Weihnachten

Gottesdienst vor den Weihnachtsferien
23.12.2016
10:00 Uhr in St. Martin

„Los ziehen - losziehen“

Eingangslied: Unseren Augen verborgen

Liturgische Begrüßung und Einführung:


Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Erstmals mit einer Eucharistiefeier, einer Dankesfeier wollen wir den Schuljahresabschnitt vor Weihnachten beschließen und damit auch das schulische Kalenderjahr 2016. Wofür danken wir? Wer danken will, muss erst erkennen, womit er beschenkt worden ist. Das muss jede von Euch ganz persönlich tun. Ein Geschenk steht an Weihnachten besonders im Mittelpunkt: Jesus Christus. Haben wir als Menschen mit ihm das „große Los“ gezogen? Jedes Jahr an Weihnachten darf uns bewusst werden, wer da „losgezogen“ ist, auf uns zu, um uns daran zu erinnern, was Menschsein wirklich bedeutet.

Kyrie-Rufe:

Advent: Zeit des Losziehens auf den hin, der da kommen soll, um die Welt zu heilen.

Advent: Zeit, in der Gott auf uns loszieht, um uns zu erreichen und zu heilen.

Weihnachten: Fest des großen Loses, das gezogen wurde: Gott wird Mensch, damit der Mensch göttlich und heil wird.

Der gütige, losziehende und mitziehende Gott erbarme sich unser, damit wir frei werden, damit er in diese Welt durch uns kommen kann. Amen

Tagesgebet

Gütiger Gott, dein Sohn Jesus Christus ist losgezogen, auf uns zu, um den Menschen zu verwandeln. Lass uns besonders an Weihnachten bewusst werden, welch großes Los wir mit ihm gezogen haben, er der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen

Lesung: Phil 4,4 - 9

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott. Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren. Schließlich, Brüder und Schwestern: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht. Was ihr gelernt und angenommen, gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.

Wort des lebendigen Gottes

Gesang nach der Lesung: Stern über Betlehem

Evangelium: Mt 13, 44 - 46

In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein, Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es ist ein schönes Wortspiel, das uns durch diesen vorweihnachtlichen Gottesdienst begleitet: Losziehen und Los ziehen! Das Losziehen im Sinne von sich aufmachen zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel: Das bekannteste Beispiel: Abraham hört den Auftrag: Zieh weg, mach dich auf den Weg in das Land, das ich dir zeigen werde.
Die beiden großen christlichen Feste Ostern und Weihnachten nehmen dies auf: Das Wort „Pascha“ heißt ja nach einer alten Übersetzung „Übergang“, „Vorübergang“. Ostern ist also das große Fest des Übergangs vom Tod zum Leben. Christen begnügen sich nicht mit dem vielfältigen Tod dieser Welt, sie schauen hin, sie bleiben nicht stehen, sie brechen immer wieder auf zum Leben, zu einem neuen Leben. Seit dem 4. Jahrhundert, als die Christen in Rom zum ersten Mal das Weihnachtsfest feierten, übernehmen sie diesen österlichen Gedanken und sprechen auch von einem Übergang. Und so haben wir im Kirchenjahr zwei bedeutende Nächte: die Osternacht und die Weihnacht! Die geweihte Nacht („Weihnachten“) sagt uns, dass wir losziehen vom vergänglichen, „alten“ Menschen zum einem „neuen“ Menschen. Der Übergang vom 24. auf den 25. Dezember meint genau dies: Adam und Eva, Symbolfiguren des „alten“ Menschen stehen am 24. Dezember im Kalender, am 25. Dezember feiern wir die „Geburt“ des neuen Menschen, die Erscheinen Jesu Christi. Und wie in der bekannten Paradieserzählung ein Baum da stand als Zeichen, dass sich der Mensch vergreift, versteigt, größenwahnsinnig wird, so steht an Weihnachten wieder ein Baum da, der Christbaum, die Kugeln als Erinnerung an die Frucht am Baum, die Lichter als Hinweis auf Christus, das neue Licht für die Welt.
Aber das sind nur symbolische, zeichenhafte Übergänge. Wenn Weihnachten zu einem echten „losziehen“ werden soll, dann muss uns Menschen wieder bewusst werden, welch großes Los wir mit Christus gezogen haben. Von ihm wird zwar an Weihnachten viel geredet, aber losziehen…? Seine Bedeutung auch für mein persönliches Leben wieder neu entdecken?
Der Gründer der Gemeinschaft von Taizé, Fr. Roger Schutz hat einmal gesagt: Wenn du von der Botschaft Jesu auch nur ganz wenig weißt oder verstanden hast, egal, lebe, was du verstanden hast.
Wir haben eben zwei Texte aus der Bibel gehört. Das Evangelium sprach vom „Schatz im Acker“. An anderer Stelle sagt er: Sammelt euch Schätze im Himmel, wo nicht Rost und Motto sie zerstören. Wenige Menschen häufen auf Kosten der vielen anderen ungeheuer große materielle Schätze an. Sie beuten aus, vergessen die Mitmenschen und v.a. die Zukunft des Planeten. Es sind die Schätze, die der „alte“ Mensch anhäuft. Er ist dem Untergang geweiht. Wir wollen übergehen zum „neuen“ Menschen, der andere Schätze entdeckt: Ausgleich, Versöhnung, Frieden, Bescheidenheit, Vernunft, den Blick für den Mitmenschen. Nur wenn wir so „losziehen“, werden wir das „große Los“ ziehen. Und nur so stellt sich die Freude ein, von der Paulus spricht. Sie ist nicht oberflächlicher Spaß oder ein wenig Vergnügen, das schnell verfliegt. Freude ist die Lebenseinstellung des neuen und erlösten Menschen. Sie stammt aus dem Gefühl, richtig, d.h. gerecht zu handeln. Sie verbindet sich mit Freude und innerem Frieden, den die Engel an Weihnachten allen Menschen guten Willens verheißen. Amen

Fürbitten:

Gütiger Gott, du machst dich auf zu uns, damit wir das große Los ziehen. Wir bitten dich:

  1. Guter Gott, wir bitten für alle Menschen, die aufgrund von Gewalt und Krieg in die Fremde losziehen müssen: Schenke ihnen Menschen, die ihnen auf ihrem Weg beistehen.

  2. Guter Gott, wir bitten dich für die Empfänger unserer Spendengelder: Schenke ihnen Hoffnung, damit sie durch unsere Solidarität einen Schritt in eine bessere Zukunft machen können.

  3. Guter Gott, schenke und in aller Hektik immer wieder die nötige Ruhe, damit wir den wahren Sinn von Weihnachten entdecken.

  4. Guter Gott, gib uns nicht nur in dieser Zeit die nötige Offenheit und Hilfsbereitschaft für die Menschen, denen wir in unserem Alltag begegnen.

  5. Guter Gott, wir bitten dich, schenke uns wachsame Augen, damit wir den Schatz im Acker und die wertvolle Perle auch in unserem persönlichen Leben entdecken.

  6. Guter Gott, wir bitten dich für unsere Schulgemeinschaft: Lass alle ihre Verantwortung erkennen, damit wir in eine gute Zukunft losziehen.


Barmherziger Gott, erhöre unsere Bitten durch Christus, unseren Herrn. Amen

Gabenprozession:

Damit Menschen losziehen können - in diesem Geist wollten wir in diesem Advent unsere Spendenaktion durchführen. Auch in diesem Advent standen wieder vier Projekte zur Auswahl. Zwei Klassen übergeben nun stellvertretend für alle Klassen und Projekte ihre Spende und sagen, warum sie gerade dieses Projekt ausgewählt haben:

Einige Schülerinnen der Klassen G8b und R 8c übergeben symbolisch ihre Spende und erklären kurz, welches Projekt sie ausgewählt haben.

Eine Schülerin der Q11 gibt den Erlös des Weihnachtsglases mit folgendem Text bekannt:

Ich bringe den Erlös des Weihnachtsglases. Als stiller Begleiter stand es während des Jahres im Steinernen Gang bei der Flaschenrückgabe. In diesem Jahr kamen € 557,20 zusammen. Der Erlös kommt auch in diesem Jahr unserer Adventsaktion zu gute. Vielen Dank für die vielen kleinen Beiträge während des Jahres! Aus vielen kleinen Beiträgen wächst ein großer Betrag.


Schülerinnen der Q11 bringen Körbe mit Lossprüchen zum Altar, die anschließend an die Schülerinnen ausgeteilt werden.

Die Ministrantinnen bringen Brot und Wein.

Lied: Brot, das die Hoffnung nährt

Gabengebet

Gütiger Gott, wir haben unsere Gaben zum Altar gebracht. Verwandle mit diesen Gaben auch unsere Herzen, damit wir zu neuen Menschen werden. Darum bitten wir…

Hochgebet

Sanktus

Friedenslied

Kommunion: Instrumental

Meditationstext (nach der Kommunion)


Das große Los ziehen
Das möchten wir irgendwie alle

Das große Los ziehen
Vor allem in der Liebe

Das große Los ziehen
In der Erfüllung unserer tiefsten Wünsche

Das große Los ziehen
Einfach Glück haben

Das große Los ziehen
Obwohl ich gar kein Lotto spiele

Das große Los gezogen
Den Hauptgewinn

Das große Los gezogen
Öffnen und schauen was draufsteht

Das große Los gezogen
Mein Leben wendet sich

Das große Los gezogen
Schweres wird plötzlich leichter

Das große Los gezogen
Nichts ist mehr wie vorher

Das große Los gezogen
Einfach Glück gehabt

Das Kind in der Krippe bringt uns die Botschaft:
Mit Gott hast Du das große Los gezogen!
Vor mir gibt es keine Loser!
Ich verteile keine Nieten!
Jedes Los ist ein Gewinn!

Danklied: Über alle Welt

Schlussgebet

Guter Gott, wir dürfen dir in dieser Feier begegnen, weil dein Sohn zu uns losgezogen ist. Mache uns in dieser Feier immer mehr zu deinen Söhnen und Töchtern. Darum bitten wir…

Segen

Zum Auszug: Geh unter der Gnade

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