Weihnachten

Gottesdienst vor den Weihnachtsferien
23.12.2015
09:50/10:40 St. Martin

„Frieden auf Erden?“

Vor dem Gottesdienst:
Alle drei Sekunden wird eine Klangschale angeschlagen

Eingangslied: Macht die Tür zum Herzen weit (Kinderchor)

Liturgische Begrüßung und Einführung:

Wir wollen unseren Gottesdienst vor den Weihnachtsferien beginnen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes!

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es ist euch sicher aufgefallen, dass bereits vor dem Gottesdienst eine Klangschale alle drei Sekunden angeschlagen wurde. Alle drei Sekunden stirbt ein Mensch, viele als Opfer kriegerischer Konflikte. So haben wir unseren Gottesdienst vor dem Weihnachtsfest mit einer Frage überschrieben: Frieden auf Erden?
Morgen Abend in der Christmette werden wir im Evangelium der Hl. Nacht wieder hören: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade. Da klingt es wie eine Feststellung. Aber „Friede auf Erden“ – da müssen wir immer noch ein dickes Fragezeichen setzen. Ist die Weihnachtsbotschaft nur ein Ideal, ein frommer Wunsch? Wie aus dem Fragesatz ein Aussagesatz werden kann – das liegt an dem, an dessen Erscheinen wir an Weihnachten erinnern:

Bitten wir den Herrn nun um sein Erbarmen, dass er sich der Friedlosigkeit der menschlichen Herzen annimmt:

Kyrie - Rufe:

Oft denken wir nur in der Adventszeit an bedürftige und notleidende Menschen und sind in der übrigen Zeit des Jahres nur mit uns selbst beschäftigt.

Für viele Menschen wird dieses Weihnachtsfest überschattet sein von Krieg, Terror und Zukunftsängsten. Friede und Liebe bleiben für sie eine unerfüllte Hoffnung.

Nach langer Flucht und traumatischen Erlebnissen stoßen viele Flüchtlinge bei uns nicht auf offene Herzen, sondern auf Vorurteile, Ablehnung und sogar Hass.

Der gütige Gott, der Christus als Friedenskönig in die Welt gesandt hat, er erbarme sich unser, er nehme sich unserer Schattenseiten an, er heile unsere Herzen und bereite uns für das bevorstehende Fest seiner Geburt. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Lesung aus dem Buch Micha

Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen.
Denn von Zion kommt die Weisung, aus Jerusalem kommt das Wort des Herrn. Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist mächtige Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen.
Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk und übt nicht mehr für den Krieg.
Jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand schreckt ihn auf. Ja, der Mund des Herrn der Heere hat gesprochen.
Denn alle Völker gehen ihren Weg, jeder ruft den Namen seines Gottes an; wir aber gehen unseren Weg im Namen Jahwes, unseres Gottes, für immer und ewig.
(Mi 4,1 – 5)

Wort des lebendigen Gottes

Gesang: Mache dich auf, werde Licht… (Kinderchor)

Kurzpredigt: Anna – Katharina Kersting/Elvira Galiev

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Frieden auf Erden?- unter diesem Motto steht unser Weihnachtsgottesdienst. Genau dieser Frieden wird auch in unserem Predigttext angesprochen.
So hören wir zunächst von der Völkerwanderung zum Berg Zion, dem Berg des Herrn. Hier auf diesem Berg, in der Gegenwart Gottes, werden alle Nationen mit all ihren Religionen vereint. Gott schafft die Verbindung zwischen ihnen. Dieser Bund liegt auch begründet in der Weihnachtsgeschichte. Denn Jesus kam als kleines Kind in unsre Welt. Das heißt, Gott setzt einen Neubeginn für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion und Sprache und stiftet Frieden.
Darum legt eure Waffen ab; dazu zählen nicht nur die konventionellen Waffen, sondern auch Vorurteile, sowie Hass, Neid und Fremdenfeindlichkeit. Jeder Mensch hat seine Daseinsberechtigung, denn das Leben ist ein Geschenk Gottes. Er schuf uns nach seinem Ebenbild, deshalb sind wir alle gleich und werden aufgerufen, uns dementsprechend solidarisch zu verhalten. Dazu tragen unsere Spenden bei, die wir auch dieses Jahr wieder gesammelt haben.
Der Bibeltext spricht zwar von Unterschieden, in dem beschrieben wird, dass „jedermann unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum sitzen [wird]“.Trotz aller Unterschiede gilt, dass jeder Mensch unveräußerliche Rechte besitzt, die durch nichts und niemanden zerstört werden dürfen. Selbst innerhalb des Christentums bestehen Unterschiede. Wir alle, die hier anwesend sind, sind Christen, egal ob wir katholisch oder evangelisch sind. Wir sind dennoch alle gleich und sollten wie eins zusammenhalten und gemeinsam für den Frieden einstehen, unabhängig von Herkunft und Konfession.
Im zweiten Gebot heißt es: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen!
Dieses Gebot soll Frieden fördern und kritisiert das Handeln der Terrorgruppe ISIS, die in Syrien und im Nahen Osten aktiv ist. Mit ihrer Vorstellung Menschen für die eigene Religion zu töten, verstoßen sie gegen das Gebot. Sie missbrauchen den Namen Gottes, indem sie in seinem Namen Straftaten begehen und der dortigen Bevölkerung Leiden zufügen, sowie den Koran falsch auslegen.
Dazu wollen wir nun ein Gegenbild setzen und im Anschluss durch eine kleine gestaltete Szene an die Lesung erinnern. Dann wollen wir unseren Friedenswillen unterstreichen, indem einzelne Schülerinnen symbolisch ihre Klassenspende übergeben.

Gestaltungselement:

Schülerinnen kommen von allen Seiten mit Nationalflaggen und stellen sich um den Altar (als „Berg Zion“)
(Dazu musikalische Begleitung)

Wir haben jetzt gesehen, wie Schülerinnen Flaggen ganz verschiedener Nationen zum Altar gebracht haben. Der erhöhte Altar ist ein Symbol für den Berg Zion, von dem wir in der Lesung gehört haben. Die Flaggen erinnern an Völker, in denen momentan kein Frieden herrscht. Machtkämpfe, Gebietsansprüche, Stellvertreterkriege, Flüchtlingsströme, Waffenlieferungen, Geschäftemacherei, das alles klingt nicht nach Frieden. Die Friedensbotschaft des Propheten Micha, der im 8. Jahrhundert vor Chr. lebte, ist deshalb auch heute noch aktuell:
Es ist das Bild der Hoffnung, dass die Menschen einsehen, dass Pflugscharen besser als Schwerter, und Winzermesser besser als Lanzen sind. Für uns Christen ist das Brot, das wir nach der Arbeit der Pflugscharen und der Wein, der uns nach der Arbeit der Winzermesser erfreut, zum Zeichen geworden, zum gemeinsamen Mahl der Eucharistie, das Menschen verbindet und die Herzen öffnet. Brot und Wein sind Zeichen für den, den wir den König des Friedens nennen.

Unsere Klassenspenden – Zeichen der Völkerverständigung

In diesem Geist wollten wir auch in diesem Advent unsere Spendenaktion durchführen. Auch in diesem Advent standen wieder vier Projekte zur Auswahl. Zwei Klassen übergeben nun stellvertretend für alle Klassen und Projekte ihre Spende und sagen, warum sie gerade dieses Projekt ausgewählt haben:

Gottesdienst: G/R 5 - 7
Einige Schülerinnen der Klassen G5b und G6b übergeben symbolisch ihre Spende und erklären kurz, welches Projekt sie ausgewählt haben.
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Gottesdienst G/R 8 – 12
Einige Schülerinnen der Klassen R9a und G10a übergeben symbolisch ihre Spende und erklären kurz, welche(s) Projekt(e) sie ausgewählt haben.

Hinweis auf das Weihnachtsglas

Auch in diesem Jahr stand unser Weihnachtsglas als stiller Begleiter während des Jahres im Steinernen Gang bei der Flaschenrückgabe. Der Erlös fließt auch in diesem Jahr in unsere Aktionen mit ein. In diesem Jahr kamen € 593,08 zusammen. Es ist beeindruckend, wie aus kleinen Beträgen eine so große Summe wächst.

Lied: Frieden auf Erden

Fürbitten:

Gütiger Gott, wir sind in einer gespaltenen Welt auf der Suche nach dem Frieden, der von dir kommt und bitten dich:

Wir beten für die Menschen in den Konfliktregionen und Kriegsgebieten dieser Erde:
Lass in den Herzen und Köpfen der Mächtigen die Erkenntnis reifen, dass nicht das gewaltsame Gegeneinander, sondern nur das Miteinander Zukunft schafft.

Du König des Friedens: Wir bitten dich, erhöre uns!

Für alle Menschen, die verbittert sind und nur Rache und Vergeltung kennen:
Erweckte in ihnen neu die verschüttete Sehnsucht nach Liebe, Friede und Leben!

Wir beten für alle Menschen, die sich unermüdlich für Menschen auf der Flucht einsetzen.
Schenke ihnen immer neu die Kraft für die vielen Herausforderungen, die der Alltag bringt.

Für die vielen unbekannten Menschen in unserer Gesellschaft:
Dass sie nicht auf dumpfe Hassparolen hereinfallen, die ausgrenzen und einschüchtern, sondern fähig sind zur Integration und zum Miteinander!

Wir beten für die Empfänger unserer Spendengelder:
Lass diese Gaben, die von Herzen kommen, Bausteine eines gelingenden Lebens für diese Menschen sein.

Für alle Verstorbenen, besonders für die auf der Flucht verunglückten:
Schenke ihnen deinen ewigen Frieden.

Wir wollen und Bitten und Fürbitten für die Menschen um uns, aber auch in der weiten Welt zusammenfassen in dem Gebet, das Jesus uns zu beten gelehrt hat:

Vater unser (gemeinsam)

Besinnungstext: „Frieden“

Frieden – was ist das?
Nicht Krieg?
Sehnsucht nach Ruhe und Stille?
Unerfüllbarer Traum? – Eine Utopie?
Innere Zufriedenheit des Einzelnen trotz Not und Gewalt und Krieg?
Erzwungenes Verhalten des Schwächeren?
Großmut der Stärkeren?
Entscheidung zur unbedingten Gewaltlosigkeit?

Friede – was bedeutet das?
Balance of power?
Erhaltung bestehender Verhältnisse oder Aktionen für soziale Gerechtigkeit in der Welt?
Betonung völkischer, rassischer oder religiöser Unterschiede oder Abbau ungerechter Vorurteile?
Anpassung oder Wagnis?
Zustand oder ständige Aufgabe für die Zukunft?
Gefühlvolle Appelle oder zielbewusste Planung?

Wer ist für den Frieden verantwortlich?
Die UNO?
Die EU?
Die Politiker?
Die Militärs?
Die Kirchen?
„Gewaltlosigkeit ist kein Verzicht auf Taten!“

(Martin Luther King)

Schlussgebet

Lasset uns beten:
Guter und menschenfreundlicher Gott, wir erwarten die Ankunft deines Sohnes in unseren Herzen.
Mache unsere Herzen offen und bereit für die Ankunft deines Sohnes in uns, damit wir erkennen, wo du bist, in den Mitmenschen um uns, in denen du uns anblickst. Dir sei Lob und Ehre durch Christus, unseren Herrn. Amen

Dank – Weihnachtswünsche - Segen

Schlusslied: Happy Xmas

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