Weihnachten

Weihnachtsgottesdienst 23.12.2011
10:00 Uhr Sporthalle

„Geben ist besser als nehmen“

Eingangslied: Wir öffnen unsere Herzen

Liturgische Begrüßung und Einführung:

Wir wollen unseren Gottesdienst vor den Weihnachtsferien beginnen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes!

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es ist wieder soweit! Der Unterrichtsbetrieb vor den Weihnachtsferien ist abgeschlossen, wir haben uns in der Sporthalle versammelt, um uns nach den Wochen des Advents auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Es ist ja nicht leicht, den eigentlichen Sinn des Advents und der Weihnachtszeit in all dem Trubel noch zu finden. In diesem Gottesdienst wollen wir es mit dem Thema „Geben ist besser als nehmen“ versuchen.
So wollen wir jetzt unsere Herzen – wie wir es im Eingangslied gesungen haben – öffnen und am Beginn den Herrn, Jesus Christus, der bei uns ankommen will, um sein Erbarmen bitten:

Kyrie – Rufe:

Herr, du schenkst uns vielfältige Fähigkeiten, damit unser Zusammenleben gelingen kann.

(Kyrie – Ruf gesungen)

Dein Leben zeigte uns den Weg, wie wir einander annehmen und achten und uns gegenüber dem Hilfsbedürftigen verhalten sollen.

Du schenkst uns verschiedene Talente, damit wir so leben, wie du uns gedacht hast.

Vergebungsbitte

Tagesgebet:

Gütiger Gott, du hast uns Jesus Christus als großes Geschenk gemacht, damit wir Menschen verstehen, dass geben besser ist als nehmen. Erleuchte unsere Herzen, damit wir den wahren Sinn des Weihnachtsfestes immer mehr begreifen und in unserem Alltag umsetzen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Erzählung vom Weihnachtsglas

Einige Schülerinnen wollen nun in einem kurzen Spiel das Motto dieses vorweihnachtlichen Gottesdienstes verdeutlichen:

Innen - Esszimmer – später Abend
Adam und Lauren Maxwell sitzen an einem Tisch

Erzähler
Als das erste Weihnachten vor der Tür stand, das Adam und Lauren Maxwell als Ehepaar verbringen würden, setzten sich die beiden am ersten Advent zusammen. Sie wollten sich überlegen, wie sie ihre Weihnachtsgeschenke finanzieren sollten, denn vor kurzem hatten sie eine eigene Firma gegründet und fast ihr gesamtes Vermögen hineingesteckt.

Lauren
(bekümmert/ Kinn auf die Hand gestützt)
Heute habe ich gesehen, wie die Geschäfte angefangen haben für Weihnachten zu dekorieren. Die letzten Jahre sind wir immer gleich am ersten Tag Geschenke besorgen gegangen. Erinnerst du dich?

Adam
Natürlich. Ich finde, wir sollten es genau so wieder machen.

Lauren
Aber ohne Geld macht es doch keinen Spaß.

Adam
(zuckt mit den Schultern)
Dann geben wir eben nur ein bisschen aus.

Lauren
(ironisch/ aber nicht zu hart klingen lassen/ eher traurig)
Genau, warum nicht Geld ausgeben, das wir nicht haben. Sehr vernünftig…
(Pause/ fährt sich über die Stirn)
Nein, wir müssen uns sparen. Daran führt kein Weg vorbei. Aber…
(setzt sich auf)
Warum entwickeln wir nicht eine andere Strategie? Wir könnten z. B. etwas Geld sparen, wenn wir jeden Abend unser Kleingeld in ein Glas sammeln würden.

Adam
(skeptisch)
Und dann?

Lauren
(aufgeregter/ aufrecht sitzend)
Dann kaufen wir Geschenke für uns, aber geben nur das Gesparte aus. Was hältst du davon.

Adam
(Überlegt)
Klingt nach einer guten Idee. Wir sollten ihr eine Chance geben.

Erzähler
Bereits am nächsten Morgen stellte Lauren ein Marmeladenglas auf, und schrieb auf den Deckel: Weihnachtsglas. (Schauspieler tut das zeitgleich) Die Tage vergingen wie im Flug und am 23ten leerten die beiden das Glas auf dem Küchentisch.

Lauren
(traurig)
27 Euro und 88 Cent. Tut mir leid, Adam. Ich dachte, es würde ein bisschen mehr werden.

Adam
(lächelt sie an)
Aber nicht doch, Lauren. Das ist wirklich genug.

Lauren
Aber es das sind nur um die 14 Euro für jeden. So hatte ich mir unser Weihnachten eigentlich nicht vorgestellt.

Adam
(sanft)
Hey, alles was ich mir an Weihnachten je gewünscht habe, ist das du morgen gesund und munter mit mir feierst.

Lauren
(nickt/ lächelt)
Du hast Recht. Na dann, lass uns Geschenke kaufen gehen.

Erzähler
Und tatsächlich fand sowohl Adam als auch Lauren etwas Passendes für den jeweils anderen für nur 14 Euro. Noch am 24ten unter ihrem Christbaum entschlossen sie sich das Weihnachtsglas das nächste Jahr wieder aufzustellen. Über die Jahre hinweg platzierten sie das Glas immer früher auf der Küchentheke, um noch mehr Kleingeld zu sparen und als sie ihre Tochter Hannah bekamen, stellten sie das Marmeladenglas bereits am 27. Dezember auf.
Nach 10 Jahren, 10 Gläsern und 10 wundervolle Weihnachten machte sich die 3-köpfige Familie am 23zigsten, wie die Jahre zuvor, auf den Weg zur Bank, um die Münzen in Scheine tauschen zu lassen. Adam und Lauren gingen voran und Hannah, die dieses Jahr das Privileg hatte, das Glas zu tragen, folgte ihnen. Noch während die beiden Eltern sich über die kommenden Festtage unterhielten, sah ihre Tochter eine weinende Frau am Bordstein vor der Bank sitzen. Das Mädchen ging auf sie zu, denn zum Leidwesen ihrer Eltern hatte sie nicht die geringste Scheu vor Fremden.

Draußen – vor der Bank - mittags

Hannah
(sacht)
Hallo? Was ist denn? Sind sie traurig?

Fremde
(fährt sich mit der Hand über die Wange, um sich die Tränen abzuwischen/lächelt der Kleinen zu)
Hallo. Ja, ich bin traurig, weil ich das Geld das ich wirklich dringend brauche nicht von der Bank bekomme.

Hannah
(überlegt kurz)
Vielleicht… wollen sie dann dafür unser Weihnachtsglas haben.

Fremde
(irritiert lächelnd)
Wie bitte?

Hannah
(bestimmend)
Hier, nehmen sie unser Glas. Bitte.
(schiebt es ihr hinüber)

Erzähler
In diesem Moment bemerkten Adam und Lauren entsetzt, dass Hannah nicht mehr hinter ihnen ist.

Adam
(suchend/ etwas panisch)
Hannah?!
(sieht sie am Bordstein sitzen/Geht mit Lauren zu ihr)
Hannah was machst du denn hier? Alles in Ordnung?

Hannah
Ja, Papa.

Fremde
(wendet sich an Adam/ blickt zu ihm hoch)
Ihre Tochter hat mir gerade ihr Glas angeboten.

Adam
(blickt erstaunt zu Hannah)
Tatsächlich?

Hannah
Ich glaube sie braucht es dringender als wir.

Adam
(Überlegt kurz/ lacht leise auf/ blickt zu Lauren, die nickt/ dann zuckt er die Schultern)
Na dann. Fröhliche Weihnachten.

Fremde
Sir? Meinen sie das ernst?

Lauren
Ja das meinen wir ernst. Frohe Weihnachten.

Innen - Esszimmer – später Abend
Adam und Lauren sitzen wieder am Tisch.

Erzähler
Nachdem die drei wieder zuhause waren, ging ihnen immer noch durch den Kopf was gerade passiert war. Später, als Hannah schon schlief, setzte sich Adam zu Lauren an den Esszimmertisch.

Adam
Denkst du auch immer noch an die Frau?

Lauren
Ja. Glaubst du das Geld reicht aus, um sie zu retten?

Adam
Was zählt ist doch der Gedanke, oder? Ich weis zwar nicht, ob wir ihr wirklich helfen konnten, aber ich bin sicher, dass das Glas ihr neuen Mut schenken wird. Es war ein schönes Gefühl ihr zu helfen.
(schüttelt nachdenklich den Kopf)

Lauren
Mir geht’s genauso. Als ich hätte ich plötzlich viel mehr verstanden um was es wirklich geht, vor allem an Weihnachten. Und ich fühl mich, als hätte sie mir auch was gegeben, mich daran erinnert, dass es nicht ums Geld oder die Geschenke geht, sondern darum anderen Menschen etwas zu geben, sie glücklich zu machen.

Erzähler
Seit diesem besonderen Weihnachten, verschenken Adam, Lauren und Hannah Maxwell jedes Jahr ihr volles Weihnachtsglas an Menschen, die es in ihren Augen dringender benötigen. Ob das Geld immer genug war, wussten sie zwar nicht, aber Vielen gaben sie so das Vertrauen in das Gute in den Menschen und in die Welt zurück. Und im Gegenzug berührte das erstaunte Gesicht eines Beschenken jedes Mal etwas tief in Innen und erinnerte sie an das Wichtigste an Weihnachten: Das Teilen.

Kinderchor

Wir hören eine Lesung aus dem Evangelium nach Markus:

Jesus sagte zu seinen Jüngern: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf uns wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Lied: Wo ich auch stehe…

Predigt:

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Weihnachten wird unter´m Baum entschieden – so lautete der Werbeslogan einer bekannten Handelskette. Auch wenn sich manche darüber aufregen, es ist so: Nur noch 30% der katholischen Bevölkerung Deutschlands gehen an Weihnachten in die Kirche, 40% verbinden damit noch die Geburt Christi, aber 70% sprechen von Liebe, Gemeinschaftsgefühl, Geschenken und Romantik unter dem Baum eben, also wird dieses Fest doch unter dem Baum entschieden.
Von einem anderen Baum spricht das Evangelium, das wir eben gehört haben. Es wird zwar als Staude bezeichnet, aber mit einer wohnzimmertauglichen Nordmanntanne kann eine Senfstaude in Palästina von der Größe her locker mithalten. Warum haben wir dieses Gleichnis heute in unserem vorweihnachtlichen Gottesdienst gehört?
Es spricht von etwas, das einmal zu einem Baum werden soll. Nun kennen wir in unserer christlichen Überlieferung alle den entscheidenden Baum, den Baum des Kreuzes, an dem dann Jesus letztlich seine Absicht enthüllt hat: Geben und Hingabe (hier bis zum Äußersten) ist besser als Nehmen, raffen und weglaufen, wenn es dann eng wird. Der österliche Baum des Kreuzes wirft auch das entscheidende Licht auf Weihnachten zurück, an den Anfang, an die Krippe. Kleines Senfkorn Weihnachten und großer Baum Karfreitag und Ostern hängen unmittelbar zusammen.
Weil das so ist, bekommen auch alle anderen Wachstumsschritte ihre unverlierbare Bedeutung. Ihr habt in den vergangenen Wochen solche Schritte unternommen mit den Spendenaktionen. Es sind wichtige und wirkliche schritte der Solidarität, die im Spannungsfeld von Weihnachten und Ostern eben nicht verloren sind. Es sind Wachstumsschübe der Senfstaude, wenn ihr an die Menschen in Lateinamerika denkt, an die Kinder im Baby – Hospital (ausgerechnet) in Bethlehem, aber auch an die Frauen und Mädchen, die im Notruf des SkF betreut werden oder durch FLIKA im Klinikum St. Marien. Das sind dann eben nicht nur ein Paar Cent, auf die es dann doch nicht ankommt, nein, es sind kleine – wie in der Natur – oft unmerkliche Wachstumsschübe für das Reich Gottes.
Geben ist besser als nehmen: Auf jede Gabe kommt es an, mit jedem kleinen Nährstoff wächst die Senfstaude empor, jenes Gleichnis, das wie kein anderes wider alle Hoffnungslosigkeit die Hoffnung Jesu auf Heil und Vollendung ausdrückt.
So wird Weihachten doch unter dem Baum entschieden, durch den Senfbaum, durch den Kreuzesbaum. Amen

(kurze Stille)

Lied: Lichterglanz und Kerzen…

Fürbitten:

In den Fürbitten sprechen wir nun unsere Anliegen, Sorgen und Wünsche für unsere Mitmenschen und für uns selbst aus:

Jedes Jahr beklagen wir den Konsumwahn an Weihnachten, der den eigentlichen Sinn dieses Festes längst überdeckt hat. Gib uns den Willen, wieder zum wahren Sinn des Festes vorzudringen!

Viele Menschen, v. a. die Kinder, denken an Weihnachten nur an Geschenke. Schenke ihnen die Erkenntnis, dass die Botschaft deines Sohnes das wertvolle Geschenk zu Weihnachten an die Menschen ist!

In der Adventszeit haben wir verschiedene Hilfsprojekte unterstützt. Lass auch durch unsere Spende für die Menschen in Mittel- und Südamerika, im Caritas – Baby – Hospital in Bethlehem, für die Hilfesuchenden beim Notruf des Sozialdienstes Katholischer Frauen und für die Kinder, die im Klinikum St. Marien betreut werden, das Licht der hl. Nacht aufscheinen.

Lass uns nach dem Beispiel des Ehepaares in der Geschichte handeln, um anderen Menschen nicht nur an Weihnachten, sondern auch im Alltag eine Freude zu bereiten!

Die Weihnachtsferien, die vor uns liegen, sind eine Zeit des Durchatmens und der Erholung während eines langen Schuljahres. Schenke uns Entspannung und Ruhe.

Wir fassen unsere Bitten und Fürbitten zusammen in dem Gebet, das Jesus uns zu beten gelehrt hat:

Vater unser

2. Lied: Kinderchor

Meditationstext:

Weihnachten gilt als Fest der Geburt Christi, als Fest der Nächstenliebe und Freude. Wie oft jedoch vergessen wir während des hektischen Weihnachtstrubels, dass es genug Menschen gibt, die so ganz und gar nicht glücklich sind, die vielleicht durch finanzielle, familiäre oder politische Probleme Weihnachten nicht als Fest der Freude empfinden können, nein, sondern viel mehr traurig gestimmt werden, wenn sie an die viele Weihnachtsdekoration, Plätzchen oder Geschenke denken? Wie können wir diesen Menschen dennoch ein wenig Freude schenken? Was sind wir bereit zu geben, um diese Menschen an unsere Freude teilhaben zu lassen? Kann unser kleiner Beitrag überhaupt etwas bewegen? Ist es wirklich wichtig, einen Teil unserer Ersparnisse zu spenden? Ja, das ist es. Dabei entscheidet nicht der Geldwert, den man spendet. Es zählt die Überzeugung, mit der man gibt, was man geben kann.
Manchmal braucht es nicht viel um andere glücklich zu ma-chen; um ihre Welt durch eine für uns so nichtige Geste ein klein wenig heller zu machen. Manchmal genügt ein winzig klei-ner Schritt um Großes zu bewegen. Wie viel also bist du bereit zu geben, um einem Anderen Freude zu bereiten? Wie viel also bist du bereit zu geben, um die Welt ein klein wenig besser zu machen?

(kurze Stille)

Am Ende des Gottesdienstes will die Jahrgangsstufe Q11 nun ein leeres Glas symbolisch befüllen und damit einen Anfang setzen. Geben ist besser als nehmen, kleine Schritte des Gebens führen letztlich auch zu großen Fortschritten. Dieses Glas soll uns dann im Kalenderjahr 2012 begleiten. Die genaue Organisation wird sich der Shalomarbeitskreis im Januar überlegen.

Q11 legt symbolisch in das Geldglas ein;

Dank und Wünsche

Nun darf ich mich ganz herzlich für die Vorbereitung bedanken: Bei Herrn Hanauska, Frau Aschendorf – Patt und Herrn Liebl und bei der Q11, bei der Fachschaft Sport für das große Entgegenkommen und bei Herrn Batek für den Aufbau des Podiums

Segen

Schlusslied: Do they know its Christmas time

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