Vorwort des Jahresberichts 2002

Der Abspann eines Kinofilms ist so ziemlich das Letzte: Er wird für überflüssig und langweilig gehalten und nach Kräften gemieden. Das ist schade, weil man Interes­santes über den Film nicht erfährt und man sich als Zuschauer mit einem verstümmelten Werk zufrieden gibt. Ähnlich ergeht es dem Vorwort eines Buches: Es ist bei den meisten Lesern unbeliebt und nur Quellenangaben werden noch häufiger überblättert. Deshalb sei hier einmal ausdrücklich allen gedankt, die dieses Vorwort nicht überlesen.

Am Ende eines Schuljahres - dieses war das 163. in der Geschichte unserer Schule - schaue ich prüfend und dankbar zurück.

Wir setzten uns wieder mit großer Entschiedenheit dafür ein, unserem Auftrag als Lehrer und Erzieher gerecht zu werden. Problemen stellten wir uns und suchten ge­meinsam nach Lösungen. Schaumschlägerische Aktivitäten wurden aus Überzeu­gung nicht einmal "angedacht". Bei allen kleinen und großen Unternehmungen im Unterricht und außerhalb kam es uns auf die nachhaltige Wirksamkeit zum Wohl unserer Schülerinnen an.


Dank der tatkräftigen und professionellen Unterstützung durch unsere Elternbeiräte und unsere Mitarbeitervertretung (ihrem Vorsitzenden, OStR i.K. Peter Ringeisen M.A., danke ich ausdrücklich für sein vorbildliches Engagement) konnte ich auf die sich seit Jahren anbahnende dramatische personelle Schieflage an den katholi­schen Schulen Bayerns aufmerksam machen und Initiativen in Gang setzen.

Allen, die für die katholischen Schulen Verantwortung tragen - das sind in erster Linie die Schulträger und die Diözesen - muss klar sein:

Wer jetzt schweigt, wegsieht und glaubt, sich schon irgendwie "durchwurschteln" zu können, wer meint, man dürfe nach Belieben den pädagogischen Idealismus der Kol­leginnen und Kollegen ausnutzen, und wer stets nach neuen Gründen zur Rechtferti­gung von Untätigkeit sucht, macht sich schuldig, schuldig vor Gott.

Von Herzen wünsche ich uns allen eine erfrischende und wunderschöne Zeit der Er­holung. Als Urlaubslektüre empfehle ich die Gedichte von Erich Fried (1921 - 1988).

Hier mein momentanes Lieblingsgedicht:

Gründe


"Weil das alles nicht hilft
Sie tun ja doch was sie wollen

Weil ich mir nicht nochmals
die Finger verbrennen will


Weil man nur lachen wird:
auf dich haben sie gewartet

Und warum immer ich?
Keiner wird es mir danken


Weil da niemand mehr durchsieht
und höchstens noch mehr kaputtgeht

Weil jedes Schlechte
vielleicht auch sein Gutes hat


Weil es Sache des Standpunkts ist
und überhaupt wem soll man glauben?

Weil auch bei den andern nur
mit Wasser gekocht wird


Weil ich das lieber
Berufeneren überlasse

Weil man nie weiß
Wie einem das schaden kann


Weil sich die Mühe nicht lohnt
weil sie alle das gar nicht wert sind"

Das sind Todesursachen
zu schreiben auf unsere Gräber


Die nicht mehr gegraben werden
wenn das die Ursachen sind

Renate Gammel

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