Schuljahresanfang

Anfangsgottesdienst 2011/2012
Dienstag, 13.09.2011
08:00 Uhr in St. Martin

„Wir sitzen alle in einem Boot“

Eröffnungslied: „Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde“

Begrüßung:
Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wieder stehen wir am Beginn eines neuen Schuljahres. Ein Stück gemeinsamen Lernens und Lebens liegt vor uns. Jeder, jede muss beitragen, dass dieses Stück Leben gelingt. Das geht nur im Miteinander. „Wir sitzen alle in einem Boot“. Da sind wir alle gefordert und werden auch gegenseitig gefördert. Hören wir dazu folgenden Einleitungsdialog.

Hinführung: Dialog

Redner:
Die Schüler der 8b sitzen gemeinsam im Klassenzimmer. Frau Lobensteiner gibt die Matheschulaufgabe zurück. Die Lehrerin kommt zur Klassenschlechtesten Katharina und übergibt ihr ihre Schulaufgabe, die Klasse beginnt zu tuscheln… Franzi und Sarah beginnen über sie zu lästern.

Franzi:
Haha, ich sag´s euch, die Katharina hat bestimmt schon wieder eine 5 in Mathe, wie immer halt!

Sarah:
Glaub ich auch, die ist doch eh so dumm!

Redner:
Die ganze Klasse beginnt Katharina auszulachen. Jedoch eine weitere Schülerin, Marina, versucht, den Streit zu schlichten.

Franzi:
Ja Sarah stimmt, und schau mal, wie sie schon wieder schaut, die weint bestimmt gleich los, so ein Loser!

Marina:
Hey, hört doch mal auf!

Sarah:
Aufhören, wieso denn? Die ist doch selber schuld, dass sie keiner mag. Schau doch allein mal, was sie an hat. Und ihre Haare – ja ihh!

Franzi:
Genau, die wollen wir hier gar nicht haben in der Klasse, die passt nicht zu uns.

Redner:
Katharina bemerkt, dass die anderen Schülerinnen über sie reden, sie beginnt zu weinen, ihr wird das alles zu viel.

Marina:
Seht iht, was ihr da jetzt angestellt habt?

Franzi:
Ach, die tut doch nur so, die ist doch so eine Heulsuse!

Marina:
Mädl´s, die Katharina ist vielleicht nicht so gut in Mathe, aber wir sind eine Klasse, wir müssen zusammen halten, wir sitzen alle im selben Boot und wenn sie in Mathe nicht so gut ist, dann müssen wir ihr eben helfen, dass sie besser wird. Und jetzt lasst sie in Ruhe, sie kann doch auch nichts dafür, jeder hat in anderen Fächern seine Begabung.

Franzi:
Naja, aber sie soll sie sich doch selber mal anstrengen und es ist doch ihre Schuld, wenn sie sich nicht in die Klassengemeinschaft mit integriert.

Sarah:
Ja, vielleicht sollten wir ihr aber ein bisschen helfen und auch auf sie zugehen.

Redner:
Langsam sehen Franzi und Sarah ihren Fehler ein und entschuldigen sich bei der Klassenschlechtesten.

Sarah:
Naja, Franzi, irgendwie hat die Marina schon recht…tut mir leid Katharina.

Franzi:
Stimmt, mir tut es auch leid, Katharina!

Marina:
Und wenn was ist und du was nicht kannst, kannst du mich auch mal gerne fragen, Katharina. Ich helf dir gern weiter.

Redner:
Katharina hört auf zu weinen.

Katharina:
Danke!

Kyrie:
Herr, wir sitzen alle in einem Boot. Gemeinsam gehen wir auf große Fahrt durch das bevorstehende Schuljahr. Jeder von uns ist mit verantwortlich, dass wir am Ende des Schuljahres sicher im Hafen ankommen. Doch oft entziehen wir uns der Verantwortung.

Eine gute Bootsmannschaft muss zusammenhalten … aber Egoismus, Streitsucht und Neid hindern uns immer wieder daran, ein Team
zu sein.

Kyrieruf

Eine gute Bootsmannschaft muss Ausdauer für die lange Fahrt haben … aber Trägheit, Unlust und fehlendes Durchhaltevermögen führen oft dazu, dass wir unsere Aufgaben nicht mehr erfüllen und uns lieber auf die faule Haut legen wollen.

Kyrieruf

Eine gute Bootsmannschaft muss auch bei stürmischer See einen kühlen Kopf bewahren … aber Ängstlichkeit, Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen bewirken oft, dass wir aufgeben wollen uns an unseren Aufgaben zerbrechen.

Kyrieruf

Gloria: „Gloria, Ehre sei Gott…”

Tagesgebet:
Gütiger und barmherziger Gott, wir stehen am Beginn einer neuen gemeinsamen Wegstrecke.
Mach uns bewusst, dass wir alle in einem Boot sitzen und sende jedem von uns deinen Hl. Geist, damit wir uns gegenseitig stützen und so Leben gelingen kann.
Darum bitten wir…


Lesung aus dem Buch der Psalmen:

Hätte sich nicht der Herr für uns eingesetzt, dann hätten die Wasser uns weggespült, hätte sich über uns ein Wildbach ergossen.
Dann hätten sich über uns die Wasser ergossen, die wilden und wogenden Wasser.
Unsre Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
(Ps 124, 2a.4-5.8)

Wort des lebendigen Gottes

Zwischengesang: „Wer glaubt, ist nie allein“

Aus dem Evangelium nach Matthäus:

Jesus stieg in das Boot, und seine Jünger folgten ihm.
Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, sodass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief.
Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde!
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See und es trat völlige Stille ein.
Die Leute aber staunten und sagten: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?
(Mt 8, 23 – 27)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus
Predigt
Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Das Thema des gemeinsamen Anfangsgottesdienstes „Wir sitzen alle in einem Boot“ liegt von der Bibel her sehr nahe. Das Meer war für das Landtier Mensch schon immer etwas Unheimliches und damit in vielen Kulturen ein Symbol für Lebensgefahr und Untergang. Auch der See Gennesaret, nun wahrlich kein Weltmeer, konnte durch seine unberechenbaren Fallwinde für die kleinen Fischerboote immer wieder zur ernsten Gefahr werden. Die Jünger Jesu wussten das aus ihrer Erfahrung als Fischer. Und selbst anschwellende Wildbäche – siehe Lesung – z. B. nach Starkregen in der Wüste, waren sehr gefährlich.
Als die ersten Christen nach der Kreuzigung Jesu anfingen, seine Botschaft zu verkünden, mussten sie sich wie in einem kleinen Boot fühlen, der Herr weg und doch immer wieder da. Diese Situation fängt das heutige Evangelium ein. Und im Grunde ist es bis heute so geblieben.
Wo ist unser Boot? Zeichenhaft sitzen wir jetzt alle im Kirchenschiff von St. Martin, wie in einem Boot. Die Ausfahrt ins neue Schuljahr beginnt. Auch in einem Schuljahr ist die See oft rau und stürmisch, hektisch, man rennt an einander vorbei, Alltagsgetriebe, Reibereien, erste Enttäuschungen. Wo ist da der Herr, wo ist Christus im Boot? Wie bei den Jüngern scheint er oft schlafend, wirkungslos und weit entfernt. Das sind doch alles Geschichten von früher, höre ich manchmal Schülerinnen sagen, die haben doch mit uns nichts mehr zu tun! Vielleicht taucht er auf bei einem Stoßgebet vor einer Schulaufgabe, da soll er dann schnell eingreifen, der „Deus ex machina“, aber selbst dafür gibt es heute Maskottchen, Beruhigungspillen und manches andere mehr. Wo ist er also?
Zunächst ist er da, wenn wir den Schulalltag unterbrechen und Eucharistie feiern. Wir tun das mehrere Male im Schuljahr, in den Klassen oder auch in unserem großen Boot. Es ist seine Form der Anwesenheit, die er uns verheißen hat, Begegnung mit ihm. Diese Feier soll uns ja ein Stück weit verwandeln, um jenes Vertrauen zu lernen, das Jesus den Jüngern im Boot zeigt und vorlebt. Und geht es darum, sich so verändert nicht von der Hektik in Kleingläubigkeit wegspülen zu lassen, sondern gelassen und souverän zu bleiben. Die wichtigste Jesusbegegnung im Alltag ist die Begegnung mit dem Mitmenschen. Wie wir mit einander umgehen, darin zeigt sich, dass der Herr im Boot ist. Die allmähliche Veränderung im Einstiegsdialog zeigt in die richtige Richtung. Das gilt genauso für die Begegnung zwischen Lehrer und Schüler. Im anderen begegnen wir Christus.
Dieser neue Umgangsstil hat Auswirkungen auch über die Schule hinaus, wir sind nicht allein auf dieser Welt, zeichenhaft über unsere Schulaktionen können wir andere Menschen ins Boot holen. Letztlich ist das Boot, in dem wir alle sitzen, diese Erde selbst. Nicht kleingläubig und resigniert oder gar desinteressiert darf der Jünger Jesu sein, nur erschrocken über die Not. vertrauensvoll packt er an mit seinen Möglichkeiten und Kräften.
Gehen wir nun in diesem Vertrauen das neue Schuljahr an. Nur so können wir im Herzen jene „Stille“, d.h. Ruhe und Souveränität haben, die das Marenzeichen der Jünger Jesu ist. Amen


Fürbitten:
Lebendiger Gott,
Du hast dein Volk auf seinen Wegen begleitet, du warst bei deinen Jüngern, auch wenn sie dich nicht gleich erkannt haben. Du willst mit deinem Geist auch bei uns sein.
So bitten wir dich:

1) Lass uns erkennen und handeln, wenn Mitschülerinnen uns brauchen, weil sie sonst aus dem Boot fallen könnten.

Wir bitten dich, erhöre uns.

2) Gib uns Mut, für schwächere Mitschülerinnen einzustehen, weil wir eine Gemeinschaft sind.

Wir bitten dich, erhöre uns.

3) Gib uns Kraft, dass wir einander stets mit Achtung und Ehrfurcht begegnen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

4) Gib, dass unsere Eltern immer zu uns stehen, auch wenn wir in der Schule einmal nicht so erfolgreich sind.

Wir bitten dich, erhöre uns.

5) Manchmal werden wir in unserem Glauben wie durch einen heftigen Sturm erschüttert. Schenke uns einen festen Glauben an dich, damit wir alle im gleichen Boot bleiben.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Herr, es sieht manchmal so aus, als wärst du nicht an Bord oder als schliefest du. Doch du weißt genau, was uns bedrängt. Gib uns die Gewissheit, dass du da bist und uns in den Stürmen des Lebens und des Schulalltags bewahren wirst, durch Christus unseren Bruder und Herrn. Amen.

Gabenbereitung: „Du rufst uns, Herr, an deinen Tisch“

Gabengebet:
Gütiger Gott, ein neues Schuljahr ist wie eine neue Ausfahrt im gemeinsamen Boot.
Schenke uns Mut und Zuversicht, wenn wir jetzt die Ruder in die Hände nehmen und auf die manchmal stürmische See hinausfahren.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen


Sanctus: „Du bist heilig, du bringst Heil“


Friedenslied: Gib uns Frieden jeden Tag


Zur Kommunion: Instrumental


Meditation nach der Kommunion: „Ich überwinde“

Ich bin kleingläubig.
Jede Flut in meinem Leben ist zurückgewichen.
Doch das habe ich vergessen.
Wenn die große Flut gegen mich anbrandet,
bin ich in Angst, sie könnte mich hinwegschwemmen.
Ich schreie wie ein kleines Kind
und strecke meine Arme aus nach Hilfe.
Bin ich kleingläubig?
Doch die Hand meines Meisters,
der ein Herr ist über alle Meere, hält mich fest.
In meiner Angst und Hast vergesse ich seine Hand
und schaue nach anderer Hilfe aus,
doch ich bin geborgen.
Die Flut verging schnell wie ein Traum,
und doch erschreckt sie immer wieder
mich in meinem kleinen Boot.
Aber seine Hand auf meiner Schulter
lässt mich auf den Fluten spielen
und sie sicher überwinden.
Und immer wird mich das Nahesein
meines Herrn und Meisters erfreuen.


Schlussgebet
Lebensfreundlicher Gott, am Beginn des Schuljahres hast du uns an deinen Tisch geladen und gestärkt. Segne unseren gemeinsamen neuen Lebensabschnitt und begleite ihn mit deiner Güte.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Segen


Schlusslied: “I will follow him”

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