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Flusskunst: ein Land-Art-Projekt [zurück zur Übersicht]

VorschauDas Erlebnis oder die Wahrnehmung der Vils – dies stand im Mittelpunkt des Projekt-Seminars im Fach Kunst des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums. Die Schülerinnen sollten sich überlegen, wie sie den Fluss in den Fokus rücken und beispielsweise einen besonders schönen Landschaftsausschnitt betonen könnten. In der Woche vor den Weihnachtsferien präsentierten sie die in diesem Land-Art-Projekt entstandenen Installationen.

Die Vils fließt recht unauffällig durch unsere Altstadt, sie wird beispielsweise durch ihre zahlreichen und schönen Brücken wahrgenommen, auch durch Kanu- und Plättenfahrten lässt sich der Fluss erleben, was jedoch fehlt, sind direkte „Berührungspunkte“. Mit dieser Feststellung motivierte Kunsterzieherin Veronika Thomann ihre Schülerinnen im vergangenen Jahr, sich in diesem Projekt-Seminar zu engagieren.

Die Schülerinnen recherchierten positive Fluss-Stadt-Lösungen. Sie versuchten Einblick in die Stadtplanung zu nehmen, um eine realistische Sicht zu bekommen. Schließlich lernten die Schülerinnen auch künstlerische Abläufe kennen – von der Idee über die Strukturierung, Materialplanung und das Entwurfsstadium über so manche Umwege hin bis zum fertigen Produkt.

Die eigentlich angedachte Zusammenarbeit mit externen Partnern wie Bildhauern, Brunnenbauern, Landschaftsgärtnern, Künstlern und Stadtplanern war aufgrund der Pandemie-Situation nicht möglich. Allerdings mussten die Teilnehmerinnen mit der Stadt Amberg verhandeln, z. B. um die Genehmigungen für die vorübergehende Aufstellung bzw. Anbringung ihrer Objekte einzuholen.

Zum Abschluss des Seminars wurden die Ergebnisse entlang der Vils nun präsentiert. Nachdem die Projekt-Teilnehmerinnen im Kunstsaal über ihre Konzepte und den Verlauf der Erstellung der Gruppenarbeiten berichtet hatten, konnten Schülerinnen und Lehrkräfte im Rahmen eines kleinen Spaziergangs an der Vils die „Flusskunst“-Installationen betrachten und auch bewundern. Der gegenseitige Respekt der Gruppen für die Arbeit der anderen ließ Wertschätzung füreinander erkennen.

Die Gruppe „Fluss-Kunst“ hatte entlang der Vils eine Open-Air-Galerie installiert. Auf laminierten Bögen waren Reproduktionen von Gemälden am Geländer platziert, die alle thematisch mit dem Wasser zu tun hatten, darunter etliche impressionistische Gemälde, wie etwa von Monet, Renoir oder Sisley. Als Brücke zur Kultur der Gleichaltrigen montierten sie einen aus Ästen gestalteten Bilderrahmen am Lederersteg und forderten Passanten in ihrem Aushang dazu auf, hier ein Selfie zu schießen und es in den sozialen Medien mit dem Hashtag #FlusskunstAmberg zu teilen. Ein weiteres Thema dieser Gruppe war eher verspielter Natur: Die Schülerinnen griffen das Motiv der hier auf der Vils oft anzutreffenden Enten auf und stellten aus hellem und dunklem Ton eine ganze Großfamilie von Enten her, die auf Stöcken in den weichen Ufergrund der Vils gesteckt wurden – eine ganz besondere Gattung von Stockenten.

Die Gruppe „Trimm-dich-Pfad“ hatte die Idee, die Passanten und Spaziergänger zu etwas gesundheitsbewusster Bewegung am Fluss zu animieren. Der Start war in der Schiffgasse gegenüber dem Luftmuseum. Am Geländer der Vils hatten die Schülerinnen hier Anweisungen zu einfachen Dehnungs- und Kräftigungsübungen angebracht, die mit selbst gezeichneten Bewegungsillustrationen versehen waren. Wer alle Übungen durchprobieren wollte, konnte sich damit bis zur Kneipp-Anlage alle paar Meter sportlich betätigen.

Die Gruppe „Fluss-Skulptur“ hatte daran gearbeitet, das Umweltbewusstsein der Öffentlichkeit zu schärfen. Zu diesem Zweck stellten sie eine Art Waage her, auf deren einem Arm ein Korb mit Plastikmüll hängt, während auf der anderen Seite ein aus Holz gestalteter Fisch mit einer Plastikflasche im Bauch die Balance zu schaffen versucht – ein reichlich hoffnungsloses Unterfangen. Die Platzierung der fast zwei Meter hohen und ebenso breiten Skulptur direkt am Fluss machte die Verbindung zwischen dem Wasser und unserem Umgang mit Plastikmüll umso augenfälliger.

Bereits einige Tage davor hatten die Schülerinnen andere Produkte präsentiert, die zum Thema „Vermeidung von Plastikmüll“ der letztgenannten Gruppe passten. Zur Kooperationsanfrage eines Regensburger P-Seminars (Pindl-Gymnasium) hatten sie spontan ja gesagt, als es darum ging, Plakate zu entwerfen, die sich mit unserem Umgang mit Plastikmüll beschäftigen.

Siehe hierzu auch den Artikel in der Amberger Zeitung:
Oberpfälzer Projektseminaristen vernetzt im Kampf gegen Plastikmüll


(djd-Bericht vom 21.12.2020/rip; Bilder: djd)


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