Schuljahresanfang

Anfangsgottesdienst 2016/2017
Dienstag, 13.09.2016
08:00 Uhr in St. Martin

„Hindernisse überwinden – neue Hoffnung schöpfen“

Begrüßung:

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Leben ist immer Veränderung, ein neues Schuljahr bringt Veränderungen, in diesem Schuljahr besonders: wir haben einen neuen Schulleiter, neue Schülerinnen und Lehrkräfte, ihr befindet euch in anderen Jahrgangstufen, einige Klassen wurden neu zusammengestellt. Eine Veränderung hat uns aber in den Sommerferien sehr traurig gemacht. Herr Lösch ist nach einer kurzen, schweren Krankheit gestorben. Wir wollen in diesem Gottesdienst, bei dem wir um ein gutes Schuljahr bitten, besonders an ihn denken und das Thema des Gottesdienstes: Hindernisse überwinden – neue Hoffnung schöpfen auch darauf beziehen. Hören wir zu diesem Thema einen Text:

Besinnungstext:

Ein Mann – so wird erzählt – ging in einen Wald, um nach einem Vogel zu suchen, den er mit nach Hause nehmen könnte. Er fing einen jungen Adler, nahm ihn mit nach Hause und steckte ihn zu seinen Hühnern in den Hühnerstall. Er gab ihm Hühnerfutter zu fressen, obwohl er doch ein Adler war, der König der Vögel, der König der Lüfte! Nach fünf Jahren kam einmal ein naturkundiger Mann zu Besuch. Als die Männer miteinander durch den Garten gingen, fiel ihm der Adler sofort auf und er sagte:

“Der Vogel dort ist kein Huhn, sondern ein Adler.“

“Ja, dass stimmt, aber ich habe ihn zu einem Huhn erzogen. Er ist jetzt kein Adler mehr, sondern ein Huhn“

“Nein, er ist noch immer ein Adler, denn er hat das Herz eines Adlers und das wird ihn hoch hinauf fliegen lassen in die Lüfte“.

„Nein, er ist jetzt ein richtiges Huhn und wird niemals mehr wie ein Adler fliegen“.
Darauf beschlossen sie, eine Probe zu machen. Der naturkundliche Mann nahm den Adler, hob ihn in die Höhe und sagte beschwörend:

“Vogel, der du ein Adler bist, der du dem Himmel gehörst und nicht dieser Erde – breite deine Schwingen aus und fliege!”

Der Adler auf der hoch gestreckten Faust blickte sich um. Hinter sich sah er die Hühner nach ihren Körnern picken und er sprang zu ihnen hinunter und pickte mit nach den Körnern. Der Mann sagte:
“Ich habe dir gesagt, er ist ein Huhn.”

Der naturkundige Mann gab aber noch nicht auf.

“Nein, er ist ein Adler. Ich versuche es morgen noch einmal.”

Am nächsten Tag stieg er mit dem Adler am Arm auf das Dach des Hauses, hob ihn empor und sagte:

“Adler, der du ein Adler bist, breite deine Schwingen aus und fliege!”

Aber als der Adler wieder die scharrenden Hühner im Hofe erblickte, sprang er abermals zu ihnen hinunter und scharrte mit ihnen. Da sagte der Mann wieder:

“Ich habe es dir ja gesagt, er ist ein Huhn und er bleibt ein Huhn.“

“Nein, er ist ein Adler und er hat noch immer das Herz eines Adlers. Lass es uns noch ein einziges Mal versuchen. Morgen werde ich ihn fliegen lassen.“

Am nächsten Morgen erhob er sich früh, nahm den Adler und brachte ihn hinaus aus der Stadt, weit weg von Häusern an den Fuß eines hohen Berges. Die Sonne stieg gerade auf, sie vergoldete den Gipfel des Berges, jede Zinne erstrahlte in der Freude eines wundervollen Morgens. Er hob den Adler empor und sagte zu ihm:

“Adler, du bist ein Adler. Du gehörst dem Himmel und nicht dieser Erde. Breite deine Schwingen aus und fliege!”

Der Adler blickte umher, zitterte, als erfülle ihn neues Leben, aber er flog nicht. Da ließ ihn der naturkundige Mann direkt in die Sonne schauen und plötzlich breitete der Adler seine gewaltigen Flügel aus, erhob sich mit dem Schrei eines Adlers in die Luft, flog höher und höher und kehrte nie wieder zurück.

(Kurze Stille)

Kyrie-Rufe

Ein neues Schuljahr beginnt. Manches von dem, was wir lernen, fällt uns schwer. Oft geben wir dann zu schnell auf und sagen: Ich kann das nicht.

Auch im neuen Schuljahr wird es manchmal Streitgeben. Die beste Freundin nervt plötzlich und anstatt mit ihr zu reden, lasse ich sie fallen.

Oft können wir mit unserer Zeit nichts anfangen: Wir schlagen Zeit tot und vertreiben sie mit sinnlosen Aktivitäten.

Tagesgebet:

Gütiger und barmherziger Gott, heute stehen wir am Beginn eines neuen Schuljahres. Viele Herausforderungen liegen vor uns. Sende uns die Kraft des Hl. Geistes und erfülle uns mit seinen Gaben, damit wir nicht unsicher und ängstlich, sondern entschlossen und mutig unseren Weg gehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn und Bruder. Amen.

Lesung aus dem Buch der Psalmen:
Psalm 18, 2b-20 in Auszügen

Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke, Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter, mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.
Er führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.
Der Herr hat gut an mir gehandelt und mir vergolten, weil ich gerecht bin und meine Hände rein sind.
Ja, ich habe alle seine Gebote vor Augen, weise seine Gesetze niemals ab.
Dem bedrückten Volk bringst du Heil, doch die Blicke der Stolzen zwingst du nieder.
Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen, mein Gott macht meine Finsternis hell.
Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern.

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung

Evangelium: Mt 15,21-28

Von dort zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Bei der Vorbereitung der Predigten für unsere Schulgottesdienste fallen mir immer wieder auch Äußerungen von Euch aus dem Unterricht ein. Aus manchen dieser Äußerungen höre ich gelegentlich einen gewissen Unterton der Resignation heraus: Die Welt ist so wie sie ist – denken wir nur an die vergangenen Wochen und Monate mit all der Terrorgefahr. Und dann: Da kann ich doch nichts machen, meine Kräfte sind begrenzt und klein, ich schaue, wie ich irgendwie durchkomme. Diese Äußerungen sind ernst zu nehmen, spiegeln sie doch ein Lebensgefühl wider, das häufig anzutreffen ist: der kleine Mensch im Netz der großen Weltenmaschinerie.
Manchmal heißt es dann aufmunternd: Du kannst Deine kleine Welt verändern, auf dich kommt es an – aber das Gefühl der Ohnmacht bleibt. Heute stürmen auch so viele Infos auf uns ein in den Nachrichten und sozialen Netzwerken, dass wir uns fragen: ich weiß jetzt vom Krieg in Syrien, aber was kann ich da tun? Welchen Wert hat also diese Information für mich? Um meine Ohnmacht zu steigern.
Zugegeben, früher war die Welt kleiner, überschaubarer, aber auch da gab es das Gefühl der Ohnmacht: rätselhafte Krankheiten, Hunger, Ängste vor dem nächsten Überfall, der die Existenz vernichten konnte und vieles mehr.
In dieser Situation wendet sich ein unbekannter Beter an Gott: ich will dich rühmen, Herr meine Stärke – du führst mich hinaus ins Weite – mit dir überspringe ich Mauern! Ein Trugbild der Hoffnung? Eine Einbildung? Oder die Frau im Evangelium: Sie lässt sich von der Zurückweisung durch Jesus (eine sehr interessante Bibelstelle) nicht entmutigen mit den Worten: naja, dann eben nicht, da kann ich nichts machen, nein, sie gibt nicht auf, schöpft neue Hoffnung, bis sie die Mauer im Herzen Jesu überwindet und „mit ihrem Gott Mauern überspringt“.
Die beiden Bibelstellen stemmen sich mit aller Macht gegen alle Resignation und Hoffnungslosigkeit. Und trotz aller veränderter Bedingungen zwischen damals und heute – eines ist gleich geblieben: Der Mensch jeder Generation muss sein Leben trotz aller Hindernisse immer wieder neu gestalten. Zu sagen, da kann ich nichts machen, ist zwar auf den ersten Blick verständlich, aber wenn ich nichts mache, dann „machen“ eben andere, dann klinke ich mich aus dem Gestaltungsprozess aus.
Dann sind wir wie der Adler, der zum Huhn mutiert ist, der nichts mehr von seinen Fähigkeiten erkennen lässt. Die Welt braucht aber keine Menschen, die zu Pickhühnern werden und mit gesenkten resigniertem Kopf durch die Gegend laufen, sondern Menschen, die auch heute noch sagen: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern!
Ich glaube, dass auch unser verstorbener Kollege und Lehrer Wolfgang Lösch sein Leben und seinen Glauben so verstanden hat. Nicht resignieren, sondern immer weiter wachsen, hinein in das Leben, mit seinen Möglichkeiten das Leben gestalten und – auch an der Grenze des Lebens noch die Kraft haben zu sagen: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern, auch die Mauer des Todes.

Am Beginn eines neuen Schuljahres, bei dem mehr als sonst neu ist, ist dieses Motto umso passender. Jedes Schuljahr will – um im Bild der Anfangsgeschichte zu bleiben – aus Hühnern wieder fliegende Adler machen, jeden von euch ein Stück weit mehr zu dem machen, was er eigentlich ist. Dies geschieht, indem wir voneinander lernen, Schülerinnen von den Lehrern und die Lehrer von den Schülerinnen – wie Jesus heute von dieser Frau. Es darf ja auch sein, dass wir Lehrer anerkennend über eine Schülerin wie Jesus sagen: Dein Glaube, d.h. hier deine Fähigkeiten sind groß, geh hin und verändere die Welt mit deinen Möglichkeiten! In diesem Sinne ein hoffnungsvolles Schuljahr. Amen

Fürbitten

Lebendiger Gott, am Beginn des Schuljahres wollen wir dich bitten:

  1. Herr, wir bitten dich, dass wir neue Motivation und Freude für das bevorstehende Schuljahr aufbringen können, auch wenn das letzte Jahr vielleicht nicht so gut verlaufen ist.
  2. Herr, wir bitten dich, dass wir gerade in schwierigen Zeiten nicht die Hoffnung und den Mut verlieren, sondern im Vertrauen auf dich versuchen unser Leben zu meistern.
  3. Herr, gib uns die nötige Kraft und gute Ideen, um Hindernisse zu überwinden und unseren Weg zu gehen.
  4. Für die Leiter und Lehrer unserer Schule, gib ihnen viel Geduld und Freude mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten und sie positiv zu fördern.
  5. Wir beten für unseren verstorbenen Lehrer, Herrn Wolfgang Lösch, der sich über 30 Jahre mit ganzem Herzen für unsere Schule engagiert hat: Schenke ihm die Fülle des Lebens in deinem Reich.

Gütiger Gott, du kennst unsere Sorgen und Ängste, aber auch unseren guten Willen. Erhöre unsere Bitten, durch Christus unseren Herrn. Amen

Gesang zur Gabenbereitung

Gabengebet:

Gütiger Gott, am Beginn des neuen Schuljahres bringen wir die Gaben dar und bitten Dich. Stärke uns mit dem Brot des Lebens und dem Wein der Freude und Zuversicht, damit wir Hindernisse im neuen Schuljahr überwinden und neue Hoffnung schöpfen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Hochgebet

Sanktus/Hochgebet:

Friedenslied

Kommunion: Instrumental

Meditationstext nach der Kommunion:

Mut, Hoffnung, Vertrauen und viele weitere Gefühle begegnen uns täglich. Vertrauen z.B. stellt die Grundlage einer Freundschaft oder einer Klassengemeinschaft dar. Mut hingegen benötigen wir ständig, um schwierig erscheinende Dinge erreichen zu können. Man könnte noch vieles weitere aufzählen. Die Basis, dass jeder Mensch Tag für Tag seine volle Leistung bringen kann, sind Menschen, die einen dabei unterstützen: Freunde, Verwandte, alle Menschen, die uns am Herzen liegen, sind für uns wie eine Stütze im Leben. Sie geben einem Kraft und Halt und stehen einem in jeder Situation zur Seite.
Auch Jesus sprach von der Nächstenliebe, denn es kommt nicht darauf an, wie wir einen Menschen nach ein paar Sekunden finden, sondern wie er wirklich ist und welche inneren Werte sich in ihm verbergen. Denn nur wer solche Freundschaften pflegt, kann alle Hindernisse gemeinsam überwinden.
Auch für uns verändert sich im neuen Schuljahr einiges. Wir bekommen einen neuen Schulleiter, vielleicht bekommen manche von euch neue Klassenkameradinnen und die meisten von euch kommen in eine höhere Klasse. Nicht immer verläuft der Weg für uns geradlinig. Manchmal stehen uns Hindernisse im Weg oder wir beschließen, einen anderen Weg einzuschlagen. Aber gemeinsam können wir neue Hoffnung schöpfen und damit fast alles schaffen, denn gemeinsam sind wir stark.

Schlussgebet:

Lebensfreundlicher Gott, am Beginn des Schuljahres hast du uns an deinen Tisch geladen und gestärkt. Segne unseren gemeinsamen neuen Lebensabschnitt und begleite ihn mit deiner Güte.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Wünsche für das neue Schuljahr

Segen

Schlusslied

aktuelle Termine:

07.12.2017

Elternsprechtag 1

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

11.12.2017

Elternsprechtag 2

für Gymnasium und Realschule
von 15.30 - 19.00 Uhr...

22.12.2017

letzter Schultag vor den Weihnachtsferien

Gottesdienst in St. Martin
für alle Klassen...

12.01.2018

"KELCH" - Kinder und Eltern lernen Chemie

siehe Startseite...

Konzeption und Realisierung KIS GmbH & Co. KG