Schuljahresschluss

Gottesdienst am Ende des Schuljahres 2010/2011
Freitag, 29.07.2011, 08:00 St. Martin

„Dein Leben, dein Film“

Einzug: Orgel

Eingangslied: Kinderchor


Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wieder stehen wir am Ende eines Schuljahres. Gefühlt ist es für die meisten von uns schnell vergangen und für manche läuft vielleicht jetzt ein Film ab mit Bilder des Schuljahres. Hören wir am Beginn einen Text über einen ungewöhnlichen Kinobesuch:


„Dein Leben, dein Film“
Stell Dir vor, du gehst mit deinen Freunden ins Kino. Vorher habt ihr euch noch einen großen Eimer Popcorn und ein Getränk gekauft. Genussvoll greifst du in die Popcorn und naschst ein paar. Das Kino ist bis auf den letzten Platz voll - nur neben dir ist noch ein Platz frei. Gerade schaust du dir noch die Werbung an und wartest gespannt auf die Hollywood-Komödie mit deinem berühmten Lieblingsschauspieler.
Auf einmal setzt sich eine Person neben dich. Du kennst sie irgendwie ganz genau, kannst sie aber nicht einordnen. Er begrüßt dich sehr freundlich und fragt, wie es dir so geht. Du lässt dich auf ein nettes Gespräch mit dieser Person ein, denn es ist ja noch Werbung. Auf einmal geht der Vorhang zu und du schaust verwundert die Person neben dir an, du überlegst immer noch, wer er ist.
Langsam geht der Vorhang wieder auf. Jetzt wird dir klar, wer da neben dir sitzt: Es ist Jesus.

Um ehrlich zu sein, ist es dir etwas peinlich, dass du ihn nicht sofort erkannt hast. Jesus nimmt es dir nicht weiter übel und lächelt dich an. Mittlerweile ist der Vorhang ganz offen. Auf einmal ist so ein Rauschen zu hören, und das Bild - zip - es ist weg. Dann erscheinen große rote Buchstaben auf einem schwarzen Hintergrund.
PROGRAMMÄNDERUNG
Du bist sehr verwundert und schaust dich im Kinosaal um. Endlich siehst du auch, was für Menschen mit dir hier sitzen. Es sind komischer Weise alles Menschen, die du kennst. Ein paar Leuten winkst du zu. Es sind alles Menschen, mit denen du schon mal irgendwas zu tun hattest in deinem Leben. Manche magst du mehr, andere weniger. Komisch, keiner scheint sich außer dir über die Programmänderung zu wundern. Du wartest gespannt, was nun passieren wird.


Kyrie

Herr, du bist da, wenn uns deine Anwesenheit nicht bewusst ist,
und auch, wenn wir sie deutlich spüren.

Herr, erbarme dich.

Christus, du bist da, wenn wir einen Rückschlag erleiden,
und auch, wenn wir Freude empfinden.

Christus, erbarme dich.

Herr, du bist da,
wenn wir an dir zweifeln,
und auch, wenn wir unseren Glauben bekennen.

Herr, erbarme dich.

Vergebungsbitte

Glorialied

Tagesgebet
Guter Gott, heute danken wir dir für das vergangene Schuljahr, für alles Schöne, das wir erfahren durften und für alles, was uns bereichert hat. Wir bitten dich, schenke uns in den kommenden Wochen Erholung an Leib und Seele und führe uns im neuem Schuljahr wieder zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammen.
Darum bitten wir...



Lesung aus dem ersten Buch Samuel

Der junge Samuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. 
Da rief der Herr den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! Samuel kannte den Herrn noch nicht und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen.
Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat zu ihm heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört.
1Sam 3,1–10

Wort des lebendigen Gottes


Gesang nach der Lesung: Amazing grace


Aus den heiligen Evangelium:

Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.
Joh 14,1–14



Predigt


Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen

Im Eingangstext war eben von einem ungewöhnlichen Kinobesuch
die Rede, von einer Programmänderung. Der Schluss des Gottesdienstes wird uns noch sagen, welcher Film nun gespielt wird. Ohne voraus zu greifen, lassen wir doch einmal das abgelaufene Schuljahr kurz vor unseren Augen ablaufen. Ich habe schon ein wenig im Jahresbericht geblättert und gelesen. Wie viele Aktivitäten, und dabei kann jede von euch sicher noch eine eigene Filmrolle über „ihr“ Schuljahr hinzulegen. Wahrlich viel Material, das da zusammenkommt.
Ich möchte aus unserem Schuljahresfilm drei Ereignisse herausgreifen, die uns erschüttert haben: Am 12. November veränderte sich das Leben unserer Abiturientin Lisa Benner schlagartig. Eine junge Frau wird aus allen Lebensplanungen gerissen und auf einen für uns völlig rätselhaften Weg gestellt, der allen unseren Lebensplanungen zuwiderläuft.
Am 11.März bebt vor Japan die Erde, ein Tsunami überrollt die Küstenregion und löst eine atomare Katastrophe aus. Fortschrittsglaube und Technik werden wieder einmal erschüttert. Eine Energiewende muss nun her, aber sind wir schon auf dem Weg, der uns dies wirklich gelingen lässt?
Am vergangenen Freitag erschüttert ein Massenmörder aus dem Nichts Norwegen. Undenkbar, dass so etwas bei uns passiert, sagen viele. Der Attentäter spricht von der Bedrohung des Christentums durch andere Mächte und wendet sich mit Gewalt gegen eine offene und tolerante Gesellschaft.
Drei Ereignisse, die uns aus der Bahn, aus dem Weg werfen. Nun gibt es ja die Möglichkeit, nach einer kurzen Zeit des Erschreckens zur Tagesordnung überzugehen bis zum nächsten Ereignis.
Gibt es noch eine andere Möglichkeit?
Jedes Schuljahr entwickelt ihr euch, wir uns alle, ein Jahr weiter, wir sammeln neue Erfahrungen. Neben all dem Wissen muss auch as Herz, unsere Persönlichkeit mitwachsen. In der Lesung wird das schön ausgedrückt: Dieser Ruf an den jungen Samuel und die Antwort „Rede Herr, dein Diener hört“ sind ein Appell, die innere Botschaft solch dramatischer Ereignisse zu entdecken und langsam auf den Weg und die Wahrheit unseres Lebens vorzustoßen.
Wir bleiben Menschen, wenn vorgezeichnete Wege – wie bei Lisa Benner – sich radikal ändern. Und ich bin mir sicher, dass auch dieser Weg Botschaft uns Sinn für uns bereithält, auch wenn er sich unserem Verstand noch nicht erschließt.
Die Botschaft aus Japan ist klarer. Verschwendungssucht, Anspruchsdenken, Wegwerfmentalität, die Gier, alles haben zu müssen, ist beendet. Der neue Weg heißt einfacher, effizienter, langsamer.
Der Weg in eine tolerante Gesellschaft geht nicht über eine „alles ist gleich gültig Mentalität“, sondern über die ehrliche Auseinandersetzung. Wer gegen eine andere Religion oder eine andere Weltanschauung etwas hat, soll sich mit ihr auseinander setzen, nicht mit Bomben und Gewehren, sondern mit Hirn, Verstand und Argumenten. Darauf setzen wir ja auch in jedem Schuljahr.
So lehren uns drei Ereignisse aus dem vergangenen Schuljahr neue Wege, deren erste Schritte wir auch in den anstehenden Ferien bedenken könnten. Amen


Fürbitten

Teresa:
Du bist immer für uns da. Hilf uns deine Liebe weiter zu schenken und anderen bei ihren Problemen zu helfen.

Ursina:
Und wieder ist ein weiteres Schuljahr geschafft. Schenk allen eine erholsame Zeit in den Ferien und lass alle Schülerinnen und Lehrkräfte wieder wohlbehalten ins neue Schuljahr starten.

Daniela:
Japan und andere Regionen der Erde wurden in diesem Jahr durch viele Erdbeben und andere Katastrophen erschüttert. Viele Familien vermissen ihre Angehörigen. Gib ihnen Kraft über ihre Trauer hinwegzukommen und in ein normales Leben zurück zu kehren.

Leonie:
Gib der verunglückten Schülerin, Lisa Benner, und ihrer Familie in dieser schwierigen Situation Kraft und Hoffnung.

Franziska:
Unterstütze uns auch im nächsten Schuljahr und hilf uns dabei den richtigen Weg zu finden.

Gabenbereitung: Kinderchor

Gabengebet:
Gütiger Gott, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir das vergangene Schuljahr vor dich. Mache uns immer mehr zu Freunden deines Sohnes, der uns im Kreislauf der Zeit den Weg zum wahren Leben zeigt. Darum bitten wir...

Präfation

Sanktus: Heilig, heilig, hosanna in der Höhe…

Friedenslied: Singt das Lied vom großen Frieden

Kommunion: Instrumental


Nach der Kommunion: Fortsetzung des Eingangstextes

Da wendet sich Jesus dir zu und sagt: „Heute schauen wir uns nicht die Hollywood-Komödie an, sondern einen viel spannenderen Film. Wir schauen uns dein Leben an von der Geburt bis jetzt, mit allem Drum und Dran.“ In deinem Kopf beginnen die Gedanken um die schlimmen Sachen in deinem Leben zu kreisen, die du mal gemacht hast, oder wo du mal Menschen verletzt hast. Es beginnen die ersten Bilder des Films über dein Leben. Du blickst dich um und erinnerst dich, dass du nicht alleine im Kino bist und auch viele andere Menschen den Film sehen können. Verschämt sackst du im Sitz zusammen und schaust dir auch die schlimmen Sachen an.
Welche Szenen würden bei dir laufen? Was würde wohl laufen als Film deines Lebens? Über welche Sachen würdest du dich freuen? Bei welchen Sachen schämst du dich und es wäre dir lieber, dass es keiner außer dir sieht?
Nach einer Weile schaust du dich noch Mal neugierig im Saal um, um vielleicht einige Reaktionen der anderen zu sehen. Einige verlassen verärgert den Saal, einige sind auch schon weg. Auf der Leinwand laufen die Bilder weiter; der Saal leert sich. Gefühlschaos bei dir -Trauer. Sogar deine Freunde sind weg!
Nur die Person rechts neben dir ist noch da. Nur Jesus ist noch da. Er nimmt dich in den Arm und schaut sich mit dir den Rest deiner Bilder an. Er baut dich auf und steht mit dir alles durch. Nach dem Film redest du noch lange mit ihm.
Jesus ist der einzige, der bei dir geblieben ist. Egal, welche Bilder gerade kamen: Er war da und hat dich begleitet. Er ist dein Begleiter auf allen Wegen.
Jesus sagt von sich selbst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Joh 14,6)

Schlussgebet
Gütiger Gott, in dieser Eucharistiefeier haben wir für das vergangene Schuljahr gedankt und wir legen es nun in deine Hände.
Was in diesem Schuljahr an Gutem ausgesät wurde, das lasse reiche frucht für unser Leben bringen.
Darum bitten wir…

Dank und Wünsche für erholsame Ferien

Schlusslied: Put your hand…

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