Schuljahresschluss

Gottesdienst am Ende des Schuljahres 2013/2014
Dienstag, 29.07.2014, 08:00 St. Martin

Thema: „Frei sein…“

Eröffnungslied: Kommt zum Fest des Lebens

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wieder stehen wir am Ende eines Schuljahres. Welche Gefühle bestimmen uns? Dankbarkeit, dass das Schuljahr wieder gut abgeschlossen werden konnte. Freiheit von so manchen Verpflichtungen, die uns das Jahr über gefangen nehmen. Freiheit für so manches, was im Lauf des Schuljahres zu kurz kommt? Frei sein hören wir dazu einen Text:

Meditationstext:

Freiheit bedeutet sein, wie ich bin, Freiheit heißt für mich Fehler machen wie’n Kind. Und wenn’s sein muss, fall ich halt hin.
Doch ich steh wieder auf, Freiheit heißt: Zöger nicht, sondern lauf!
Wenn du weißt, was du willst, dann tu es, wenn nicht, dann tust du es auch.
Freiheit bedeutet, frei sprechen, frei machen, frei bleiben. Mauern, die die Angst vorm Versagen errichtet, einreißen, Mut haben.
Freiheit bedeutet auch zu enttäuschen, sich selbst zu erfüllen anstatt die Erwartung von anderen Leuten.
Freiheit heißt, auch Entscheidungen treffen. Freiheit heißt hin und wieder sich die Freiheit zu nehmen, die Meinung zu wechseln.
Freiheit heißt, es macht manchmal auch Sinn, dass meine Freiheit da enden muss, wo die Freiheit eines anderen beginnt.
Aber Freiheit darf niemals heißen: Entsagen von unseren Rechten nach ihr zu leben, zu streben und frei über sie zu sprechen.

Kyrie – Rufe (Sophia Hausmann)

Herr, im festen Vertrauen auf dich finden wir die wahre Freiheit, sich von gesellschaftlichen Zwängen zu lösen und Mensch zu sein. zu leben und zu lieben.

Herr Jesus Christus, du hast uns zur Freiheit berufen. Du hast uns gezeigt, was es heißt, einander in Liebe zu dienen. Dein Hl. Geist führt uns, damit wir einander befreien.

Herr, du hast uns zum „Frei sein“ berufen, doch wir wissen oft nicht, wie wir unsere Freiheit nutzen können.

Vergebungsbitte

Glorialied: Ich lobe meinen Gott

Tagesgebet
Guter Gott, heute danken wir dir für das vergangene Schuljahr, für alles Schöne, das wir erfahren durften und für alles, was uns bereichert hat. Wir bitten dich, schenke uns in den kommenden Wochen Erholung an Leib und Seele und führe uns im neuem Schuljahr wieder zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammen.
Darum bitten wir...

Lesung aus dem Buch Exodus

Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht.
Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber ist zu mir gekommen. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde zu den Israeliten sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der „Ich – bin – da“. Das ist mein Name und so wird man mich nennen in allen Generationen.
(Ex 3,1 – 15, gekürzt)

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung: Go down, Moses

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und sie freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wie viele Gedanken von Freiheit hat der Eingangstext ausgesprochen? Ein schillernder Begriff: losgelöst, entgrenzt, entlastet, ohne Verpflichtungen – das fällt vielen beim Begriff „Freiheit“ ein. Es ist die berühmte „Freiheit von“. Weniger im Blickfeld ist die „Freiheit zu“. Das spricht der Text an: Freiheit zu Entscheidungen, wissen, was zu tun ist. Ein besonders treffender Satz: …dass meine Freiheit da enden muss, wo die Freiheit des anderen beginnt.
Dass die Freiheit Menschen auch in der Bibel eines der großen Themen ist, läst sich unschwer an den beiden Texten aus der Bibel erkennen. Zunächst der „Klassiker“, die Exodusgeschichte, zu deren Schlüsselszene die Dornbuschgeschichte gehört. Menschen erlebten Unfreiheit, politisch und sozial, die fühlten sich aber auch von Dämonen und Schicksalsmächten umgeben. Mose, der das Schicksal seines Volkes sieht, lässt sich nicht blind hineinziehen, vereinnahmen, er verschafft sich zunächst Distanz, nimmt sich die Freiheit und sortiert seine Gedanken. Auf diesem heiligen Boden entsteht Heil. Es reift in ihm die Erkenntnis – und das sagt ihm die Stimme – für das Volk da zu sein, es zum Heil zu führen und nicht als großer Revolutionär ins Verderben. Immer wieder haben Menschen dieses Thema aufgegriffen: Go down, Moses,…Und immer wieder bestand die Gefahr, positive soziale Anliegen mit Gewalt durchzusetzen. Freiheit ist kostbare Gabe und Aufgabe zugleich. Auch wir müssen uns in unserer Welt immer wieder diesem Thema stellen. Die Fragen lauten im Hinblick auf das vergangene Schuljahr: Bin ich freier geworden? War ich in meiner Freiheit ein „Jahwe“ – ein „ich bin für euch da“. Wo sind Abhängigkeiten? Wo lasse ich mich treiben, bin unfreier Mitläufer und nicht Akteur, Architekt von Freiheit wie Mose?
Eine Freiheit besonderer Art spricht das Evangelium an. Die Kindheitsgeschichte des Johannes erzählt von ungewöhnlichen Dingen. Dem Zacharias hat es die Sprache verschlagen, als er hört, dass er Vater werden soll. Doch Gott ist gnädig (so die Bedeutung des Namens „Johannes“), er findet seine Sprache wieder, findet heraus aus seiner Blockade. Er stellt sich der Situation, kann sie annehmen. Wir hätten ja mit der Sprache ein gutes Organ der Kommunikation, frei zu reden, uns auszutauschen. Aber oft versagt sie uns, fehlen die Worte, sind wir wie blockiert, wenn wir reden sollten. Ist das auch im Schuljahr immer wieder so? Mit der sollte ich schon lange mal reden. Mit der rede ich nichts mehr. Ich weiß gar nicht, was ich mit dem reden soll. Blockaden, Ängste, Stolz – auch das ist Thema des Schuljahres. Möge Gott gnädig sein, dass sich auch unsere Stimme wieder löst, dass sich Blockade lösen, dass ein Wort, das längst ausgesprochen werden müsste, nun endlich ausgesprochen wird.
Vielleicht – und das ist mein Wunsch für die Ferien – gelingt es uns wie Mose auf den heiligen Boden zu treten, Freiräume zu schaffen, die nötige Distanz einzunehmen (v. a. zu sich selbst), dass das neue Schuljahr ein heilvolles wird, ein „ich bin für dich da“ oder wie es im text geheißen hat: Freiheit heißt: Zögere nicht, lauf! Amen

Fürbitten:

Gütiger Gott, am Ende des Schuljahres kommen wir mit unseren Bitten zu dir:

Im Lauf des Schuljahres sind wir vieles schuldig geblieben. Gib uns ein ehrliches Herz, damit wir dies erkennen und zeige uns Wege, uns von Schuld zu befreien.
Wir bitten dich erhöre uns!

Menschen berauben andere Menschen ihrer Freiheit, weil sie eine andere Kultur, Religion oder Hautfarbe haben. Befreie sie von dem Irrglauben, mit Macht und Gewalt sich selbst oder dir einen Gefallen zu erweisen.
Wir bitten dich erhöre uns!

In vielen Ländern ist es gefährlich, seine Meinung frei zu äußern. Schenke den Machthabern die Einsicht, dass die freie Meinungsäußerung für das Zusammenleben nicht gefährlich, sondern heilsam ist.
Wir bitten dich erhöre uns!

Viele Menschen sind abhängig von bestimmten Moden und Trends, lassen sich von Werbung beeinflussen oder durch den Gruppenzwang. Schenke ihnen den Geist der Unterscheidung, damit sie frei entscheiden können, was sie wirklich brauchen und was ihnen gut tut.
Wir bitten dich erhöre uns!

Schenke uns in den bevorstehenden Sommerferien Ruhe und Erholung, damit wir innerlich frei werden und neue Kraft tanken können.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Bittet, und es wird euch gegeben, klopft an und es wird euch geöffnet. In diesem Vertrauen haben wir unsere Bitten ausgesprochen durch Christus, unseren Herrn. Amen

Gabenbereitung: Chor

Gabengebet:
Gütiger Gott, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir das vergangene Schuljahr vor dich. Mache uns immer mehr zu Freunden deines Sohnes, der uns im Kreislauf der Zeit den Weg zum wahren Leben zeigt. Darum bitten wir...

Sanktus: Heilig ist der Herr

Agnus Dei: Du und ich

Kommunion: Unterstufenchor

Meditation nach der Kommunion:

Freiheit, was für ein großes Wort, ich hab gehört, dass du grenzenlos bist. Trotzdem kennen viele Menschen dich nicht. Manche mit Reden, Schweigen und Beten, andere mit Macheten, weil andere Perspektiven fehlen.
Du bist für jeden was anderes, umso paradoxer ist es, wenn man Politiker um dich handeln lässt.
Du bist das Recht, du bist das, was jeder verdient, niemand sollte um dich bitten müssen, nirgendwo, nie.
Du bist so intim und persönlich wie die innersten Wünsche und Träume. Doch die verwirklichen nur wenige Leute.
Manche glauben wirklich, man könnte dich kaufen, andere laufen zehntausende Kilometer durch Wüstensand, weil sie an dich glauben.
Migranten lassen ihr Land zurück nur für dich, in der Hoffnung auf dich und manche finden dich trotzdem noch nicht.
Manchmal opfere ich einen Teil von dir, um andere zu haben und manchmal muss ich mich trennen, um dich mehr zu erfahren. Denn du bist Freiheit.
(Songtexte.com)

Schlussgebet
Gütiger Gott, in dieser Eucharistiefeier haben wir für das vergangene Schuljahr gedankt und wir legen es nun in deine Hände. Was in diesem Schuljahr an Gutem ausgesät wurde, das lasse reiche Frucht für unser Leben bringen.
Darum bitten wir…

Dank und Ferienwünsche (Fibich, Reinsch, ASH,LIB

Segen

Schlusslied: ich bin frei

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