Schuljahresanfang

Anfangsgottesdienst 2015/2016
Dienstag, 15.09.2015
08:00 Uhr in St. Martin

„Dem Leben auf der Spur“

Begrüßung:

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wir wollen bewusst das neue Schuljahr mit dem Gottesdienst beginnen. Es soll kein frommes Ritual sein, sondern uns an den Lebensgrund erinnern, auf dem wir stehen: der Gott des Lebens, dessen Ebenbild wir sind und der uns in Christus sehr konkret und menschlich nahe gekommen ist. Auch in diesem Schuljahr wollen wir deshalb dem Leben auf der Spur sein. Hören wir dazu einen Text:

Besinnungstext

Wir brauchen Lebensträume. Wir brauchen Lebensräume. Wir brauchen Licht, das die dunklen Stellen ausleuchtet und Phantasie, die sich immer wieder etwas einfallen lässt, was zum Leben anstiftet.

Wir brauchen Lebensträume, damit wir erwartungsvoll und gespannt den Weg gehen, neugierig darauf, was uns nach einer Wegbiegung begegnet.

Wir brauchen Lebensträume, in denen sich unser Miteinander-Leben entwickeln kann. Wir brauchen Licht, das dunkle Stellen aufhellt und ausleuchtet. Wir brauchen Phantasie, damit das Leben nicht im Gleichklang von Schule, Beruf und Alltag versickert.
Sich darauf zu besinnen, was am Leben hält und lebendig macht,
sich immer wieder etwas einfallen lassen, was zum Leben anstiftet, dazu möchte dieser Gottesdienst einladen. (W. Willms)

Kyrie-Rufe

Herr, die Ferien sind um. Vieles, was wir erlebt haben, war schön.
Wir hatten Zeit. Manchmal gab es Momente, in denen man sich plötzlich frei und leicht gefühlt hat.

Kyrie, mein Gott,…

Die Ferien waren lang, und nicht jeder Tag war so schön, wie wir es uns vielleicht erträumt hatten. Wünsche sind offengeblieben, auch weil uns die Einsicht fehlte, dass nichts im Leben selbstverständlich ist.

Jetzt hat das Schuljahr wieder angefangen. Wir sind gespannt, wie der neue Alltag wird. Und wir haben vielleicht Angst davor,
etwas nicht zu schaffen. Wir fürchten Stress und Leistungsdruck.

Tagesgebet:

Gütiger und barmherziger Gott, heute stehen wir am Beginn eines neuen Schuljahres. Viele Herausforderungen liegen vor uns. Sende uns die Kraft des Hl. Geistes und erfülle uns mit seinen Gaben, damit wir nicht unsicher und ängstlich, sondern entschlossen und mutig unseren Weg gehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn und Bruder. Amen.

Lesung aus dem Buch der Psalmen:

Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?
Mag ein Herr mich belagern: Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: ich bleibe dennoch voll Zuversicht.
Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel.
Denn er birgt mich in seinem Haus am Tag des Unheils; er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes, er hebt mich auf einen Felsen empor.
Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; sei mir gnädig und erhöre mich. Mein Herz denkt an dein Wort: Sucht mein Angesicht! Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.
Ich bin gewiss, zu schauen die Güte des Herrn im Land der Lebenden. Hoffe auf den Herrn und sei stark! Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!
(Ps 27,1 – 14 in Auszügen)

Gesang nach der Lesung

Evangelium:

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. 1Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
(Joh 10,1 – 10)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Dem Leben auf der Spur – das klingt für viele nicht gerade als ein Motto zum Beginn des neuen Schuljahres. Da heißt es eher: Alltagstrott, Leistungsdruck, Langeweile – soll das Leben sein? Kann man dem Leben in der Schule auf der Spur sein?
Zunächst: Leben, das ist immer die Gegenwart, im Leben sein heißt im Hier, Jetzt und Heute zu leben. Heute beginnt das neue Schuljahr, wir sind jetzt hier und wollen das gemeinsam beginnen, ganz nüchtern.
Dem Leben auf der Spur war aber bereits einer vor zweitausend Jahren, der im Hier und Jetzt seiner Zeit mehr erleben wollte als ein paar fromme Vorschriften und ein Leben unter einem strengen Gott, den es zu fürchten galt. Für Jesus von Nazareth war Leben zunächst „Vertrauen in den Gott des Lebens“. Jesus hatte sich ja schon sehr früh eigenständige Gedanken zu seiner Welt und Religion gemacht und sie dann später konsequent gelebt. Eine erste Entdeckung war bei der Lektüre der biblischen Schöpfungsberichte: Hier geht es nicht um eine Reportage des Anfangs (die wissenschaftlich sowieso schon längst überholt wäre), vielmehr geht es um die Gewissheit, dass da einer absolut im Hintergrund steht, dem ich vertrauen darf. Wir drücken das bis heute mit den Worten Jesu selbst aus: Vater unser im Himmel. Und auch der Psalm, den wir als Lesung eben gehört haben, sagt es drastisch: Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen, der Herr nimmt mich auf. Oder: Ich bin gewiss zu schauen die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Jesus hat dies sicher verinnerlicht und sich Gedanken gemacht, wie das konkret umzusetzen wäre: Das Bild vom „Guten Hirten“ aus dem Evangelium gibt die Antwort: Der Hirte, der für die Schafe da ist. Das ist wohl auch die Antwort auf die Frage: Dem Leben auf der Spur sein: Für einander da sein, jeweils guter Hirte sein: In einer Schulgemeinschaft bedeutet das am Beginn eines neuen Schuljahres: Die Schulleitung in einer Hirtenfunktion, die Lehrer in einer Hirtenfunktion, die Schülerinnen unter einander in einer Hirtenfunktion, für einander da sein und so das Leben spüren. Leben gibt es nur in der Hingabe an eine Person oder eine Sache: und da gibt es doch in einem Schuljahr ganz viel Leben zu entdecken: viele neue Begegnungen, viel für einander da sein, viele neue „Sachen“, die uns begeistern können.
Und es geht – wenn wir über den Tellerrand hinausschauen – auch um viele Menschen, die dem Leben, dem Überleben auf der Spur sind. Wir sind nicht alleine auf der Welt. Den Blick zu weiten für die Probleme um uns gehört auch zum Auftrag eines jeden Schuljahres, wenn es heißt, dem Leben auf der Spur zu sein. Amen

Fürbitten:

Lebendiger Gott, am Beginn des Schuljahres wollen wir dich bitten:

Herr, wir bitten dich, schenke uns Ausdauer und Kraft, die Hürden, die dieses Schuljahr für uns bereit hält mutig zu überwinden und an unseren Erfahrungen zu wachsen.

Herr, hilf uns, die Probleme unserer Mitschülerinnen im oft hektischen Schulalltag nicht zu ignorieren, sondern hilfsbereit aufeinander zuzugehen.

Herr, schenke uns trotz all der Anforderungen und Verpflichtungen, die das neue Schuljahr für uns bereithält, Inseln der Ruhe und Entspannung.

Herr, wir bitten dich, dass du jeden Menschen in Zeiten der Not begleitest, damit er seinen richtigen Weg finden kann. Gib ihm Mut, seine Träume und Hoffnungen zu verwirklichen.

Guter Gott, wir bitten für die Menschen, die ihre Heimat wegen kriegerischer Auseinandersetzungen oder Naturkatastrophen verlassen mussten. Schenke ihnen Mut und hilf ihnen ein neues Leben anzufangen.

Gütiger Gott, du kennst unsere Sorgen und Ängste, aber auch unseren guten Willen. Erhöre unsere Bitten, durch Christus unseren Herrn. Amen

Gabenbereitung:

Gabengebet:

Gütiger Gott, am Beginn des neuen Schuljahres bringen wir die Gaben dar und bitten Dich. Stärke uns mit dem Brot des Lebens und dem Wein der Freude und Zuversicht, damit wir die Spuren des Lebens entdecken.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Hochgebet

Sanktus

Friedenslied

Kommunion: Instrumental

Meditationstext nach der Kommunion

Du, Quelle des Lebens, wo immer man hinblickt, wird Zwietracht gesät.
Böse Zungen verbreiten Lügen, und niederträchtige Worte vergiften die Herzen wie Schlangen.
Ich suche nach einem Weg, auf dem ich mich vor all dieser Falschheit schützen kann, um nicht selbst in den Abgrund des Wahnsinns zu stürzen.
Du allein bewahrst mich davor, Unrecht zu begehen, und rettest mich unter dem Schatten deiner Flügel und behütest mich, wo immer ich bin.
Du stillst meinen Durst nach Wahrhaftigkeit: Du – Licht und Quelle des Lebens.

Schlussgebet:

Lebensfreundlicher Gott, am Beginn des Schuljahres hast du uns an deinen Tisch geladen und gestärkt. Segne unseren gemeinsamen neuen Lebensabschnitt und begleite ihn mit deiner Güte.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Wünsche für das neue Schuljahr

Segen

Schlusslied

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