Einweihung des Um- und Erweiterungs- baus unserer Schule

Ansprache Oberstudiendirektorin i. K. Renate Gammel am 28. Oktober 2005

Einwihung des Umbaus

Liebe Schwester Cäciliana, ich begrüße Sie heute nicht nur als Oberin des Konvents, sondern zugleich als Vertreterin von Provinzoberin Sr. M. Salome Strasser, die dringende Ordensgeschäfte daran hindern, hier zu sein. Die Bayerische Provinz Ihrer Kongregation ist -- obwohl seit 01. Januar 2005 nicht mehr Trägerin dieser Schule -- die Bauherrin und damit auch die Geldgeberin für die Maßnahmen, deren Vollendung wir heute feiern;

liebe Schwester Canisia und alle Schwestern des Konvents;

sehr geehrter Herr Domkapitular Neumüller und sehr geehrter Herr Gröber: wir freuen uns, dass Sie uns besuchen und mit uns feiern. Ich habe Herrn Neumüller gebeten, anschließend die neuen Räume zu segnen. Das ist die einzige Last, welche unsere Regensburger Gäste heute hier zu tragen haben. Sie können also völlig entspannt dabei sein, zumal auch keinerlei Finanzierungssorgen auf das Gemüt drücken; sogar der Stehempfang belastet die Kasse der Schulschwestern, nicht die der Schulstiftung;

herzlich begrüße ich auch Mitglieder unserer beiden Elternbeiräte: für das Gymnasium Herrn Dr. Johann Bäumler und für die Realschule Frau Christine Hiersig und Herrn Raimund Hecht;

liebe Kolleginnen und Kollegen, Damen des Sekretariats und Herr Batek;

liebe Stufensprecherinnen des Gymnasiums und der Realschule!

Ganz am Anfang der Geschichte unserer Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen 2004/05 steht ein bis heute - und womöglich für immer - ungeliebter, bekämpfter und nur zähneknirschend hingenommener Beschluss des noch amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber vom November 2003, in Bayern das achtjährige Gymnasium einzuführen.

Bekanntlich musste alles sehr schnell geschehen, so dass die Gehirne der vielen Beteiligten und Betroffenen nicht immer in der Lage waren, die einzelnen Schritte und ihre Konsequenzen hinreichend zu bedenken. Diese daraus resultierende cerebrale Überlastung führte und führt naturnotwendig zu Konfusionen und Erschwernissen unterschiedlichster Art, weshalb jetzt großer Unmut über Bayerns Gymnasien liegt.

Wenn also die Lehrer- und Schülerzähne wieder einmal besonders laut knirschen müssen angesichts schwer verständlicher Anordnungen in Verbindung mit dem G 8, dann kann es meines Erachtens ein wenig Erleichterung verschaffen, daran zu denken, dass all das Nützliche, Schöne und Angenehme, über dessen Fertigstellung wir uns heute freuen, ursächlich mit jenem Tag im November 2003 zu tun hat, an dem der noch amtierende bayerische Ministerpräsident in seiner berühmten Regierungserklärung ... Der Rest ist bekannt.

Lange bevor die Feinheiten der Schulreform verstanden wurden, war allen klar: Mehr Platz braucht das G 8 und ein warmes Mittagessen brauchen die Schülerinnen und Schüler.

Auch wir machten uns im Eiltempo daran, zu handeln. Eine Bauherrin, ein Architekturbüro, zwei Planungsbüros und sechzehn verschiedene Firmen waren notwendig, um 531 m2 so zu bearbeiten und zu verändern, dass wir heute Folgendes einweihen können: ein neues Klassenzimmer als Ersatz für das zum Speise- und Aufenthaltsraum umgebaute Klassenzimmer D 01 zwei Gruppenunterrichtsräume - einen davon mit 12 EDV-Arbeitsplätzen und einer Schülerhandbibliothek

Der verantwortliche Architekt Franz Balzer stellt fest:

"Im Zuge der Baumaßnahme musste die vorhandene Bausubstanz bis auf den Rohbauszustand rückgebaut werden. Eine besondere Herausforderung hierbei waren die technischen Installationen wie Heizung und Sanitär, da für diese Gewerke keine Bestandspläne vorhanden waren und die vorhandenen Leitungsausführungen erst nach aufwändigen Freilegungsarbeiten festgestellt und neu definiert werden konnten.

Im Zuge der Neugestaltung der Räume wurde auch großer Wert auf reversible Konstruktionen gelegt, so dass Nachrüstungen von später notwendigen Leitungennoch möglich sind. Die neuen Raumeinteilungen, Böden und Deckenkonstruktionen sind weitestgehend in Trockenbauweise ausgeführt.

Die Systematik der in den Hauptgebäuden ausgeführten Brandschutzmaßnahmen wurden auch im Umbaubereich fortgesetzt."

Für uns im Haus bedeutete dieser Um- und Erweiterungsbau u. a.:

Liebe Festgäste,
unsere Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. Das wichtigste Kapitel habe ich mir für den Schluss aufgehoben.

... In diesem Augenblick erschien der Fuchs:
"Guten Tag", sagte der Fuchs.
"Guten Tag", antwortete höflich der kleine Prinz, der sich umdrehte, aber nichts sah.
"Ich bin da", sagte die Stimme, "unter dem Apfelbaum..."
"Wer bist du?" sagte der kleine Prinz. "Du bist sehr hübsch..."
"Ich bin ein Fuchs", sagte der Fuchs.
"Komm und spiel mit mir", schlug ihm der kleine Prinz vor. "Ich bin so traurig."
"Ich kann nicht mit dir spielen", sagte der Fuchs. "Ich bin noch nicht gezähmt!"
"Ah, Verzeihung!" sagte der kleine Prinz.
Aber nach einiger Überlegung fügte er hinzu: "Was bedeutet das: 'zähmen'?"
"Das ist eine in Vergessenheit geratene Sache", sagte der Fuchs. "Es bedeutet: sich 'vertraut machen'."
Der Fuchs .... schaute den Prinzen lange an: "Bitte .... zähme mich!"
"Ich möchte wohl", antwortete der kleine Prinz, "aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss Freunde finden und viele Dinge kennen lernen."
"Man kennt nur die Dinge, die man zähmt", sagte der Fuchs. ... "Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!"

(Aus: Antoine de Saint-Exypéry, Der kleine Prinz)

Gegen Ende der Erzählung lässt Saint-Exypéry den kleinen Prinzen zum Fuchs sagen: "Du wirst immer mein Freund sein."

Übertragen auf unsere Situation sage ich: Die A. Schulschwestern v.U.L.Fr., diese von ihrer Stifterin gegründete Schule und die Menschen, die hier arbeiten und lernen haben sich - durch viele Generationen hindurch - "gezähmt", sie haben sich einander "vertraut gemacht" und sind Freunde geworden. Den handfesten Beweis für einen wahren Freundschaftsdienst der Schulschwestern an uns - sogar über die Zeit des Trägerwechsels hinaus - werden wir dann gleich gemeinsam besichtigen.

Aufrichtig sage ich heute Dank: Frau Provinzoberin M. Salome Strasser und der Bayerischen Provinz der Armen Schulschwestern v.U.L.Fr. für ihre Bereitschaft, die Kosten der Baumaßnahmen zu tragen;

OStD' i.K. a.D. Canisia Engl, für ihren Vorschlag, einen Teil des Klosters der Schule zur Verfügung zu stellen, um so unsere chronische, durch das G 8 aber noch verschärfte Raumnot zu lindern und den Anforderungen, die an ein zeitgemäßes Gymnasium gestellt werden, voll gerecht zu werden;

Frau Oberin M. Cäciliana Schuderer und dem Amberger Konvent für die gegebene Zustimmung zur vorgeschlagenen Lösung, die für die Schwestern zunächst mit intensiven Räumarbeiten verbunden war, letztlich aber auch räumliche Einschränkungen für den Konvent mit sich bringt;

Herrn Wolfgang Batek, unserem Haupt-Hausmeister, für seine sachgerechte, so manches Detail verbessernde und antreibende Begleitung der Baumaßnahmen von Anfang bis Ende, an Samstagen und an warmen Sommerabenden. Er war der unermüdlich tätige und unerschrockene "gute Geist" auf der Baustelle. Ihm verdanken wir wertvolle Anregungen während der Bauphase und die Nutzbarkeit der neuen Unterrichtsräume pünktlich zum ersten Schultag;

StD i.K. Johann Muck für die gesamte Planung und Einrichtung des EDV-Gruppenraums, die Inbetriebnahme der Rechner und deren Einbindung in das Schulnetz.

Ich selber durfte die gesamte Baumaßnahme von der ersten Stunde an begleiten, d.h. ich konnte bspw. sagen, was wir brauchen und uns wünschen, was überflüssig oder sogar sinnlos ist, durfte mir überlegen, wo welche Geräte stehen sollen und Strom- und Wasseranschlüsse günstig wären, welche Farbe die Fußböden und Vorhänge haben sollen, die optische Ausgestaltung der Räume übernehmen (die Kosten dafür übernahm unsere Stefan-Hirblinger-Stiftung), mit Kollegen und Schülerinnen bei der "Lebenshilfe" "probemittagessen" und dafür sorgen, dass die dringend benötigten Zuschüsse fließen.

Ich habe in den letzten Monaten durch die Nähe zur Baustelle große Hochachtung vor der Arbeit der Bauleute und Handwerker bekommen. Auch ihnen gilt mein Dank für ihren Einsatz, der gerade im Hochsommer Menschen an die Grenze der Leistungsfähigkeit bringt. Bei allem Stress und Ärger, der mit Bauen und Einrichten immer verbunden ist, hat mir das alles auch sehr viel Freude gemacht, zumal, das, was daraus geworden ist, in unserem großen denkmalgeschützten Schulhaus mit seinen Stilrichtungen aus über 300 Jahren zwar einen modernen Akzent setzt, der sich aber völlig harmonisch in das Ganze einfügt, und die notwendige Funktionalität nie die Ästhetik stört.

Liebe Sr. Cäciliana und Sr. Canisia, als sichtbares Zeichen unserer Dankbarkeit und Freude darf ich Ihnen nun zwei Objekte des Glaskünstlers Theodor G. Sellner schenken.

Kurz zu seiner Person:

Dort lebt er, der Heimatverbundene, und dort kann man ihm bei der Arbeit auch zuschauen.

Renate Gammel

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