkennen, dass sie da sind.

Herr, sende denen einen Engel, die ohne Hoffnung sind, damit sie neuen Mut schöpfen und Freude am Leben finden.

Herr, schärfe unseren Blick, damit wir nicht an der Not vorbeisehen, sondern sie erkennen und handeln.

Herr, gib auch uns die Kraft, selbst Engel für andere sein zu können.

Darum bitten wir dich am Beginn des neuen Schuljahrs durch Christus, unseren Herrn. Amen.


Gabenbereitung: Let us break bread together

Gabengebet:

Gütiger Gott, ein neues Schuljahr ist wie eine neue Aussaat. Wie Brot und Wein die Frucht der Aussaat und des Pflanzens sind, so lass dieses Schuljahr Frucht bringen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Sanctus: I'm gonna sing

Vaterunser: gebetet

Friedensgruß

Agnus Dei: gebetet

Kommunion: instrumental

Text nach der Kommunion

Manchmal braucht man eine Person, wie in der Geschichte vom Beginn des Gottesdienstes.
Eine Person, die da ist, wenn man nicht mehr weiter weiß.
Eine Person, die da ist, wenn man in Not ist.
Eine Person, die mir zuhört.
Eine Person, die mir den richtigen weg weist.
Diese Person ist ein Engel, den man auf den ersten Blick nicht erkennt: ein Freund, eine Freundin, ein
Familienmitglied, eine Lehrkraft, ein Nachbar.
Gott schickt sie mit und dir.


Schlussgebet

Lebensfreundlicher Gott, am Beginn des Schuljahres hast du uns an deinen Tisch geladen und gestärkt. Segne unseren gemeinsamen neuen Lebensabschnitt und begleite ihn mit deiner Güte.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Segen

Schlusslied: Let my light shine bright

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