Vorwort des Jahresberichts 2002
Der Abspann eines Kinofilms ist so ziemlich das Letzte: Er wird für überflüssig und langweilig gehalten und nach Kräften gemieden. Das ist schade, weil man Interessantes über den Film nicht erfährt und man sich als Zuschauer mit einem verstümmelten Werk zufrieden gibt. Ähnlich ergeht es dem Vorwort eines Buches: Es ist bei den meisten Lesern unbeliebt und nur Quellenangaben werden noch häufiger überblättert. Deshalb sei hier einmal ausdrücklich allen gedankt, die dieses Vorwort nicht überlesen.
Am Ende eines Schuljahres - dieses war das 163. in der Geschichte unserer Schule - schaue ich prüfend und dankbar zurück.
Wir setzten uns wieder mit großer Entschiedenheit dafür ein, unserem Auftrag als Lehrer und Erzieher gerecht zu werden. Problemen stellten wir uns und suchten gemeinsam nach Lösungen. Schaumschlägerische Aktivitäten wurden aus Überzeugung nicht einmal "angedacht". Bei allen kleinen und großen Unternehmungen im Unterricht und außerhalb kam es uns auf die nachhaltige Wirksamkeit zum Wohl unserer Schülerinnen an.
- Ich danke allen Lehrkräften, die umsichtig, mitdenkend und kollegial das Schulleben gestalteten. Viele von ihnen waren bereit (und das bereits zum wiederholten Mal), in erheblichem Umfang Mehrarbeit zu leisten, um unseren Schülerinnen den Unterricht zu ermöglichen, auf den sie Anspruch haben.
- Mein besonders herzlicher Dank gilt meinen beiden Stellvertretern, StDin i.K. Monika Wagner und RSK i.K. Richard Reber, sowie unseren Mitarbeitern in der Schulleitung, RSLin i.K. Gaby Tröster und OStR i.K. Rolf Künstler. Ihr kluges und verantwortungsvolles Handeln und ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft ermöglichten erst das gute Gelingen dieses Schuljahres.
- Ich danke unseren Damen in der Verwaltung (Frau Kronig, Frau Kusikowski, Frau Schlögl, Frau Wutz) und an der Pforte (Frau Pietschmann, Frau Zeitler) sowie unserem Hausmeister Herrn Winkler für eine sehr offene und engagierte Zusammenarbeit.
- Ich danke Herrn Rolf Künstler und Frau Regina Kronig für die ideenreiche und liebevolle Gestaltung dieses Jahresberichts.
- Bildung und Erziehung verschlingen riesige Geldsummen. Als Schulträger ist die Kongregation der Armen Schulschwestern v.U.L.Frau auch der Sachaufwandsträger unserer Schule. Ich danke der Bayerischen Provinz sehr herzlich für die Bereitstellung der finanziellen Mittel in beträchtlicher Höhe.
- Ebenso gilt mein herzlicher Dank dem Ordinariat des Bistums Regensburg für die Gewährung von Zuschüssen zum Schuletat.
- Zum ersten Mal in der Geschichte der Schule hat der Landkreis Amberg-Sulzbach im abgelaufenen Schuljahr einen freiwilligen Betriebskostenzuschuss geleistet. Dieser ermöglichte die Reduzierung des monatlichen Schulgelds für Schülerinnen aus diesem Landkreis auf 13 Euro. Darüber freue ich mich besonders und danke aufrichtig allen Mandatsträgern, die sich dafür einsetzten.
Dank der tatkräftigen und professionellen Unterstützung durch unsere Elternbeiräte und unsere Mitarbeitervertretung (ihrem Vorsitzenden, OStR i.K. Peter Ringeisen M.A., danke ich ausdrücklich für sein vorbildliches Engagement) konnte ich auf die sich seit Jahren anbahnende dramatische personelle Schieflage an den katholischen Schulen Bayerns aufmerksam machen und Initiativen in Gang setzen.
Allen, die für die katholischen Schulen Verantwortung tragen - das sind in erster Linie die Schulträger und die Diözesen - muss klar sein:
Wer jetzt schweigt, wegsieht und glaubt, sich schon irgendwie "durchwurschteln" zu können, wer meint, man dürfe nach Belieben den pädagogischen Idealismus der Kolleginnen und Kollegen ausnutzen, und wer stets nach neuen Gründen zur Rechtfertigung von Untätigkeit sucht, macht sich schuldig, schuldig vor Gott.
Von Herzen wünsche ich uns allen eine erfrischende und wunderschöne Zeit der Erholung. Als Urlaubslektüre empfehle ich die Gedichte von Erich Fried (1921 - 1988).
Hier mein momentanes Lieblingsgedicht:
Gründe
"Weil das alles nicht hilft
Sie tun ja doch was sie wollen
Weil ich mir nicht nochmals
die Finger verbrennen will
Weil man nur lachen wird:
auf dich haben sie gewartet
Und warum immer ich?
Keiner wird es mir danken
Weil da niemand mehr durchsieht
und höchstens noch mehr kaputtgeht
Weil jedes Schlechte
vielleicht auch sein Gutes hat
Weil es Sache des Standpunkts ist
und überhaupt wem soll man glauben?
Weil auch bei den andern nur
mit Wasser gekocht wird
Weil ich das lieber
Berufeneren überlasse
Weil man nie weiß
Wie einem das schaden kann
Weil sich die Mühe nicht lohnt
weil sie alle das gar nicht wert sind"
Das sind Todesursachen
zu schreiben auf unsere Gräber
Die nicht mehr gegraben werden
wenn das die Ursachen sind
Renate Gammel