Vorwort des Jahresberichts 2005

Das Schuljahr 2004/05 ist zu Ende, und es hat unserer Schule einen epochalen Wendepunkt gebracht: Der 31. Dezember 2004 und der 01. Januar 2005 markieren eines der denkwürdigsten Daten in der langen Geschichte dieses Hauses. In jener Silvesternacht vollzog sich das, was man oft ein wenig prosaisch als "Trägerwechsel" bezeichnet. Nach fast 166 Jahren trennte sich die Kongregation der A. Schulschwestern v. U.L.Fr. von ihrer Amberger Schule und übergab sie in die neu gegründete Schulstiftung der Diözese Regensburg. Die Einzelheiten des großen Festes, mit dem dieser Wechsel gefeiert wurde, sind auf den Seiten 14 bis 31 nachzulesen.

Viel wird in diesen Zeiten über die Reformbedürftigkeit der Schule an sich geredet. Täglich kommen neue Expertenmeinungen und Expertenforderungen auf den Tisch. Nicht immer sind sie hilfreich, da Richtung und Ziel verschwimmen und die eigentliche Klientel aus dem Blick gerät. Schwindlig möchte einem manchmal davon werden. TIMSS, PISA, PIRLS und IGLU sind mittlerweile gute Bekannte von Schulleitern. "Nicht-standardisierte Leitfadeninterviews" und "Themenzentrierte Interaktionsmodelle" für die Unterrichtsgestaltung wenden wir selbstverständlich an. "Assessment scales" erleichtern und das richtige Ausfüllen von "Mark sheets" im Rahmen der Abschlussprüfung, und das achtjährige Gymnasium strebt danach, ein "Centre of excellence" zu werden. Auf Zuschüsse aus dem "Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung" hoffen auch alle. "Monitoring-Gruppen" und "Buddy-Teams"
stehen uns bei.

Frau Helga Poschenrieder aus Garching, eine Abiturientin des Jahres 1954, nahm die Aufgeregtheiten, welche das G 8 auslöste und noch immer auslöst, zum Anlass, in einem Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung (19.10.2004) über ihre Schulzeit zu erzählen. Natürlich ist die Zeit damals nicht die von heute, aber es ist gut zu wissen, dass man in Bayern auch vor einem halben Jahrhundert Abiturienten hervorbrachte - und das unter nachweislich schwierigsten Bedingungen - die in der Lage waren, erfolgreich zu studieren, glücklich zu sein und auch sonst dem Land zu dienen. Frau Poschenrieder schreibt:

"...Als ich 1946 in München ans Gymnasium kam, waren wir 36 Schülerinnen in der Klasse und mussten Holzscheite mitbringen, um das Zimmer ein bisschen zu heizen; ich konnte mangels geeigneter Schuhe im Winter tagelang nicht in die Schule gehen. In der Pause gab es zwar bald "Schulspeisung" mit Suppe oder Brot oder Brei; wenn wir um 12.15 Uhr aus hatten, hockten wir als Fahrschülerinnen aber bis 13.15 Uhr am Pasinger Bahnhof. Aufenthaltsraum in der Schule? Gab es nicht.

Etwas zu essen, gar etwas ernährungsphysiologisch Unbedenkliches? Fehlanzeige. ...
Aus Mangel an Schulräumen gab es außer den drei obligatorischen drei Stunden am Samstag unter der Woche alternierend auch Unterricht am Nachmittag, beginnend um 12.30 Uhr – natürlich auch in allen Hauptfächern. ... Es gehörte zum Privileg der Abiturklassen, nur vormittags Unterricht zu haben. Zu achtzehnt legten wir schließlich die schriftliche Prüfung in fünf Fächern ab (Religion, Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik) ...

Sämtliche Jahresnoten aus 14 Fächern wurden für das Ergebnis mitgezählt. ...
Von den 16 Schülerinnen, mit denen heute noch Kontakt besteht, haben 14 studiert oder einen Beruf erlernt und ihn auch ausgeübt: Fünf Lehrerinnen, eine Ingenieurin, eine medizinisch-technische Assistentin, eine Physiotherapeutin, als Zahnärztin und als Tierärztin promoviert. Und die 14 Mütter unter uns haben außerdem noch insgesamt 39 Kinder in die Welt gesetzt und großgezogen. ..."

Aufrichtig danke ich allen, die wieder dazu beigetragen haben, dass das 166. Jahr in der Geschichte unserer Schule ein gutes war. Namentlich danke ich:


Und nun noch meine Leseempfehlungen für die lange Ferienzeit:

"Hasen, Krüppel, lahme Hunde seid ihr alle, wenn ihr das Herz nicht habt, etwas Großes zu wagen!" (F. Schiller, Die Räuber)

Wer Friedrich Schiller als den jungen Wilden, das Genie, den Rebellen, den Verführer und den Dichter kennen lernen möchte, sollte lesen:

Manfred Mai, Friedrich Schiller. Was macht den Menschen zum Menschen?

Wer erfahren möchte, wie der siebenjährige jüdische Bub Joseph Bernstein in der Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung in Brüssel lebte, dem sei diese brillant geschriebne Erzählung empfohlen:

Eric-Emmanuel Schmitt, Das Kind von Noah

Schöne Ferien!

Renate Gammel

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