Schuljahresanfang

Anfangsgottesdienst 2013/2014
Donnerstag, 12.09.2013
08:00 Uhr in St. Martin

„Labyrinth“

Begrüßung:

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wieder stehen wir am Beginn eines neuen Schuljahres. Ich hoffe, alle konnten sich ein wenig erholen denn stehen wir wieder am beginn eines Weges, der oft nicht geradlinig ist, sondern uns oft wie ein Labyrinth vorkommt. Hören wir dazu eine einführende Meditation:


Besinnungstext:

Auf dem Liedblatt seht Ihr ein Labyrinth mit verschlungenen Wegen. Bedeutet es Orientierungsverlust, Suche, Angst? Das Labyrinth gilt vielen als Symbol für Verirrung, für eine ausweglose Suche nach dem Ziel. Auf den ersten Blick scheint es, als ob dieses Labyrinth kein Ende hätte. Verschlungene, kurvenreiche Wege: Das Verlaufen scheint vorprogrammiert. Doch wenn wir den Weg konzentriert mit dem Auge folgen, erkennen wir, dass das Ziel in der Mitte ist. Wenn wir jeden Teil des Weges abschreiten, erreichen wir das Ziel in der Mitte auch.
Haben wir nicht oft das Gefühl, dass es sich nicht lohnt, einen Weg weiter zu gehen? Bleiben wir nicht oft aus Sorge, dass wir sowieso nicht zum Ziel kommen, mittendrin stehen oder gehen gar nicht erst los? Wenn wir uns aber, anstatt die ganze Zeit über die Länge und Beschwerlichkeit des Weges nachzudenken, das Ziel vor Augen halten, Zwischenziele setzen, uns über Teilerfolge freuen und bei Schwierigkeiten nicht gleich wieder einknicken, so können wir vielleicht mit mehr Mut losgehen.
Der Weg in einem Schuljahr ist zwar lang und schwierig, aber wir können sicher unser Ziel erreichen.




Kyrie

• Herr, du bist der Weg: Wir brauchen ihn nur zu gehen.

• Christus, du bist die Wahrheit: Wir brauchen ihr nur zu trauen.

• Herr, du bist das Leben: Wir brauchen es nur zu wagen.


Tagesgebet:
Gütiger und barmherziger Gott, heute stehen wir am Beginn eines neuen Schuljahres. Viele Herausforderungen liegen vor uns. Sende uns die Kraft des Hl. Geistes und erfülle uns mit seinen Gaben, damit wir nicht unsicher und ängstlich, sondern entschlossen und mutig unseren Weg gehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn und Bruder. Amen.


Lesung aus dem ersten Johannesbrief

Liebe Geschwister, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott.
Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe.
Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt ha-ben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht.
(1Joh 4,7–12, 16b.18a)


Gesang nach der Lesung:




Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

[...] Die Jünger [kamen] zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? [Er antwortete ihnen:]
Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte? Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.
(Mt 18,1.12–14)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

An unserer Schule gibt es ein Labyrinth, ich meine jetzt nicht die vielen Gänge und Trakte, die am Anfang ganz schön verwirrend sein können, nein sondern eine kleine Darstellung, die oft unbeachtet in unserem Oratorium liegt. Die Fachschaft Religion hat sie vor ca. 15 Jahren von einem Referenten geschenkt bekommen, der uns eine Fortbildung zum Thema „Labyrinth“ gehalten hat. Ich habe es heute mitgebracht (auch wenn man es nicht gut se-hen kann) und ich meine, es eignet sich sehr gut als Einstiegssymbol in ein neues Schuljahr.
Ein erster Gedanke: Schon ein flüchtiger Blick zeigt: Ein Labyrinth ist kein Irrgarten, auf verschlungenen, aber eindeutigen Wegen gelangt man zur Mitte, zum Ziel, das man nicht verfehlen kann. Auch heute treten wir wieder ein in das Labyrinth, in die verschlungenen Pfade eines neuen Schuljahres, manchmal glaubt man sich auf dem Weg zur Mitte, zum Ziel, dann geht es scheinbar wieder weg davon. Aber wie gesagt: Auch wenn es manchmal so aussieht, wir sind nicht in einem Irrgarten, sondern stets auf dem Weg zur Mitte. Nicht Täuscherei, bewusstes in die Irre laufen lassen, sind im Zu-sammenleben angesagt, nicht Schadenfreude über das Scheitern und nicht mehr weiter Wissen, sondern das Bewusstsein, mit anderen auf dem Weg zum Ziel zu sein.
Zweitens: Das Labyrinth ist ein Symbol des Lebens. In diesem Schuljahr wird wieder ein Baustein zu deinem Leben hinzugefügt. Manchmal frage ich mich: Wie möchte ich einmal auf dieses Schuljahr zurückschauen? Wird es ein wertvoller Baustein auf dem Weg zum Ziel sein? Oder ein verlorener? Jetzt am Anfang haben wir es in der Hand. Das Schuljahr beginnt jetzt, nicht erst zum Halbjahr oder im Juni, wenn es dann auf die letzte Schulaufgabe ankommt. Jetzt kommt es darauf an, jetzt gehen wir bewusst - hoffent-lich erholt und mit neuem Schwung diese Schritte in das Jahr, wollen mit einander lernen und reifen.
Und ein Drittes: das Labyrinth ist in der christlichen Epoche – auch wenn es kein ursprünglich christliches Symbol war, es ist Kulturgut der ganzen Menschheit – Symbol des Todes und der Auferstehung, der Neugeburt: Hier muss man den Weg doppelt denken. Das berühmte Labyrinth in der Kathedrale von Chartres hat 11 Windungen um die Mitte gelegt: 11 ist die Symbolzahl der Unvollkommenheit, eins über der 10, die 10 Gebote und eins weniger als die 12 (die 12 Apostel), ein Symbol der unvollkommenen Welt. Man geht zur Mitte, kehrt dort um, ein Zeichen der Taufe und Neugeburt und geht den Weg nun erneuert zurück aus dem Labyrinth heraus. Ich möchte euch am Beginn des Schuljahres erinnern, dass man Getauften irgendwo in ihrem Verhalten anmerken muss, wo sie schon herkommen. Im Zusammenleben gilt es Zeichen zu setzen, bei aller Unvollkommenheit! Wir sind zwar vom Titel her eine kirchliche Schule, aber das sagt noch nicht viel. Wir müssen nicht frömmeln oder dergleichen, sondern als Christen die Schule mit leben erfüllen, wie wir z.B. Streit beilegen, ob wir überlegen, ob wir alleine auf der Welt sind, welche Verantwortung wir schon tragen können.
In diesem Sinn kann das Labyrinth ein guter Wegweiser in das Schuljahr sein. Amen

(kurze Stille)

Fürbitten:
Lebendiger Gott, am Beginn des Schuljahres wollen wir dich bitten:

Herr, ich erlebe es oft in meinem Alltag, dass ich so hohe Ansprüche an mich stelle. Nie kann ich ihnen gerecht werden.
Befreie mich von Krampfhaftigkeit und Selbstüberschätzung; lass mich erfahren, dass ich nicht allein bin auf dem Weg durch das Schuljahr.
Wir bitten Dich, erhöre uns.

Herr, ich kenne das, dass ich hoffnungslos in der Sackgasse bin und nicht weiß, wie es weitergehen soll. Ich sehe nur die engen Grenzen um mich herum.
Weite du meinen Blick für andere Wege, damit ich wieder hoffen kann. Hilf mir, dass ich die Dinge, die mir nicht gut tun, loslassen und mich auf dich verlassen kann.
Alle: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Herr, ich weiß, dass ich die Menschen, für die ich da sein möchte, oft enttäusche und verletzte.
Lass mich aufmerksam sein für die Menschen, die mich begleiten, die mich verstehen, die mich lieben. Lass mich merken, wenn jemand innerlich zittert und friert, damit wir uns gegenseitig Mut machen können.
Alle: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Herr, manchmal denke ich, dass ich gegen das System dieser Welt keine Chance habe, aber du hast das Todbringende besiegt.
Lass mich nicht feige in der Ecke sitzen, sondern meine Stimme erheben für die Leidenden und mit meinen Händen zupacken, wo ich gefragt bin.
Wir bitten Dich, erhöre uns.

Herr, ich weiß eigentlich, was ich tun sollte.
Lass mich aufbrechen und Neues wagen. Lass mich lieben in deinem Sinn und begegne du mir immer wieder, damit ich mich traue, meinen Weg durch das Schuljahr zu gehen.
Alle: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Gütiger Gott, du kennst unsere Sorgen und Ängste, aber auch unseren guten Willen. Erhöre unsere Bitten, durch Christus unseren Herrn. Amen



Gabenbereitung:

Gabengebet:
Gütiger Gott, am Beginn des neuen Schuljahres bringen wir die Gaben dar und bitten Dich. Stärke uns mit dem Brot des Lebens und dem Wein der Freude und Zuversicht, damit wir den Weg durch das Labyrinth sicher gehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen



Meditation nach der Kommunion:

Das christliche Labyrinth auf dem Liedblatt ist ein Symbol des Lebens. Es will einladen, sich auf den Weg zu machen. Am Ende des Weges wartet die Mitte, das Ziel. Wer ein solches Labyrinth betritt, hat das Ziel bereits vor Augen. Die Entfernung scheint nur kurz zu sein. Doch der Weg führt um die Mitte herum und dann sogar immer weiter weg, hinaus in die Wirrungen der Kurven.
Es stellt sich die Frage, ob man überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist und ob es sinnvoll ist, noch weiterzugehen. Irgendwann gelangt man praktisch dort(wieder) an, wo man aufgebrochen ist. Kein Fortschritt ist zu erkennen. Weit ist man gegangen, und nun ist man also wieder am Ausgangspunkt. Doch dann biegt der Weg zu Mitte ab und auf einmal, unvermutet schnell, ist man am Ziel. Auf dem Weg zum Ziel gibt es keine Abkürzung.
Er muss ganz gegangen werden. Aber, Herr, wir wissen, dass du bei uns bist: Am Anfang, in jeder Kurve, an den Stellen, die wir nicht verstehen und auch am Ende des Schuljahres, in das wir mit deiner Hilfe jetzt gehen werden.

Schlussgebet:
Lebensfreundlicher Gott, am Beginn des Schuljahres hast du uns an deinen Tisch geladen und gestärkt. Segne unseren gemeinsamen neuen Lebensabschnitt und begleite ihn mit deiner Güte.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Segen und Wünsche für das neue Schuljahr

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