Schuljahresanfang

Anfangsgottesdienst 2014/2015
Dienstag, 16.09.2014
08:00 Uhr in St. Martin

Eröffnungslied: Danke für diesen guten Morgen…

Begrüßung:

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wir wollen bewusst das neue Schuljahr mit dem Gottesdienst beginnen. Es soll kein frommes Ritual sein, sondern uns an den Lebensgrund erinnern, auf dem wir stehen: der Gott des Lebens, dessen Ebenbild wir sind und der uns in Christus sehr konkret und menschlich nahe gekommen ist. Die Nähe von Menschen ist deshalb sehr bedeutsam. Hören wir dazu einen Text:

Besinnungstext: „Wusstet ihr schon?“

Wusstet ihr schon, dass die Nähe eines Menschen gesund machen, krank machen, tot und lebendig machen kann?
Wusstet ihr schon, dass die Nähe eines Menschen gut machen, böse machen, traurig und froh machen kann?
Wusstet ihr schon, dass das Wegbleiben eines Menschen sterben lassen kann, dass das Kommen eines Menschen wieder leben lässt?
Wusste ihr schon, dass die Stimme eines Menschen einen anderen Menschen wieder aufhorchen lässt, der für alles taub war?
Wusstet ihr schon, dass das Wort oder das Tun eines Menschen einen wieder sehen machen kann, der nichts mehr sah, der keinen Sinn mehr sah in dieser Welt und in seinem Leben?
Wusstet ihr schon, dass das Zeithaben für einen Menschen mehr ist als Geld?
Wusstet ihr schon, dass das Anhören eines Menschen Wunder wirkt, dass das Wohlwollen Zinsen trägt, dass ein Vorschuss an Vertrauen hundertfach zurückkommt?
Wusstet ihr schon, dass Tun mehr ist als Reden?
(W. Willms)

Leserin:
Wir wollen in diesem Gottesdienst hören auf das, was Gott und Menschen uns sagen. Und wir tun dies auch, wenn wir dem Text des Liedes „Over the rainbow“ folgen. Harold Arlen schrieb es und sagte: “It was as if the lord said, here it is, now stopp worrying about it.” Ursprünglich in den 1930er Jahren entstanden und bis heute in unzähligen Versionen gesungen, erzählt es von der Sehnsucht nach einem Land jenseits des Regenbogens, einem land, das hier bei uns beginnt, wenn wir erkennen, was Menschen einander sein können: „Wusstet ihr schon, dass Tun mehr ist als Worte?“

Am Beginn des neuen Schuljahres rufen wir den Herrn um sein Erbarmen an:

Kyrie – Rufe (gesungen)

Gloria: Laudato sia

Tagesgebet:

Gütiger und barmherziger Gott, heute stehen wir am Beginn eines neuen Schuljahres. Viele Herausforderungen liegen vor uns. Sende uns die Kraft des Hl. Geistes und erfülle uns mit seinen Gaben, damit wir nicht unsicher und ängstlich, sondern entschlossen und mutig unseren Weg gehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn und Bruder. Amen.

Lesung aus dem Buch Jesaja:

Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen. Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes. Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest. Sagt den Verzagten, habt Mut, fürchtet euch nicht. Seht her, hier ist euer Gott. (…)Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor und Bäche fließen in der Steppe. Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Quellen. An dem Ort, wo jetzt die Schakale sich lagern, gibt es dann Gras, Schilfrohr und Binsen.
Eine Straße wird es dort geben; man nennt sie den heiligen Weg. Kein Unreiner darf ihn betreten. Er gehört dem, der auf ihm geht. Unerfahrene gehen nicht mehr in die Irre. Es wird keinen Löwen dort geben, kein Raubtier betritt diesen Weg, keines von ihnen ist hier zu finden. Dort gehen nur die Erlösten. Die vom Herrn befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion. Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.
(Jes 35, 1 – 10)

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung:

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

Jesus verließ das Gebiet von Tyros wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes; dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von den Fesseln befreit und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.
(Mk 7,31 – 37)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Effata, öffne dich, so hat es eben im Evangelium geheißen. Mit diesem Ruf heilt Jesus einen Taubstummen. Es ist auffällig, wie oft im Neuen Testament die menschlichen Sinnesorgane geheilt werden: Augen, Ohren, Mund. Es sind unsere Fenster zur Welt. Wenn sie durch Krankheit ausfallen, ist die Kommunikation erschwert oder ganz unmöglich. Aber auch wenn sie körperlich funktionieren, heißt das noch lange nicht, dass alles in Ordnung ist: die Augen vor etwas verschließen, jemanden übersehen, etwas Wichtiges überhören oder auch die Zunge, jenes gefährlichste Organ, das vernichten und töten kann. In diesem Sinn auch der Eingangstext. Wusstet ihr schon?
Es ist sicher kein Zufall, dass der Ruf „Öffne dich“ bereits bei der Taufe gesagt wird. Neben dem Wasser, der Chrisamsalbung und der Taufkerze ist er ein weiteres wichtiges Symbol. Ihr habt diesen Ruf zwar sicher nicht selbst gehört – aber es soll dann für den Getauften wie ein Lebensprogramm sein: Verschließe dich nicht – öffne dich. Bei der Taufe wird zwar nicht automatisch ein Schalter umgelegt – so dachte man sich das früher – aber es ist ein deutlicher Hinweis, wozu wir Menschen da sind: heil zu sein, Heil zu empfangen und zu stiften.
Der Ruf „Effata“ könnte somit auch über dem neuen Schuljahr stehen. Wird es ein gutes Schuljahr, indem uns Jesus die Ohren und den Mund berührt, damit wird hinhören, was der andere uns sagt, damit uns die richtigen Worte gegeben werden? Öffne dich gegenüber den Inhalten, die im Lauf der nächsten Monate besprochen werden. Das heißt, nicht nur auswendig lernen und für die nächste Schulaufgabe speichern, sondern in die Tiefe gehen, sich auseinander setzen und daran seine Persönlichkeit formen. Machen wir die Augen, Ohren und den Mund auf, wo es um das Wohl von Menschen geht. Öffne dich, das betrifft vielfältige Situationen innerhalb der Schulgemeinschaft. Öffne dich, das betrifft auch mein Interesse gegenüber den Menschen in der Einen Welt
Manche von euch werden sich jetzt vielleicht denken: Der redet von „öffne dich“ – doch ich will mich gar nicht öffnen oder ich tue mich schwer damit. Wir Oberpfälzer haben dieses „Öffne dich“ sicher nicht erfunden. Und: Sich jedem öffnen – wäre das nicht naiv, dumm oder gefährlich? Sich öffnen, das kann man nicht verallgemeinern, das hat viel mit persönlicher Beziehung zu tun. Und ich denke, genau in diesem Sinn hat Jesus dieses „Öffne dich“ gemeint. So wünsche ich uns allen, dass wir in diesem Schuljahr Menschen begegnen, die uns in Offenheit gegenübertreten und dass wir Menschen finden, denen wir uns öffnen können mit allem, was uns bewegt, ganz im Sinnes des Eingangstextes: Wusstet ihr schon, dass die Nähe eines Menschen gesund und froh machen kann? Amen

(kurze Stille)

Fürbitten:

Lebendiger Gott, am Beginn des Schuljahres wollen wir dich bitten:

  1. Herr, wir bitten dich für alle, die in Krisengebieten leben und die sich bedroht und ausgegrenzt fühlen. Lass sie die Achtung und Nähe ihrer Mitmenschen erfahren.
  2. Vater, wir bitten dich für die Kirche, damit die Menschen sich in ihr willkommen und geachtet fühlen.
  3. Guter Gott, wir denken an diejenigen unter uns, die nur das Nötigste zum Leben haben. Schenke du ihnen das Erlebnis echter Freundschaft.
  4. Vater, hilf uns allen zu erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt, gib uns auch in diesem Schuljahr die nötige Kaft, um Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen.

Gütiger Gott, du kennst unsere Sorgen und Ängste, aber auch unseren guten Willen. Erhöre unsere Bitten, durch Christus unseren Herrn. Amen

Gabenbereitung: Nimm, o Herr, die Gaben, die wir bringen

Gabengebet:

Gütiger Gott, am Beginn des neuen Schuljahres bringen wir die Gaben dar und bitten Dich. Stärke uns mit dem Brot des Lebens und dem Wein der Freude und Zuversicht, damit wir den Weg durch das Labyrinth sicher gehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Sanktus: Heilig, heilig, hosanna in der Höhe

Friedenslied: Der Fried sei mit dir

Kommunion

Text nach der Kommunion:

Papst Franziskus fordert uns auf, uns und alle Menschen anders zu beurteilen. Seine Worte wollen wir mit ins Schuljahr tragen:
„Vor allem aber müssen wir in der Welt den Durst nach dem Absoluten lebendig halten, indem wir nicht zulassen, dass eine nur eindimensionale Sicht des Menschen überhandnimmt, nach der der Mensch auf das beschränkt wird, was er produziert und was er konsumiert: Das ist eine der größten Gefahren unserer Zeit.“

Schlussgebet:

Lebensfreundlicher Gott, am Beginn des Schuljahres hast du uns an deinen Tisch geladen und gestärkt. Segne unseren gemeinsamen neuen Lebensabschnitt und begleite ihn mit deiner Güte.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Wünsche für das neue Schuljahr

Segen

Schlusslied: O when the saints…

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