Vorwort des Jahresberichts 2008

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Erfreuliches zu berichten: Weltweit prägen Frauen das gesellschaftliche, politi­sche und wissenschaftliche Leben immer stärker und die Öffentlichkeit nimmt es sogar wahr!

Auch die junge weibliche Generation im Land weiß, was sie will. Die Sozialforscherin Jutta Allmendinger, Professorin an der Humboldt Universität zu Berlin und Direktorin des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin (WZB) stellte in einer reprä­sentativen Befragung von 1000 Frauen (17 bis 29 Jahre) fest, dass sich etwas entwickelt hat, was man noch vor zwanzig Jahren zwar erhoffte, aber kaum als sicher eintretende geschichtliche Veränderung zu prognostizieren wagte:

So gaben beispielsweise 85 Prozent der Befragten an, finanziell unabhängig sein zu wollen, mehr als Zweidrittel wünschten sich sowohl Kinder als auch Berufstätigkeit und 99 Prozent sagten: "Ich weiß, dass ich gut bin."

Über so viel Optimismus und Ichstärke freue ich mich, und ich hoffe sehr, dass die gesellschaftlichen Gegebenheiten sich frauenfreundlich weiterentwickeln. Allen Berei­chen des öffentlichen Lebens - sei es Politik, Wirtschaft, Kultur oder Kirche - wird das sehr guttun.

Unsere Schule hat schon sehr, sehr viele starke Frauen hervorgebracht (immerhin ist das zu Ende gehende Schuljahr 2007/08 das 169. in ihrer Geschichte). Über eine von ihnen las ich kürzlich zufällig einen Bericht in den Nürnberger Nachrichten. Er handelt von Maria Pak. Sie erwarb 1995 an unserer Realschule das Zeugnis der mittleren Reife, und sie war eine Schülerin mit Migrationshintergrund -- wie man heute die Situation von Menschen nennt, die ihre Heimat verlassen mussten, auf ihrer "Wanderung" nach Deutschland kamen und hier sesshaft wurden. Maria hat eine deutschstämmige Mutter und einen koreanischen Vater und lebte bis zur Auswanderung mit ihrer Familie in Kasachstan. Heute arbeitet sie als Informatikerin und betreibt mit Familienmitgliedern in Nürnberg das Café-Bistro a.kulina, das bei Liebhabern einer vielfältig-exotischen Küche (koreanisch, kasachisch, russisch, usbekisch) als Geheimtipp gilt.

Passend zu Maria Paks Biographie empfehle ich als Lektüre für die langen Sommerferien:

Elke Reichart, Deutschland, gefühlte Heimat. Hier zu Hause und trotzdem fremd?! (dtv, 2008)

Zwölf junge Migranten erzählen über sich, ihre Familien, ihre Herkunftsländer und über Deutschland. Es sind zwölf spannende und faszinierende Geschichten.

Die Autorin sagt über ihre Erfahrungen beim Schreiben dieses Buches:

"Es war die interessanteste Recherchereise, die ich in meinem Journalistenleben bisher gemacht habe. Sie hat meine Wahrnehmung verändert, meinen Blick auf Deutschland geschärft und auf die Welt 'unserer Migranten'. Ich bin sehr froh darüber."

Ein Schuljahr ist vollendet. Wer sich mit dem sanft-geschwungenen und fruchtbaren oft aber auch unebenen und steinigen Feld "Schule" auskennt, weiß, dass viele Köpfe und Hände zusammenarbeiten müssen, damit es gut wird. Gerne danke ich deshalb allen von Herzen, die zu seinem Gelingen beigetragen haben.

Namentlich danke ich Herrn Rolf Künstler und Frau Regina Kronig für die liebevolle Gestaltung dieses Jahresberichts, der wieder viele interessierte Leser verdient.
Ihnen / euch allen wünsche ich wunderschöne, erholsame Ferien!

Renate Gammel

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