Schuljahresschluss

Gottesdienst am Ende des Schuljahres 2012/2013
Dienstag, 30.07.2013, 08:00 St. Martin

Thema: „Zeugnis geben“

Einzug: Es werde Licht

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wieder stehen wir am Ende eines Schuljahres. Das Wort „Zeugnis“ steht heute sicher für Euch alle im Mittelpunkt. Doch dieses Wort hat viele Bedeutungen. Hören wir dazu am Beginn des Gottesdienstes einen Text:

Eingangstext:
Wenn wir heute unsere Zeugnisse bekommen, dann verbinden wir damit meist nur das Vordergründige, wir meinen das Schulzeugnis, ein Dokument, das unsere Leistungen in Noten fasst.
Daneben aber gibt es eine weitere Bedeutung, sie umfasst die Bekundung, die Bezeugung dessen, woran Menschen glauben. An solche Zeugen wollen wir in diesem Gottesdienst erinnern.
Vor genau 70 Jahren wurden die Geschwister Hans und Sophie Scholl zusammen mit anderen hingerichtet, weil sie an ein freies Deutschland glaubten und, auch aus religiöser Überzeugung heraus, für diese Freiheit eintraten. Sie verfassten mit den Mitgliedern ihrer Widerstandsgruppe, der „Weißen Rose“, Flugblätter, die auf die Unmenschlichkeit des Systems hinwiesen und die Deutschen wachrütteln wollten.
Wir wissen heute, dass nur wenige dieser Flugblätter von denen, die sie fanden, nicht bei der Geheimen Staatspolizei abgegeben wurden. Hat sich also das Zeugnis der Geschwister Scholl in einer Zeit, die nicht offen für ihre Worte war, „gelohnt“?
Die Schwester von Hans und Sophie stellte bei deren geheimer Beerdigung fest: „In meinem Herzen war ein Fest, das keine Trauer zugelassen hat.“ Die Mutter streichelte die Särge der beiden, „so, wie man behutsam schlafende Kinder streichelt“.
Später wird der Historiker Golo Mann feststellen:
„Sie fochten gegen das Riesenfeuer mit bloßen Händen, mit ihrem Glauben, ihrem armseligen Vervielfältigungsapparat, gegen die Allgewalt des Staates. Gut konnte das nicht ausgehen, und ihre Zeit war kurz. Hätte es aber im deutschen Widerstand nur sie gegeben, die Geschwister Scholl und ihre Freunde, so hätten sie alleine genügt, um etwas von der Ehre des Menschen zu retten, welcher die deutsche Sprache spricht.“
Der christliche Glaube war für Sophie Scholl ein wichtiger Antrieb für ihren Widerstand. Für ihren Mut ging sie in den Tod.
Wie oft könnten wir Zeugen sein in einer anderen Zeit und in einem Land, das uns schützt? Wie oft schweigen wir?
Kyrie – Rufe:

Herr, in diesem Schuljahr waren wir oft so mit uns selbst und unseren Aufgaben beschäftigt, dass wir nicht immer fähig waren zu helfen, wo wir gebraucht wurden.

Herr, erbarme dich unser (gesungener Ruf)

Herr, du bleibst uns nahe gerade dann, wenn wir Fehler machen und Schwächen zeigen.

Herr, wir erwarten, dass wir heute ein gerechtes Zeugnis erhalten. Wir haben uns aber immer wieder zu einem falschen Zeugnis gegenüber unseren Mitmenschen hinreißen lassen.

Vergebungsbitte

Glorialied: Ehre sei Gott

Tagesgebet
Guter Gott, heute danken wir dir für das vergangene Schuljahr, für alles Schöne, das wir erfahren durften und für alles, was uns bereichert hat. Wir bitten dich, schenke uns in den kommenden Wochen Erholung an Leib und Seele und führe uns im neuem Schuljahr wieder zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammen.
Darum bitten wir...

Lesung aus dem Buch Joel:

Danach aber wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen. Auch über Knechte und Mägde werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen. Ich werde wunderbare Zeichen wirken am Himmel und auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchsäulen. Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag des Herrn kommt, der große und schreckliche Tag. Und es wird geschehen: Wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet. Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem gibt es Rettung, wie der Herr gesagt hat, und wen der Herr ruft, der wird entrinnen.
(Joel 3, 1 – 5)

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung: Unterstufenchor

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:

Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!
(Joh 15, 13 – 17)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Das Wort Zeugnis hat am heutigen Tag einen besondern Klang. Es ist Zeugnistag. Die Bilanz eines ganzen Schuljahres, von September 2012 bis heute – für Euch sicher eine lange Zeit – steht in Noten (oder vielmehr im Worturteil) auf einem Blatt Papier. Je nach Jahrgangsstufe haben diese Noten mehr oder weniger Bedeutung. Was bezeugen sie? Dass ihr gut gelernt habt? Dass ihr gut auswendig gelernt habt? Dass ihr euch gut oder weniger gut vorbereitet habt? Die Noten offenbaren manche Stärken und Schwächen, Fächer, die einem liegen oder nicht, die einen interessieren oder eben nicht. Es ist also ein Dokument, das über euch schon etwas aussagt, etwas „bezeugt“.
Was steht nicht in diesem Zeugnis? Wie viele Male ihr jemandem geholfen habt, in der Nachhilfe, wie euer Charakter, eure Persönlichkeit weiter gewachsen ist. Was ihr an neuen Einsichten gewonnen habt. Ein solches Zeugnis kommt können euch Menschen ausstellen, die euch nahe stehen, eine Freundin, die spürt, dass sie sich auf Dich verlassen kann, die Eltern, die spüren, dass sie Dir mehr Verantwortung übertragen können und Dir etwas zutrauen dürfen.
Letztlich geht es darum, dass eure Persönlichkeit wächst und euch bezeugt und bescheinigt wird: Du hast Dich weiter entwickelt. Das wäre ein gutes Zeugnis über dieses Schuljahr, das dann mehr aussagt als ein paar Ziffern. So kann Schritt für Schritt die Grundlage gelegt werden, die zu ganz starken Persönlichkeiten führt. Das Gedenken an die Geschwister Scholl und ihr Zeugnis für die Freiheit und die Menschlichkeit gegen ein verbrecherisches System führt uns zu solch starken Persönlichkeiten. Ich kann nur nochmals an das Zitat von Golo Mann aus dem Einleitungstext erinnern. Es sagt alles. Das sind Zeugnisse, die den Menschen retten. Es würde etwas fehlen, wenn es sie nicht gegeben hätte.
Die Geschwister Scholl und alle Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ waren sich wohl auch des Wortes aus dem Propheten Joel bewusst. Der Geist ist ausgegossen über alles Fleisch, die Menschen werden Propheten sein. Was sie unter dramatischen Herausforderungen umgesetzt haben, hat im Grunde jeder von uns immer wieder in den Alltag zu übersetzen. Ihr werdet Propheten sein: Ihr seid zum Zeugnis herausgefordert. Im achten Gebot heißt es. Du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten geben. Ob im Schulalltag oder in Ferien, das Leben wird immer wieder durch die Lüge vergiftet, und durch die Wahrheit geheilt. Wie viel Fassade, gespielte Oberfläche und Mitläufertum (aus Bequemlichkeit)? Der Prophet stellt sich auch mal ins Abseits, weil er weiß, dass es jetzt an der Zeit ist, aus der Masse herauszutreten, nein zu sagen, wo alle ja rufen und so zum Freund dessen zu werden, der von sich gesagt hat: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Lügen haben kurze Beine, nur die Wahrheit wird euch frei machen. Die Mitglieder der weißen Rose waren unendlich frei in ihrem Zeugnis, in ihrer Wahrheit, unverbogen und prophetisch. Persönlichkeiten eben. Auch wir sind auf diesem Weg gestellt, auch über uns ist der hl. Geist der Wahrheit ausgegossen. Amen

Fürbitten:

Gütiger Gott, am Ende des Schuljahres kommen wir mit unseren Bitten zu dir:

Wir bitten dich für erholsame Ferien, in denen wir von der Schule und dem Notendruck Abstand nehmen und mit genügend Kraft das nächste Schuljahr beginnen können.
Wir bitten dich erhöre uns!

Wir bitten für alle Schülerinnen, die in diesem Schuljahr Enttäuschungen zu verkraften hatte, dass sie sich nicht entmutigen lassen, sondern in den Ferien neue Kraft und neue Hoffnung schöpfen.
Wir bitten dich erhöre uns!
Wir bitten für Frauen und Mädchen in vielen Ländern der Erde, dass sie durch unsere Spendenaktionen Hilfe zur Selbsthilfe erhalten, die ihnen Bildung, Ausbildung und Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht.
Wir bitten dich erhöre uns!

Auch heute werden Christinnen und Christen in vielen Ländern der Erde aus unterschiedlichen Gründen ausgegrenzt und dürfen ihren Glauben nicht frei leben. Stärke sie in ihrem Zeugnis und lass in allen Kulturen und Religionen den Respekt vor der Überzeugung des Mitmenschen wachsen.
Wir bitten dich erhöre uns!

Wir bitten für alle Schülerinnen und Lehrer, die in diesem Schuljahr einen Schicksalsschlag zu verkraften hatten. Sende ihnen Menschen, die sie in dieser schweren Zeit begleiten.
Wir bitten dich erhöre uns!

Wir bitten für die Opfer der Hochwasserkatastrophe, deren Schicksal aus den Medien verschwunden ist. Lass sie durch die zahlreichen Spenden Mut schöpfen und den Wiederaufbau Schritt für Schritt bewältigen.
Wir bitten dich erhöre uns!

Wir bitten für alle, die dieses Jahr die Schule verlassen, dass sie auf ihrem weiteren Lebensweg nicht alleine sind und neue Chancen nutzen können!
Wir bitten dich erhöre uns!

Bittet, und es wird euch gegeben, klopft an und es wird euch geöffnet. In diesem Vertrauen haben wir unsere Bitten ausgesprochen durch Christus, unseren Herrn. Amen

Gabenbereitung: Nimm, o Herr, die Gaben

Gabengebet:
Gütiger Gott, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir das vergangene Schuljahr vor dich. Mache uns immer mehr zu Freunden deines Sohnes, der uns im Kreislauf der Zeit den Weg zum wahren Leben zeigt. Darum bitten wir...

Sanktus: Heilig, heilig,…

Agnus Dei: Der Friede sei mit Dir…

Kommunion: Unterstufenchor

Meditation nach der Kommunion:
Herr, mach´ mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Liebe entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass´ mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
Wer sich selbst vergisst, der findet;
Wer verzeiht, dem wird verziehen;
Und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Schlussgebet
Gütiger Gott, in dieser Eucharistiefeier haben wir für das vergangene Schuljahr gedankt und wir legen es nun in deine Hände. Was in diesem Schuljahr an Gutem ausgesät wurde, das lasse reiche Frucht für unser Leben bringen.
Darum bitten wir…

Dank und Ferienwünsche

Segen

Schlusslied: Amazing Grace

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