Schuljahresschluss

Gottesdienst am Ende des Schuljahres 2014/2015
Freitag, 31.07.2015, 08:00 St. Martin

Thema: „Zeit“

Eröffnungslied: My lord, what a morning

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wieder stehen wir am Ende eines Schuljahres. Welche Gefühle bestimmen uns? Dankbarkeit, die Freude, jetzt auch mal Zeit für sich zu haben, freie Zeit, die es zu füllen gilt mit Hobbys, Reisen, oder einfach mal nichts tun. Hören wir zum Thema „Zeit“ einen Text aus Irland:

Meditationstext:

Nimm dir Zeit, um zu arbeiten,
es ist der Preis des Erfolgs.

Nimm dir Zeit, um nachzudenken,
es ist die Quelle der Kraft.

Nimm dir die Zeit, um zu spielen,
es ist das Geheimnis der Jugend.

Nimm dir die Zeit, um zu lesen,
es ist die Grundlage des Wissens.

Nimm dir die Zeit, um freundlich zu sein,
es ist das Tor zum Glücklichsein.

Nimm dir die Zeit, um zu lieben,
es ist die wahre Lebensfreude.

Nimm dir die Zeit, um froh zu sein,
es ist die Musik der Seele.

Nimm dir die Zeit, um zu planen,
dann hast du Zeit für die anderen Dinge.

Kyrie – Rufe:

Herr, wir haben auch in diesem Schuljahr wieder festgestellt, dass uns der Wille und die Zeit fehlt, gute Vorsätze einzuhalten.

Kyrie eleison (gesungen)

Herr, wir haben jetzt Zeit, auf ein Schuljahr zurückzublicken. Dabei erinnern wir uns an so manche Situationen, in denen wir Menschen übersehen oder unnötige Konflikte ausgelöst haben.

Herr, in diesem Schuljahr haben wir wieder Zeit in Spendenprojekte investiert und hoffen, dass die Hilfe bei den Menschen ankommt.

Vergebungsbitte

Glorialied: Ich lobe meinen Gott

Tagesgebet

Guter Gott, heute danken wir dir für das vergangene Schuljahr, für alles Schöne, das wir erfahren durften und für alles, was uns bereichert hat. Wir bitten dich, schenke uns in den kommenden Wochen Erholung an Leib und Seele und führe uns im neuem Schuljahr wieder zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammen.
Darum bitten wir...

Lesung aus dem Buch Kohelet

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
Eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz;
Eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steine sammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,
eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.
(Koh 3,1 – 8)

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung: Unseren Augen verborgen…

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

Als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist der Menschensohn! Hier ist er!, so geht nicht hin und lauft nicht hinterher. Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum anderen leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden. Und wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle. Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart
(Lk 17, 20 – 37, gekürzt, in Auszügen)

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Ansprache Teil I: Anne Winter

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Seit jeher versuchen die Menschen die Zeit festzuhalten. Sei es mit verschiedensten Uhrenausführungen oder den Lebensdaten, eingemeißelt in den Grabstein. Augustinus stellt fest: „Wenn wir über Zeit sprechen, wissen wir, was das ist; wir wissen es auch, wenn ein anderer darüber zu uns spricht. Was also ist die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es jemanden auf seine Frage hin erklären will, weiß ich es nicht.“ Wissenschaftlich wird sie durch eine Aneinanderreihung verschiedener Ereignisse definiert. Somit ist Zeit für jeden individuell festgelegt, denn keiner wird die gleichen Momente erlebt und dieselben Fehler gemacht haben. Die Zeit ist das Sinnbild der Vergänglichkeit, unserem größten Feind. Wir wollen das Vergessen verhindern. Doch die Zeit ist begrenzt. Sie bestimmt unser Leben, ob wir wollen oder nicht.
Es gibt 2 Arten von Zeit, die eine, welche wir uns selbst geben und die andere, die uns von Gott gegeben wird. Letztere ist unkontrollierbar und undefiniert.
Physikalisch gesehen ist die Zeit das Ergebnis aus dem zurückgelegten Weg gebrochen durch die dafür benötigte Geschwindigkeit. Übertragen auf das Leben bedeutet dies: Je schneller wir etwas auf unserem Lebensweg erledigen, desto mehr Zeit bleibt uns.
Ina Katharina Uphoff und Andreas Dörpinghaus legen in ihrem Buch „Die Abschaffung der Zeit“ dar, „eine Zeit in Schmerz oder Sehnsucht, lässt sie uns wie eine Ewigkeit vorkommen. Das Warten auf den geliebten Menschen ist ein anderes Warten, als das in einem Wartezimmer.“ Wir sehen Zeit als Belastung und Erleichterung zugleich an. Kinder werden von der Zeit nicht beeinflusst, denn sie leben im Jetzt und Hier. Junge Menschen werden geplagt von der Zukunftsangst, die die Zeit mit sich bringt. Alten Menschen läuft die Zeit davon. Sie haben Angst vor dem was kommen wird.
Die gesunde Zeit ist jene, die uns unser Körper selbst gibt. Jedoch leben wir in einer von Bildung und Fortschritt kontaminierten Welt, die uns Zeitintervalle vorschreibt. Wir leben den Rhythmus der anderen, sprechen aber von Individualismus. Wer den Rhythmus nicht kennt, wird in der Entwicklung untergehen und seinen Platz jemanden anderen überlassen.
Michael Ende erzählt in seiner Geschichte „Momo“ von einem Waisenmädchen, das versucht die grauen Männer aufzuhalten, die den Erwachsenen Zeit stehlen, ohne dass diese es mitbekommen. Uns wird die Zeit gestohlen, doch wir bekommen es nicht mit. Keine Zeit zum Denken, zum Lesen, zum Beten, zum Leben, zum Freunde treffen. Die Welt dreht sich in ihrem Fortschritt immer schneller. Keiner hat Zeit zum Anhalten und Pause machen. Der wirtschaftliche Verlust wäre zu groß.
Ich appelliere an euch, nehmt euch Zeit für die schönen Momente im Leben, jetzt habt ihr sie noch!

Ansprache Teil 2: Stefan Hirblinger

Annes Appell am Ende ihrer Ausführungen dürfen wir in die Ferien mitnehmen. Jetzt haben wir Zeit zum Anhalten und Pause machen. Das Hamsterrad des Alltags darf einmal still stehen. Viele können das aber gar nicht mehr, es muss sich immer etwas bewegen, etwas los sein, man will immer unterhalten werden. Aber ist das wirklich gefüllte Zeit? Alles hat seine Zeit, so haben wir in der Lesung aus dem Buch Kohelet gehört, eben auch die Ruhe und Erholung.
Bevor wird aber Ruhe und Erholung haben dürfen, noch ein Gedanke zum Evangelium: Es redet vom Ende der Zeit, sehr dramatisch und mit den Vorstellungen der damaligen Welt. Die ersten Christen verknüpfen das Ende der Zeit mit dem Kommen des Menschensohnes und mit der Hoffnung, dass alles letztlich gut wird. Kann das aber nicht auch für uns heißen: Wir kommen immer wieder an das Ende von Zeit, heute des Schuljahres 2014/2015. Kommt da auch der Menschensohn? War dieses Schuljahr ein gutes Schuljahr? Christus ist der, der auch in unserem Leben immer wieder „am Ende“ gute Bausteine zu einem großen Ganzen zusammenlegen will, das wir „unser gelingendes Leben“ nennen. In diesem Sinne hoffe ich, dass uns die Zeit dieses Schuljahres gefördert hat. Amen

(Kurze Stille)

Fürbitten:

Gütiger Gott, am Ende des Schuljahres kommen wir mit unseren Bitten zu dir:

Schenke uns in den bevorstehenden Sommerferien Ruhe und Erholung, damit wir innerlich frei werden und neue Kraft tanken können.

Im Lauf eines Schuljahres müssen wir so manche Niederlage einstecken. Schenke uns in den Ferien die Kraft, Lebensmut und Freude wieder zu finden und mit anderen zu teilen.

Herr, schenke uns die Zeit, für andere Menschen dazu sein, wenn sie unsere Hilfe am dringendsten brauchen.

Guter Gott, manchmal fällt uns der Glaube an dich schwer, wenn wir die Welt um uns betrachten. Schenke uns die Bereitschaft, unser Leben in dir, dem wahren Lebensgrund zu verankern.

Am Ende dieses Schuljahres, denken wir besonders auch an unseren ehemaligen Lehrer Herrn Thaler. Schenke ihm und allen Verstorbenen das ewige Leben!

Bittet, und es wird euch gegeben, klopft an und es wird euch geöffnet. In diesem Vertrauen haben wir unsere Bitten ausgesprochen durch Christus, unseren Herrn. Amen

Gabenbereitung: Nimm, o Herr, die Gaben

Gabengebet:

Gütiger Gott, mit den Gaben von Brot und Wein bringen wir das vergangene Schuljahr vor dich. Mache uns immer mehr zu Freunden deines Sohnes, der uns im Kreislauf der Zeit den Weg zum wahren Leben zeigt. Darum bitten wir...

Sanktus: Heilig, ja heilig ist der Herr

Agnus Dei: Keinen Tag soll es geben

Kommunion: Leonie Weigl,…

Meditation nach der Kommunion:

Der Mensch konnte irgendwann an einem Tag die Welt umrunden, an vielen Orten gelichzeitig sein.
Und er träumte davon, eine Universalzeit zu haben, nur einen Kalender überall auf der Welt, um Trennungen zu überschreiten, um sich zu begegnen, um Wege gemeinsam zu gehen, um sich zu verstehen.
Ach hätte er doch den Traum, zu spüren, dass jeder Mensch immer schon die gleiche Zeit hat: gezeugt in Umarmung, Kind von Mutter und Vater, umhegt in Sorge, aufgewachsen in Sehnsüchten, auf seinen Wegen Liebe suchend, den Erfolg genießend, unter Krankheiten leidend, die Dunkelheit fürchtend, von Hoffnungen getragen und am Ende seiner Zeit zurückblickend und zurückgehend in die Ewigkeit.
Hätte er den Traum, dies zu verstehen, dass jeder Mensch immer schon die gleiche Zeit hat; so würde er Trennungen überschreiten, sich begegnen, Wege gemeinsam gehen, sich grenzenlos verstehen.

Schlussgebet

Gütiger Gott, in dieser Eucharistiefeier haben wir für das vergangene Schuljahr gedankt und wir legen es nun in deine Hände. Was in diesem Schuljahr an Gutem ausgesät wurde, das lasse reiche Frucht für unser Leben bringen.
Darum bitten wir…

Dank und Ferienwünsche

Segen

Schlusslied: Sing and pray

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