Weihnachten

Weihnachtsgottesdienst am 19.12. 2008

Weihnachten früher und heute

Eingangslied: Wir sagen euch an den lieben Advent

Einführung:

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Eingangslied macht es uns deutlich: Es ist Advent. Der Advent ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Sich auf Weihnachten vorbereiten, kann natürlich auch bedeuten, sich einige wesentliche und auch kritische Fragen zum Weihnachtsfest heute zu stellen. Wir reden von der "staaden" Zeit, die doch ganz laut und hektisch ist. Mit Weihnachten verbinden wir viele Vorstellungen, doch der eigentliche Inhalt bleibt meist so weit draußen wie Jesus damals draußen vor den Toren von Bethlehem war. Hatten die Menschen früher einen tieferen Zugang zu Weihnachten? Haben sie sich mehr vom Geheimnis und vom Wunder dieses Festes berühren lassen? Geht das heute gar nicht mehr? Weihnachten früher und heute - diesem Gedanken wollen wir ein wenig nachspüren. Bitten wir am Beginn den Herrn, der kommen wird, um sein Erbarmen:

Kyrierufe:

Herr Jesus Christus, du bist Mensch geworden, um uns die Liebe Gottes zu zeigen
Kyrie, mein Gott...
Herr Jesus Christus, du bist das Licht, das leuchtet in der Finsternis
Herr Jesus Christus, du bist das Ziel unseres Lebens und der ganzen Welt
Der gütige und lebendige Gott erbarme sich unser, er zeige uns Wege zu einem wahren menschlichen Miteinander und führe uns zum ewigen Leben.

Gebet

Gütiger und menschenfreundlicher Gott, du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt, um uns zu wahren Menschen zu machen. Die Botschaft von Leben, Heilung, Liebe und Gemeinschaft hat er bei seiner Ankunft vor 2000 Jahren in die Welt gebracht. Seine Botschaft tut sich bis heute schwer in den Herzen der Menschen. Öffne unsere Herzen, damit seine Botschaft bei uns ankommt, dass er bei uns ankommt, damit sich das Weihnachtsfest nicht in Äußerlichkeiten erschöpft, sondern uns zu Menschen macht, die seine Botschaft leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Lesung aus dem Buch Jesaja

Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht.
Über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.
Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude.
Man freut sich in deiner Nähe, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird.
Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers.
Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist und geschenkt.
Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.
Seine Herrschaft ist groß und der Friede hat kein Ende.
Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten.
Der leidenschaftliche Eifer des Herrn der Heere wird das vollbringen.

Wort des lebendigen Gottes

Antwortgesang (Kinderchor)

Spielszene zum Thema "Weihnachten früher und heute"

Predigt

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen

Weihnachten damals und Weihnachten heute - die beiden Spielszenen haben uns anschaulich vor Augen geführt, wie es sich typischerweise abspielt. Irgendwie spiegelt besonders das Weihnachtsfest die Stimmungen, die materielle und menschliche Situation wider. Es gibt Erzählungen, in denen die bittere Not früherer Zeiten geschildert wird, und doch: An Weihnachten ist alles anderes. Wie wenn die Welt für einen Abend, für einen Tag innehalten würde, trotz der Not: Die Herzen der Menschen waren berührt. Auch in Kriegszeiten war das so: Das "Stille Nacht, heilige Nacht" ließ für einen Augenblick die schaurige Todesszenerie des Krieges vergessen.
Viele Geschichten von frühe erzählen, wie sich Kinder über das immer gleiche Spielzeug freuen konnten, das jedes Jahr unter dem Christbaum lag. Aus unserer Sicht hatten kleine Gesten, kleine Gaben einen sehr hohen Stellenwert.
Ob die Menschen früher mehr von Weihnachten "verstanden" haben, ich weiß es nicht. Weihnachten sprach das Herz an. Dieses Fest war sicher viel einfacher, stiller, die religiöse Botschaft, gepaart mit viel Brauchtum stand im Mittelpunkt.

Und heute? Eines werde ich nicht tun. Einfach über Weihnachten heute zu jammern. Denn Weihnachten ist ja (nur) ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Dann allerdings wäre ein erster Schritt, sich den Spiegel einmal vorzuhalten. Ist es so, wie uns die Spielszene gezeigt hat? Wir beklagen im Vorfeld des Festes Konsum und Hektik. Wo Menschen hektisch werden, wollen sie in der Regel etwas verbergen, zudecken. Instinktiv spüren wir aber spätestens am Hl. Abend: Die Verschleierungstaktik gelingt nicht: Die Einsamen sind einsam und empfinden sich am Heiligabend noch einsamer, die Zerstrittenen bleiben zerstritten und das wird am Heiligabend noch deutlicher, zerstörte Bindungen lassen sich auch an Weihnachten nicht kitten…
Die Hektik könnte aber auch deshalb so groß sein, weil man auf den eigentlichen Inhalt des Festes nicht schauen will oder es verlernt hat, hinzuschauen. Es könnte ja auch anstrengend sein, sich mit dem, der da geboren wird ernsthaft auseinander zu setzen. Und dabei wäre es gerade heute von ungeheurer Wichtigkeit, sich mit Jesus auseinander zu setzen.
Der Text aus dem Propheten Jesaja hat uns die Sehnsucht der Menschen nach einer Alternative zu Gewalt und Unterdrückung nahe gebracht. Das Volk im Dunkeln hofft auf ein helles Licht, dessen Konturen sich schon abzeichnen. Die frühen Christen haben diese Texte auf Jesus bezogen, der gekommen war, die Masken der Menschen abzunehmen, die Gewalttätigen in die Schranken zu weisen, mit seiner Botschaft ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens zu bauen, das durch menschlichen Wahnsinn, Gier und Überheblichkeit immer wieder zerstört wurde.
Jahr für Jahr spüren wir mehr, wohin menschliche Gier uns treibt, wie sie die Welt dunkel sein lässt. Geben wir die Taktik auf, mit etwas Verschleierung den ausblenden zu wollen, der das kommen will. Jede von euch hat die Gelegenheit, sich nicht von der Gesellschaft anstecken zu lassen, sondern auf Jesus zu schauen.
Weihnachten damals: Ein wenig Andacht, Stille und auch Hoffnung in karger Zeit, die Freude über die Geburt des Herrn und das Wissen, dass es mehr gibt als Arbeit und den Kampf ums Überleben. Und heute? Endlich die Verschleierungstaktik aufgeben, ihn einlassen, denn es wird höchste Zeit, dass seine Botschaft bei den Menschen heute ankommt. Amen

Lied: Stern über Bethlehem

Fürbitten:

Gütiger Gott, wir erwarten die Ankunft deines Sohnes. Er ist das Licht der Welt. So bitten wir dich für alle Menschen, die noch im Dunkeln sind:

1. Wir bitten dich für die Menschen in unserer hektischen Gesellschaft, dass sie während der Feiertage innere Ruhe und
Zufriedenheit finden.

2. Wir haben in unserer Adventsaktion Kinder in Südafrika, in Palästina, in Lateinamerika und auch hier in Amberg unterstützt. Wir bitten dich, lass unsere Spenden Früchte tragen, damit diese Kinder etwas von der weihnachtlichen Freude spüren können.

3. Wir bitten für Alte, Kranke und alle, die einsam den Hl. Abend verbringen werden. Sende ihnen Menschen, die auf sie zugehen und ihnen im neuen Jahr Kraft und Mut schenken.

4. Lass alle Menschen in unserer konsumgesteuerten Gesellschaft den wahren Wert des Weihnachtsfestes erkennen.

5. Wir bitten, dass wir selbst immer wieder über den eigenen Tellerrand hinausblicken, damit wir uns nicht in Kleinigkeiten verlieren, sondern die wirklichen Nöte der Welt erkennen wie Hunger, die Missachtung der Menschenrechte und die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich.


Wir fassen unsere Bitten zusammen im Gebet, das Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser

Meditationstext

Advent
A wie Abhetzen
D wie Dauerstress
V wie verkaufsoffener Samstag
E wie Einkaufsbummel
N wie Nervosität
T wie Torschlusspanik

oder

A wie Ankunft des Herrn
D wie Denkpause
V wie Vorfreude
E wie Erwartung
N wie Neubesinnung
T wie Tauet Himmel den Gerechten

(kurze Stille)

Schlussgebet

Lasset uns beten:
Gütiger Gott, mit diesem Gottesdienst haben wir uns eingestimmt auf das Fest der Geburt deines Sohnes. Schenke uns den Mut, dass wir uns auf ihn einlassen, der uns mit seinem Wort und seinem Beispiel den Weg aus dem Dunkel zum Licht gezeigt hat. Darum bitten wir...

Segen

Schlusslied

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