Bibelausstellung

Eröffnung der Ausstellung von Schülerarbeiten zum Projekt

"Die Bibel"

am 10. November 2003

Ansprache der Schulleiterin, OStD' i. K. Renate Gammel

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,

Der Mauersegler, die Schwarz-Erle und die Bibel haben eines gemeinsam: Es wurde ihnen das Jahr 2003 geschenkt, und zwar als Jahr des besonderen Gedenkens. Beim jährlich ausgerufenen "Vogel des Jahres" und "Baum des Jahres" bedeutet die Tatsache der Erwählung meist nichts Gutes, denn diese Ehre wird Lebewesen in der Regel dann zu teil, wenn sie vom Aussterben bedroht sind.

So liegt der Gedanke nahe, dass es sich mit dem "Jahr des Bibel" ähnlich verhält. Nun kann ein Buch zwar nicht aussterben, aber selbst wenn es gerne das "Buch der Bücher" genannt wird, kann es sehr wohl in Vergessenheit geraten. Und es gibt tatsächlich Anzeichen, dass die Bibel vom Vergessen-Werden bedroht ist. Sie gehört zwar, zumindest in den Ländern mit jüdisch-christlicher Tradition, zu den meist besessenen Büchern (in vielen Familien steht sie noch im Regal), aber sie gehört sicher nicht zu den privat, in der Freizeit besonders häufig gelesenen Büchern. So betrachtet, ist es gut, dass in diesem Jahr die Bibel mehr als sonst in den Blickpunkt gerückt wird. Aber dieses eine Jahr genügt nicht, um den Schriften des Alten und Neuen Testaments jene Aufmerksamkeit zurückzugeben, die sie vor langer Zeit besaßen und die ihnen heute mehr denn je gebühren würde.

Unregelmäßig regelmäßig in der Bibel zu lesen, dafür gibt es viele Gründe. Ich nenne nur ein paar: Die Bibel hilft uns beim Verständnis des Menschen und der Welt. Sie hilft uns, Antworten auf die uralten Fragen der Menschheit zu finden:

Wer sind wir?

Warum sind wir?

Wie sind wir? Wie sollten wir sein?

Wohin gehen wir?

Die Bibel hilft uns verstehen, dass unsere Vorstellungen von Gott nie den den ganzen Gott widerspiegeln, da kein Mensch und keine Religion die ganze göttliche Wahrheit erfassen kann. Somit lehrt sie uns auch Bescheidenheit, Toleranz und Respekt vor anderen Überzeugungen.

Die Bibel hilft uns schließlich auch, einen Großteil der Literatur, die in den letzten 2000 Jahren entstanden ist, zu verstehen, gibt es darin doch unzählige Querverweise und Anspielungen auf die Schriften des Alten und Neuen Testaments

Und sie schenkt uns einen wertvollen Schatz sprachlicher Schönheit.

Deshalb wünsche ich, dass ihr, liebe Schülerinnen, die ihr am Projekt "Jahr der Bibel" mitgearbeitet habt, so fasziniert seid wie es die Besucher eurer Ausstellung sein werden, dass die Bibel auch ohne ausgerufenes Gedenkjahr im Leben präsent wird und, dass ihr Ideen habt, wie wir in den folgenden Jahren biblische Erzählungen und Weisheiten für mehr Menschen erfahrbar machen könnten.

Bibelausstellung

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aktuelle Termine:

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Sommerferien

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