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Vortrag: Ehemaliges Amberger Lyzeum und Höhere Mädchenschule während nationalsozialistischer Herrschaft [zurück zur Übersicht]

VorschauIn einem Vortrag am 11. April 2018, 19.00 Uhr, im Gerhardinger-Saal der Dr.-Johanna-Decker-Schulen berichtete der Leiter der Regionalgruppe Amberg des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Dieter Dörner, von den Zuständen und Entwicklungen im sogenannten Lyzeum und der Höheren Mädchenschule während der Zeit des Nationalsozialismus.

Für seine Recherchen nutzte er die von den Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau geführte Chronik, die er im Mutterhaus des Ordens in München einsehen durfte, sowie den in der Festschrift zum 150-jährigen Bestehen der Schule (1989) erschienen historischen Bericht.

Von der Kongregation der Armen Schulschwestern v.U.L.Fr. 1839 als erste höhere Schule für Mädchen („Höhere Töchterschule“) in der Oberpfalz gegründet, war die Schwesternschule (ab 1926/27 aufgeteilt in Lyzeum und Höhere Mädchenschule) eine beliebte weiterführende Bildungsanstalt nicht nur für katholische Mädchen. Auch Schülerinnen evangelischen und jüdischen Bekenntnisses waren integrierter Teil der Schülerschaft.

Nach über 90 Jahren erfolgreicher Mädchenbildung begann unter nationalsozialistischer Herrschaft für die Lehrerinnen und sicher auch für viele Schülerinnen eine Gratwanderung, führte Dörner aus. So sei es einerseits ein wesentliches Anliegen der Schulschwestern gewesen, den Unterricht im Sinne christlicher Erziehung weiterzuführen; andererseits habe es gegolten, beim immer offener kirchenfeindlichen Regime nicht anzuecken, da dies die Existenz der Schule gefährdet hätte.
Die Nationalsozialisten dagegen wollten die Schule zwar erhalten, den Einfluss des Ordens jedoch eliminieren. Nicht nur die christliche Ausrichtung war ihnen ein Dorn im Auge, sondern auch das pädagogische Ziel, gebildete Frauen zu erziehen passte nicht zum Rollenbild der Frau, das die Ideologie der NSDAP vorsah.

Der Versuch, sich zu arrangieren, gelang bis Ende 1937; durch Details aus der Schulchronik veranschaulichte der Historiker die heikle Situation. So merkte Schulleiterin Angelina Lindner in ihrem Eintrag zu einem Konzert eigens an, man habe es gewagt, ein Stück von Felix Mendelssohn aufzuführen, der aus einer ursprünglich jüdischen Familie stammte. Ein anderer Eintrag der Chronistin bezeichnet Hitlers Gesetze zur „Rassenhygiene“ als „wahnwitzig“. Die trotz dieses stillen Protests nach außen gezeigte Kooperation mit dem System habe die Schule jedoch nur eine Zeitlang geschützt.
Das bayerische Kultusministerium sah 1937 „kein Bedürfnis“ mehr für Lehranstalten religiöser Prägung. Mit Beginn des Schuljahres 1938/39 wurde ein stufenweiser Abbau angeordnet, die bisherige klösterliche Schulleiterin, Schwester Bernarda Wüst, wurde durch August Maltry ersetzt. Ihre Nachfolgerin, Schwester Reingardis Hauser, durfte unter Maltrys Leitung die bisherigen Klassen der umbenannten „Oberschule für Mädchen“ und „Höhere Mädchenschule“ noch zum Schulabschluss führen. Die Schulschwestern wurden schrittweise völlig aus der Schule gedrängt und somit auch enteignet. Ab 1941 waren ihnen lediglich Arbeiten wie die Reinigung der Gebäude, Dienst an der Schulpforte oder Bedienung der Heizung gestattet bzw. ab 1942 verschiedene Verwaltungsarbeiten im Lazarett.
Parallel zum Abbau der klösterlichen Jahrgänge erfolgte der Aufbau einer „Städtischen Mädchenoberschule“ und einer „Städtischen Mädchenmittelschule“ unter August Maltry im selben Gebäude – bis 1945.

Im Herbst 1945, ein knappes halbes Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erhielten die Schulschwestern von der amerikanischen Militärregierung die Erlaubnis zur Wiedereröffnung der Schule.

Die sehr faktenreichen Ausführungen des Stadtheimatpflegers, die thematisch untergliedert waren, werden im November 2018 in der Zeitschrift „Der Eisengau“ veröffentlicht werden und dann in den Amberger Buchhandlungen erhältlich sein (www.der-eisengau.de).

Oberstudiendirektor Günter Jehl dankte Historiker Dieter Dörner für seinen Vortrag zu diesem düsteren Kapitel der Schulgeschichte, zu dem sich zahlreiche Zuhörer im Gerhardinger-Saal eingefunden hatten.

Im Anschluss nutzten die Zuhörer noch die Gelegenheit, sich eine Ausstellung anzusehen, die von den Schülerinnen der Klasse G9b zu diesem Thema erarbeitet worden war (unter Anleitung ihres Geschichtslehrers, Studiendirektor Rolf Künstler).

(djd-Bericht vom 15.04.2018/rip, kün; Bilder: djd)

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