Schuljahresschluss

Gottesdienst am Ende des Schuljahres 2008/2009
Freitag, 31.07.2009, 08:00 St. Martin

"Licht und Schatten"

Eingangslied: Amazing grace


Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,
am Beginn unseres Gottesdienstes am Ende dieses Schuljahres hören wir einen kurzen Text zum Thema des Gottesdienstes. „Licht und Schatten“:


Benjamin Franklin, der große amerikanische Staatsmann und Erfinder, wurde einmal gefragt, warum er eine Sache trotz großer Probleme nicht aufgebe: "Haben Sie schon einmal einen Steinmetz bei der Arbeit beobachtet? Er schlägt vielleicht hundert Mal auf die gleiche Stelle, ohne dass auch nur der kleinste Riss sichtbar würde. Aber dann, beim hundertsten Schlag, springt der Stein plötzlich entzwei. Es ist doch nicht dieser Schlag, der den Erfolg bringt, sondern die hundert, die ihm vorhergingen."


Nun ist das Jahr (fast) vorbei. Jeder hatte Höhen und Tiefen, Licht- und Schattenseiten. Benjamin Franklin zeigt, dass man nie aufgeben soll. Erst recht nicht in Schattenzeiten, denn diese sind nur dazu da, um die schönen Zeiten schätzen und genießen zu lernen.


Herr, unsere Schattenseiten machen uns unsere Grenzen deutlich. Wir sind immer wieder auf dein Erbarmen angewiesen. So rufen wir dich zu Beginn des Gottesdienstes an:



Kyrie-Rufe


Immer wieder scheitern wir an unseren eigenen Erwartungen in der Schule.
Einige von uns haben das Klassenziel dieses Jahr nicht erreicht und so ihre Grenzen erfahren.
Oft sind wir verzweifelt und sehen nur die Schattenseiten.



Gloria: Du bist das Licht der Welt


Tagesgebet


Guter Gott, heute danken wir dir für das vergangene Schuljahr, für alles Schöne, das wir erfahren durften und für alles, was uns bereichert hat. Wir bitten dich, schenke uns in den kommenden Wochen Erholung an Leib und Seele und führe uns im neuem Schuljahr wieder zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammen.
Darum bitten wir...



Lesung aus dem Buch der Psalmen:


Ich liebe den Herrn, denn er hat mein lautes Flehen gehört und sein Ohr mir zugeneigt an dem Tag, als ich zu ihm rief.
Mich umfingen die Fesseln des Todes, mich befielen die Ängste der Unterwelt, mich trafen Bedrängnis und Kummer.
Da rief ich den Namen des Herrn an: Ach Herr, rette mein Leben!
Der Herr ist gnädig und gerecht, unser Gott ist barmherzig.
Der Herr behütet die schlichten Herzen; ich war in Not und er brachte mir Hilfe.
Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! Denn der Herr hat dir Großes getan.
Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, meine Tränen getrocknet, meinen Fuß bewahrt vor dem Gleiten.
So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn im Land der Lebenden.


Wort des lebendigen Gottes



Antwortgesang: Von guten Mächten…


Evangelium: Lk 11,33-36


Niemand zündet ein Licht an und stellt es in einen versteckten Winkel oder stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf einen Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. Dein Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird auch dein ganzer Körper hell sein. Wenn es aber krank ist, dann wird dein Körper finster sein. Achte also darauf, dass in dir statt Licht nicht Finsternis ist. Wenn dein ganzer Körper von Licht erfüllt ist und nichts Finsteres in ihm ist, dann wird er so hell sein, wie wenn die Lampe dich mit ihrem Schein beleuchtet.



Predigt


Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Am Ende dieses Schuljahres wird jeder von uns seine persönliche Bilanz ziehen. Und das Ergebnis dieser Bilanz könnte sich gut mit dem Thema des Gottesdienstes decken: "Licht und Schatten". Jede Bilanz besitzt aber auch den Charakter einer Momentaufnahme. Manche Dinge erscheinen uns heute positiv oder angenehm und sind dann doch aus einer größeren Distanz heraus betrachtet, belangloser und unwirksamer, als sie zunächst erschienen. Wir machen die Erfahrung heute oft: Da wird vieles zunächst als toll, großartig angepriesen, um dann doch recht schnell und wirkungslos in der Versenkung zu verschwinden.
Genau umgekehrt verhält es mit den (angeblichen) Schattenseiten: Sie wirken natürlich zunächst nicht toll oder "cool", wir würden sie am liebsten verbergen und eine gewisse Zeit gelingt uns das auch. Aber eben nur eine gewisse Zeit. Immer wieder verfolgen uns diese Schattenseiten, eine Schwäche, die ich nicht in den Griff bekomme, ein Fach, das ich nicht mag und zu dem ich mich überhaupt nicht aufraffen kann, ein Lehrer, mit dem ich einfach nichts anfangen kann. Das vergangene Schuljahr bietet viele solcher Schattenseiten.
Bieten also Schatten auch eine Chance? Können sie uns eventuell sogar weiter bringen als die Lichtseiten? Sicher, wir dürfen uns über das Erreichte freuen. Auch Jesus fordert uns dazu auf, unsere positiven Seiten nicht in falscher Bescheidenheit unter den Scheffel zu stellen. Aber Licht leuchtet eben von sich aus, wir müssen es nicht angeberisch hervorkehren und sagen: Schaut her, wie toll ich bin und was du für eine Null bist. Das Licht besitz also die Gefahr, sich auf dem erreichten auszuruhen und zu sagen: ich bin doch schon wer.
Auf der anderen Seite haben Schattenseiten etwas Dynamisches, wenn sie nicht verdrängt, sondern angenommen und zunächst bejaht werden. Was lernen wir aus den
„Finsternissen“ des vergangenen Schuljahres. Schule ist immer ein Spiegelbild der Gesellschaft, in der Schule, die auch Schule des Lebens ist, sollen Menschen auf das Leben vorbereitet werden. Viel Finsternis legte der Amoklauf von Winnenden auf die Schullandschaft in Deutschland. Lernt unsere Gesellschaft daraus oder ist die aufgeregte Diskussion nicht längst schon wieder verstummt, um beim nächsten mal wieder ergebnislos aufzuflammen? Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Jesus, der sich als Licht der Welt bezeichnet, hier entscheidende Anstöße durch seine Botschaft geben kann.
Die Schule insgesamt ist nach wie vor in der Diskussion. Vieles ist angedacht. Viel Finsternis ist noch in der Diskussion. Welche Bildung brauchen wir? Licht wird es erst geben, wenn die Verantwortlichen begreifen, dass es um die Bildung der Herzen geht, dass Schule nicht die Reparaturanstalt einer kranken Gesellschaft ist. Und für jede von euch, liebe Schülerinnen bedeutet dieser Weg von Finsternis zum Licht, sich ernsthaft mit den Inhalten des Unterrichts auseinanderzusetzen, nicht nur eine Ansammlung von Stoff zu sehen, sondern dahinter eine Chance, die eigene Persönlichkeit zu bilden.
Doch nun ist erst einmal die Zeit, inne zu halten, zu Ruhe zu kommen, Bilanz zu ziehen, um dann nach den Wochen der Ruhe und Erholung neu anzusetzen und von der Finsternis zu mehr Licht aufzubrechen. Amen



Fürbitten:


Gütiger Gott, am Ende des Schuljahres kommen wir mit unseren Bitten zu dir:
1. Gib auch denen Licht und neue Hoffnung, die es in diesem Schuljahr nicht einfach hatten.
2. Am Ende des Schuljahres sind wir ausgelaugt und müde. Gib uns für das nächste Schuljahr Kraft und Halt.
3. Immer wieder kommen wir vom Weg ab. Schenke allen dein Licht, um den richtigen Lebensweg zu finden.
4. Manche können sich nicht richtig auf die Ferien freuen, weil sie schon Angst vor dem neuen Schuljahr haben. Schenke ihnen Kraft, jetzt in den Ferien ein wenig abschalten zu können und so dieser Angst wirksam zu begegnen.


Guter Gott, du hörst uns, wenn wir dich mit ganzem Herzen bitten. Wir loben und preisen dich, heute und in Ewigkeit. Amen.



Lied zur Gabenbereitung: Vergiss nicht zu danken…


Gütiger Gott, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir das vergangene Schuljahr vor dich. Mache uns immer mehr zu Freunden deines Sohnes, der uns den Weg zum wahren Leben gezeigt hat. Darum bitten wir...



Sanktus: Laudato si


Friedenslied: Put your hand…


Kommunion: Instrumental


Besinnungstext nach der Kommunion:


Stellt euch vor, ihr steht in einem Raum. Ihr könnt dunkle und auch helle Ecken sehen. Dieses Zimmer stellt unser vergangenes Schuljahr dar. Es gab helle und dunkle Zeiten. Gute und schlechte. Die hellen Ecken stehen für gute Noten, für den Spaß, den wir mit Freunden und Lehrern hatten. Das Licht drückt auch die Freude über das endlich beendete Schuljahr aus. Doch gab es auch schattige und dunkle Zeiten. Die Ängste vor dem Versagen in verschiedenen Tests. Die Ungewissheit, wie das Schuljahr verlaufen wird. Alle schlechten Zeiten verbergen sich im dunklen Schatten. Doch eigentlich gehört beides zusammen. Wo kein Licht ist, kann auch kein Schatten sein. Beide sind Bestandteil unseres Lebens und gehören einfach dazu. Die Übergänge von Licht und Schatten zeigen diese wichtige Verbindung deutlich. Natürlich will jeder von uns die Schattenseiten vermeiden, doch ohne diesen Schatten gäbe es keine hellen Zeiten mehr. Es ist wie in einem Tunnel. Auf den langen dunklen Weg folgt eine helle Strecke. Gott führt uns durch die dunklen Seiten und begleitet uns, auf dem Weg zum Licht.



Schlussgebet


Gütiger Gott, in dieser Eucharistiefeier haben wir für das vergangene Schuljahr gedankt. Wieder liegt ein Lebensabschnitt mit Licht und Schatten hinter uns. Heile, was in diesem Schuljahr misslungen ist und führe uns näher zu dir.
Darum bitten wir…



Schlussgebet: I will follow him

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